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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.07.2019

Was haben die Liebe und Krieg gemeinsam

Zeit des Glanzes
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Das Cover weist durch die Kleidung der Frau auf den Beginn des letzten Jahrhunderts. Im Hintergrund scheint eine Landschaft auf. Der Schriftzug ist blasslila unterlegt.

Die Story verbindet eine fiktive ...

Das Cover weist durch die Kleidung der Frau auf den Beginn des letzten Jahrhunderts. Im Hintergrund scheint eine Landschaft auf. Der Schriftzug ist blasslila unterlegt.

Die Story verbindet eine fiktive Liebesgeschichte mit historischen Fakten. Würzburg 1933: Katharina Wagner hat gerade den jüdischen Kaufhausbesitzer Joseph Weiß näher kennengelernt, als das aufstrebende Naziregime der aufkeimenden Liebe ein vorschnelles Ende beschert. Da die Familie Weiß in Schweiz gehen will, kauft Katharina ihm sein Kaufhaus kurzentschlossen ab. Sie verspricht es in seinem Sinne weiterzuführen.
Der Abschied und die Trennung fällt den Beiden zunächst schwer. Die wenigen Briefe, können die Sehnsucht nicht stillen.
Beide leben von der Hoffnung einander wiederzusehen.
Dann erhält Katharina einen Brief, der alles verändert.
Joseph hat geheiratet! Jetzt wendet sich Katharina Edgar zu.
Er ist Buchhalter im Kaufhaus. Die Beiden werden ein Paar.
Der 2. Weltkrieg bringt bringt Leid und Sorge ins Land. Jetzt schließt sich die Familie Wagner zusammen. Dieser Zusammenhalt ist das zentrale Thema des Buches. Leider sind die Wendungen und Konsequenzen, die sich daraus ergeben nicht immer klar dargelegt, sodaß der Leser auf seine Phantasie angewiesen ist. Andere Aspekte werden dafür zerredet.
Festzuhalten bleibt, dass die drei Schwestern durch das Kaufhaus ihr Auskommen haben.
Das Ende der Liebesgeschichte ist leider ein wenig abrupt und nicht überzeugend.

Frau Sommerfeld schreibt einen flüssigen Stil, der von gewaltigen Bildern durchzogen ist. Die historischen Fakten und ihre Konsequenzen sind gut recherchiert und ausgeführt. Sie bieten einen Einblick in eine Zeit, die zu unserer Geschichte gehört.
Die verschiedenen Charaktere sind authentisch und lebensecht angelegt. Sympathien und Antipathien wechseln sich ab, weil die Charaktere in ihren Handlungsweisen Ecken und Kanten aufweisen.
Das Buch ließ letztlich viele Fragen offen. Das läßt auf eine Fortsetzung hoffen.

Veröffentlicht am 02.07.2019

Abenteuer im Wimbli Land

Fitz Fups muss weg
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Sontho vor 2 Tagen (5)
Wie oft schon hat Phinie ihrer kleinen Schwester das Buch über die Wimblis vorgelesen. Jetzt mag sie es nicht mehr. Fitz Fups, das dazu gehörige Kuscheltier hat sie einfach in den ...

Sontho vor 2 Tagen (5)
Wie oft schon hat Phinie ihrer kleinen Schwester das Buch über die Wimblis vorgelesen. Jetzt mag sie es nicht mehr. Fitz Fups, das dazu gehörige Kuscheltier hat sie einfach in den Keller befördert.

Als Minnie, die kleine Schwester, nach einem Unfall im Krankenhaus liegt, will sie unbedingt ihren Fips Fups haben. Phinie geht im Keller auf die Suche.
Dabei landet sie im Wimbli Land. Hier führt Fips Fups zu ihrer Verwunderung ein strenges Regiment über die Wimblis. Zusammen mit ihren Cousin Graham, einer Plastikkarotte und einem Plüschelefanten muss Phinie die Wimblis von Fitz Fups Regiment befreien.Sehr viel Zeit bleibt ihnen dafür nicht.......

Lissa Evans hat das Abenteuerbuch in einer sehr kindgerechten Sprache verfasst. Für Kinder ist es leicht lesbar. Der Schreibstil ist anschaulich, lässt aber Platz für die eigne Phantasie.
Unterschwellig läuft das Thema eigene Talente, Zusammenhalt und Mut mit. Die Wimblis sind nach Farben und Charaktereigenschaften unterschiedlich illustriert.
Das zeigt auf der eiinen Seite die Vielfalt der Eigenschaften macht aber auch deutlich wie sie sich auf die Gemeinschaft auswirken.
Es wird klar, wir sind Viele und gemeinsam sehr stark.
Die Besonderheit der Wimblis ist, dass sie in Reimen sprechen. Das zusammen mit den sprechenden Spielsachen gibt dem Buch Esprit und Witz.
Kinder können sich gut damit identifizieren, und in ihrer Fantasie weiter ausleben.
Mit seinen 34 kurzen Kapiteln hat das Buch eine angenehme Länge. Vorne im Buch findet sich eine sehr ansprechende Landkarte des Wimbli Land. Darauf lässt sich die Reiseroute gut verfolgen.
Für uns war es eine unterhaltsame Geschichte mit interssanten Figuren. Ein wirklich lesenswertes Buch

Veröffentlicht am 02.07.2019

Erlebnisse im Altenheim

Walzer, Wein & Altenheim
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Schwester Tina beginnt ihre Tätigkeit als Altenpflegerin. Früher hatte sie schon einmal in diesem Metier gearbeitet. Jetzt wollte sie neu durchstarten. Die Kollegen sind zunächst eher zurückhalten, denn ...

Schwester Tina beginnt ihre Tätigkeit als Altenpflegerin. Früher hatte sie schon einmal in diesem Metier gearbeitet. Jetzt wollte sie neu durchstarten. Die Kollegen sind zunächst eher zurückhalten, denn vorher waren einige Pflegerinnen der Arbeit nicht gewachsen, und gingen wieder.

Der Alltag nimmt seinen Lauf. Auffallend ist wie einfühlsam und sensibel Tina mit den ihr anvertrauten Menschen umgeht.
Zu den Kollegen findet sie guten Kontakt. Zwischen ihr, und der direkten Vorgesetzten wächst eine innige Freundschaft.
Tina lebt in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung. Ihre Freundin hat immer ein offenes ohr, wenn Tina Jemanden zum Reden braucht. Gemeinsam entwickeln die Beiden Strategien, das Erlebte zu verarbeiten.
Der Alltag im Heim ist alltagstauglich beschrieben. Die Bewohner werden gut in den Blick genommen und dürfen ganz sie selbst sein.
Das Rotationsverfahren des Dienstes verhindert sicher auch, dass sich Jemand nur seine Lieblinge herauspickt.
Das zum Teil die Biografie der fiktiven Bewohner mit zum Umfeld gehörte, machte das Verhalten empatischer.
Anna J. Eichenlaub beschreibt den Heimalltag aus Sicht ihrer Protagonistin Tina. Dabei versieht sie ihren Dienst bei den Bewohnern, denen sie empatisch gegenübersteht. Sie hat ihre Freiräume um neue Kraft zu schöpfen und eine Vertraute an ihrer Seite. Damit kann sie den Alltag gut meistern.
Allerdings werden die Probleme wie Personalmangel, Leihkräfte von einer Institution, Organisation des Alltages im Pflegeheim und der Tod von Bewohnern werden nicht beschönigt.
Als Fazit möchte ich festhalten: Es handelt sich um ein Haus, in dem ich als alter, eingeschränkter Mensch leben könnte.

Veröffentlicht am 27.06.2019

Wenn das Leben ein anderes Drehbuch schreibt

Total vergeigt
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Schenk, der Protagonist ist jung, gut situiert, verheiratet. Zur jungen Familie gehören auch zwei Kinder. Gerne geht er seinen Beruf nach. Der Alltag plätschert genüsslich dahin. Eigentlich könnte es so ...

Schenk, der Protagonist ist jung, gut situiert, verheiratet. Zur jungen Familie gehören auch zwei Kinder. Gerne geht er seinen Beruf nach. Der Alltag plätschert genüsslich dahin. Eigentlich könnte es so weiter gehen - ABER manchmal schreibt das Leben ein anderes Drehbuch.
So auch bei Schenk. Die Schwierigkeiten kamen unter dem Deckmäntelchen des Glücks.
Er weilte am Balaton. In einer Gaststätte begegnete er Zusanna, einer Frau die sein Herz erreichte. Mit ihr verbrachte er sehr glückliche Tage. Als abreiste, wurde sein Horizont duster. Schenk schwankte zwischen der Liebe zu seiner Familie und zu Zusanna.
Dann spricht die Polizei im Rahmen einer Mordermittlung mit seiner Frau. Dabei kommt sein Seitensprung auf den Tisch.
Schenk bemüht sich zunächst das zerschlagene Porzellan wieder zu kitten. Dann wird er wegen Mordes verhaftet und kommt ins Gefängnis. Jetzt gelangt sein Leben an einen Tiefpunkt.
Aber Schenk wäre nicht Schenk, wenn er nicht aus der Misere raus käme. Nach seiner Haftentlassung startet er auf dem Kitz eine neue Karriere, zeitweise auch als Zuhälter. Allerdings ist das noch nicht das Ende, schlimmer geht immer.
Anton Schenk nimmt die Leser mit auf eine Reise, zunächst zeigt er den glücklichen Alltag einer Familie, die es geschafft hat.
Als Zusa ins Spiel kommt, ändert sich das Bild. Jetzt erleben wir sonnige Tage am Balaton mit gutem ungarischen Wein.
Da die Liebe viele Facetten haben kann bleibt für Schenk daneben die Liebe zu seiner Frau.
So wie es aussieht bleibt der Verrat an den Frauen nicht ungestraft,
denn die Liebesgeschichte wird zu einem Krimi, wie ihn nur das Leben vorgeben kann.
Der Autor hat dem Buch eine Dynamik mitgegeben, die ein wirklich gutes Eigenleben entwickelt und die anfängliche Liebesgeschichte zu einem interessanten Krimi werden lässt.

Veröffentlicht am 20.06.2019

Der neue Hüter der Welt

Simon Brand, Hüter der Welt
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Gerade hat Simon, 17 Jahre, den Mut aufgebracht sich gegenüber seinem Freund zu outen, da ereilt ihn ein neuer Auftrag. Er soll der neue Hüter der Welt werden. Er ist auf dem Weg nach Zollperding, als ...

Gerade hat Simon, 17 Jahre, den Mut aufgebracht sich gegenüber seinem Freund zu outen, da ereilt ihn ein neuer Auftrag. Er soll der neue Hüter der Welt werden. Er ist auf dem Weg nach Zollperding, als ein alter Herr ihm diesen Auftrag erteilt. Simon reist also nicht nur an, er schlittert in ein handfestes Abenteuer.

Michael Bahn verwendet von Beginn an auflockernde Stilmittel wie Hashtags und gedruckte Handymitteilungen. Sie bringen die Denk- und Gefühlswelt eines 17 jährigen adäquat zur Geltung. Auffallend ist der häufige Wechsel der Stilmittel, der das Buch abwechslungsreich und kurzweilig gestaltet, ohne den nötigen Ernst zu vermissen.
Die verschiedenen Protagonisten agieren unkoventionell und ihrem Alter entsprechend. Die Sinnsuche junger Leute kommt schön zu Ausdruck. Simon, der Protagonist, ist ein ganz normaler Junge mit seinen Ecken und Kanten. Trotzdem fällt ihm diese wichtige Aufgabe zu. Er bedient sich im Roman verschiedener Hilfsmittel, u.a. des Supertools N.I.N.I um die Rätsel und Fragen rund um seine abenteuerliche Reise zu lösen.
Michael Bahn greift im Roman auf Personen, wie du und ich zurück. Der Hüter der Welt bekommt seinen Einsatz nicht an den großen Schauplätzen sondern in der kleinen Stadt Zollperding. Dabei wird eine Menge an mutmachenden Aspekten für junge Leute transportiert.
Wie das mit der Aufgabe HÜTER DER WELT so läuft, lässt sich im vorliegenden Roman gut nachlesen.