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Veröffentlicht am 07.06.2023

Ein fesselnder Roman und wunderbarer Reihenauftakt

Die verlorene Tochter
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Der historische Roman "Die verlorene Tochter" ist der Auftaktband einer Familiensaga aus der Feder von Soraya Lane, die im Knaur Verlag erscheint.

Lily stammt aus einer Winzerfamilie, sie kennt und ...

Der historische Roman "Die verlorene Tochter" ist der Auftaktband einer Familiensaga aus der Feder von Soraya Lane, die im Knaur Verlag erscheint.

Lily stammt aus einer Winzerfamilie, sie kennt und liebt die Herstellung von Wein. Für ihr berufliches Ziel als Kellermeisterin arbeitet sie auf unterschiedlichen Weingütern, ihr nächster Einsatz ist in Italien. Doch kurz vor ihrer Abreise bekommt sie von einem Notar ein geheimnisvolles Kästchen ihrer vor längerer Zeit verstorbenen Großmutter ausgehändigt. Darin befindet sich ein italienisches Rezept und ein Abschnitt vom Programm der Mailänder Scala. In Italien angekommen, begibt sie sich auf Spurensuche. Auf dem Weingut verliebt sie sich in António, der sie bei ihrer Reise in die Vergangenheit begleitet.



Als Kellermeisterin beginnt Lily ihre Arbeit als Kellermeisterin auf dem italienischen Weingut der Familie Rossi und findet nach und nach Gefallen an António, den Winzersohn. Die beiden geheimnisvollen Hinweise des Kästchens sind die einzigen Spuren auf das Familiengeheimnis der wahren Herkunft ihrer Urgroßmutter und lassen Lily nicht los, dieses Rätsel möchte sie unbedingt auflösen. Die Spuren führen sie nach Mailand, an die Mailänder Scala und ein handgeschriebenes Rezept weist auf eine Bäckerei hin. Wer war Lilys Großmutter und hat Lily vielleicht italienische Familienangehörige, von denen sie nichts weiß?

Bei der Spurensuche stößt Lily auf die tragische Liebesgeschichte ihrer Urgroßmutter, Estée. Sie war eine Balletttänzerin, lernte schon früh den Bäckerssohn Felix aus Alba kennen und hat ihn geliebt. Wechselseitig werden Estées und Lilys Geschichten erzählt und haben mich mit den unterschiedlichen Schicksalen bis zum Ende gepackt.

Der Roman liest sich aufgrund des einnehmenden und gefühlvollen Erzählstils und der tragisch anrührenden Geschichte Estées und ihres Geheimnisses einfach wunderbar spannend. Durch die zwei Handlungsstränge versteht man die Hintergründe näher und erlebt zwei Liebesgeschichten, bei denen mich Estées Vergangenheit noch mehr gefesselt hat als die gegenwärtige Story zwischen Lily und Antonio, die aber auch sehr unterhaltsamen Charme besitzt. Die Charaktere werden absolut lebendig gezeigt, man kann sich gut in ihre Situation hinein versetzen und die bildhaft beschriebenen Schauplätze geben dem Ganzen einen wunderbaren Rahmen.


Ein lesenswerter Roman, der das Geheimnis eines Erbstücks offen legt und mit bittersüßer Liebe und einem Leben auf einem Weingut in Italien absolut gut unterhält.

Veröffentlicht am 05.06.2023

Eine ergreifende und spannende Familiengeschichte

Der Duft der schwarzen Erde
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"Der Duft der schwarzen Erde" ist der Auftaktband der Reihe "Fremde Heimat" von Sibel Daniel, die bei Tinte & Feder erscheint.

Osteuropa 1940: Alma wächst auf einem Weingut in Bessarabien auf, das ihr ...

"Der Duft der schwarzen Erde" ist der Auftaktband der Reihe "Fremde Heimat" von Sibel Daniel, die bei Tinte & Feder erscheint.

Osteuropa 1940: Alma wächst auf einem Weingut in Bessarabien auf, das ihr Vater mit harter Hand führt. Sie liebt die wilde Steppe und die sanft geschwungenen Weingärten ihrer Heimat und arbeitet mindestens so schwer wie die Männer und sie weiß, was sie will: ihren besten Freund Gregor heiraten und Winzerin werden. Doch das Schicksal spielt mit ihr ein anderes Spiel, mit ihrem Temperament und ihrem guten Aussehen gerät sie ins Visier eines SS-Offiziers. Und bedingt durch den Zweiten Weltkrieg muss die Familie umsiedeln.

Der Prolog startet 2001 in Buenos Aires, wo die betagte und schwerkranke Alma Steiner Besuch von ihrer Nichte bekommt, die mehr über ihre Familie und Almas Leben erfahren möchte. Alma erinnert sich zurück und startet mit ihrer Erzählung im Jahr 1940 in Bessarabien.

Alma lebt in Bessarabien, einem Landstrich in Südosteuropa, auf dem Weingut ihres Vaters, dass er mit strenger Hand führt. Die weite Steppe gehören zum Alltag dazu, genau wie die harte Arbeit in den Weinbergen, wo Alma tüchtig mithilft. Sie verliebt sich in Gregor und möchte ihn heiraten, doch schon bald hat das Leben andere Pläne für sie und es kommen schwere Zeiten auf sie zu. Hitlers Pläne für eine Umsiedlung aller Bessarabier zurück nach Deutschland, hat für Almas Familie enorme Auswirkungen. Sie müssen von einem Tag auf den anderen ihre Heimat verlassen und verlieren damit auch ihre Träume, Zukunftspläne und ihre Ländereien. Es gibt tragische Abschiede, emotionale Tiefschläge und Schicksale zu verkraften, die die Ungerechtigkeit der Umsiedlung sichtbar machen. Auch Alma muss die Widrigkeiten ihres Lebens von nun an durchstehen. Die Handlung führt uns Almas Leben vor Augen, die Verzweiflung ist oft groß, aber dennoch schafft es Alma, auch die schlimmsten Zeiten mit Mut und Hoffnung zu überstehen. Und wir erfahren, wie ihre Brüder mit diesen Umständen umgegangen sind, dabei wird es noch sehr dramatisch. Ich habe Alma bewundert, denn sie hatte ihre klaren Ziele.



Durch die zwei Erzählebenen wird die Vergangenheit mit der Umsiedelung und den Kriegsjahren, sowie Almas gegenwärtiges Leben gut sichtbar gemacht. Dadurch entsteht ein runder Rahmen, der mir Alma und ihr Leben sehr feinfühlig näher gebracht hat. Doch nun möchte ich wissen, wie es ihr weiter ergangen ist und nehme an, der nächste Band klärt das auf.


Der Roman erzählt eine emotionale und ergreifende Familiengeschichte, die von einer Zeit erzählt, als Umsiedlungen und Flucht vielen Menschen ihre Heimat nahm. Doch diese Menschen ließen sich nicht entmutigen, sondern schafften es, sich woanders heimisch niederzulassen.

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Veröffentlicht am 04.06.2023

Ein sehr gelungener Band der Krimireihe!

Provenzalische Täuschung
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"Provenzalische Täuschung" aus dem Blanvalet Verlag ist der neunte Teil der Reihe um Pierre Durand von Autorin Sophie Bonnet.

Zur Trüffelsaison wird der unbeliebte und neu zugezogene Gilbert Langlois ...

"Provenzalische Täuschung" aus dem Blanvalet Verlag ist der neunte Teil der Reihe um Pierre Durand von Autorin Sophie Bonnet.

Zur Trüffelsaison wird der unbeliebte und neu zugezogene Gilbert Langlois erstochen im Wald aufgefunden. Jeder im Ort könnte ein potentieller Mörder sein, aber der Verdacht fällt auf Pierre Durand, denn Gilbert hatte es auf Pierres Posten abgesehen. Der Commissaire verdächtigt den Bürgermeister des Ortes und ermittelt verdeckt. Die Spuren des Falles führen in die Nähe des Mont Ventoux, wo ein tragischer Fall aus der Vergangenheit mit dem Mord zusammenhängen könnte.

Der Erzählstil führt wunderbar flüssig und abwechslungsreich durch das Geschehen. Wie gewohnt hat die Autorin ihre Charaktere in einen spannenden Fall eingebunden und ganz nebenbei das Privatleben, sowie stimmungsvolle Landschaftsbeschreibungen und reichlich kulinarische Genüsse eingebaut, sodaß sich der Krimi wunderbar als Lektüre für eine Urlaubsreise eignet. Der Fall bringt Durand selbst in den Fokus der Ermittlungen und einige Wendungen sorgen für spannende Momente, bis am Ende eine schlüssige Auflösung den Fall klärt. Dieses Mal wird Pierre Durand, Chéf de Police Municipale in Saint Valérie selbst zum Verdächtigen in einem Mordfall. Denn in der Wohnung des Toten werden auch Fotos von Pierre gefunden und er wird daraufhin vom Dienst suspendiert. Für Pierre eine gute Gelegenheit, um verdeckt zu ermitteln.

Wer die Reihe kennt, weiß, dass das Privatleben Durands eine wichtige Rolle spielt und darf sich dieses Mal auf Hochzeitsgedanken freuen. Durand und Charlotte wollen die Ehe wagen, haben aber auch noch einige Differenzen bezüglich der Feier. Wie das Fest ablaufen soll, wird als gelungener Abschluß am Ende des Buches verraten.

Außerdem enthält der Krimi Bezüge zum Algerien-Krieg und seinen Folgen und im Nachwort erklärt die Autorin, welche Bedeutung die "Pieds Noirs" und der Algerienkonflikt für die französische Geschichte haben. Solche historische Einbindun finde ich in Krimi immer interessant und die genauen Hintergründe sind uns hier in Deutschland vielleicht nicht so präsent wie in Frankreich.

Man darf sich beim Lesen auch wieder über französisches Flair durch die gute Küche und die vielen Weine und Gerichte freuen. Hier wird gern gegessen, dieses Mal gibt es reichlich Trüffel und das wird dem Leser richtig schmackhaft gemacht, inclusive einiger Rezepte im Abspann.

Für mich ist diese Krimiserie ein wenig wie Urlaub. Man trifft bekannte Figuren wieder, lernt die Vergangenheit interessanter Menschen kennen und erfährt wieder mehr über Land, Leute und das Lebensgefühl in der Provence. Der Fall war nicht so einfach zu durchschauen und ich wurde spannend unterhalten.

Ein sehr gelungener Band der Krimireihe mit Trüffeln und französischer Geschichte!

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Veröffentlicht am 02.06.2023

Langweilige und vorhersehbare Story um eine Jugendliebe

Fünf Sommer mit dir
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Im Penguin Verlag erscheint Carley Fortunes Liebesroman "Fünf Sommer mit dir".

Persephone Fraser, genannt Percy, verbringt fünf unvergessliche Sommerferien im Cottage ihrer Eltern in Barry's Bay. Dort ...

Im Penguin Verlag erscheint Carley Fortunes Liebesroman "Fünf Sommer mit dir".

Persephone Fraser, genannt Percy, verbringt fünf unvergessliche Sommerferien im Cottage ihrer Eltern in Barry's Bay. Dort freundet sie sich mit den Nachbarsjungen Sam und Charlie Florek an und entwickelt zum gleichaltrigen Sam eine zarte Freundschaft, aus der im Teenageralter mehr wird. Doch als beide ein Studium aufnehmen, trennen sich ihre Wege. Sam konzentriert sich auf sein Medizinstudium und es gibt einen Vorfall, der die beiden für viele Jahre entzweit.
Als zwölf Jahre später Charlies und Sams Mutter Sue verstirbt, bekommt Percy von Charlie eine Einladung zur Beerdigung. Denn in ihrer Kindheit war Sue für Percy wie eine zweite Mutter. Percy kehrt zurück und spürt schon bei ihrer ersten Begegnung mit Sam, dass beide immer noch durch eine innige Beziehung verbunden sind. Doch es steht etwas zwischen ihnen, das ausgesprochen werden muss, weil es Percys Gewissen belastet.

In der Ankündigung wird eine unwiderstehliche Friends-to-Lovers-Liebesgeschichte an einem funkelnden kanadischen See versprochen, die ein großer New-York-Times-Bestseller wurde. Also waren meine Erwartungen verhältnismäßig hoch und ich hatte mich auf einer Sommerromanze gefreut, die Tiefgang und unvergessliche Figuren besitzt. Leider war beides definitiv nicht der Fall!

Zuerst mal das Positive! Im Roman werden sehr anschaulich die Erlebnisse in der Jugend am See erzählt. Faulenzen in der Sonne, Baden und nachts die Sterne zählen, so genießen Percy und Sam ihre Ferien und verlieben sich immer mehr ineinander. Das sorgt für eine schöne Atmosphäre, die man richtig genießen kann. Aber wir erleben auch die Kindheit der Brüder, die früh ihren Vater verloren und deshalb ihrer Mutter in der Taverne helfen mussten, um den Betrieb aufrecht zu erhalten.

Der Roman spielt in zwei Zeitebenen, in Rückblenden erfährt man aus der schönen Zeit der Ferienerlebnisse am See, in der aktuellen steht Percys Wiedersehen mit Sam anlässlich der Beerdigung an.
Der Erzählstil ist recht einfach, ich hatte das Gefühl, einen Jugendroman zu lesen und finde Percy ziemlich konturlos dargestellt und irgendwie nicht fassbar. Sam wirkt eindeutig wie ein ehrgeiziger junger Mann, der nicht nur sein Studium im Blick hat, sondern auch seiner Mutter in der Taverne unter die Arme greift.
Nun kommt meine Kritik. Es ist klar, dass damals etwas vorgefallen ist, weshalb die Liebe zwischen Sam und Percy zerbrach, ehe sie richtig beginnen konnte. Kaum ist Percy allerdings zurück in Barry's Bay, knistert es wieder zwischen den Beiden und es folgen emotionale und körperliche Liebes-Szenen. Aber über den Vorfall kann Percy scheinbar nicht reden. Es vergeht fast das ganze Buch, bis das Geheimnis gelüftet ist. Dabei war diese Sache für mich sehr vorhersehbar und es gab keinen Grund, über zwölf Jahre keinen Kontakt mehr zu halten. Lange Zeit wird die Leserin auf die Folter gespannt und mit reichlich Längen hingehalten. So etwas mag ich gar nicht. Echter Tiefgang hat der Story ebenfalls gefehlt.

Was für eine seichte Liebesgeschichte! Hat mich nicht erreicht. Schade, diese Story wird mir nicht wie gewünscht in Erinnerung bleiben!

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Veröffentlicht am 02.06.2023

Ein leises Buch mit japanischem Charme

Das Restaurant der verlorenen Rezepte (Die Food Detectives von Kyoto 1)
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Im List Verlag/Ullstein erscheint der Roman "Das Restaurant der verlorenen Rezepte" des japanischen Autors Hisashi Kashiwai. Die Food Detectives von Kyoto 1

Nagare und seine zwanzigjährige Tochter Koishi ...

Im List Verlag/Ullstein erscheint der Roman "Das Restaurant der verlorenen Rezepte" des japanischen Autors Hisashi Kashiwai. Die Food Detectives von Kyoto 1

Nagare und seine zwanzigjährige Tochter Koishi betreiben ein kleines Restaurant in Kyoto, das Kamogawa-Café. Dort werden Rezepte und traditionelle Gerichte der japanischen Küche wiederbelebt, die in Vergessenheit geraten sind. Nagare und Koishi kochen Gerichte nach, die ihre Gäste irgendwann einmal in ihrer Kindheit oder zu einem besonderen Anlass gegessen haben. Dazu benötigen die Köche auch etwas detektivischen Spürsinn und schenken mit ihren Gerichten Trost und schöne Erinnerungen.

"Das ist frittierter und anschließend mit Arame-Seegras gekochter Tofu. Hier panierte Fleischkroketten mit Okara. Shungiku-Salat mit Sesam, Tofu und weißem Miso. Sardine, gekocht in Kuramapfeffer. Frittierte Tofu-Gemüse-Bällchen. Schweinebauch, gekocht in... grünem Tee." Zitat Seite 10

Wer dieses Buch liest, sollte sich auf einen ruhigen Erzählstil einstellen, der hauptsächlich von den Stimmungen der Figuren und den Geschmacksnuancen der japanischen Gerichte lebt. Ich fand die Grundidee richtig schön, denn wer möchte nicht noch einmal das Lieblingsgericht essen, dass seine Großmutter selbst zubereitet hat.

Es ist interessant, die vielen, mit zum Teil fremden Produkte der japanischen Küche kennenzulernen, allerdings konnte ich mir aufgrund dieser Unkenntnis auch nur Teile der Gerichte vom Geschmack genau vorstellen. Während Nagare und seine Tochter auf Spurensuche zu den Gerichten unterwegs sind, lernt man das Duo auch besser kennen und kann hinter ihre Familiengeschichte schauen. Es ist schön zu lesen, wie sie sich immer mehr annähern und am Ende in ihren eigenen Erinnerungen vereint sind. Der Erzählstil lässt sich gut lesen, aber insgesamt hat mir die emotionale Tiefe gefehlt, die die einzelnen Gäste mit ihren Erinnerungen und persönlichen Geschichten verbunden haben. Da brauchte man schon etwas Vorstellungskraft, um diese Lücke zu füllen.

Deshalb konnte mich das Buch zwar gut unterhalten, aber doch nicht voll von sich einnehmen.

Dieses warmherzig wirkende, leise Buch hat mir die japanische Küche etwas näher gebracht. Der Erzählstil fängt den Charme der Menschen dort ein.

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