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Veröffentlicht am 05.02.2019

Fettnäpfchenführer USA

Fettnäpfchenführer USA
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Ein Buch voller Humor und bestimmt ganz kurzweilig zu lesen. Der Autor hat gekonnt den Anfang des Buches gestaltet, indem er vorgibt, ein Reisetagebuch eines gewissen Torsten und einer Susanne im Papierkorb ...

Ein Buch voller Humor und bestimmt ganz kurzweilig zu lesen. Der Autor hat gekonnt den Anfang des Buches gestaltet, indem er vorgibt, ein Reisetagebuch eines gewissen Torsten und einer Susanne im Papierkorb im Flughafen gefunden zu haben. Hier erfahren wir in 37 Kapiteln über die Erfahrungen des eben erwähnten Paares während seines Aufenthalts in den USA. Egal, ob es um Essenseinladungen geht, um das Tanken, um den Restaurantbesuch. In Amerika ist vieles anders als bei uns. Und wenn uns spontan jemand zu sich einlädt, soll man das nicht zu ernst nehmen, denn in den USA ist es nur eine Floskel. Medikamente kauft man in den Drogerien, der Arztbesuch ist alles andere als bei uns. Auch bei der Polizei und den Verkehrskontrollen soll man sich sehr vorbildlich verhalten, denn man zahlt schneller ein Bußgeld über ein Vergehen, als man denkt. Und Obenohne und Minibadehosen sind am Strand verpönt. Wer britisch-englisch spricht, der wird sich mit einigen Wörtern sehr schwer tun. Denn die haben oft eine andere Bedeutung, was oftmals sehr blamabel sein kann. Hier werden auch einige Besichtigungtouren sehr gut beschrieben mit dem Hinweis, was man lieber nicht machen soll. Am Ende eines jeden Kapitels ist immer ein Anhang was eben hier schiefgelaufen ist und es wird uns dann das richtige Verhalten dazu erklärt. Das Buch hat einen schlichten blauen wasserabweisenden Einband und ist betitelt mit Fettnäpfchenführer. Ein sehr gelungenes und interessantes Buch, das nicht nur für Amerikareisende Bedeutung hat.

Veröffentlicht am 05.02.2019

Als das Leben unsere Träume fand

Als das Leben unsere Träume fand
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Wie gewohnt ist das Buch von Luca Di Fulvio wieder tiefgreifend geschrieben und hinterläßt einen bleibenden Eindruck. Ein Auswandererepos von fast 800 Seite in der Zeit um 1912/13. Keine einzige Seite ...

Wie gewohnt ist das Buch von Luca Di Fulvio wieder tiefgreifend geschrieben und hinterläßt einen bleibenden Eindruck. Ein Auswandererepos von fast 800 Seite in der Zeit um 1912/13. Keine einzige Seite davon ist langweilig oder langatmig und man ist bis zum Schluß gespannt und fiebert mit den Protagonisten mit. Deswegen hat man den Roman auch ziemlich schnell trotz seines Umfangs gelesen. Drei junge Menschen wollen ihre Heimat verlassen, um in Buenos Aires in der neuen Welt ein besseres Leben beginnen. Hier ist zunächst Raquel aus Rußland, sie lebt im jüdischen Viertel. Den Juden geht es schlecht, sich hungern vegetieren nur so dahin. Nachdem ihre Eltern tot sind, ihre Stiefmutter ihr nur Böses will, geht sie mit einigen Mädchen aus dem jüdischen Viertel mit einem Anwerber aufs Schiff. In Buenos Aires sollen sie an Familien als Dienstmädchen vermittelt werden. Roccos Vater war Mitglied bei der Mafia und fand bei einer Schießerei den Tod. Da er sich aus den Fängen dieses Clans befreien will, schifft auch er sich ein um auf der anderen Seite des Meeres sein Glück als Mechaniker zu finden. Rosetta ist eine junge Bäuerin, die ihre Landwirtschaft alleine betreibt. Jedoch wird die alleinstehende Frau wegen ihrer Selbständigkeit als Hure bezeichnet und als sie der Baron vergewaltigt und sie ihn deswegen schwer verletzt, flüchtet auch sie. Aber in der neuen Welt finden diese drei Personen auch keinen Frieden. Sie werden verfolgt, gedemütigt, müssen teilweise auf der Straße leben, werden ins Bordell verschleppt. Und durch Zufall kreuzen sich die Wege der drei Auswanderer und gemeinsam kämpfen sie um ihre Freiheit und ihr Recht. Ein faszinierender Roman, der noch lange Nachwirkungen zeigt. Das sepiafarbene Titelbild mit den drei Personen ist sehr gut zu dem Thema gewählt. Wie eingangs schon erwähnt ein Auswandererroman, der gelesen werden muß.

Veröffentlicht am 03.02.2019

Die Klosterbraut

Die Klosterbraut
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Ein historischer Roman, der in der Zeit zwischen 1226 und 1232 spielt. Wulf von Röllberg ist auf dem Weg zu seiner Braut Melinda von Marienfeld. Auf den Weg dorthin trifft er eine als Junge verkleidete ...

Ein historischer Roman, der in der Zeit zwischen 1226 und 1232 spielt. Wulf von Röllberg ist auf dem Weg zu seiner Braut Melinda von Marienfeld. Auf den Weg dorthin trifft er eine als Junge verkleidete junge Frau, die von einem Wildschwein angegriffen wird. Ihm imponiert dieses taffe Mädchen total. Doch dann muß er feststellen, dass es Franka, die Schwester seiner wunderschönen Braut ist. Franka soll nach Melindas Hochzeit ins Kloster eintreten wasschon seit Jahren beschlossen ist. Wulf und Franka verlieben sich ineinander, aber beide folgen den von den Eltern jeweils beschossenem Vorgehen. Wulf heiratet Melinda und Franka geht ins Kloster. Doch die Ehe steht unter keinem guten Stern. Melinda ist keine gute Ehefrau. Sie kümmert sich nur um ihre Schönheit. Wulf denkt nur an Franka. Als Wulf von den Kreuzzügen aus dem Hl. Land zurückkehrt, erkrankt Melinda schwer. Franka hat es mit ihrem Freiheitsdrang im Kloster auch nicht einfach. Ihre einzige Vertraute ist die junge Schwester Marie. Aber auch im Kloster ist vielen im Argen, nacheinander sterben dort die Schwestern aufgrund von Unfällen. Ein sehr interessanter Roman, der uns in das Leben der damaligen Zeit schauen läßt. Die kalten Burgen, die Regierung Kaiser Friedrichs, das Sterben der Leute an einfachen Krankheiten, das einfache Klosterleben. Die Autorin beschreibt ihre Figuren sehr lebendig. Auch der Spannungsbogen ist sehr hoch, da im Kloster Dinge geschehen, die sich nicht so einfach nachvollziehen lassen. Ein historischer Roman, der keine Wünsche übrig läßt. Interessant wird das ganze noch dadurch, dass auch historische Personen in dem Buch ihren Platz finden. Am Anfang ist ein Personenverzeichnis angebacht mit den fiktiven und den historsichen Persönlichkeiten und auch die damalige und heutige Schreibweise von Städten und Flüssen. Nicht zuletzt möchte ich das wunderschöne Cover mit der Nonne mit blauem Schleier erwähnen

Veröffentlicht am 02.02.2019

Anatomie eines Skandals

Anatomie eines Skandals
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James ist ein gutaussehender charismatischer Politiker. Er isst mit Sophie verheiratet und hat zwei gutgeratener Kinder. Die Familie lebt in der Upper Class mit viel Wohlstand. Doch dann gesteht er, dass ...

James ist ein gutaussehender charismatischer Politiker. Er isst mit Sophie verheiratet und hat zwei gutgeratener Kinder. Die Familie lebt in der Upper Class mit viel Wohlstand. Doch dann gesteht er, dass er mit seine Assistentin Olivia ein Verhältnis hatte, dies aber soeben beendet hat. Doch dann plötzlich flattert ihm eine Anklage wegen Vergewaltigung auf den Tisch und die Presse zerreißt ihn. Er, der engste Freund des Premierministers als Vergewaltiger? Chefanklägerin in diesem Verfahren ist Kate, eine harte, unbeugsame Juristin für Sexualdelikte. Ihr letztes Verfahren hat sie verloren, weshalb sie alles daran setzt, jetzt die Beschuldigten zu verurteilen. Für die Ehefrau Sophie bricht eine Welt zusammen, hat sie sich doch in einer sicheren Ehe gefühlt. In diesem Buch wird dann immer wieder in die Studentenzeit der Protagonisten zurückgeführt, was sehr interessant ist und den Leser einen Blick in die Jugendjahre aller Beteiligten schauen läßt. Sehr eindrucksvoll wird hier der Prozeß geschildert. Die einzelnen Zeugenvernehmungen. Besonders der Angeklagten zieht die Zuschauer und die Geschworenen mit seiner überzeugenden Rede in seinem Bann. Auch die Aussage der Vergewaltigen und die Fragen der Anwälte lassen uns in ein Gerichtsszenario sehen. Ein Buch, das zwar als Thriller bezeichnet wird, aber als solches sich nicht auszeichnet. Hier geht es um ein Gerichtsverfahren, das von allen Seiten beleuchtet wird. Man erfährt die Meinungen und Gedanken, des Angeklagten, der Geschädigten, der Chefanklägerin, der Zeugen., der Geschworenen und nicht zuletzt der Zuschauer im Gerichtssaal. Auch die Emotionen und Gedanken von Sophie sind gut dargestellt. Anhand der verschiedenen Aussagen weiß der Leser bis zum Schluß nicht, wer lügt, wer die Wahrheit sagt und wie das Urteil sein wird und das Leben für die Beteiligten nach dem Prozeß weitergehen wird. Ein wirklich gutes Buch über ein Gerichtsdrama. Bis zum Schluß hat mich dieses Buch gefesselt. Die Schreib- und Ausdrucksweise der Autorin ist sehr verständlich und sie verstehe es Spannung aufzubauen und dem Leser immer wieder die Möglichkeit zu geben, sich sein eigenes Urteil zu bilden.

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Veröffentlicht am 29.01.2019

Tiefe Stille

Tiefe Stille
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Maria eine Witwe, gewinnt in einem Krimiwettbewerb einen der Hauptpreise und darf mit zwei anderen Gewinnern drei Wochen am Schliersee verbringen, wo sie gestellte Fälle lösen sollen. Mit ihrem Mitgewinner ...

Maria eine Witwe, gewinnt in einem Krimiwettbewerb einen der Hauptpreise und darf mit zwei anderen Gewinnern drei Wochen am Schliersee verbringen, wo sie gestellte Fälle lösen sollen. Mit ihrem Mitgewinner Leon findet sie gleich am ersten Tag eine Leiche und Maria beginnt mit der Spurensuche. Dann geht plötzlich die Scheune in Flammen auf und die Leiche wurde beseitigt. Was wie ein Spie beginnt, ist Realität. Als dann der dritte Gewinner anreist, entdeckt Maria sogleich, dass mit ihm etwas nicht stimmt. Nach einiger Zeit läßt er verlauten, dass er seine vermisste Schwester sucht, die hier in einer Saftfabrik ein Drogenlabor vermutet hat. Mit ihrem Kollegen (beide sind Journalisten) wollte sie hier recherchieren. Dann bekommen die drei selbst ernannten Ermittler heraus, dass unter der Fabrik stillgelegte Kohlenstollen sind und sie machen sie auf die Suche. Zur gleichen Zeit beginnt Lukas Zieringer seinen Dienst bei der Schlierseer Polizei. Er hatte ein Jahr Karrenzzeit, nachdem er bei der Kripo München Schreckliches erlebt hat. Nachem Maria und Leon entführt wurden, wird die Polizei eingeschaltet. Da die Stollen teilweise einsturzgefährdet sind und viele Irrwege haben, werden ehemalige Bergarbeiter hinzugezogen, die sich einen Weg ins Innere erzwingen. Was sie dort unten finden, ist haarsträubend. Können die vermißten Personen noch lebend geboren werden. Da ich von der Autorin bis jetzt nur Romane und keine Krimis gelesen habe, war ich auch von diesem Schreibstil total begeistert. Sie versteht es, die Spannung bis zum Schluß hochzuhalten und man fiebert und zittert mit den Gefangenen mit. Detailgetreu beschreibt sie die Gegend rund um den Schliersee, man findet sich sogar in dem Tante Emmaladen wieder, vor dem Leon und Marie entführt worden sind. Besonders Marie wird als glückliche Witwe total gut beschrieben. Ganz hervorragend fand ich die Szenen im Bergwerk. Hier hat die Autorin sich viel Mühe gemacht, um die Stollen wirklichkeitsnah zu schildern. Auch das düstere Cover mit dem Kohlebergwerk paßt genau zu diesem Krimi.