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Veröffentlicht am 16.05.2024

Spur in die Vergangenheit

Im Wald
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Unerklärliche Morde geschehen in Ruppertshain, der Heimatstadt von Kommissar Oliver von Bodenstein. Erst verbrennt ein Opfer in einem Wohnwagen, dann wird ein Pfarrer ermordet und zu guter letzt ein alte, ...

Unerklärliche Morde geschehen in Ruppertshain, der Heimatstadt von Kommissar Oliver von Bodenstein. Erst verbrennt ein Opfer in einem Wohnwagen, dann wird ein Pfarrer ermordet und zu guter letzt ein alte, kramke Frau in einem Sniorenheim. Alle haben sich natürlich gekannt, doch wo liegt die Verbindung zwischen den Opfern und wo das Motiv. Vor diesen Rätseln steht Oliver von Bodenstein in seinem letzten Fall und erist persönlich sehr stark involviert, da er natürlich alle Opfer kannte, Seine Kollegin Pia Sander und der Rest des Teams untertsützen mit allem, was sie haben. Doch die Zeit läuft und es ist nicht klar, ob es noch weitere Opfer geben wird. Die Frage, die sich ebenfalls stellt ist, ob die Verbrechen mit dem besten Freund Olivers zusammenhängt, der vor mehr als 40 jahren verschwand.
Das Cover zeigt einen Fuchs, der über einen umgefallenen Baum duch den Wald läuft. Ein sehr bezeichnendes Bild, wie ich später feststellen musst, doch anfangs hatte es keine rechte Bedeutung. Das hat sich dann sehr schnell erledigt und es its ein Mittelpunkt des Krimis. Das hat die Autorin sehr geschickt gewählt und die Ränke, fast um das Bild geschmiedet. Die Hauptcharaktere sind im Team des K11 der Kripo von Hofheim zu Hause. Doch diesmal ist ihr Chef sehr stark persönlich betroffen und außerdem wird es sein letzter Fall sein. Die Stärke dieses Krimis ist in meinen Augen die hohe Emotionalität und die Betroffenheit des Hauptkommissars. Es zeigt auch die Schwierigkeiten vor denen Ermittler stehen, wenn sie die Beteiligten persönlich kennen. Fas Thema das diesem Krimi zugrunde liegt ist sicherlich auch heute noch sehr aktuell, Mobbing und Vorverurteilungen. DIeser Krimi ist in typischen Schreibstil von Nele Neuhaus gehalten und es ist sehr schwer das Buch aus der Hand zu legen.Der Spannungsbogen istelegant bis zum Ende aufgebaut und der Leser tappt auch lange Zeit im Dunkeln.
Ich mag die Romane von Nele Neuhaus, da sie immer ein aktuelles Thema beschreibt und durch ihre fesselnde Schreibweise mich immer wieder überzeugt. Auch die Regionalität ist eine große Stärke und das mag ich ganz besonders. Tolles Buch von einer tollen Autorin.

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Veröffentlicht am 13.05.2024

Pannender Krimi aus der Pfalz

Letzte Lese
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Eines Morgens wird der Winzer Karl Knöringer tot in seinem Weinberg gefunden. SO wie es aussah, war er von seinem Vollernter getötet worden, ein Unfall also. Ein paar Tage später wird ein Polizist, der ...

Eines Morgens wird der Winzer Karl Knöringer tot in seinem Weinberg gefunden. SO wie es aussah, war er von seinem Vollernter getötet worden, ein Unfall also. Ein paar Tage später wird ein Polizist, der orientierungslos auf eine Straße gelaufen war, von einem Auto überrollt. Beide Fälle wurden von der Polizei als Unfälle behandelt und zu den Akten gelegt. Es wäre auch weiter nichts geschehen, wenn nicht der Bestatter Andreas Böhm bei dem toten Winzer einen Einstich festgestellt hätte, den er dem Privatdetektiv Andre Sartorius mitgeteilt hätte. Der macht seinen Freund und Hauptkommissar Frank Achill darauf aufmerksam und zieht Parallelen zu dem Polizisten Unfall. Und siehe da auch dort ist ein Einstich zu sehen. Damit ist Andres Neugier geweckt. Auf die Unterstützung von der Kripo muss er erst einmal verzichten, da in der Behörde ein neuer Oberstaatsanwalt, den Kommissaren auf die Finger sieht und in alle Ermittlungen eingeweiht werden möchte. Andre hat ja noch seine Untermieterin Irina auf seiner Seite, die vor Ort ermittelt. Doch es wird noch einiges geschehen bis Licht ins Dunkel der Machenschaften in dieser Region fällt.
Ein spannender Krimi ist „Letzte Lese“ von Uwe Ittensohn und um was es geht, wird auf dem Cover deutlich, um Wein. Ein Unfall mit einem Vollernter, den ein erfahrener Winzer hat, muss eigentlich einen Privatermittler neugierig machen. Doch es muss erst ein Hinweis eines Bestatters geben, um die Ermittlungen aufzunehmen. Auch ein rätselhafter Unfall eines Polizeibeamten bleibt erst einmal liegen, ist schon ein wenig merkwürdig. Aber es gab ja auch keinen Grund tiefer zu schürfen. Es gelingt dem Autor sehr gut etwas Fahrt in die Geschichte zu bringen. Das ist auch so bei dem Gefangenenaustausch, der so irgendwie gar nicht ins Bild passt. Russische Spione in der Pfalz, ganz schön unglaubwürdig. Doch je weiter man in diesem Buch liest, umso mehr passen die Puzzlestücke zusammen. Der Autor verarbeitet hier einige aktuelle Themen und da ist die russische Spionage nur ein Teil, Hier geht es auch um Fremdenhass, aber auch um Themen wie Fracking in einem Weinbaugebiet, Proteste der Bauern dagegen, aber auch Bioweinbau, also das was man in dieser Region vermutet. Bei den Hauptcharakteren die aus Andre und Irina und Frank und Verena bestehen, also Polizei und Privatdetektive, ist es geblieben und die sind mir sehr sympathisch. Als Gegenpol hat der Autor einen Oberstaatsanwalt eingebaut, der mit allem was er sagt und tut, einfach nur unsympathisch rüberkommt und das ist noch sehr freundlich dargestellt. Ansonsten werden die wichtigen Themen sehr geschickt angeordnet und die Auflösung dann auch noch mit einem pfiffigen Schachzug versehen. Was mir auch an diesem Krimi Spaß macht, ist der Einbau von pfälzischer Mund- und Eigenart, die diesen Krimi immer wieder auflockert. Der Spannungsbogen ist sehr gut bis zum Ende aufgebaut.
Ich mag diesen Krimi „Letzte Lese“, weil ich immer sehr gespannt auf regionale Krimis bin und mich das Thema Wein sehr interessiert. Aber auch beim Autor stelle ich fest, dass er eine sehr innige Beziehung zu dem Thema und der Region hat. Ich möchte deshalb auch eine klare Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 08.05.2024

Mysteriöser Tod eines Richters

Südlich von Porto wartet die Schuld
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Ria Almeida ist angekommen in Torreira und ist jetzt ganz offiziell in der Polizeidienststelle von Joao angestellt. Sie hat eine Wohnung gefunden, die sie als zuhause einrichten möchte. Natürlich kommt ...

Ria Almeida ist angekommen in Torreira und ist jetzt ganz offiziell in der Polizeidienststelle von Joao angestellt. Sie hat eine Wohnung gefunden, die sie als zuhause einrichten möchte. Natürlich kommt in dieser Phase eine Mord in den Dünen dazwischen. Bei dem Toten handelt es sich um einen Richter, der in einem Verfahren um den Drogenboss van der Stehen geht. Baptista ist nicht sehr glücklich über die Störung seines Verfahrens, aber als er hört, wer der Tote ist, nimmt die Verzweiflung zu, dass der Prozess gestoppt werden könnte. Außerdem ist er nicht sehr glücklich, dass Ria wieder mit im Boot sitzt. Das beruht aber auf Gegenseitigkeit. Da Joao und Mariposa bald Eltern werden ist Ria sehr häufig bei den Ermittlungen an der Seite von Baptista. Der hat sich allerdings auf van der Steen eingeschossen. Doch Ria ist auch eine Gruppe von Naturschützern aufgefallen, die ebenfalls für den Mord verantwortlich sein könnten. Die Ermittlungen verlaufen sehr zäh, doch manchmal sind es Kleinigkeiten, die zur Lösung des Falles beitragen.
Das Cover des Krimis „Südlich von Porto wartet die Schuld“ von Mariana da Silva zeigt Typisches aus Portugal, die besonderen Fliesen und ein Blick aufs Meer. Ich fühle mich gleich mitgenommen auf diese Reise. Die Kapitel sind dann auch mit portugiesischen Begriffen und deren Übersetzung überschrieben. Das alles ist ein Willkommensgruß in das Gebiet um Aveiro und Torreira. Es ist mir auch klar warum die Polizistin Ria, hier wo ihre Verwandtschaft lebt auch leben möchte und nicht in Stuttgart. Aber natürlich geht es um einen Toten am Strand und der ist noch Richter und auch nicht unbedingt beliebt. So weit, so gut, jetzt setzen die Ermittlungen ein und dann wird der Fall geklärt. Doch hier ist es ein wenig anders. Denn Ria ist noch Hilfspolizistin und Baptista, der Kommissar aus Aveiro nicht gerade glücklich, dass er Ria wieder trifft. Nicht nur in den Mordermittlungen liegt ein Spannungsfeld, sondern auch in dieser Beziehung. Dann ist da noch die Mutterschaft von Rias Cousine und die Familie kommt zu Besuch und sie zieht in ihre eigene Wohnung. Also man merkt das dieser Krimi, wie in einer Familie abgearbeitet wird und man hier auch einen Eindruck in portugiesisches Alltagsleben bekommt. Spannend ist der Krimi auch, da er die Ermittlungen in verschieden Richtungen aufgebaut werden und erst ganz zum Schluss die Lösung präsentiert wird.
Ich mag diese regionalen Krimis, da sie nicht nur den Fall im Mittelpunkt haben, sondern auch verstärkt die Besonderheiten von Land und Leuten. Mein Urlaubsfeeling ist geweckt und mein Kopfkino angesprungen, deshalb auch eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 08.05.2024

Die verschwundenen Mädchen

Traubenfest
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Felibree heißt das Zauberwort in und um Perigueux, das sie ganzen Bewohner und auch eine Menge Touristen elektrisiert. Doch genau während dieser Zeit verschwindet Emma, die Tochter der Winzerin Jeanne ...

Felibree heißt das Zauberwort in und um Perigueux, das sie ganzen Bewohner und auch eine Menge Touristen elektrisiert. Doch genau während dieser Zeit verschwindet Emma, die Tochter der Winzerin Jeanne Laroussine, spurlos. Natürlich hat die Suche nach dem Mädchen Vorrang, da der Druck der Öffentlichkeit, keinen Schatten auf das große Fest fallen zu lassen, sehr groß ist. Also muss Marie ihre Pläne für das Wochenende zurückstellen und sich ausschließlich um diesen Fall kümmern. Doch auch Richard ihren Kollegen, der gerade Vater geworden ist, darf seine Pläne begraben. Die Suche nach dem verschwundenen Mädchen kommt allerdings nur sehr langsam voran, da die Mutter keine Ahnung hat und auch sonst niemand eine Beobachtung gemacht hat. Als dann noch ein Mädchen verschwindet und der Hauptmann der Felibree tot aufgefunden wird, nehmen die Ermittlungen neuen Schwung auf.
Traubenfest von Julie Dubois ist ein Krimi, der im Perigord spielt. Schon das Cover lässt den Leser die Atmosphäre spüren, die ihn im Buch erwartet. Man sieht das ein Volksfest dargestellt wird und es hier die Felibree ist, die im Mittelpunkt des Krimis steht. Die Stärke dieses Romans ist meiner Meinung, das Vermögen der Autorin den Leser mitzunehmen in diesen Landstrich. Sie beschreibt die Menschen und die Landschaft sehr bildhaft und es ist ein leichtes einzutauchen in diese Bilder. Manchmal habe ich den Eindruck, der Kriminalfall wird so am Rande mitbehandelt. Das trifft hier nicht wirklich zu. Denn dieser Kriminalfall ist schon sehr bedrohlich von Anfang an. Er ist außerdem vielschichtig aufgebaut und es werden verschiedene Themen verarbeitet. Zu Beginn liegt der Focus ganz auf dem Verschwinden eines 16 jährigen Mädchens, das ohne eine Spur zu hinterlassen verschwindet. Außerdem geht es hier noch um Drogen und natürlich auch um einen Mord. All diese Themen machen den Krimi zu einem ganz besonderen Mix. Es wird natürlich auch noch die fehlende Kommunikation zwischen Eltern und Kinder verarbeitet und es ist auch nicht überraschend, das Eltern manchmal nicht viel über ihre Kinder wissen. Julie Dubois benutzt in ihren Krimis immer Zeitleisten, so dass man fast in Echtzeit den Fortschritt der Kommissare mitverfolgen kann. Doc, wie ich zu Beginn schon feststellte, sie schreibt auch viel über die Menschen und ihre Besonderheiten, wie z.B. Leonie, Rose und Georges und seine Schweine oder Marie und Michel, ebenfalls Kommissar, aber in Bordeaux und ihren Kollegen Richard, mit seiner Tochter Elodie. Manchmal schon eine große Idylle. Aber auch die Spannung kommt nicht zu kurz und die liegt hier in den Ermittlungserfolgen der sympathischen Kommissare.
Ich bin ein Fan von diesen regionalen Krimis, die dann auch noch in wunderschönen Landstrichen spielen und mein Kopfkino hier voll auf seine Kosten kommt. Für mich ist das Lesen dieses Krimis, wie Urlaub auf der Couch. Deshalb auch meine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 27.04.2024

Unerklärliche Morde

Mallorquinische Sühne
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In einem Orangenhain wird eine junge Frau ermordet aufgefunden. Ihr wurde ein Ohr abgetrennt und eine Orange in den Mund geschoben, Wie sich nach kurzen Ermittlungen herausstellt war sie die Tochter eines ...

In einem Orangenhain wird eine junge Frau ermordet aufgefunden. Ihr wurde ein Ohr abgetrennt und eine Orange in den Mund geschoben, Wie sich nach kurzen Ermittlungen herausstellt war sie die Tochter eines Geschäftsmannes aus Soller. Lluc und sein Team nehmen die Ermittlungen auf, doch fehlt ihnen ein Motiv und weitere Spuren des Täters. Was sie feststellen ist, das Gloria hinter das Geheimnis von Lichtquellen kommen wollte. Doch ob das mit dem Mord zu tun hat. Lluc sitzt noch seine Vergangenheit im Nacken, denn ein ehemaliger Kollege, Jurado, nun Leiter einer Sondereinheit, will den Fall übernehmen. Dem Team bleibt nicht allzu lange Zeit. Doch auch Llucs Privatleben lenkt ihn momentan sehr stark ab. Die Beziehung zu seiner Freundin Bel läuft momentan für ihn nicht optimal. Das Team gerät noch stärker unter Druck als eine weitere Leiche auftaucht, ermordet und platziert nach dem gleichen Muster. Die zeit bis zum Eintreffen Jurados wird immer knapper, doch das Team läuft auf Hochtouren.
Schon das Cover macht Lust auf Urlaub, denn es zeigt einen wunderschönen Blick auf eine der vorgelagerten Inseln. Diese Idylle zieht sich durch diesen Krimi und die Aufklärungsarbeit der Polizei von Mallorca. In seinem dritten Fall steht der Ermittler Lluc Casasnovas unerklärlichen Morden gegenüber, die er mit seinem Team lösen muss. Das Team Fina, Gual und er rücken in diesem Fall sehr nahe zusammen und mir gefällt die Zusammenarbeit dieses Teams immer besser. Es kommen auch immer mehr private Aspekte zum Tragen und so wächst die Sympathie untereinander. Außerdem gibt es noch Beobachtungen von außen, die sie zusammenrücken lassen. Ein ehemaliger Kollege von Lluc und sein Team der Sonderermittler sollen die Morde aufklären. Das ist Lluc natürlich ein Dorn im Auge. Also nimmt das Team aus Soller die Ermittlungen auf und es wird deutlich über welche Kompetenzen die einzelnen verfügen. Die größte ist meines Erachtens, dass sie die Menschen in und um Soller kennen und sie sehr gut vernetzt sind. Ein wichtiger Informant für Lluc ist Tolo, der Gott und die Welt kennt und immer weise Sprüche hat, die häufig zielführend sind. Diese Mischung aus Bodenständigkeit und Ermittlerinstinkt ist es, das die Autorin diesem Team mit auf den Weg gegeben hat und das die Sympathie klar auf diese Menschen verteilt. Der Spannungsbogen und die Entwicklung der Story sind sehr gut entwickelt und der Weg und die Aufklärung des Falls bieten einige Überraschungen an.
Ich mag die Romane von Lilly Alonso, hier mit ihrem dritten Band „Mallorquinische Sühne“ weil sie es schafft neben dem Krimi auch noch einen liebevollen Blick auf Soller und seine Menschen zuzulassen. Ich gestehe ich habe auch schon längst mein Herz in Soller verloren. Eine klare Leseempfehlung für diesen Krimi.

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