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Veröffentlicht am 13.08.2021

Leseurlaub in Südtirol

Bergland
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Tiefenthal in Südtirol ist ein Hochgebirgstal, in dem das Leben schon immer hart war. In den vierziger Jahren übernimmt Rosa den Hof, nachdem ihr Vater gestorben ist und ihre Brüder im Krieg verschollen. ...

Tiefenthal in Südtirol ist ein Hochgebirgstal, in dem das Leben schon immer hart war. In den vierziger Jahren übernimmt Rosa den Hof, nachdem ihr Vater gestorben ist und ihre Brüder im Krieg verschollen. Durch ihr Geschick schafft sie es sich dort oben selbst zu versorgen und auch ihren Sohn alleine groß zu ziehen. Zwei Generationen weiter ist das Leben nicht einfacher geworden. Neben dem Hof haben Franziska und ihre Familie auch auf Ferienwohnungen gesetzt. Doch hier ist man eigentlich nicht mehr selbstbestimmt, der Dachverband hat strikte Vorgaben und die Touristen sind anspruchsvoll.

Jarka Kubsova erzählt vom Leben in einem Hochtal in Südtirol von den Vierzigern bis heute. Damals wie heute ist es nicht einfach genug zum Leben zu haben. Gerade in der gegenwärtigen Geschichte habe ich viel wiedererkannt und ich habe mich die ganze Zeit gefragt wo Tiefenthal denn nun eigentlich liegt. Ich selbst fahre ja nun schon seit meiner Kindheit nach Südtirol in den Urlaub und mir ist die Gegend um Meran zur zweiten Heimat geworden. Daher hatte ich dauernd das Gefühl die Gegend zu kennen und siehe da, die Autorin hat wohl mehrere Monate im Ultental gelebt, dass ich auch kenne, da der Schwager meiner besten Freundin von dort kommt.

Mir haben die Beschreibungen der Natur und der Lebensumstände sehr gut gefallen und auch nachdenklich gemacht. Was ich schön fand, war, dass die Familie am Ende gemeinsam zurück auf Rosas Art zu leben zurückschwenkt und damit wieder mit der Natur, anstatt gegen sie zu leben. Der Umstieg auf Bio und naturnahe Landwirtschaft klingt in diesem Buch definitiv nicht nach neumodischer Idee, sondern nach einer Rückkehr zu dem was die Generation von Rosa schon wusste. Gerade in heutigen Zeiten ist das ja durchaus ein Thema.

Ich kann das Buch nur empfehlen, für mich war es wie ein kleiner Urlaub in Südtirol.

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Veröffentlicht am 12.08.2021

Wohlfühlroman

Leuchtturmträume
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Anneke hat nach einem schweren Schicksalsschlag alle Zelte hinter sich abgebrochen und hat mittlerweile auch nur noch sporadischen Kontakt zu ihrer Familie. Auch ihr Job als Hoteltesterin mit dem dauernden ...

Anneke hat nach einem schweren Schicksalsschlag alle Zelte hinter sich abgebrochen und hat mittlerweile auch nur noch sporadischen Kontakt zu ihrer Familie. Auch ihr Job als Hoteltesterin mit dem dauernden Reisen hilft ihr zu vergessen. Als sie dann aber zu einem Auftrag nach St. Peter-Ording kommt und der Hotelbesitzer des Hotels, das sie unter anderem bewerten soll, ihr Ex-Freund Raik ist, bricht alles wieder auf. Langsam lernt Anneke mit ihrer Vergangenheit umzugehen und eine glückliche Zukunft zuzulassen.

Das Buch ist an sich ein wirklicher Wohlfühlroman. St. Peter-Ording ist so toll beschrieben, dass man am liebsten sofort hinfahren möchte, um sich dort zu erholen. Annekes Trauma allerdings macht das Ganze etwas schwerer, sie wird immer wieder auch an die traurigen Dinge erinnert. Allerdings lernt sie eine Menge Leute kennen, die teilweise auch ähnliche Erlebnisse hatten und durch die sie erkennt, dass sie nach vorne schauen muss. Und nicht zuletzt Raik schafft es sie aus ihrem Schneckenhaus herauszuholen und ihr beim Akzeptieren ihrer Trauer zu helfen.

Ich kann das Buch nur empfehlen. Die Kombi aus Wohlfühlort und Schicksalsbewältigung war für mich genau richtig getroffen. Es war das erste Buch der Autorin für mich, ich werde aber ihre anderen Bücher sicherlich auch noch lesen.

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Veröffentlicht am 09.08.2021

schöner Roman aus den Fünfzigern

Der Eissalon
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Karina fliegt von einer Restaurantfachschule, als sie mit einem Lehrer beim Küssen erwischt wird. Da man ihr die Schuld zuschiebt und sie zu Hause nicht mit dem Rausschmiss ankommen will, bleibt sie in ...

Karina fliegt von einer Restaurantfachschule, als sie mit einem Lehrer beim Küssen erwischt wird. Da man ihr die Schuld zuschiebt und sie zu Hause nicht mit dem Rausschmiss ankommen will, bleibt sie in Bonn und sucht sich erst einmal ein Zimmer. Dort lernt sie Ricardo kennen, der mit einem Eiswagen durch Bonn zieht, und gemeinsam erfüllen sie sich den Wunsch eine Eisdiele zu eröffnen. Doch als Ricardo von seiner Vergangenheit eingeholt wird und Karina sich ihrer Familie stellen muss, steht alles auf der Kippe.

Das Buch steigt gleich mit dem Rauswurf Karinas ein. Sie wird zu der Sache nicht angehört und als liederliches Weib nach Hause geschickt. Das will sie nicht auf sich sitzen lassen und erst nach Hause zurückkehren, wenn sie sich etwas Eigenes aufgebaut hat. Diese Haltung hat mich beeindruckt, Anfangs ist sie sich noch sehr unsicher, aber bald glaubt sie daran, dass die Eisdiele mit Ricardo gemeinsam etwas werden kann. Das private zwischen den beiden ist etwas schwierig, Ricardo knabbert noch sehr an seinen Kriegserlebnissen und kann sich anfangs nicht auf Karina einlassen. Doch im Laufe der Zeit raufen die beiden sich gut zusammen.

Der zweite Erzählstrang dreht sich um Erika, die Vermieterin der beiden. Sie ist einsam, trotz ihrer Mitbewohner und als sie sich in einen anderen Mieter des Hauses verliebt, muss sie sich der Vorurteile ihrer Zeitgenossen erwehren, da Henryk gute 15 Jahre jünger als sie ist. Auch hier zeigen sich die die damaligen Ansichten der Gesellschaft recht deutlich. Karina wird eher verurteilt, weil Ricardo nicht standesgemäß ist, die 10 Jahre Altersunterschied sind hier egal.

Mir hat das Buch gut gefallen, es liest sich toll und man kann sich das Bonn der fünfziger Jahre gut vorstellen. Die Charaktere haben mir ausgesprochen gut gefallen und auch die Probleme, die sie miteinander haben, fand ich nicht zu übertrieben. Besonders gut beschrieben fand ich Karinas Familie, die sich aus wirklich vielen Charakterköpfen mit festen Meinungen zusammensetzt. Nicht immer einig, aber doch als Familie zusammengehörig.

Ich habe das Buch an einem Nachmittag gelesen und hatte einige sehr schöne und kurzweilige Lesestunden. Daher eine Leseempfehlung von mir.

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Veröffentlicht am 08.08.2021

Venedig und Familie

Viele Erben verderben das Sterben (Ein Pippa-Bolle-Krimi 8)
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Pippas Schwägerin Carla will in Venedig als Fremdenführerin neu anfangen und als ihre Tochter Mara sich plötzlich aus dem Internat in ihr zukünftiges Heim flüchtet, bietet Pippa Carla an, sich um Mara ...

Pippas Schwägerin Carla will in Venedig als Fremdenführerin neu anfangen und als ihre Tochter Mara sich plötzlich aus dem Internat in ihr zukünftiges Heim flüchtet, bietet Pippa Carla an, sich um Mara zu kümmern, bis Carla all ihre Prüfungen gemacht hat. Dabei wird sie auch noch in die Streitigkeiten um das zukünftige Erbe von Benito Pazzoli hineingezogen. Der hat, als Venedigs größter Herzensbrecher, so viele Nachkommen gezeugt, dass nicht mehr klar ist, wer alles irgendwann einmal erben wird. Als der Kanal trockengelegt wird taucht plötzlich eine Leiche auf und Pippa ist bald schon in die Mordermittlung verstrickt. Zusammen mit Mara und Alfredo, Carlas Onkel, unterstützt sie die örtliche Polizei bei ihren Ermittlungen.

Dieser achte Band aus der Reihe um Pippa Bolle ist wieder ein gemütlicher Krimi, der allerlei wichtige Themen behandelt. Einmal geht es natürlich um die Erbstreitigkeiten, aber im Laufe des Buches geht es auch stark um Frauenrechte, Upskirting und Missbrauch von Frauen im Allgemeinen. Und auch Maras Blindheit und ihre Einschränkungen, aber auch ihre Vorteile gegenüber Sehenden und deren Umgang mit ihr, ist immer wieder ein Thema. All das ist eingebettet in ein Setting das Urlaubsträume weckt. Venedig wird auch hier als wunderschöne Stadt beschrieben, deren Besuch auf jeden Fall empfehlenswert ist. Wer schon einmal dort war wird die Lagunenlandschaft gleich wieder vor Augen haben.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, allerdings fand ich das Ende ein wenig zu überladen. Da wurde noch einmal alles an Themen reingepackt was ging. Das hat dazu geführt, dass ich ein wenig den Überblick verloren habe.

Trotzdem war es ein schönes Buch, das mich mitgenommen hat und mir spannende Lesestunden beschert hat. Von daher auf jeden Fall eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 07.08.2021

zuwenig Hotel, zuviel Sex

Wiedersehen im Flanagans (Das Hotel unserer Träume 2)
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Silvester 1982. Wieder einmal gibt es eine große Silvesterfeier im Flanagans, diesmal geleitet von Emma und Elinor, die das Hotel von Linda Lansing übernommen haben. Beide haben jeweils eine Tochter und ...

Silvester 1982. Wieder einmal gibt es eine große Silvesterfeier im Flanagans, diesmal geleitet von Emma und Elinor, die das Hotel von Linda Lansing übernommen haben. Beide haben jeweils eine Tochter und das Hotel läuft sehr gut. Doch so richtig glücklich ist keine von beiden.

Emma und Elinor hat der Leser schon in Willkommen im Flanagans kennengelernt und auch ihre Männer. Damit enden aber schon die Gemeinsamkeiten mit dem Vorgängerbuch. Ich bin mit dieser Geschichte nicht so richtig warm geworden. Irgendwie sind mir alle Protagonisten fremd geblieben, obwohl man ja Emma, Elinor, Alexander und Sebastian schon aus dem ersten Band kennt. Es dreht sich eigentlich alles immer nur um Sex, Drogen und Alkohol und um die beiden nicht gut laufenden Ehen. Das Hotel ist eher nur der Hintergrund des Ganzen.

Ich habe das Buch daher am Ende nur noch quergelesen um herauszufinden, wie Die Autorin die Geschichte beendet. Sollte es einen weiteren Band aus dieser Reihe geben, werde ich ihn eher nicht lesen. Von mir daher keine Leseempfehlung.

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