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Veröffentlicht am 16.04.2026

Spannende Geschichte mit fehlerhaften Charakteren, fatalen Entscheidungen und drei Leichen - düster und humorvoll zugleich

What about the bodies
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Carla steht kurz vor der Eröffnung ihres Restaurants, als ihr Sohn ihr ein Geständnis macht, das ihren Lebenstraum gefährden könnte. Auch um ihren Sohn vor den Konsequenzen seiner Tat zu schützen, beschließt ...

Carla steht kurz vor der Eröffnung ihres Restaurants, als ihr Sohn ihr ein Geständnis macht, das ihren Lebenstraum gefährden könnte. Auch um ihren Sohn vor den Konsequenzen seiner Tat zu schützen, beschließt sie alles zu tun, um sein Geheimnis zu bewahren.
Nach dem Tod seiner Mutter fällt Reed ein Versprechen ein, das er ihr einst gegeben hat. Da der autistische Reed alles wortwörtlich nimmt, ist er fest entschlossen es einzulösen, auch wenn das Ärger mit seinem älteren Bruder bedeutet.
Liz hat endlich den ersehnten Anruf einer Musikproduzentin erhalten und steht kurz vor ihrem Karrieredurchbruch, als ihr kaputtes Auto ihr einen Strich durch die Rechnung macht. Um doch noch nach Nashville zu gelangen, sieht sie sich gezwungen, die Hilfe eines dubiosen Ex-Häftlings in Anspruch zu nehmen, was ihre Schulden nur noch weiter erhöht.
Während bei jedem von ihnen die Situation zu eskalieren droht, kreuzen sich die Wege der Bewohner der trostlosen Kleinstadt Locksburg, die sich bisher nur flüchtig kannten.

"What about the bodies" ist kein klassischer Kriminalroman, da er nicht von der Aufklärung eines Verbrechens handelt und auch kein Kommissar eine wesentliche Rolle spielt. Im Fokus stehen drei Charaktere, die vom Pech verfolgt erscheinen und Entscheidungen treffen, die sie nur noch mehr in Schwierigkeiten bringen. Sie erhoffen sich eine bessere Zukunft, werden jedoch in kriminelle Machenschaften verwickelt, die ihre Träume gefährden.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive von Carla, Reed und Liz erzählt. Es sind kurze Kapitel mit schnellen Szenenwechseln, die für Dynamik sorgen. Zudem ereignet sich ein wesentlicher Teil der Handlung innerhalb von wenigen Stunden.
Man wird förmlich in die Geschichte hineingezogen, die sich abenteuerlich entwickelt und schmerzhaft über das Verhalten einzelner Figuren wundern lässt. Man spürt, dass die Situation zu eskalieren droht und am Ende alles nur noch schlimmer aussehen könnte.

Die drei Handlungsstränge entwickeln sich zunächst unabhängig von einander und haben nur den Wohnort, die unglückliche ehemalige Bergbaustadt Locksburg, gemein - sowie das Problem mit drei Leichen.
Die Geschichte besticht durch ihren schwarzen Humor und anhaltende Spannung. Trotz aller Eigenheiten und Absonderlichkeiten werden alle Handlungsstränge schlüssig zusammengeführt, wobei Wendungen nicht ausbleiben, die die Charaktere in einem anderen Licht dastehen lassen und dem Roman eine unerwartete Tiefe verleihen.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.04.2026

Spannend aufgebautes Locked-Room-Szenario mit narzisstischen Figuren und dunklen Geheimnissen

Sommernacht
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Jules und Will sind als Herausgeberin eines Lifestyle-Magazins und Hauptfigur eines Survival-Fernsehformats beruflich erfolgreich und ein glamouröses IT-Pärchen. Für ihre Hochzeit haben sie sich für eine ...

Jules und Will sind als Herausgeberin eines Lifestyle-Magazins und Hauptfigur eines Survival-Fernsehformats beruflich erfolgreich und ein glamouröses IT-Pärchen. Für ihre Hochzeit haben sie sich für eine verlassene irische Insel entschieden, auf der ihre Hochzeitsplanerin ein Anwesen hat. Zahlreiche Gäste sind eingeladen, wobei die engsten Freunde und Verwandte bereits einen Tag vorher anreisen. Darunter ist Jules bester Freund und Trauzeuge Charlie, der mit seiner Ehefrau Hannah anreist. Ihr sind seine Freunde unangenehm und sie ist sich unsicher, ob Charlie der Braut nicht zu nahe steht. Jules Schwester Olivia fungiert als Brautjungfer, wirkt aber alles andere als zufrieden mit ihrer Rolle und wird von einem Geheimnis schier erdrückt. Will hat seine Schulfreunde aus Internatszeiten eingeladen, von denen ausgerechnet der unzuverlässige Johnno sein Treuzeuge ist.
Während der Alkohol in Strömen fließt, zieht ein Sturm auf und nach dem Anschnitt der Hochzeitstorte behauptet eine panische Kellnerin, eine Leiche gesehen zu haben.

Der Roman handelt in der Gegenwart von der Hochzeitsnacht, die von einer schockierenden Bluttat überschattet wird. Im Vordergrund der Handlung stehen allerdings die Rückblenden in die Stunden zuvor, die aus der Sicht der Braut, der Hochzeitsplanerin und mehrerer Gäste geschildert werden. Dabei zeigen sich nicht nur der Narzissmus und die Verunsicherung einzelner Charaktere, es offenbaren sich allmählich auch die Geheimnisse, die die Personen bergen und welche vergangenen Ereignisse sie untereinander verbinden.

Die Handlung folgt einem typischen Locked-Room-Szenario auf einer unbewohnten Insel mit widrigem Wetter, Abgeschiedenheit und Stromausfall. Zudem birgt auch die Insel selbst ihre Geheimnisse und wirkt mit ihren Geisterschichten und der gefährlichen Moorlandschaft alles andere als passend für eine sorglose Hochzeitsfeier.

Von Anbeginn ist bekannt, dass die Feier aus dem Ruder laufen und die Situation eskalieren wird. Für Spannung sorgt deshalb nicht, dass es einen Todesfall geben wird, sondern um wen es sich handelt und welche Abgründe der Anwesenden dazu geführt haben könnten.

Die kurzen Kapitel, unterschiedlichen Sichtweisen und Wechsel zwischen "Jetzt" und den vorangegangenen Stunden sorgen für Dynamik und anhaltende Spannung. Allmählich offenbaren sich immer mehr Geheimnisse, die einen Wunsch nach Vergeltung erklären und sogar in Bezug auf mehrere Charaktere ein Mordmotiv darstellen könnten. Dabei bleibt bis zum Schluss unklar, wer zur Tat schreiten wird, aber sich so nachvollziehbar erklärt, dass für das Opfer wenig Mitleid übrig bleibt.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Dystopischer Roman basierend auf einer alternativen Realität über Missbrauch und Manipulation

Das Buch der Schuld
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Die 13-jährigen Drillinge Vincent, Lawrence und William leben 1979 in einem Waisenhaus in der ländlichen Gegend von Hampshire, wo sie von drei Müttern betreut werden. Sie müssen von ihren Träumen erzählen, ...

Die 13-jährigen Drillinge Vincent, Lawrence und William leben 1979 in einem Waisenhaus in der ländlichen Gegend von Hampshire, wo sie von drei Müttern betreut werden. Sie müssen von ihren Träumen erzählen, die im Buch der Träume festgehalten werden, lernen ihre Lektionen aus dem Buch des Wissens und ihre Schandtaten werden im Buch der Schuld vermerkt. Ihr einziger Kontakt zur Außenwelt ist ein Arzt, der sie regelmäßig besucht. Er behandelt sie medikamentös gegen den Käfer, an dem sie erkrankt sind.
Als die Regierung beschließt, dass die Sycamore-Heime aus Kostengründen geschlossen werden, werden Familien für die drei Jungen gesucht. Dafür setzt sich die Einsamkeitsministerin ein, während die britische Bevölkerung sich vor den Kindern fürchtet, die bisher gut aufgehoben waren.

Der dystopische Roman, der von einem alternativen Ende des Zweiten Weltkriegs erzählt, das Auswirkungen auf die Wissenschaft und Forschung hatte, wird aus drei Perspektiven erzählt. Neben Vincent und der Einsamkeitsministerin handelt die Geschichte von der 13-jährigen Nancy, die ihre Eltern von der Gesellschaft fernhalten.

Es ist ein beängstigendes Szenario, das aufgebaut wird. Sowohl die Drillinge, bei denen es sich um die letzten Jungen des Waisenhauses handelt, als auch die gleichaltrige Nancy werden streng von ihren Müttern bzw. Eltern kontrolliert. Als sie älter werden, beginnen sie Fragen zu stellen und die Antworten, die sie erhalten, anzuzweifeln. Die Jungen gewinnen zudem durch die beabsichtigte Schließung des Sycamore-Heims und Sozialisierungstage mehr Freiheiten und können bald den tatsächlichen Grund ihres Aufenthaltes dort und warum so viele Jungen vor ihnen gestorben sind, erahnen.
Als Nancy entdeckt, welches Geheimnis ihre fürsorglichen Eltern verbergen, gerät ihre Identität und ihr ganzes Leben ins Wanken.
Mit der Verbindung von Nancy und den Drillingen steigert sich die bisher unterschwellige Spannung einer Geschichte über Missbrauch und Manipulation.

Obschon der Roman auf einer historisch alternativen Realität basiert, ist das Szenario nicht undenkbar. Es geht um die Vereinbarkeit des wissenschaftlichen Fortschritts mit dem Erhalt der Menschenwürde. Solche moralischen Fragen sind zeitlos und machen das Buch bedeutsam - und im weiteren Verlauf der Handlung so erschreckend. Wird die Geschichte zu Beginn sehr detailverliebt erzählt, wirkt das Ende etwas ideenlos kurz gefasst und wird weg von den Emotionen auf eine faktenbasierende Sachebene gehoben.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Dramatischer und packender Abschluss der historischen Dilogie um die gesellschaftlichen Zwänge, Liebe und Ränken zur damaligen Zeit

Im Nordlicht
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Alice Bloom ist auf der verzweifelten Suche nach ihrer Tochter Rosa, die ihr Ehemann, von dem sie sich scheiden lassen möchte, ihr entzogen hat. Im Haus der Familie von John Reeven, der sie bisher als ...

Alice Bloom ist auf der verzweifelten Suche nach ihrer Tochter Rosa, die ihr Ehemann, von dem sie sich scheiden lassen möchte, ihr entzogen hat. Im Haus der Familie von John Reeven, der sie bisher als Anwalt vertreten hat, hat Alice eine Anstellung als Dienstmädchen gefunden, wobei es beide schmerzt, dass sie sich so nah sind, aber ihre Gefühle nicht zulassen dürfen. John muss die Heirat mit seiner Verlobten Evelyn planen, nachdem die Familie mit der Erkrankung von Johns Vater Theodor und dem überraschenden Tod von Evelyns Eltern gelitten hat.
Auch Johns Schwester Blanche leidet, hat aber einen Plan entwickelt, um der Tyrannei ihres Ehemanns Einhalt zu gebieten. Währenddessen verzweifelt Marlies an ihren unerwiderten Gefühlen für John, ist sie doch mit seinem Bruder Julius verheiratet, der wiederum mit seinem Rang innerhalb der Familie hadert.

"Im Nordlicht" ist der zweite Band der atmosphärischen "Im Nordwind"-Saga und setzt genau dort fort, wo "Im Nordwind" spannungsgeladen endete.

Der Fokus der Geschichte liegt weiterhin auf Alice, insbesondere da über Rückblenden in die Zeit vor der Jahrhundertwende erzählt wird, was sie in jungen Jahren durchgemacht hat und ihr im Kampf um das Sorgerecht für Rosa zum Verhängnis werden könnte. Darüber hinaus werden die Lebensgeschichten der weiteren aus Band 1 bekannten Personen vertieft. Im Hause Reeven spielen sich dabei zahlreiche Dramen ab, die jedoch nicht unglaubwürdig sind, sondern mit der Entwicklung der Figuren schlüssig einhergehen.

Die Geschichte ist facettenreich und lebendig und verknüpft anschaulich die harten Fakten der damaligen Zeit mit den emotional bewegenden Schicksalen der fiktiven Personen.
Der Roman versetzt die/ den LeserIn nach Hamburg ins Jahr 1914 und entwirft ein detailgetreues Porträt der Gesellschaft, wobei die unterschiedlichen sozialen Schichten mit ihren Schwierigkeiten und Entscheidungen beleuchtet werden. Die Liebesdramen und Sorgen um geliebte Angehörige treffen Arm und Reich. Für die untere Schicht ist das Leben ein ewiger Kampf und mit Leid verbunden, das mitunter zu Verzweiflungstaten führt. Aber auch die Schicksale der Privilegierten gehen nahe, die in den Konventionen gefangen sind und sich Glück ebenso wenig erkaufen können.

Gefesselt verfolgt man jedes einzelne Schicksal, unabhängig von sozialem Rang oder Sympathie, und kann durch die sich stetig ändernden Perspektiven in die Lebenswelt, Gedanken und Gefühle jedes einzelnen eintauchen. Mit dem Wechsel zwischen Vergangenheit und erzählender Gegenwart steigert sich die Spannung um das Schicksal von Alice, deren Geheimnisse bekannt zu werden drohen, und ihrer Tochter kontinuierlich bis zum Ende.
"Im Nordlicht" ist ein dramatischer und packender Abschluss der historischen Dilogie, der die in Band 1 aufgeworfenen Themen Scheidungsrecht, Gewalt in der Ehe, soziale Ungerechtigkeit, Depressionen, Zwangsprostitution und Menschenhandel noch weiter vertieft und die gesellschaftlichen Zwänge zur damaligen Zeit eindrücklich darlegt.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Die herzerwärmende Prämisse des Romans wird durch die eigenwilligen Charaktere und ihr realitätsfernes Verhalten in den Hintergrund gedrängt

Ein Buchclub zum Verlieben
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Sloane arbeitet als Bibliothekarin und liebt ihren Beruf, abseits davon fehlen ihr jedoch echte Vertraute und Freunde. Täglich wird die Bibliothek von Arthur McLachlan, einem mürrischen Alten, aufgesucht, ...

Sloane arbeitet als Bibliothekarin und liebt ihren Beruf, abseits davon fehlen ihr jedoch echte Vertraute und Freunde. Täglich wird die Bibliothek von Arthur McLachlan, einem mürrischen Alten, aufgesucht, der von den Angestellten gefürchtet ist. Sloane lässt sich von seinen beleidigenden Worten jedoch nicht abschrecken, sondern gewöhnt sich schon bald an die lebhaften Diskussionen über Literatur. Als Arthurs Besuche ausbleiben, ist sie besorgt und macht ihn gegen den Willen ihrer Vorgesetzten ausfindig. Auch wenn Arthur jegliche Hilfe ablehnt, kümmert sich Sloane um den ehemaligen Literaturprofessor und lernt dort seine neugierige Nachbarin Maisey und seinen Enkel Greg kennen. Alle vereint die Einsamkeit und ein gebrochenes Herz. Während Sloane in Arthurs Zuhause beginnt seine Buchsammlung zu katalogisieren, beschließt sie, einen Buchclub zu gründen. Mit Hilfe der Bücher, die sie gemeinsam lesen, kommen sie in einen Austausch miteinander und können sich allmählich öffnen, um ihre Sorgen und Probleme zu teilen.

Der Roman wird abwechselnd aus den Perspektiven der Mitglieder des Buchclubs erzählt, der sich im Verlauf des Romans bildet. Sloane ergreift dafür die Initiative und bindet damit alle anderen mit ein, die sich in Arthurs Haus als Unterstützer freundschaftlich zusammengefunden haben.

Die Geschichte ist unterhaltsam und lebendig, entwickelt sich jedoch nicht überraschend. Menschen, die problembehaftet sind, Schicksalsschläge erlebt haben und unter gebrochenen Herzen und Verlust leiden, kommen zusammen, schließen Freundschaft und helfen sich gegenseitig. Der Buchclub hat allerdings nur am Ende eine Rolle, wobei auch die Symbolik zum Tragen kommt, das Bücher als Kommunikationsmittel dienen können.

Bis zu diesem Punkt ist die Handlung allerdings nicht immer logisch und besonders störend ist das irrationale Verhalten der Protagonisten. Es ist unverständlich, warum sich so viele Menschen um einen beleidigenden, boshaften alten Mann scharen, der sie absichtlich verletzt. Das macht die Geschichte, die eigentlich eine schöne Prämisse hat, über weite Teile unglaubwürdig. Auch erfährt man nur zögerlich die Hintergründe und Schicksalsschläge zu den Personen, wobei am Ende tatsächlich alle mit Hilfe des alten Quälgeists auf den richtigen Weg gebracht werden.

Die Idee von "Ein Buchclub zum Verlieben" ist herzerwärmend und es ist nachvollziehbar, welche Rolle die Charaktere spielen und wohin der Weg der Heilung für sie gehen soll. Die Umsetzung ist aufgrund der Vielzahl an eigenwilligen Personen, die ihre Traurigkeit hinter einer übertrieben wütenden, naiven oder optimistischen Fassade verstecken, nicht sehr authentisch.

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