Thriller mit Drohkulisse - spannend, wenn auch am Ende nicht sehr überraschend aufgelöst
Letzte Stunde TodMax ist Lehrer an einer Bonner Schule. Bei seinen Schülern ist er beliebt und im Kollegenkreis hat er enge Freunde. Max ist ungebunden und hat unverbindliche Affären mit Partnern, die er über eine Dating-App ...
Max ist Lehrer an einer Bonner Schule. Bei seinen Schülern ist er beliebt und im Kollegenkreis hat er enge Freunde. Max ist ungebunden und hat unverbindliche Affären mit Partnern, die er über eine Dating-App kennenlernt. Als er seinen letzten One-Night-Stand erneut aufsucht, um seine vergessene Armbanduhr abzuholen, findet er diesen in seiner Wohnung ermordet vor. Max selbst wird angegriffen, aber nicht lebensbedrohlich verletzt.
In der Folge ereignen sich weitere tödliche Angriffe und Attacken in seinem Umfeld. Max wird vom Opfer selbst zum Verdächtigen und muss sich gegen absurde Unterstellungen behaupten. Jemand scheint ein perfides Spiel mit Max zu spielen, aber er hat keine Ahnung, wer ihm aus welchem Grund das Leben zur Hölle machen sollte.
Max hat einen unbekannten Schatten, der ihn beobachtet und sich offenbar bewusst Kontakte von Max aussucht, um diese zu töten, zu verletzen oder zu erpressen. Denkt man zunächst, dass es sich um einen homophoben Täter handelt, der Max' amouröse Abenteuer unterbinden möchte, ziehen die indirekten Attacken bald so weite Kreise, dass Motiv und Täter überall lauern könnten.
Die Ereignisse überschlagen sich und lassen Max nicht mehr zur Ruhe kommen. Die Polizei tappt im Dunkeln und die Spurensuche, egal ob digital oder analog, gestaltet sich schwierig.
Der Thriller ist spannend, denn eine andauernde Bedrohung ist spürbar und sorgt für Gänsehaut. Der Täter scheint aus Max' engstem Umkreis zu stammen und ist im Hinblick auf sein Ziel unberechenbar.
Trotz des originellen Plots hat der Roman ein paar Schwächen. So sind die Dialoge oft hölzern und das Geplänkel von Max und seine Freunden, das Rumalbern und Flirten, zu plump und nicht zur angespannten Lage passend. Dazu kommt, dass die Handlung Anfang Januar spielt, wenn Weihnachtsferien sind und damit das falsche Timing für Unterrichtsszenen sind. Auch eine Taxifahrt im T-Shirt passt da nicht.
Die Auflösung mit blutigem Showdown kommt nicht ganz überraschend, setzt aber am Ende - bis auf offensichtlich falsch Fährten, die ins Leere führen - alle Puzzleteile schlüssig zusammen. Zu einem Thriller passend, bleibt ein Happy End aus.