Ein düsterer und detailreicher Auftakt, der noch nicht alles preisgibt. Teilweise zieht sich die Story, aber auf die Folgebände freue ich mich.
The Darkest Gold – Die GefangeneIch bin ohne große Erwartungen und sogar ohne Klappentext in dieses Buch gestartet – nur mit der Empfehlung, dass mir die Reihe gefallen könnte. Der Einstieg war dementsprechend überraschend: düster, skurril ...
Ich bin ohne große Erwartungen und sogar ohne Klappentext in dieses Buch gestartet – nur mit der Empfehlung, dass mir die Reihe gefallen könnte. Der Einstieg war dementsprechend überraschend: düster, skurril und ein wenig verschoben.
Wir begleiten Auren, die in einem goldenen Käfig lebt – sowohl im wörtlichen als auch im übertragenen Sinn. Ihre Abhängigkeit von König Midas ist auf jeder Seite spürbar. Oft habe ich mich gefragt: Warum ist sie so naiv und abhängig? Was bedeuten ihre goldenen Bänder wirklich, und warum erkennt sie nicht selbst, wie besonders sie sind? Noch bleiben viele Fragen offen, nur Andeutungen geben Hinweise.
Die Atmosphäre des Buches ist extrem: detailreich, brutal und doch voller Lücken. Man hat am Ende eher das Gefühl, im Dunkeln zu tappen. Gleichzeitig entfaltet sich die Welt Stück für Stück – man lernt Strukturen kennen, spürt Aurens Einsamkeit und erlebt, wie sie langsam mutiger wird. Besonders berührt hat mich, wie sie für einen neugewonnenen Freund kämpft.
Die „Sattel“ habe ich von Anfang an zwiespältig empfunden – gerade dieses Verhältnis bleibt spannend für die nächsten Bände. Auch die Nebencharaktere sind noch blass, obwohl man merkt, dass sie Auren prägen könnten. Zwei von ihnen sind mir auf der Reise jedoch sehr ans Herz gewachsen.
Der Schreibstil von Raven Kennedy ist flüssig, man kommt schnell in einen Leseflow. Gleichzeitig gelingt es ihr, die erdrückende Enge von Aurens Käfig spürbar zu machen. Das Buch ist in zwei Teile gegliedert, wobei der zweite lebhafter und intensiver wird. Besonders das Ende hat mich überrascht – plötzlich hatte ich das Gefühl, erst richtig in der Geschichte angekommen zu sein.
Glücklicherweise konnte ich Anfang des Jahres die Bücherbüchsen-Ausgaben ergattern, sodass nun alle Teile im Regal stehen und darauf warten, gelesen zu werden.