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Veröffentlicht am 03.04.2026

Thriller mit Drohkulisse - spannend, wenn auch am Ende nicht sehr überraschend aufgelöst

Letzte Stunde Tod
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Max ist Lehrer an einer Bonner Schule. Bei seinen Schülern ist er beliebt und im Kollegenkreis hat er enge Freunde. Max ist ungebunden und hat unverbindliche Affären mit Partnern, die er über eine Dating-App ...

Max ist Lehrer an einer Bonner Schule. Bei seinen Schülern ist er beliebt und im Kollegenkreis hat er enge Freunde. Max ist ungebunden und hat unverbindliche Affären mit Partnern, die er über eine Dating-App kennenlernt. Als er seinen letzten One-Night-Stand erneut aufsucht, um seine vergessene Armbanduhr abzuholen, findet er diesen in seiner Wohnung ermordet vor. Max selbst wird angegriffen, aber nicht lebensbedrohlich verletzt.
In der Folge ereignen sich weitere tödliche Angriffe und Attacken in seinem Umfeld. Max wird vom Opfer selbst zum Verdächtigen und muss sich gegen absurde Unterstellungen behaupten. Jemand scheint ein perfides Spiel mit Max zu spielen, aber er hat keine Ahnung, wer ihm aus welchem Grund das Leben zur Hölle machen sollte.

Max hat einen unbekannten Schatten, der ihn beobachtet und sich offenbar bewusst Kontakte von Max aussucht, um diese zu töten, zu verletzen oder zu erpressen. Denkt man zunächst, dass es sich um einen homophoben Täter handelt, der Max' amouröse Abenteuer unterbinden möchte, ziehen die indirekten Attacken bald so weite Kreise, dass Motiv und Täter überall lauern könnten.

Die Ereignisse überschlagen sich und lassen Max nicht mehr zur Ruhe kommen. Die Polizei tappt im Dunkeln und die Spurensuche, egal ob digital oder analog, gestaltet sich schwierig.
Der Thriller ist spannend, denn eine andauernde Bedrohung ist spürbar und sorgt für Gänsehaut. Der Täter scheint aus Max' engstem Umkreis zu stammen und ist im Hinblick auf sein Ziel unberechenbar.

Trotz des originellen Plots hat der Roman ein paar Schwächen. So sind die Dialoge oft hölzern und das Geplänkel von Max und seine Freunden, das Rumalbern und Flirten, zu plump und nicht zur angespannten Lage passend. Dazu kommt, dass die Handlung Anfang Januar spielt, wenn Weihnachtsferien sind und damit das falsche Timing für Unterrichtsszenen sind. Auch eine Taxifahrt im T-Shirt passt da nicht.

Die Auflösung mit blutigem Showdown kommt nicht ganz überraschend, setzt aber am Ende - bis auf offensichtlich falsch Fährten, die ins Leere führen - alle Puzzleteile schlüssig zusammen. Zu einem Thriller passend, bleibt ein Happy End aus.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Scharfsinniges Porträt einer wohlhabenden Familie und ein ironischer Blick hinter die Fassade

Die Verluste
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Klaus Werner, millionenschwerer Unternehmer im Ruhestand, lebt seit über zwanzig Jahren mit seiner jung gebliebenen Ehefrau Kaja in der Schweiz am Bodensee. Kurz vor seinem 80. Geburtstag befällt ihn eine ...

Klaus Werner, millionenschwerer Unternehmer im Ruhestand, lebt seit über zwanzig Jahren mit seiner jung gebliebenen Ehefrau Kaja in der Schweiz am Bodensee. Kurz vor seinem 80. Geburtstag befällt ihn eine diffuse Angst, weshalb er den Bau eines Bunkers auf seinem Grundstück beabsichtigt. Dies lässt die Erben aufhorchen, die eher selten den Weg von Deutschland in die Schweiz finden.
Der älteste Sohn Stefan ist Augenarzt mit eigener Praxis in München und schafft es kaum mehr, seine Aggressionen im Zaum zu halten. Sein jüngerer Bruder Jonas schreibt seit sieben Jahren ideen- und inzwischen mittellos in Berlin an seinem zweiten Roman und Nesthäkchen Anna hat sich der Rettung der Meere verschrieben und den Kontakt mit ihrer Familie weitgehend abgebrochen.
Jedes Familienmitglied versucht verzweifelt die Fassade aufrechtzuerhalten, während die jeweils anderen das ganze Ausmaß ihrer Probleme nur erahnen können.

Der Roman wird aus der Perspektive jedes Familienmitglieds geschildert, so dass man jeweils Einblick in die eigene Sicht, Gedanken und Gefühle und die Reaktion der anderen darauf erhält. Während jeder von ihnen um sich selbst kreist und Probleme mit sich allein ausmacht, wird die Fassade immer brüchiger und immer schwieriger, das eigene Fehlverhalten zu verbergen.

Die Geschichte, die abwechselnd in Berlin, München und Landschlacht am Bodensee handelt, wird lebendig, abwechslungsreich und unterhaltsam erzählt. Jeder Protagonist erhält eine eigene Erzählstimme und ist facettenreich dargestellt. Es sind originelle, feinfühlig gezeichnete Figuren, die zwar völlig unterschiedlich sind, sich in ihrem Problemverhalten aber ähneln, was neben der familiären Verbindung der rote Faden der Geschichte ist.

Scharfsinnig und mit feiner Ironie wird das Verhalten der Walters seziert. Trotz der ernsthaften Probleme macht es unheimlich Spaß hinter die Fassade der Charaktere zu blicken und zu beobachten, wie sie sich ihren Problemen widmen, sie ignorieren, verdrängen, prokrastinieren oder ein wackliges, wenn auch kreatives, Lügengebilde aufbauen.

"Die Verluste" ist das Porträt einer wohlhabenden Familie, die droht, an ihren ungelösten Konflikten und Unzulänglichkeiten zu zerbrechen. Die Geschichte handelt von Generationenkonflikten, Enttäuschungen, Zukunftsängsten, mentaler Gesundheit und dem Wunsch, den eigenen Erwartungen zu entsprechen, die Erwartungen anderer zu erfüllen und dennoch oder trotzdem kläglich zu scheitern.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Ein Mensch am Rand der Gesellschaft und die Skrupellosigkeit der Medienbranche - empathische (Liebes-)geschichte

Solange ein Streichholz brennt
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Bohm ist 36 Jahre alt und seit fünf Jahren obdachlos. Als er von einer Journalistin angesprochen wird, ob er sich für eine Fernsehreportage zur Verfügung stellen möchte, lehnt er zunächst ab, ändert seine ...

Bohm ist 36 Jahre alt und seit fünf Jahren obdachlos. Als er von einer Journalistin angesprochen wird, ob er sich für eine Fernsehreportage zur Verfügung stellen möchte, lehnt er zunächst ab, ändert seine Meinung jedoch, als sein Hund schwer verletzt wird.
Der Sender übernimmt die Kosten der Operation des Hundes und im Gegenzug muss Bohm sich nun sieben Tage von Alina begleiten lassen.
Alina, die aufgrund von Einsparungsmaßnahmen mit einer Kündigung gerechnet hat, hofft mit der Dokumentation "Wie entgleitet ein Leben?" auf einen Karrierekick.
Sie ist überrascht, wie warmherzig, schlagfertig und humorvoll der Einzelgänger Bohm sein kann, der von Außenstehenden nur abschätzig betrachtet wird. Doch wohin soll die Sympathie führen - zu einem Mann am Rande der Gesellschaft?

Der Roman wird abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Hauptfiguren geschildert. Die Geschichte zeigt den Alltag eines Lebens auf der Straße und die Arbeit in der Medienbranche, auf andere Art und Weise brutal ist.

Die wechselnden Sichtweisen in unterschiedliche Leben sorgen für Dynamik. Die Geschichte ist lebendig und unterhaltsam und mit Empathie für die Figuren formuliert. Mit Bohm möchte man nicht tauschen, aber man bemitleidet ihn auch nicht. Er hat einen starken Charakter und lebt von einem Tag auf den nächsten. Vergangenheit und Zukunft sind nicht relevant. Was zählt sind ein trockener Schlafplatz und Lebensmittel, die noch nicht ganz verdorben sind. Alkohol ist sein bester Freund, bis Hund Fox in sein Leben tritt.
Alina möchte eine ehrliche Reportage zeigen, stößt jedoch an ihre Grenzen, als für die Einschaltquote mehr Sensation und Drama verlangt wird.

Die Annäherung zwischen Bohm und Alina erfolgt zwar schnell, aber dennoch behutsam. Die romantischen Gefühle wirken nicht erzwungen, denn trotz ihrer unterschiedlichen Lebenswirklichkeit sind sich beide Personen nicht unähnlich.

"Solange ein Streichholz brennt" ist eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die unterhält und gleichzeitig zum Nachdenken anregt. Die Geschichte widmet sich einem Menschen einer sozialen Randgruppe, der mit Vorurteilen und Ungerechtigkeit zu kämpfen hat und übt Kritik an der Medienbranche, die schamlos ist.
Der Roman zeigt, wie ein einziger Moment alles verändern kann und wirkt mit dem Verzicht auf unnötiges Drama und Rührseligkeit ehrlich und zutiefst menschlich.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Kulinarik-lastige Selbstfindungsreise mit einer Prise Liebe und Wortwitz, die zu oberflächlich und lückenhaft erzählt wird

Keeping it casual
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Maxine hat erfahren, dass sie einen Hirntumor hat und steht kurz vor der OP, als sie ihren Freund bei einer Affäre erwischt. Sie verkriecht sich daraufhin bei ihrer Freundin Alice, die sie bei Tinder anmeldet, ...

Maxine hat erfahren, dass sie einen Hirntumor hat und steht kurz vor der OP, als sie ihren Freund bei einer Affäre erwischt. Sie verkriecht sich daraufhin bei ihrer Freundin Alice, die sie bei Tinder anmeldet, wo sie auf Johnny trifft. Aus einem Chat entwickelt sich eine kulinarische Challenge, bei der beide getrennt voneinander Gerichte aus dem Kochbuch der französischstämmigen Familie ihres Exfreunds Scott kochen. Für Max sind die Kochabende mehr als nur eine Abwechslung und dennoch bricht sie den Chat vor der OP ab, ohne Johnny den wahren Grund zu nennen.

Erst eine heilsame Reise nach Frankreich ermutigt Max, erneut den Kontakt zu Johnny zu suchen.

Der Roman startet mit einer originellen Idee und einem kulinarischen Tinder-Wettbewerb, aus dem sich ein unterhaltsamer Schlagabtausch zwischen Maxine und Johnny ergibt. Mit der Gehirnoperation enden die Chats und rücken Maxines Genesungsweg in den Vordergrund, der sie wieder in die Nähe ihre Ex-Freundes und seiner anstrengenden Familie bringt.

Durch Rückblenden wird mehr über ihre Beziehung und das Beziehungsaus offenbart, so dass sich Scott immer mehr als "Red Flag" beweist.

Umso gespannter ist man auf ein mögliches Wiedersehen mit Johnny, das sich durch einen Paris-Urlaub, der sich zu einem Selbstfindungstrip Maxines entwickelt, weiter hinauszögert. Die Leidenschaft für die französische Küche, das "Mutterschiff" IKEA als Wohlfühlort für inspirierende Ideen sowie das "Nest" bei Alice ebnen Max' Weg, was lebendig und unterhaltsam ist, aber Romantik und die tiefergehende Auseinandersetzung mit Problemen kommen im Vergleich dazu zu kurz oder treten ganz in den Hintergrund. Selbst die Diagnose Hirntumor wirkt damit wenig bedrohlich, auch oder gerade weil es am Ende noch eine unlogische Wendung gibt.

Der Liebesgeschichte mit Johnny fehlt der nötige Raum zur Entwicklung und eine Reihe von Zeitsprüngen verhindert darüber hinaus, dass ihre Liebe fühlbar wird.

"Keeping it casual" ist eine kulinarik-lastige Selbstfindungsreise mit einer Prise Liebe, die jedoch so lückenhaft erzählt ist, dass die Handlung nicht ganz authentisch wirkt, auch wenn die Geschichte sprachlich durchaus mit Wortwitz überzeugen kann.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Emotionale Geschichte, die trotz Urlaubatmosphäre viel Düsternis und Traurigkeit enthält und am Ende leider etwas ernüchternd banal aufgelöst wird

Träume aus Salz
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Flo und Matty haben sich über eine Dating-App kennengelernt, sind nach acht Monaten immer noch frisch verliebt und verbringen ihren ersten gemeinsamen Urlaub auf einer kleinen griechischen Insel. Während ...

Flo und Matty haben sich über eine Dating-App kennengelernt, sind nach acht Monaten immer noch frisch verliebt und verbringen ihren ersten gemeinsamen Urlaub auf einer kleinen griechischen Insel. Während sie die Tage in der Hitze der Natur genießen, hat Flo nachts unruhige Träume.
In einer Taverne begegnen sie Sofia, die auf der Insel für ihre hellseherischen Fähigkeiten berüchtigt ist und auf Flo eine Faszination ausübt. Sie lässt sich von ihr die Tarotkarten legen und erhofft sich, die quälenden Erinnerungen an die Vergangenheit und den Zusammenbruch ihrer Familie loszulassen. Gleichzeitig quält sie die Tatsache, dass sie etwas vor Matty verheimlicht, der ersten Person, zu der sie seit Langem wieder Vertrauen gefasst hat.

Mit der Geschichte wird man bildhaft auf eine typische griechische Insel mit türkisfarbenem Meer, Olivenbäumen, lauschigen Tavernen und lauen Sommernächten versetzt. Auch die junge und noch frische Liebe von Flo und Matty passt zur Urlaubsatmosphäre. Das Paar genießt seine Freiheit und Zweisamkeit. Zum ersten Mal verbringen die beiden so viel Zeit gemeinsam und haben die Möglichkeit, sich besser kennenzulernen. Doch Flo schließt Matty von einem Teil ihres Lebens aus und das Geheimnis, das sie vor ihm hat, stört die Harmonie.

Durch die Begegnung mit der Griechin Sofia rückt der Fokus weg von dem Paar. Gab es bisher nur Kapitel aus der Sicht von Flo, erhält auch Sofia ihre eigene Perspektive. Sie hat die Gabe ihrer Großmutter geerbt, hellsichtig zu sein und gilt damit als wichtigste Person der Insel. Sofia setzt die Fähigkeit unter Druck und hält sie auf der Insel gefangen.

Rückblenden in Flos Vergangenheit, die mit Tarotkarten überschrieben sind und damit mit der Gegenwart und Sofias Gabe verknüpft werden, zeugen vom Zusammenbruch einer Familie und einem schmerzhaften Verlust, womit Flo in ihren Träumen konfrontiert wird.

Der Roman entwickelt einen Sog durch das Ungesagte, das zwischen den Figuren steht und ihre innere Zerrissenheit, die zu fühlen ist. Die Liebe zwischen Flo und Matty ist spürbar, aber auch, dass sie sich noch in der Phase der Euphorie bewegen und der Zusammenhalt deshalb fragil ist. Spannung erzeugt, ob Flos Vergangenheit zwischen ihnen steht, ob Sofia mit ihrer magischen Gabe hilfreich sein kann oder ob sie eine eigene Agenda verfolgt und der Beziehung schaden könnte.

Der gemächliche Spannungsaufbau weckt Erwartungen, die die Geschichte am Ende nicht erfüllen kann. Eine Offenbarung bleibt aus und die Spannung verpufft ernüchternd.
"Träume aus Salz" ist eine emotionale Geschichte, die trotz Urlaubatmosphäre viel Düsternis und Traurigkeit enthält und zeigt, wie groß die Auswirkungen vergangener Traumata sind und dass es den richtigen Anstupser und Moment braucht, um sich den Geistern der Vergangenheit zu stellen.

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