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Veröffentlicht am 27.08.2020

Mad About Monsters – ein extrem spannendes Abenteuer für junge und junggebliebene Leser*innen

Wie man 13 wird und zum Superhelden mutiert (Wie man 13 wird 4)
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„Wenn du das hier liest, bin ich bereits weg. Du siehst vielleicht meinen Körper herumgehen und denkst womöglich, das wäre ich, aber das werde nicht ich sein. Das Ich, das diese Worte an dich schreibt, ...

„Wenn du das hier liest, bin ich bereits weg. Du siehst vielleicht meinen Körper herumgehen und denkst womöglich, das wäre ich, aber das werde nicht ich sein. Das Ich, das diese Worte an dich schreibt, wird nach dem heutigen Abend schlichtweg nicht mehr existieren. Ich stehe unter einem langsam wirkenden, aber tödlichen Zauber. Und ich kann nichts tun, um ihn aufzuhalten. Ich sitze absolut in der Falle.“ (S. 1)

Meine Meinung:
Dies ist – was ich zuvor gar nicht wusste – bereits der vierte Band dieser Reihe. Ich hatte aber dennoch keinerlei Probleme, in die Geschichte hineinzufinden und mit den Charakteren warm zu werden.

Bereits auf Seite 1 hat mich die Story richtig angefixt und ordentlich Spannung versprochen (siehe obiges Zitat) – und dieses Versprechen wurde voll und ganz gehalten! Tallulahs bester (und einziger) Freund Markus leidet unter einem hartnäckigen Gedächtnisverlust („Ich wurde mehr als sechs Monate zurückgeschleudert“), ein mysteriöser Monster-Laden hat in der Stadt aufgemacht, geheimnisvolle Gestalten schleichen des Nachts durch den Ort (sind es die Tödlichen Vampire?) und dann taucht auch noch eine alte Erzfeindin wieder auf! Diese Geschichte lässt einen schon nach den ersten Seiten nicht wieder aus ihrem Bann! Tallulah, aus deren Sicht die rd. erste Hälfte des Buches geschrieben ist, war mir von Beginn an sympathisch – ein echter Underdog zum Gernhaben! („Wer will denn schon normal und gewöhnlich sein? Ich jedenfalls nicht!“ - S. 9), aber auch Markus ist mit seinen flotten Sprüchen und seiner manchmal unkonventionellen Art total knuffig.

Die Story selbst wird mit jedem Kapitel spannender, teils richtig gruselig, wenn auch immer auf einem noch „wohligen Niveau“. Mehr als einmal manövrieren sich Tallulah und Markus in brenzlige Situationen, aus denen es kaum einen Ausweg zu geben scheint. Doch immer haben sie noch eine pfiffige Idee parat und beweisen immer wieder, wie viel Mut, Power und eiserner Zusammenhalt in ihnen steckt. Bis ganz zum Schluss bleibt es dabei spannend, denn ein echt fieses „Damokles-Schwert“ schwebt über Tallulah. Ihr werdet das Buch vor der letzten Seite nicht aus der Hand legen wollen – versprochen!

Ich für meinen Teil bin von diesem Buch vollauf begeistert und werde mit Sicherheit auch noch die ersten drei Bände lesen!

FAZIT:
Dieses Buch hat wirklich alles, was ich liebe: schräge Charaktere, eine irrwitzige Geschichte, ordentlich Spannung und eine gute Prise Humor!

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Veröffentlicht am 06.08.2020

Fundiertes Wissen und erstaunliche Tatsachen rund um den Darm und unser Gehirn

Die Darm-Hirn-Connection (Wissen & Leben)
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„Verdauen heißt, die Welt ertragen, einstecken, auflösen, umwandeln, sich aneignen, hinter sich bringen, erkennen, verarbeiten und überstehen.“ (S. 36)

Meine Meinung:
Autor Prof. Dr. med. Gregor Hasler ...

„Verdauen heißt, die Welt ertragen, einstecken, auflösen, umwandeln, sich aneignen, hinter sich bringen, erkennen, verarbeiten und überstehen.“ (S. 36)

Meine Meinung:
Autor Prof. Dr. med. Gregor Hasler ist ein Schweizer Psychater und Psychotherapeut, der über eine umfangreiche internationale Ausbildungs- und Berufserfahrung verfügt und dessen Arbeiten mit diversen Preisen ausgezeichnet wurden. In diesem Buch bietet er uns fundierte Informationen über einen Zusammenhang, der mir so ausgeprägt bislang noch nicht bewusst war. Gleich zu Beginn stellt er Folgendes fest:

„Neueste Forschungen zeigen: Darm und Hirn sind in vielerlei Hinsicht ein Organ. Störungen der Darm-Hirn-Connection tragen zu den häufigsten Krankheiten bei, welche die Lebenszeit massiv verkürzen: Übergewicht, Diabetes und Herzkrankheiten. Sie führen aber auch zu psychischen und neurologischen Krankheiten wie Essstörung, Depression, Autismus, posttraumatische Belastungsstörung, Schizophrenie, Autismus und Demenz.“

Im Zentrum dieses Buches steht mehr der Darm als das Hirn. Beim Lesen wird einem schnell bewusst, wie „unterschätzt“ dieses zentrale Verdauungs- und Steuerungsorgan doch ist. Der Autor stellt das Nervensystem des Darms, insbesondere auch den Vagus-Nerv vor, der einen großen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit hat. Aber auch Darmbakterien, die Darmbarriere und das Darmimmunsystem nehmen einen breiten Raum ein. Dabei habe ich viel Erstaunliches und für mich Neues gelesen, beispielsweise, dass 80% (!) unseres Immunsystems im Darm angesiedelt sind oder dass Darmbakterien & -parasiten unsere Persönlichkeit mitbestimmen (Forschern ist es tatsächlich gelungen, zusammen mit den Darm-Bakterien auch die Persönlichkeit von Mäusen zu übertragen!).

Durch die Zusammenarbeit mit vielen Co-Autor*innen und das Zitieren vieler, aktueller medizinischer Studien fühlt man sich als Leser sehr gut informiert und kann bei Bedarf in manche Themenkomplexe auch tiefer einsteigen (zu den einzelnen Kapiteln gibt es – teilweise sehr umfangreiche – Literaturverzeichnisse). Durch viele Fallbeispiele stellt der Autor einen greifbaren, praktischen Bezug zu den ansonsten oft „theoretisch anmutenden“ Sachverhalten dar. Selbstverständlich sind viele der hier beschriebenen Zusammenhänge und Vorgänge sehr komplex, doch dem Autor gelingt es durchgehend, alles auch für Laien gut verständlich zu erklären – oftmals auch dank anschaulicher Grafiken und Tabellen. Dennoch ist dies kein Buch, dass sich meines Erachtens einfach so in einem Rutsch durchlesen lässt. Viele der Informationen musste ich erstmal „sacken lassen“ und „verdauen“ (Sorrry, kleines Wortspiel… ). So bietet es sich aus meiner Sicht an, das Buch in Abschnitten zu lesen, um ihm wirklich gerecht zu werden.

Sehr gut gefallen hat mir an diesem Buch auch, dass der Autor auch viele praktische Tipps mit einfließen lässt, z.B. dass nur körperliche Bewegung den Fluss der Lymphe entstehen lässt oder auch zu den Vorteilen des Intervall-Fastens („Vorübergehendes Hungern ist nicht nur mental günstig, sondern auch körperlich. Hunger fördert die Autophagie, was »sich selbst essen« bedeutet. Dies ist ein wichtiger biologischer Prozess, bei dem Körperzellen ihre eigenen, unbrauchbaren Bestandteile abbauen. Dies reicht von fehlgefalteten Proteinen bis zu ganzen Energieproduktionsstätten – den Mitochondrien –, die nicht mehr richtig funktionieren.“).

FAZIT:
Ein – für mich – absolut neuer und ganzheitlicher Blick auf zentrale und für die Gesundheit extrem wichtige Zusammenhänge in unserem Körper.

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Veröffentlicht am 06.08.2020

Unterhaltsame, skurrile und manchmal auch schockierende Anekdoten aus Deutschlands Schulen

Unser Mathelehrer unterrichtet von draußen - damit er dabei rauchen kann!
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„Die Schule ist wie eine Sitcom - Ich habe nur noch nicht die versteckte Kamera gefunden.“ (S. 7)

Meine Meinung:
Die Autorinnen haben nach ihren drei bisherigen Veröffentlichungen zu diesem „Thema“ inzwischen ...

„Die Schule ist wie eine Sitcom - Ich habe nur noch nicht die versteckte Kamera gefunden.“ (S. 7)

Meine Meinung:
Die Autorinnen haben nach ihren drei bisherigen Veröffentlichungen zu diesem „Thema“ inzwischen ja schon viel Erfahrung mit humorvollen und „strangen“ Stories aus unseren Schulen. Auch in diesem Band haben die beiden SPIEGEL ONLINE Redakteurinnen unzählige ulkige Anekdoten aus dem Mikrokosmos Schule zusammengesammelt – und stellen diesmal die Lehrerschaft in den Fokus. Gekonnt anmoderiert, nach Themenclustern sortiert und mit redaktionellen Zwischenbemerkungen verbunden, gibt es hier die volle Breitseite fürs Zwerchfell. Hier begegnen uns fiese Hochton-Anlagen zur Schülererziehung, gezielte Tränengas-Einsätze und Kartoffel-Urschrei-Therapien. Wir lesen von Lehrerinnen auf Hochsitzen und Pädagogen, die leidenschaftlich fürs Schwarzfahren plädieren oder schamlos selbstgebrannte Raubkopien der neusten Charts-Hits verkaufen. Das Meiste davon ist absolut schräg, aber doch harmlos – wie etwa die Schülerinnen den Schwänzeltanz der Bienen vortanzen zu lassen. Manches ist aber auch einfach geschmacklos bis echt eklig, von Müffel-Attacken jeglicher Art bis hin zu groß projizierten Spucke-Fäden. Und Einiges ist tatsächlich mehr als grenzwertig, etwa wenn Lehrerinnen mit Stühlen oder Steinen schmeißen.

Oft fragt man sich beim Lesen, wer oder was so alles auf unsere Kinder losgelassen wird. Nach kurzem Innehalten stellt sich dann aber genauso auch die Gegenfrage: Wer oder was so alles auf die Lehrerschaft losgelassen wird. Am Ende wird schnell klar: Lehrer
innen sind auch nur Menschen! Und Vieles davon, was skurril oder spooky ist, macht die Schulzeit doch genau dazu, was sie für die Meisten von uns ist: Eine Zeit, an die wir uns gerne zurückerinnern. Denn mal ehrlich, schräge Typen kennen wir alle noch aus dieser Zeit, oder?

So bietet dieses Buch unterhaltsame Lesestunden und die ein oder andere Erinnerung an die eigene Schulzeit. Gut gefallen haben mir auch die eingestreuten Cartoons, die von den Autorinnen humorvoll herausgearbeitete „Lehrertypologie“ (13 Typen von „Dr. Korrekt“ bis zum „PR-Talent“ – mit echtem Wiedererkennungswert!) und der ernsthaftere, sehr informative Abschnitt darüber, was Lehrerinnen eigentlich dürfen und was nicht - und auch, was Schülerinnen dürfen und was nicht (S. 91 – 109)! Das am Ende noch ein paar Lehrer*innen selbst zu Wort kommen, rundet dieses Buch perfekt ab.

FAZIT:
Das Cover verspricht „Die lustigsten Stories über unsere Lehrer“ – und das Versprechen wird gehalten!

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Veröffentlicht am 03.08.2020

Kein Thriller – eher ein „Cold Case“-Krimi mit vielen Charakterstudien

Die verstummte Frau
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„Es ist alles verloren. Die Spuren sind verblasst. Es gibt niemanden, mit dem man reden kann. Zumindest niemanden, der reden will.“ (S. 238)

Meine Meinung:
Mit „Die verstummte Frau“ gelingt Karin Slaughter ...

„Es ist alles verloren. Die Spuren sind verblasst. Es gibt niemanden, mit dem man reden kann. Zumindest niemanden, der reden will.“ (S. 238)

Meine Meinung:
Mit „Die verstummte Frau“ gelingt Karin Slaughter ein Brückenschlag zwischen ihrer „Grant-County-Serie“ und der „Will-Trent-Serie“, denn der neueste Fall führt Will und Sara zu ein paar grauenhaften „Cold Cases“, bei denen Saras verstorbener Mann Jeffrey Tollliver vor acht Jahren die Ermittlungen geleitet hat. Auf zwei Zeitebenen lässt dieser Fall die beiden Serien regelrecht verschmelzen und als Leserinnen lernen wir ein ganz neues Kapitel in der „on-off“-Beziehung von Dr. Sara Linton zu Jeffrey Tolliver kennen. Also ein klares „Muss“ für alle Fans von Karin Slaughters Erfolgs-Reihen!

Losgelöst davon hat dieses Buch für mich ein paar Stärken, aber auch einige Schwächen. Zunächst einmal ist dieses Buch nicht das, als was es verkauft wird: es ist definitiv KEIN Thriller! Ja, was den Frauen in diesem Buch passiert ist absolut furchtbar, ekelhaft brutal und voll und ganz „thrillertauglich“ – aber über die gesamten 660 Seiten dieses Buches kommt – bis auf ganz, ganz wenige Ausnahmen – keinerlei „Thrill“ beim Lesen auf! Es erinnert eher an einen stellenweise etwas ausufernden Krimi, der sich in erster Linie mit „Cold Cases“ befasst. Dabei nehmen die Beziehungen der Charaktere untereinander sehr breiten Raum ein, allen voran zwischen Sara und Will (die hier schnurstracks – und warum eigentlich? – in eine handfeste Beziehungskrise schlittern), aber auch zwischen Sara und ihrer Schwester Tessa und zwischen Sara und ihrem toten Mann Jeffrey. Sehr atmosphärisch liest sich dieses Spiel der Charaktere und lässt uns ganz tief in die Gedanken- & Gefühlswelt der Protagonisten eintauchen. So schreibt die Autorin im Nachwort selbst Folgendes: „Ich wette, Sie [die Leser
innen] haben alle nicht bemerkt, dass ich eigentlich Liebesgeschichten schreibe. Wirklich harte, gewalttätige Liebesgeschichten, aber es sind dennoch welche.“ (S. 660) – Doch, liebe Karin, genau DAS habe ich bemerkt!

Diese Geschichte ist also kein Thriller, sondern ein wirklich gut geschriebener Roman mit ausgefeilten Charakterbeziehungen und ausschweifenden Beschreibungen, gemischt mit einem Krimi-Plot und angereichert um ein paar Thriller-Effekte. Gut unterhalten hat mich das Buch allemal, man braucht aber schon ein bisschen Ausdauer und Konzentration, um nicht selbst beim Lesen abzuschweifen.

Was mir wie immer gut gefallen hat, sind die spitzen Sprüche und der immer mal wieder aufblitzende – oft sarkastische – Humor („Will schenkte der Nummer mit dem Schulterklopfen zu viel Beachtung. Das Ganze lag irgendwo zwischen dem Todesgriff eines Vulkaniers und dem Kraulen eines Hundearschs.“ - S. 49). Was mich im Nachhinein allerdings echt enttäuscht hat ist, dass ich bereits nach rund der Hälfte des Buches den Täter erahnt habe – da was mir doch ein wenig zu vorhersehbar. Auch, dass der Fall des ermordeten Gefängnisinsassen (vom Beginn des Buches) nicht aufgelöst wurde bzw. gar keine Rolle mehr spielte, ist mir etwas sauer aufgestoßen.

Alles in allem vergebe ich insbesondere für den gelungenen Brückenschlag zwischen den beiden Buchreihen knappe 4 Sterne.

FAZIT:
Ein gut geschriebener Genremix, der insbesondere für Fans der Krimi-Reihen von Karin Slaughter ein echtes „must read“ ist.

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Veröffentlicht am 14.07.2020

Viel mehr als „nur“ ein Backbuch!

Kinder backen mit Christina
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„Komm mit in unsere Backstube…“ & „komm mit auf unseren Bauernhof!“

Meine Meinung:
„Kinder backen mit Christina“ ist das inzwischen vierte „Back“-Buch der österreichischen Bäuerin Christina Bauer aus ...

„Komm mit in unsere Backstube…“ & „komm mit auf unseren Bauernhof!“

Meine Meinung:
„Kinder backen mit Christina“ ist das inzwischen vierte „Back“-Buch der österreichischen Bäuerin Christina Bauer aus dem Salzburger Land. Daneben betreibt sie einen sehr schönen Blog und einen kleinen Backshop. Vorweg möchte ich alle Kaufinteressenten auf ein wichtiges Detail hinweisen: Dieses Buch ist kein (!) klassisches, „reines“ Backbuch. Es enthält „nur“ 30 Rezepte, unter denen sich auch ein paar ganz klassische „Küchenstandards“ finden, wie etwa das Rezept für Erdbeermarmelade (Erdbeeren, Gelierzucker, Spritzer Zitronensaft) oder für Popcorn (Mais, Öl, Salz). Wer also dieses Buch kauft, um ganz viele neue Rezepte zu erhalten, dürfte enttäusch sein!

Wer sollte sich also dieses Buch kaufen? Alle, die (ihren) Kindern fundiertes und unterhaltsames Wissen über die Herkunft unserer Lebensmittel vermitteln möchten und die Spaß daran haben, mit den Kids gemeinsam in der Küche zu backen. Denn zu den Rezepten, die Christina hier vorstellt, verspricht sie, dass sie „ganz sicher gelingen“ – was ich bis jetzt bestätigen kann. Entsprechend sind die Zutatenlisten eher übersichtlich und die Schritt-für-Schritt-Zubereitungsanleitungen sind klar und einfach formuliert, so dass auch Kinder hier ganz allein Backerfolge erzielen können.

Nach einem sehr persönlichen und sympathischen Vorwort startet dieses Buch mit einer rd. 20seitigen „Einleitung“, in der Christina den jungen Leser*innen in direkter Ansprache alles Wesentliche über die Herkunft unserer Lebensmittel berichtet. Dies erfolgt sehr kindgerecht und oft wunderbar bildlich (Hefe = „zaubernde Minipilze“), was es sehr unterhaltsam zu lesen macht. Schön ist auch, dass sie hier gleich eine Anleitung mitliefert, wie man zu Hause mit einfachen Mitteln selbst Butter aus Milch herstellen kann – anschaulicher geht es nicht! Die abschließenden „8 Tipps fürs Backen mit Kindern“ (S. 24/25) sollten eigentlich Selbstverständlichkeiten sein, aber es ist dennoch gut, das alles noch mal kompakt vor Augen zu haben.

Die Rezepte, die Christina Bauer für dieses Buch ausgesucht hat, sind sehr abwechslungsreich und kindgerecht. Neben „Klassikern“ (s.o.) finden sich auch einige neue Ideen und Anregungen, wie etwa der „kunterbunte Geburtstagszug“, „bunte Pizzaspieße“, „freche Müsliriegel“ oder auch „Sterntaler: Kekse am Stiel“. Hier findet sich für jeden Kindergeschmack und für jede Alltagslage das passende Rezept. Und wem die 30 Rezepte nicht ausreichen, der findet auf der Homepage der Autorin viele Weitere (dann natürlich nicht mit dem Fokus „Backen mit Kindern“).

Rund 1/3 des Buches widmet die Autorin der Vorstellung des Lebens auf dem Bauernhof. Das ist ein bisschen wie ein „Wieso? Weshalb? Warum“-Buch zum Thema Bauernhof, nur für etwas ältere Kinder und viel, viel authentischer. Mir gefällt es sehr gut, dass Christina hier ein realistisches Bild vom Leben auf dem Bauernhof wiedergibt, ohne das Ganze romantisch zu verklären. Denn ein Leben auf dem Bauernhof bedeutet nun mal jede Menge Arbeit und extrem viel Verantwortung für die vielen Tiere. Man merkt aber auch immer wieder, wie viel Freude es Christina und ihrer Familie bereitet! Auch ich habe in diesem Abschnitt noch einiges Neues gelernt, z.B. dass Kühe nicht schlafen und ganze neun Stunden am Tag mit dem Wiederkäuen beschäftigt sind. Auch über die „Flügelsprache“ der Hühner haben wir gestaunt, oder dass ein Schaf im Alm-Weidegebiet pro Tag mindestens 10 km zurücklegt. Also ein wirklich interessanter Teil, auch für mich als Erwachsenen!

Last but not least noch ein Kompliment an den Löwenzahn-Verlag, der auch an die Umwelt denkt und dieses Buch klimapositiv herstellt, cradle-to-cradle druckt und plastikfrei unverpackt lässt!

FAZIT:
Ein gelungenes, praktisches Wissensbuch für Kids rund um unsere Ernährung und das Leben auf dem Bauernhof - dazu mit 30 kindgerechten und einfach nachzubackenden Rezepten.

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