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Veröffentlicht am 12.03.2020

Diese professionell geschriebene Biografie zeigt den Kampfgeist dieser Ausnahmesportlerin.

Aljona Savchenko
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Die Journalistin Alexandra Ilina schrieb die Biografie "Aljona Savchenko: Der lange Weg zum olympischen Gold", das Buch erscheint im Arete Verlag.

"Der Schmerz, den du heute fühlst, ist die Kraft, ...

Die Journalistin Alexandra Ilina schrieb die Biografie "Aljona Savchenko: Der lange Weg zum olympischen Gold", das Buch erscheint im Arete Verlag.

"Der Schmerz, den du heute fühlst, ist die Kraft, die du morgen spürst." Zitat Seite 22

Aljona wächst in der Ukraine auf, beginnt im Alter von vier Jahren Unterricht im Eislaufen zu nehmen und obwohl sie angeblich kein Talent haben soll, bringt eisernes Trainung eine ständige Verbesserung mit sich und Aljona wird 30 Jahre später auf dem Höhepunkt ihrer Karriere mit einer olympischen Goldmedaille im Paarlaufen gekrönt.


Die vielen Stationen Aljonas sind im Buch gut geordnet nachzuverfolgen. Hinter all dem harten Training, den Niederlagen und sportlichen Erfolgen gibt es entscheidende Veränderungen in ihrem Leben, die auch mental verarbeitet werden müssen. So vollzieht sie einen Nationalitätenwechsel, lernt Deutsch und lebt in Chemnitz und später als Sportsoldatin bei der Bundeswehr, um sich finanziell abzusichern. Diese Erfahrungen bringen Aljona immer wieder an ihre Grenzen, lassen sie aber auch erstarken. Ihr ganzes Leben ordnete sich dem Traum von olympischem Gold unter.

Die vielen Trainingsjahre starten mit Aljonas Jugendtrainerin Marina Amirchanova, später trainiert sie unter Ljudmilla Michailowskaja (Direktorin der Eislaufschule Kiew), Stanislaw Morosow wird ihr Paarlaufpartner, sie arbeitet mit Robin unter Tamara Moskwina (russische Paarlauftrainerlegende) und findet mit Bruno Massot ihren Traumpartner für olympisches Gold.

"Das innere Feuer brannte und bis der letzte Eislauf-Funke in ihrem Herz schimmerte, würde sie ihren Traum auf dem Eis leben." Zitat Seite 106

Die ersten Erfolge feierten Aljona Savchenko und Robin Szolkowy mit zwei Bronzemedaillen bei den olympischen Spielen von Sotchi und Vancouver, fünf WM-Titeln und vier EM-Siegen, doch das war der Spitzensportlerin noch nicht genug. Sie suchte einen Partner, mit dem sie auf dem Eis Höchstleistungen und vollendete Harmonie zeigen konnte. Mit ihrem späteren Partner, den aus Frankreich stammenden Bruno Massot, war Aljona auf der Zielgeraden von Olympia angekommen. Sie entwerfen eine Kür für die Ewigkeit und gewinnen damit die Gold-Medaille.



Dank vieler privater Einblicke und den sportlichen Stationen kann man sich das Leben Aljonas gut vorstellen. Auch der Foto-Teil hat mir gut gefallen und dieses Buch komplett abgerundet.



Diese gut lesbare und professional geschriebene Biografie zeigt den Kampfgeist und den Enthusiasmus dieser Ausnahmesportlerin. Ein Leben für den Sport ist auch entbehrungsreich, gut zu wissen, dass Aljona inzwischen ein glückliches Familienleben führt. Aber das Feuer lodert weiter in ihr, wir werden sehen, ob sie noch einmal aufs Eis zurückkehrt.

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Veröffentlicht am 11.03.2020

In diesen Roman konnte ich nicht so wie erhofft eintauchen.

Die Königin von Berlin
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Carola Neher gilt als eine der schillerndsten Schauspielerinnen der Weimarer Rebuplik, wo sie auftritt, jubeln die Menschen. Berlin liegt ihr zu Füßen, überraschend heiratet die begehrte Femme fatale den ...

Carola Neher gilt als eine der schillerndsten Schauspielerinnen der Weimarer Rebuplik, wo sie auftritt, jubeln die Menschen. Berlin liegt ihr zu Füßen, überraschend heiratet die begehrte Femme fatale den scheuen, zurückhaltenden Dichter Klabund. Doch eine brave Ehefrau wird Carola nicht, denn schon bald lockt sie das wilde Leben - und die Künstler Berlins.


Der Name der Schauspielerin Carola Nehers ist heute weitgehend ungekannt, dabei war sie in den letzten Jahren der Weimarer Republik recht erfolgreich, ihre Karriere startete in München. Sie wurde angelockt vom wilden Leben unter Künstlern, verdrehte Bertholt Brecht den Kopf und wurde seine Muse und spielte die Rolle der Polly Peachum in Brechts "Dreigoschenoper". Doch was steckte hinter dieser Femme fatale? Gehörte ihr Herz wirklich dem scheuen Dichter Klabund?


Dieser Roman soll nach Angaben der Autorin keine reine Biografie sein, sondern ein Roman mit fiktivem Inhalt. Er wird wie ein Theaterstück aufgebaut und fühlbar nah und intensiv beschreibt Charlotte Roth mit spürbarem Herzblut ihre Geschichte um Carola Neher. Man merkt der Autorin ihre Faszination für diese Frau an. Dabei wirkten auf mich einige delikate Details aus Nehers Leben mit ihren Liebhabern eher nicht nach großen Gefühlen, sondern eher als Versuch, mit allen Mitteln erfolgreich zu werden und auf die Bühne zu kommen.

Die Zeitspanne des Berlin der 1920er Jahre wird von Charlotte Roth anschaulich geschildert. Man erlebt Zeitgeschehen, Personen aus der Theaterlandschaft und allgegenwärtig die politischen Verhältnisse authentisch mit, wird in diese Zeit zurück versetzt und bekommt grobe Einblicke in das Leben und Wirken des getriebenen Brechts und Klabunds. Brecht bleibt merkwürdig und unsympathisch, scheinbar haftet ihm seine Berühmheit an und wird nicht hinterfragt. Auch andere Figuren wie Elisabeth Bergner oder Fritzi Massary muss man kennen, um sie im Roman interessiert verfolgen zu können.

Am interessantesten war für mich die Entstehung der "Dreigroschenoper" und der dazugehörige Barbara-Song, doch nur für diese Information hätte ich keinen Roman gebraucht.

Leider ist mir besonders Karoline Nehers Charakter trotz aller Einzelheiten merkwürdig fremd geblieben, sie wird als Schönheit beschrieben und als Karrierefrau gezeigt, die alles macht, um erfolgreich und auf die Bühne zu gelangen. Sie bindet sich an den kranken Klabund, scheinbar liebt sie ihn, doch er stirbt an seiner Krankheit. Welche Schwärmerei allerdings Carola für den Kommunismus hegt, wird deutlich, aber kennt sie die Idee auch wirklich. Das habe ich mich beim Lesen gefragt, ist Carola nur einer politischen Schwärmerei aufgesessen? Hängt das mit ihren Liebhabern zusammen?

Diese Frage konnte sich mir nicht beantworten. Deshalb bleibt für mich die Figur auch ziemlich blass und undurchschaubar.

Auch Carolas Leben nimmt ein böses Ende. Doch von diesen Jahren erzählt der Roman nicht, sie wird nach ihrer Flucht vor den Nazis nach Moskau denunziert und landet im stalinistischen Gulag und endet dort tragisch.


Insgesamt muss ich leider sagen, dass mir die Königin von Berlin in diesem Roman nicht viel bekannter wurde als vorher. Obwohl die Autorin wieder in einem wunderbaren Schreibstil Schauplätze, Theater und Figuren zum Leben erweckt, konnte ich mich nicht wie gewünscht in die Handlung fallen lassen.

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Veröffentlicht am 11.03.2020

Ein aufrüttelndes und überzeugendes Buch des Sternekochs über unser Essverhalten und die Massentierhaltung

Ab in die Küche!
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Im Westend Verlag erscheint das Sachbuch "Ab in die Küche!" von Sternekoch Franz Keller.

Billigfleisch überschwemmt den Markt, Fast-Food-Läden haben immer noch einen regen Zulauf. Franz Keller bringt ...

Im Westend Verlag erscheint das Sachbuch "Ab in die Küche!" von Sternekoch Franz Keller.

Billigfleisch überschwemmt den Markt, Fast-Food-Läden haben immer noch einen regen Zulauf. Franz Keller bringt in diesem Buch überzeugende Argumente, warum der Konsument wieder selbst kochen und was er bei seiner Ernährung beachten sollte, um wieder ein natürliches Gleichgewicht in der Natur erreichen zu können. Die Bevölkerung ist bereit für eine Agrar- und Lebensmittelwende, doch die Politik wird in Deutschland und der EU von den starken Lobbyinteressen ausgebremst.


Gesund und lecker Kochen kann man mit guten Rohstoffen und einfachen Mitteln, man muss es nur wollen und die Gründe dafür verstehen.

Franz Keller erklärt in diesem Buch sehr überzeugend seine Kritikpunkte an der Landwirtschafts- und Nahrungsmittelindustrie. Das nicht alle Probleme in der Landwirtschaft mit Geld geregelt werden können, liegt klar auf der Hand. Hier muss ein Wechsel stattfinden, das Umdenken weg von Billigfleisch und hin zu angemessener Tierhaltung, mit Preisen, die die Verbraucher durchaus bereit sind zu zahlen.


Wenn schon Sterneköche auf den Irrsinn unserer Nahrungsmittelindustrie hinweisen und der Landwirtschaft die rote Karten zeigen, ist der Punkt gekommen, wo nicht nur die Politik umdenken und handeln muss, sondern auch der Verbraucher. Denn die Kaufkraft der Verbraucher regelt auch den Markt. Dessen sollte sich jeder einzelne von uns bewusst sein.

Wie in vielen Haushalten mangelt es an Zeit für ausgiebige Kochvorgänge, doch das muss nicht sein. Mit einer gebündelten Vorbereitung verschiedener Grundlagen in der Küche kann man einige Schritte für mehrere Tage vorbereiten und muss nur noch kleine Arbeitsgänge einsetzen.

Brühen, gekochte Gemüse und Fleisch kann man in größeren Mengen vorbereiten, konservieren und die nächsten Tage darauf zurückgreifen. Schon unsere Großmütter waren solche Kochvorgänge gewohnt, wir müssen uns nur darauf zurückbesinnen.

Franz Keller erklärt sehr überzeugend, welche Lebensweisen wir im Umgang mit unseren Nahrungsmitteln überdenken müssen und welchen Weg wir sinnvollerweise einschlagen sollen. Die Tierhaltung und -verwertung läuft auf Billigware hinaus. Das muss sich ändern, dann werden auch die Güllemengen wieder sinken und die Preise zwar höher werden, aber das muss uns gutes Essen wert sein. Denn zusätzlich zu den günstigen Preisen muss man ehrlicherweise auch die Kosten für die Umweltsünden aufaddieren. Langfristig gerechnet ist die Umweltbelastung teurer als kurzfristige Preisanstiege für Biofleisch und Bioprodukte.

Dank seiner anekdotenreichen Geschichten und seiner direkten Sprache mit erschlagenden Argumenten, erkennt man schnell, was die industrielle Lebensmittelproduktion mit diversen Zusatzstoffen für unsere Ernährung bedeutet und was wir damit letztendlich unserer Gesundheit und unserer Umwelt antun. Erschreckend ehrlich stellt Keller die Diagnose, dass wir krank werden, wenn wir weiter so essen wie bisher.

Im Rezeptteil finden sich viele schmackhafte Grundgerichte, die vielfältig sind und die man gut nachkochen kann.

"Tomatensugo mit Basilikum und Pinienkernen"

"Gerstenrisotto mit Gemüsewürfeln und geräucherter Forelle"

Die Graupe ist das europäische Superfood statt Chia oder Quinoa.

"Kartoffelgratin mit Zuccinistreifen und geröstetem Wirsing"

"Kartoffelrösti mit griechischem Joghurt und Seeteufel"

"Kartoffelsalat"

"Gerösteter Rosenkohl mit Alblinsen"


Die Herstellung von eigenen Brühen ist Franz Keller sehr wichtig. Diese Grundlage ermöglicht es, mit Gemüsen später die besten Kochergebnisse zu erzielen. Wie man diese herstellt, erfahren wir im Buch.

Reste von Lebensmitteln machen einen horrenden Anteil an unserem Müll aus, da muss sich ändern. Denn aus Resten lassen sich manchmal die besten Gerichte zaubern, weil man die Zusammenstellung nur einmal ändert. Überhaupt macht selbst Kochen richtig Spaß, nur so wissen wir, welche Produkte wir verwenden und damit auch zu uns nehmen. Je weniger Inhaltsstoffe ein Produkt hat, umso ursprünglicher und unverarbeiteter ist es. Das muss uns klar sein, wenn wir etwas kaufen.



Einige Geschichten aus Kellers Leben lockern dieses Sachbuch auf und sorgen für unterhaltsame und interessante Fakten. Er erzählt gerne, so scheint es und bringt diese Anekdoten auch gern unters Volk. Das Kochen wurde Keller schon in die Wiege gelegt, seine Mutter war die erste Sterneköchin Deutschlands, dankbar erzählt er von ihr und seiner Großmutter Mathilde. In seinem Restaurant trafen sich auch Politiker wie A. Merkel und W. Putin und Keller macht deutlich, wie ein gemeinsames Essen auf Menschen wirken kann.



Zum Ende des Buches nimmt er die sogenannte Bauernmilliarde aufs Korn. Wie man das Geld sinnvoll einsetzen könnte, dazu hat er eine Meinung und stellt ein Gedankenmodell vor. Was wäre, wenn Deutschland aus der Massentierhaltung ausstiege?

Statt Billigware sollte mehr Wert auf Qualität gelegt werden, dann kann die Landwirtschaft gesunden. Viele negative Beispiele gibt es bereits im Anbau von Avocado und mit Quinoa, dort wird in manchen Ländern mit allen Mitteln die Produktion angetrieben, am Ende wird abgeholzt, das Trinkwasser verschwendet und den Einheimischen die Lebensgrundlage für ihre Rohstoffe genommen.



Ab in die Küche! setzt eine klare Botschaft gegen die Lebensmittelindustrie und gegen die Massentierhaltung. Wir haben die Kontrolle über unsere Ernährung, wenn wir selbst kochen und manche Dinge überdenken. Ein wichtiges Buch, welches sich auch unsere Politiker für Ernährung und Landwirtschaft mal durchlesen sollten.

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Veröffentlicht am 11.03.2020

Der ideale Begleiter für die nächste Wildkräuter-Wanderung

Der Wildkräutersammler
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Das Sachbuch "Der Wildkräutersammler" erscheint im Knesebeck Verlag, Julie Terrazzoni hat die wunderschönen Illustrationen angefertigt, für den Text sorgte Christophe de Hody.

Auf zur Wildkräutersammlung, ...

Das Sachbuch "Der Wildkräutersammler" erscheint im Knesebeck Verlag, Julie Terrazzoni hat die wunderschönen Illustrationen angefertigt, für den Text sorgte Christophe de Hody.

Auf zur Wildkräutersammlung, denn am Wegesrand finden sich Löwenzahn, Bärlauch, Malven und Wiesenklee, die alle voll von Nährstoffen, Vitaminen und Spurenelementen sind und somit richtig gesund. 35 medizinisch nutzbare Pflanzen sind in diesem Buch aufgelistet und sie werden mit ihrer Heilwirkung, dem speziellen Geschmack und natürlich vielen Rezepten präsentiert.


Was wir landläufig gern als Unkräuter bezeichnen, sind meistens essbare Pflanzen. Brennnessel, Löwenzahn und Giersch sind typische Beispiele. Wildkräuter zu entdecken und zu erkennen ist verlockend, denn oft haben sie eine heilende Wirkung und enthalten zudem noch Vitamine und Mineralstoffe. Man kann sie wunderbar in den Speiseplan einbauen und findet sie in der Natur. Von der Wiese frisch auf den Teller, besser geht es eigentlich gar nicht.

Das Buch startet mit informativen und in die Thematik einführenden Worten des Autors, danach gibt er Hinweise zum Verzehr, zur Aufbewahrung und zur Haltbarmachung von Wildkräutern.

Wunderschöne Illustrationen zeigen die Schönheit der einzelnen Pflanzen und die Vorstellung erfolgt nach gleichbleibendem Schema.


Pro Pflanze stehen zwei Doppelseiten zur Verfügung. Die erste Doppelseite zeigt die Pflanze mit ihrem langläufigen Namen auf Deutsch und Latein und die Zugehörigkeit der Pflanze, eine kolorierte Zeichnung mit den entsprechenden Pflanzenteilen (Stiel, Blätter, Blüte, Fruchtstände etc.) zeigt die Ansicht und ein Seitentext gibt in einer Tabelle verschiedene Infos. Diese beziehen sich auf Kalender (Ernte-, Blütezeit, Fruchtreife), Vorkommen, Beschreibung, Eigenschaften und evtl. Gegenanzeigen.

Viele Kräuter wachsen am Wegesrand, man muss sie nur genau kennen und natürlich auch wissen wofür sie gut sind und ob dort eine Hundeauslaufstrecke verläuft. Dann ist die Heilkraft eher ungenießbar.


Die entsprechenden Bilder sind eine wahre Augenweide und die Rezepte und Informationen sind sehr lehrreich.

Zum Bärlauch (Allium ursinum) erfährt man beispielsweise, das es sich um ein Amaryllisgewächs handelt. Die Erntezeit ist März - Juni, die Blütezeit April - Juni. Bärlauch kommt an schattigen Standorten, basenreichen, tonigen Böden im feuchten Unterholz.

Das ausdauernde Zwiebelgewächs erreicht eine Höhe von 15-50 cm...

Eigenschaften: Blutdrucksenkend, antimikobiell.

Im zugehörigen Text erfährt man mehr über den wilden Bärlauch und woran man ihn erkennt und weshalb Bären ihn nach ihrem Winterschlaf vertilgten. Dazu gehört ein Rezept für Bärlauchöl.


Weitere Rezepte zu den Kräutern, Pflanzen und Früchten sind:

Gundermannsirup

Hagebutten-Apfel-Mandelcreme

Knoblauchpesto

Heimatlicher Gewürzkuchen mit Nelkenwurz

Cremiges Malvengemüse


Heilkraft durch Kräuter:

Spitzwegerich als Wundverband

Sauerampfer gegen Insektenstiche

Venusnabelblätter als Pflasterersatz


Ein Register sorgt für schnelles Auffinden der Wildkräuter, ich hätte mir eine alphabetische Anordnung der Kräuter gewünscht.


Die besten Superfoods warten direkt vor der Haustür darauf, von uns gepflückt zu werden.

Wer Zugriff auf diese unbehandelten Wildkräuter hat, sollte sich die Mühe machen und sie verarbeiten. Sie sind genauso wie die sogenannten Superfoods voll von Nährstoffen. Die Natur ist der beste Heiler und ist dabei auch noch schonend. Dieses elegant bebildertes Herbarium verleitet dazu mit tollen Rezepten.

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Veröffentlicht am 10.03.2020

Mörderisch spannender Jugendkrimi mit cleveren Schwestern

Highrise Mystery
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Die deutsche Übersetzung von Sharna Jacksons Jugendkrimi "Highrise Mystery - Ein tödlicher Sommer" erscheint am 12.3.2020 im Knesebeck Verlag.


Die farbigen Schwestern Anika (11), genannt "Nik" und Norva ...

Die deutsche Übersetzung von Sharna Jacksons Jugendkrimi "Highrise Mystery - Ein tödlicher Sommer" erscheint am 12.3.2020 im Knesebeck Verlag.


Die farbigen Schwestern Anika (11), genannt "Nik" und Norva (13) wohnen im Londoner Hochhaus-Komplex "The TRI" und finden in einem Müllcontainer die Leiche ihres Kunstlehrers und Antiquitätenhändlers Hugo Knightley-Webb. Die Schwestern haben ein Faible für Detektivarbeit und beobachten häufig ihre Mitbewohner und analysieren deren Aktivitäten. Deshalb sehen sie in dem Mordfall natürlich eine neue Aufgabe und als ihr Vater unter Mordverdacht gerät, setzen sie ihre ganze Kraft in die Aufklärung, um seine Unschuld zu beweisen.

Zur besseren Orientierung stellt gleich zu Beginn des Buches in einer Karte des Ortes den Tatort und die Umgebung vor. Das Buch ist eine Mischung aus kurzen Kapiteln, Video-Beschreibungen, Briefen und Tabellen und erweckt damit einen interessanten Eindruck, der zum Mitermitteln einlädt.

Der Fund der Leiche ihres Lehrers Hugo versetzt Nik und Norva in Aufregung und sie ermitteln in ihrer Nachbarschaft. Wie wichtig ihre Beobachtungen sind, merken sie erst, als auch ihr Vater, der Hausmeister in "The TRI" ist, in Verdacht gerät. Sie haben einen Heimvorteil, kennen sich im Gebäudekomplex gut aus, sind hier aufgewachsen und kennen die Bewohner.

In diesem Krimi für Kinder und Jugendliche ermitteln außergewöhnliche Ermittlerinnen, sie sind nicht nur Schwestern, farbig und blutjung, sie sind auch noch besondere Charaktere, die unterschiedlicher nicht sein können. Während Nik alles mit analytischem Verstand betrachtet, sorgt Norvas Kreativität und Fantasie für den Gegenpart, sie kennen die Ortsgegebenheiten des Wohnkomplexes und mithilfe ihrer "TRI-Files" auf dem Smartphone sind sie Undercover unterwegs und der Polizei immer einen Schritt voraus.

Wie die beiden tatkräftigen Hobbydetektivinnen Socialmedia einsetzen und ermitteln, hat mir gut gefallen, auch wenn man ihnen vielleicht nicht alles abnimmt. Womit ich allerdings so meine Probleme hatte, ist ihre Sprache, die stark mit Anglizismen und Slangbegriffen angereichert ist. Ob sich hier die Zielgruppe genügend auskennt, wage ich zu hinterfragen. Es hätten einige Begriffe wie Dogwalking durchaus ins Deutsche übersetzt werden können.

Das Thema Diversität wird in diesem Krimi perfekt eingebunden, endlich ermitteln mal Mädchen mit schwarzer Hautfarbe und sind auch noch allen überlegen.

Auch wenn in dieser Geschichte ein Mord geschehen ist, so bleibt dieser eher als Hintergrund, vordergründig ist die Ermittlung und die ist zwar auf den Punkt, aber nicht bedrückend in der Stimmung.


Diese spannende Mordermittlung aus der Perspektive von Kindern lässt sicherlich auch ihre Leser in deren Rollen tauchen.

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