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Veröffentlicht am 18.05.2020

Spannender Fall um den guten "alten" Poirot

Die vergessliche Mörderin
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Der Kriminalfall "Die vergessliche Mörderin" von Agatha Christie erschien erstmals 1966.

Die junge Norma Restarick glaubt, eine Mörderin zu sein. Hercule Poirot bekommt leider kaum nähere Angaben, weil ...

Der Kriminalfall "Die vergessliche Mörderin" von Agatha Christie erschien erstmals 1966.

Die junge Norma Restarick glaubt, eine Mörderin zu sein. Hercule Poirot bekommt leider kaum nähere Angaben, weil Norma keine Erinnerung an das Vorgefallen hat, nicht mal, wer das Opfer gewesen ist. Ein fragwürdiger Fall, doch damit ist Poirots Interesse geweckt. Als Norma ihn auch noch als zu "alt" bezeichnet, kratzt sie an seiner Ehe, gemeinsam mit Ariadne Oliver ermittelt er und entdeckt zunächst einen augenscheinlichen Selbstmord, der sich in Normas Apartmenthaus zugetragen hat. War sie die Täterin?


Ab und zu lese ich gerne mal meine "alten" Agatha-Christie-Bücher. Bei diesem Krimi gefällt mir besonders der mühelos zu lesende Erzählstil, die liebevoll gezeichneten Charaktere und auch die humorvolle Note. Denn der Krimi beginnt regelrecht komisch, weil man die Langeweile von Hercule Poirot zu spüren bekommt und seine Charakterzüge kennenlernt. Außergewöhnlich ist auch die Rolle der Schriftstellerin Ariadne Oliver, die als literarisches Ebenbild von Agatha Christie in ihrem eigenen Roman auftritt.

Die Zeit, in der die Autorin diesen Krimi schrieb, spiegelt sich auch in ihrer Handlung wider. Alles war im Umbruch, das Alte war überholt und alles Neue war verrückt und streitlustig. Man hat das Gefühl, Agatha Christie wollte ihren guten alten Poirot irgendwie aussortieren und ihm noch einmal einen interessanten Fall erfüllen lassen.

Poirot wird in diesem Krimi körperlich gefordert, anders als sonst, löst er diesen Fall nicht vom Schreibtisch aus und muss sich selbst vor Ort bemühen. Die Auflösung ist schlüssig und logisch und mit den kleinen sorgsam eingebauten Details sehr aufschlussreich ausgeführt.

Die Krimis von Agatha Christie sind immer lesenswert und durch die unblutige Handlung gut zu lesen. Hier hat mir der eingebaute Zeitgeist gut gefallen.

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Veröffentlicht am 16.05.2020

Ein solider Krimi, aber nicht der stärkste Band der Reihe.

Kalter Hummer (Leblanc 5)
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Der Krimi "Kalter Hummer" ist der fünfte Fall für Kommissar Leblanc von Catherine Simon. Die Buchreihe erscheint im Goldmann Verlag.



Der französische Reeder Henri Chabot verlegt aus Steuergründen ...

Der Krimi "Kalter Hummer" ist der fünfte Fall für Kommissar Leblanc von Catherine Simon. Die Buchreihe erscheint im Goldmann Verlag.



Der französische Reeder Henri Chabot verlegt aus Steuergründen sein Unternehmen und den Wohnsitz nach Guernsey. Er erhält anonyme Drohbriefe, die er nicht weiter verfolgt, seine Frau Lucile aber in große Sorge versetzt. Der Pariser Polizeipräfekt schickt Leblanc undercover zum Ermitteln auf die Kanalinsel.



Kommissar Leblanc und diese Krimireihe aus der Normandie verfolge ich gern und war gespannt, welcher Fall ihn nach Guernsey verschlägt. Auch auf die Weiterführung seines Privatlebens und die Beziehung mit Marie war ich sehr neugierig.


Dieser Fall führt in eine verwickelte Familiengeschichte und zeigt die Probleme von Steueroasen und Sozialabbau von Unternehmen auf. Wenn aktuelle Themen verarbeitet werden, schätze ich das immer sehr, denn zur Ermittlung gehört auch etwas Tiefgang.


Der Krimi fängt recht stark und fesselnd an und der Fall ist recht überzeugend, weil sich die Drohungen zum Mord an dem reichen Reeder entwickeln. Doch je weiter die Geschichte erzählt wurde, konnte mich die Handlung nicht mehr so recht packen. Einige Entwicklungen waren zwar wie das Leben manchmal so spielt, doch meine Sympathie mit den Figuren hat darunter gelitten. Es gab familiäre Belange, die auf mich zu übertrieben und damit unglaubwürdig wirkten. Krimis müssen mich komplett überzeugen und die Spannung bis zum Ende halten, sonst leidet der Leseeindruck.



Für Fans der Reihe ist dieser Band unabdingbar, schliesslich möchte man wissen, wie Leblancs Leben weiter verläuft. Er ist nicht der stärkste Band der Reihe, aber auch lesenswert.

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Veröffentlicht am 14.05.2020

Eine gefühlvolle Episode der Familiensaga

Der mutige Weg
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1895: Für Therese beginnt eine turbulente Zeit, denn sie zieht von Wien nach Kamerun zu Robert. Währenddessen versucht Luise in Hamburg, ihrer Rolle als Geschäftsfrau und Mutter gerecht zu werden. Die ...

1895: Für Therese beginnt eine turbulente Zeit, denn sie zieht von Wien nach Kamerun zu Robert. Währenddessen versucht Luise in Hamburg, ihrer Rolle als Geschäftsfrau und Mutter gerecht zu werden. Die Geschäfte gehen gut, doch die Einnahmen nehmen ab. Ob dafür ein betrügerischer Mitarbeiter verantwortlich ist? Luise hat ihren Cousin Richard im Verdacht. Als schliesslich auch noch die Ernte in Kamerun gefährdet ist, ist die Existenz der Familie bedroht. Kann die Firma überleben?

Dies ist für mich der erste Band dieser Reihe und dennoch konnte ich gut in die Geschichte eintauchen. Ellin Carsta lässt die Personen nach und nach so einfühlsam in Aktion treten, dass ich sie gut kennenlernen konnte. Dabei lernt man ihre verschiedenen Charakterzüge kennen, aber auch die Standorte des Familienbetriebes. Einem flüssigen und eingängigen Erzählstil ist es zu verdanken, dass man sich in diese Familie gerne einliest und ihr folgt.

Die Hansens führen ein Kontor in Wien, der Hauptsitz liegt in Hamburg und die afrikanische Niederlassung hat ihren Sitz in Kamerun. Die Kolonialisierung war in dieser Zeit in den europäischen Ländern üblich. Immer mehr übernehmen die Frauen die Rolle der Firmenführung.


Diese Familie steht und fällt mit dem Wohlergehen ihrer Firma und gerade stehen die Finanzen nicht sehr gut. Als Leser nimmt man am Familiengeschehen lebhaft teil, die Gefühlswelt der Personen steht im Vordergrund und es sorgen Liebe und Enttäuschung, aber auch Medikamentenabhängigkeit und Intrigen für eine interessante und gefühlsgeladene Lektüre, die sehr unterhaltsam ist.

Die Hintergründe der Kolonialzeit in Kamerun wurden von der Autorin sehr intensiv recherchiert, im Anhang gibt es reichliche Literaturhinweise. Ich fand es sehr interessant, wie die deutschen Kolonialherren in typischen Verhaltensmustern mit der afrikanischen Bevölkerung umgingen.


Wer die Familie Hansen einmal kennengelernt hat, wird ihr als Leserin sicher treu bleiben, denn die Figuren entwickeln sich kurzweilig weiter. Und so freue ich mich auf den Fortsetzungsband der Reihe.

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Veröffentlicht am 13.05.2020

Eine Sofalektüre mit Wohlfühlstimmung

Der Duft von Sommerregen
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Lena arbeitet in Hamburg für einen Kunstsammler und geht vollends in dieser Aufgabe auf. Einen Mann an ihrer Seite vermisst sie nicht, aber dann trifft sie auf einer Hochzeit den sympathischen Jonas und ...

Lena arbeitet in Hamburg für einen Kunstsammler und geht vollends in dieser Aufgabe auf. Einen Mann an ihrer Seite vermisst sie nicht, aber dann trifft sie auf einer Hochzeit den sympathischen Jonas und beide werden ein Paar, aber richtig glücklich scheint sie nicht zu sein. Da gibt es noch diese unbekannte Sehnsucht, die immer einsetzt, wenn ihr Nachbar Georg Klavier spielt.


"Und vor allem ist Liebe eins: eine Symphonie Abertausender kleiner Glücksmomente." Zitat S. 333



Die Protagonistin Lena ist kinderlos, Anfang 40 und bekennender Single. Sie hat ein Faible für ihren Job und geht in den Glücksmomenten ihrer literarischen Fundstücke auf. Das Katalogisieren von Schriftstücken, Briefen, Reiseberichten und anderen Dingen, bereitet ihr große Freude, die auch auf den Leser überspringt. Weil ihr die Liebe nicht so wichtig zu sein scheint, muss sie sich ständig gegen den Druck von Seiten ihrer Freudinnen und Familie wehren. Als sie Jonas kennenlernt, ist er von ihr sofort fasziniert, auch sie fühlt sich an seiner Seite sehr wohl. Aber ist das wahre Liebe? Das Gefühl von Sehnsucht macht sich in ihr breit, besonders, wenn sie die Melodie des Klavierspiels ihres 10 Jahre jüngeren Nachbarn Georg hört.



In diesem Roman zeigt die Autorin ein neues Frauenbild, das mal ohne Mann und Kinder auskommt und nur mit sich und ihrer Arbeit glücklich sein kann. Am Ende verliebt sich die Protagonistin und hat auf einmal zwei Männer, für welches Lebensmodell wird sie sich entscheiden? Ist der Richtige etwa der Mann, der den Duft von Sommerregen genau wie Lena zu schätzen weiß? Die Frage kann nur das Herz beantworten.


Der lebensnahe und warmherzige Erzählstil unterhält gut, die Autorin nimmt ihre Leser an die Hand und lässt sie hautnah am Leben ihrer Figuren teilnehmen. Es entsteht ein Wohlgefühl, wenn die antiquarischen Schriftstücke entdeckt werden und auch die Personen lernt man gut kennen. Es ist nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen in diesem Buch, es gibt im Umfeld von Lena auch Eheprobleme und Seitensprünge. Und Lenas Frage nach dem Mann des Lebens stellt sich ihr nun gleich doppelt.

Inhaltlich gibt es einige schicksalshafte Zufälle, die ich nicht so liebe. Auch wenn mir die Geschichte gut gefallen hat und ich sie gespannt verfolgt habe, ist kein bleibender Eindruck entstanden. Es ist eine schöne Sofalektüre mit Wohlfühlstimmung.


Angenehm unterhaltende Sofalektüre mit Wohlfühlstimmung. Nicht jede Frau braucht einen Mann, aber die Liebe ist ein Schicksalswink.

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Veröffentlicht am 11.05.2020

Liest sich wie eine Jugendromanze mit Pferdekulisse

Gut Schwansee - Deine Liebe in meinem Herzen
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Im Penguin Verlag erscheint der erste Band der Gut Schwansee - Reihe mit dem Titel "Deine Liebe in meinem Herzen" von Jette Martens.

Leni braucht Abstand von ihrer letzten Beziehung und dem Großstadtleben ...

Im Penguin Verlag erscheint der erste Band der Gut Schwansee - Reihe mit dem Titel "Deine Liebe in meinem Herzen" von Jette Martens.

Leni braucht Abstand von ihrer letzten Beziehung und dem Großstadtleben in Berlin. Als auf Gut Schwansee antike Möbel verkauft werden, ergreift sie die Gelegenheit beim Schopfe und sie plant die Möbel zu restaurieren. Sie fühlt sich an der Ostsee sehr wohl und verbringt eine wunderbare Zeit auf dem Gut. Nathan, der Sohn des Gutsbesitzers, verhält sich ihr gegenüber recht frech, doch sein Anblick sorgt für Gefühle, die sie lieber ignorieren sollte.

Als Leni, eine typische Berliner Großstadtpflanze, auf den Bauern Nathan trifft, hält der sich mit seinen Vorurteilen gegenüber Städtern nicht zurück. Das sorgt anfangs für gegenseitige Ablehnung, doch insgeheim findet Leni ihn unheimlich anziehend.

Sie findet allerdings schnell neue Freunde, mit denen sie besser klar kommt. Von ihrem bisherigen Leben in Bayern hat sie scheinbar schnell Abstand gewonnen, immerhin verschwendet sie keinen weiteren Gedanken mehr daran. Sie genießt die Arbeit mit den Pferden und fühlt sich einfach nur wohl. Es kommt, wie es kommen muss, sie verliebt sich in Nathan.


Dieser Roman verspricht einen Neuanfang und eine schöne Sommerliebe vor ländlicher Kulisse an der Ostsee. Und genau das hält er auch, das Setting hat man öfter genau vor Augen und genießt die landschaftlichen Szene. Aber mir fehlen einige wesentliche Bestandteile, die mehr in die Tiefe gehen oder interessante Figuren, die mich an ein Buch fesseln. Die Charaktere sind recht eindimensional, die Story ist leicht, fast schon seicht und etwas zu harmonisch und sehr vorhersehbar.


Der Handlung fehlt es an Dramatik oder wenigstens an interessanten Charaktern. Es zieht sich von einem Erlebnis mit den Pferden zu den Gefühlen, dann geht es wieder zu den Möbeln, die Leni inzwischen in einer eigenen Werkstatt restauriert und es kommt zum emotionalen Liebestaumel, der Windmühlenbau, ein heftiges Gewitter und die Geburt eines Fohlen sorgen für die heftigsten Überraschungen im Buch. Leider konnte mich diese Story nicht überzeugen, es hat für mich den Touch von Jugendromanen mit Pferderomantik und dem schönen Sunnyboy vom Gutshof.


Wer sich gern in seine Jugend zurückversetzen möchte und Pferdebücher mit Gefühl liebt, ist hier richtig.

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