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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2025

Krass!!!

Liebe ist gewaltig
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Claudia Schumachers Liebe ist gewaltig hat mich vor drei Jahren tief berührt und tut es bis heute. Der Roman erzählt die Geschichte von Juli, die in einer scheinbar perfekten Familie aufwächst, hinter ...

Claudia Schumachers Liebe ist gewaltig hat mich vor drei Jahren tief berührt und tut es bis heute. Der Roman erzählt die Geschichte von Juli, die in einer scheinbar perfekten Familie aufwächst, hinter deren Fassade sich Gewalt, Kontrolle und patriarchale Machtstrukturen verbergen. Der Vater, der seine Macht als Liebe tarnt, und die schweigende Mutter, gefangen in Anpassung und Selbstverleugnung, zeigen, wie Gewalt oft im Verborgenen wirkt und Frauen darin systematisch zum Schweigen gebracht werden.

Schumacher gelingt es meisterhaft, die psychologische Komplexität von Gewalt und Unterdrückung zu erfassen, ohne in ein einfaches Täter-Opfer-Schema zu verfallen. Julis Kampf um Selbstbestimmung und die Deutungshoheit über ihr eigenes Leben wird zu einem feministischen Akt. Sprache wird zur Waffe, Erinnerung zur Befreiung, und jede Form von Widerstand ist zugleich ein Schritt in Richtung eigener Identität.

Die Stärke des Romans liegt in seiner ungeschönten, sprachlich präzisen Darstellung. Heilung ist hier kein linearer Prozess, sondern eine zähe, widersprüchliche Arbeit. Schumacher zeigt, dass Befreiung bedeutet, die Narrative anderer zu hinterfragen und die eigene Wahrheit zu leben. Liebe ist gewaltig ist ein kraftvoller, schonungsloser Roman über Gewalt, Macht, Mut und Selbstermächtigung. Es ist ein feministisches Meisterwerk, das lange nachwirkt.

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Sehr schön!

Der Scherbenpalast
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„Der Scherbenpalast“ hat mich richtig berührt. Lou ist am Anfang so wütend und frustriert, dass ich manchmal fast mit ihr zusammen die Zähne zusammenbeißen wollte und gleichzeitig habe ich mich in ihr ...

„Der Scherbenpalast“ hat mich richtig berührt. Lou ist am Anfang so wütend und frustriert, dass ich manchmal fast mit ihr zusammen die Zähne zusammenbeißen wollte und gleichzeitig habe ich mich in ihr selbst ein bisschen wiederentdeckt. Dieses Gefühl, plötzlich aus der gewohnten Welt gerissen zu werden und alles fremd zu finden, kenne ich nur zu gut.

Besonders schön fand ich, wie Lou nach und nach auftaut. Die Begegnung mit der geheimnisvollen Alten im Nachbargarten, die fröhliche Hartnäckigkeit von Sari und dann Tikey, der ganz leise etwas in Lou berührt, zeigen, wie langsam aus den Scherben ihres Lebens etwas Neues und Schönes entstehen kann.

Die Mischung aus Humor, Gefühl und kleinen, magischen Momenten macht das Buch richtig lebendig. Ich mochte auch, wie authentisch die Charaktere sind. Niemand ist perfekt und gerade das macht sie sympathisch.

Alles in allem ist es ein warmherziges, nachdenkliches Buch, das Mut macht, sich auf Neues einzulassen, auch wenn man erst einmal dagegen ankämpft. Ich habe beim Lesen oft gelächelt, manchmal mit Lou gelitten und am Ende war ich einfach froh über diese Geschichte.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen!

Ex
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EX ist erfrischend ehrlich, charmant und humorvoll und regt gleichzeitig zum Nachdenken über die eigenen Beziehungsmuster an. Katja Lewina nimmt ihre Ex-Beziehungen unter die Lupe, hinterfragt Sehnsüchte, ...

EX ist erfrischend ehrlich, charmant und humorvoll und regt gleichzeitig zum Nachdenken über die eigenen Beziehungsmuster an. Katja Lewina nimmt ihre Ex-Beziehungen unter die Lupe, hinterfragt Sehnsüchte, Erwartungen und Rollenbilder, ohne moralisch zu werden. Das Buch zeigt, wie Liebe, Macht und Selbstwert in Partnerschaften ineinandergreifen und lädt dazu ein, die eigene Geschichte zu reflektieren.

Lewina trifft den perfekten Ton, mal witzig, mal tiefgründig, immer nahbar. Es macht Spaß zu lesen, bringt aber auch zum Nachdenken über eigene Muster, Grenzen und Wünsche in der Liebe. Für alle, die Unterhaltung mit feministischer Tiefe suchen, ist EX ein Volltreffer. Ein Buch, das tröstet, provoziert und inspiriert.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Packend!

Das Paket
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Ich erinnere mich noch lebhaft an den Tag, an dem ich Das Paket von Sebastian Fitzek las. Es war 2018, und ich war auf dem Weg nach Hause, als die Bahn plötzlich steckenblieb. Drei Stunden Verspätung standen ...

Ich erinnere mich noch lebhaft an den Tag, an dem ich Das Paket von Sebastian Fitzek las. Es war 2018, und ich war auf dem Weg nach Hause, als die Bahn plötzlich steckenblieb. Drei Stunden Verspätung standen bevor, und ich hatte nur mein Buch dabei. Was zunächst wie ein Alptraum klang, entpuppte sich als Glücksfall: Ich tauchte völlig in die Geschichte ein und vergaß die Zeit – die Verspätung verging wie im Flug.

Fitzek versteht es meisterhaft, Spannung zu erzeugen und den Leser zu fesseln. Schon auf den ersten Seiten wird man in die Welt der Psychiaterin Emma Stein hineingezogen, die nach einem traumatischen Erlebnis in ihrem Leben mit Zweifeln und Ängsten kämpft. Die Geschichte ist voller Wendungen und Überraschungen, die einen bis zum Schluss in Atem halten.

Der Schreibstil ist packend und flüssig, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Die Charaktere sind vielschichtig und authentisch, besonders Emma, deren innere Zerrissenheit und Entwicklung eindrucksvoll dargestellt werden. Die Mischung aus psychologischem Thriller und emotionaler Tiefe macht Das Paket zu einem herausragenden Werk.

Für mich war dieses Buch nicht nur ein spannendes Leseerlebnis, sondern auch der Beginn einer großen Begeisterung für Fitzeks Werke. Seine Fähigkeit, den Leser zu packen und nicht mehr loszulassen, hat mich nachhaltig beeindruckt. Ich kann Das Paket jedem empfehlen, der auf der Suche nach einem fesselnden Thriller ist, der sowohl psychologisch tiefgründig als auch spannend ist.

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Ein leises, starkes Plädoyer für weibliche Selbstbestimmung

Alte Sorten
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Ewald Arenz’ Alte Sorten ist ein stilles, aber zutiefst bewegendes Buch über zwei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Und die sich doch auf einer tieferen Ebene verstehen. Liss, eine zurückgezogene ...

Ewald Arenz’ Alte Sorten ist ein stilles, aber zutiefst bewegendes Buch über zwei Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Und die sich doch auf einer tieferen Ebene verstehen. Liss, eine zurückgezogene Obstbäuerin, und Sally, eine junge Frau auf der Flucht vor sich selbst, begegnen einander ohne Vorurteile, ohne Erwartungen. Zwischen ihnen entsteht etwas Seltenes: echte Nähe, die nicht einengt, sondern befreit.

Gerade aus feministischer Perspektive berührt dieses Buch, weil es Frauen zeigt, wie sie sind – stark, verletzlich, widersprüchlich, eigenständig. Weder Liss noch Sally werden auf stereotype Rollen reduziert; sie definieren sich nicht über Männer, sondern über ihre Erfahrungen, ihre Arbeit, ihr stilles Wachsen. Ihre Beziehung ist kein klassisches „Heilungsnarrativ“, sondern eine Erzählung über gegenseitigen Respekt und die Kraft, sich Raum zu nehmen.

Die Natur spielt dabei eine zentrale Rolle: das Pflegen alter Obstsorten wird zur Metapher für das Bewahren von Identität, Geschichte und innerer Vielfalt. Arenz beschreibt dies mit großer Sensibilität und einer Sprache, die Wärme und Klarheit zugleich besitzt. Alte Sorten zeigt, dass Heilung und Stärke in Gemeinschaft, Selbstakzeptanz und Sanftheit liegen können – und dass Weiblichkeit nichts mit Schwäche zu tun hat, sondern mit der Fähigkeit, zu fühlen, zu wachsen und weiterzugehen.

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