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Veröffentlicht am 18.01.2022

Der Beginn einer Familiengeschichte

Die Tuchvilla
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Augsburg im Jahr 1913; Marie, die in einem Waisenhaus aufwuchs, wird in der Tuchvilla der Familie Melzer als Küchenmädchen eingestellt. Dort begegnet sie dem Sohn der Familie und das Schicksal nimmt seinen ...

Augsburg im Jahr 1913; Marie, die in einem Waisenhaus aufwuchs, wird in der Tuchvilla der Familie Melzer als Küchenmädchen eingestellt. Dort begegnet sie dem Sohn der Familie und das Schicksal nimmt seinen Lauf...

Der Schreibstil ist flüssig, die Charaktere gut herausgearbeitet und das Ambiente der Tuchvilla und deren Umfeld in Augsburg sehr gut beschrieben.
Die Geschichte von Marie ist vorhersehbar, aber das ist bei diesem Genre meistens der Fall und somit völlig in Ordnung.
Marie's Aufstieg vom Küchenmädchen bis zum Familienmitglied ist ein bisschen unglaubwürdig, weil sie einerseits ziemlich verletzlich andererseits doch etwas zu fordernd und aufmüpfig dargestellt wird. Ich bezweifle, dass so ein Verhalten einer Angestellten zu damaliger Zeit geduldet wurde. Ein bisschen zu dick aufgetragen.
Der Anfang des Romans liest sich recht gut, in der Mitte wird es ein bisschen langatmig und am Ende wurden einfach viel zu viele unnötige Szenen eingebaut, die viele Fragen aufwerfen, die nicht beantwortet werden. Auch der plötzliche Sinneswandel der Herrschaft in Bezug auf Marie im letzten Teil des Romans ist für mich nicht nachvollziehbar. Für eine Familiensaga doch ein bisschen zu unrealistisch.

Trotzdem würde ich dem Buch eine Leseempfehlung geben, weil es alles in allem ein Buch ist, bei dem man gut in die damalige Zeit der Industriellen und Herrenhäuser eintauchen kann. Und ein bisschen Märchen vom Aschenputtel hat man auch.

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Veröffentlicht am 04.11.2021

Hochspannung von der ersten bis zur letzten Seite

Passagier 23
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Martin Schwartz, Polizeipsychologe und Ermittler, verliert vor 5 Jahren seine Frau und seinen Sohn bei einer Kreuzfahrt. Die genauen Umstände sind bis heute nicht geklärt. Nun bekommt er während eines ...

Martin Schwartz, Polizeipsychologe und Ermittler, verliert vor 5 Jahren seine Frau und seinen Sohn bei einer Kreuzfahrt. Die genauen Umstände sind bis heute nicht geklärt. Nun bekommt er während eines Einsatzes einen Anruf von einer älteren Dame, die sich auf eben diesem Kreuzfahrtschiff befindet und die Hinweise zum Verschwinden seiner Familie hat. Martin wollte nie wieder ein Schiff betreten, schon gar nicht dieses. Als er jedoch hört, dass die Dame ein Mädchen gesehen hat, das den Teddy von Martins Sohn hatte, geht er an Bord und versucht, das Verschwinden seiner Familie und auch andere Schicksale aufzuklären.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es sich sehr flüssig lesen ließ, die Handlung mich gefesselt hat und der Spannungsbogen immer oben gehalten wurde. Ich fühlte mich wie ein stiller Beobachter auf dem Kreuzfahrtschiff.
Die Geschichte behandelt ein Tabuthema, welches wahrscheinlich doch öfter vorkommt, als man glaubt und auch (gerade als Mutter) die eigene Vorstellungskraft übersteigt. Gerade deswegen musste ich das Buch auch zwischendurch mal kurz weglegen, weil die Handlung doch ziemlich detailliert und intensiv beschrieben wurde. Allerdings wirklich nur kurz, weil meine Neugier auf den Fortgang der Geschichte doch sehr groß war. Immer, wenn ich jemand im Verdacht hatte, tauchte jemand auf, der noch verdächtiger wirkte.
Obwohl der Fall weit vor Ende des Buches aufgeklärt wurde, war die Geschichte noch lange nicht beendet. Es gab bis zur letzten Seite noch viele unerwartete Aha-Effekte.

Alles in allem war das Buch wiedermal ein Fitzek, bei dem die Hochspannung von der ersten bis zur letzten Seite förmlich zu spüren war.

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Veröffentlicht am 19.10.2021

Auf der Spur eines Geheimnisses aus der Nebelgasse

Das Haus in der Nebelgasse
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London im Jahr 1900. Die junge Lehrerin Matilda Gray erhält von einer Schülerin eine Ansichtskarte aus Neapel. Diese enthält neben den unbekümmerten Worten auch eine geheime Botschaft, die Matilda beinahe ...

London im Jahr 1900. Die junge Lehrerin Matilda Gray erhält von einer Schülerin eine Ansichtskarte aus Neapel. Diese enthält neben den unbekümmerten Worten auch eine geheime Botschaft, die Matilda beinahe übersehen hätte. Laura, die Verfasserin dieser Karte, war nach den Ferien nicht wieder an die Schule zurückgekehrt, obwohl sie kurz zuvor in einem Gespräch mit Matilda sagte, wie sehr sie die Schule und das Lernen mag und sich auf ihren Abschluss freue. Matilda kann die Botschaft entschlüsseln und begibt sich auf die Spur eines Geheimnisses. Die Suche führt sie in das frühere London bis ins Jahr 1665.
Der Schreibstil ist flüssig und unkompliziert. Nach ein paar Seiten findet man gut in die Geschichte ein. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und die Handlungen logisch und sehr gut nachvollziehbar. Lediglich das Ende kommt etwas abrupt und war mir persönlich zu schnell abgehandelt. Auch hatte ich aufgrund des Titels des Buches mit etwas mehr Mystischem gerechnet, was ich nicht wirklich gefunden habe.
Aber auch ohne Mystik - alles in allem ein sehr lesenswertes Buch.

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Veröffentlicht am 28.09.2021

Wieder ein spannender, historischer Roman mit medizinischem Touch

Hexensarg
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Lapidius, den man schon aus dem früheren Roman "Hexenkammer" von Wolf Serno kennt, ist in diesem Buch die Hauptfigur.
Einige Zeit und Schicksalsschläge später, nachdem er den Ort Kirchrode im Harz verlassen ...

Lapidius, den man schon aus dem früheren Roman "Hexenkammer" von Wolf Serno kennt, ist in diesem Buch die Hauptfigur.
Einige Zeit und Schicksalsschläge später, nachdem er den Ort Kirchrode im Harz verlassen hat, lebt er ohne seine Familie in der Provinz Holland.
Durch seine Trunksucht ist er bei den Ratsherren ein unliebsamer Bürger und wird kurzerhand von eben diesen zum Nachfolger des kürzlich verstorbenen Schellenknechts gemacht. Als Schellenknecht hat er als einzige, unbeliebte Aufgabe, die Versorgung der Aussätzigen, auf der vorgelagerten Insel zu übernehmen. Man nennt sie die "Insel der Todgeweihten", weil dort leprakranke Menschen abgesondert leben müssen.
Lapidius lernt dort die verschiedensten Menschen kennen und findet dort auch eine neue Liebe. Jedoch wird das Leben auf der Insel von Morden überschattet und Lapidius hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Mörder dingfest zu machen.
Der Autor Wolf Serno hat mit diesem Buch wieder einmal einen historischen Roman mit realen Begebenheiten und medizinischem Hintergrund geschaffen. Das Thema ist sehr gut recherchiert und wie immer literarisch und sprachlich super umgesetzt. Da ich die Bücher von ihm sehr gern lese, freue ich mich immer auf die Passagen im Buch, in denen er Charaktere aus anderen von ihm geschriebenen Büchern in diese Geschichten integriert. Das ist m. E. sein "Markenzeichen" und ich bin bisher in keinem einzigen seiner Bücher enttäuscht worden.

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Veröffentlicht am 06.09.2021

Psychothriller der obersten Liga

Die Therapie
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Josy, die 12jährige Tochter des Starpsychiaters Dr. Viktor Larenz verschwindet vor 4 Jahren spurlos. Der Fall wurde nie aufgeklärt. In einem Ferienhaus auf der Insel Parkum möchte sich Dr. Larenz nun für ...

Josy, die 12jährige Tochter des Starpsychiaters Dr. Viktor Larenz verschwindet vor 4 Jahren spurlos. Der Fall wurde nie aufgeklärt. In einem Ferienhaus auf der Insel Parkum möchte sich Dr. Larenz nun für ein Exklusiv-Interview vorbereiten. Die Abgeschiedenheit des Hauses ist genau das Richtige für ihn in dieser Zeit. Da bricht ein Unwetter mit dem stärksten Sturm seit Jahren über die Insel herein. Genau zu dieser Zeit bekommt er Besuch von einer jungen Frau. Sie ist eine erfolgreiche Kinderbuchautorin und hat Visionen ihrer Figuren. Als sie Visionen eines kleinen Mädchens hat, beschließt sie, sich von Dr. Larenz therapieren zu lassen. Er jedoch praktiziert seit 4 Jahren nicht mehr, aber die Geschichte der jungen Frau ähnelt sehr dem Verschwinden seiner Tochter. Deshalb beginnt er mit der Therapie.
Meisterhaft versteht der Autor die Spannung von der ersten bis zur letzten Seite oben zu halten. Immer wenn man denkt, man kommt der Lösung nahe, wird man schon auf der nächsten Seite in eine andere Richtung gelenkt. Auch wenn die Auflösung des "Falls" schon eine geraume Zeit vor dem Ende des Buches kommt, flacht der Spannungsbogen nicht ab.
Wirklich ein super Psychothriller der obersten Liga!

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