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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.03.2020

toller englischer Krimi

Ein unerledigter Mord
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Alan Markby und seine Frau Meredith haben es sich in ihrem Ruhestand eingerichtet. Sie schreibt Krimis, er gärtnert, so wie er es immer geplant hat. Eines Tages erzählt ihm sein Helfer Josh, dass er mit ...

Alan Markby und seine Frau Meredith haben es sich in ihrem Ruhestand eingerichtet. Sie schreibt Krimis, er gärtnert, so wie er es immer geplant hat. Eines Tages erzählt ihm sein Helfer Josh, dass er mit seiner Schwester als Kind eine Leiche gefunden hat, dies aber nie gemeldet hat. Als Beweis hat er ein Armband, das seine Schwester der Leiche entwendet hatte. Markby erkennt schnell, dass das Opfer Teil eines Falles war, den er nie abschließen konnte. Er gibt die Informationen an die ehemaligen Kollegen in Bamford weiter und sorgt dafür, dass der Fall wieder neu aufgerollt wird. Ebenfalls beteiligt war damals an dem Fall Ian Carter, der nun Superintendent ist und auch er möchte diesen Fall lösen. Zusammen mit Jess Campbell macht er sich in Gloucestershire daran, den Informationen noch einmal nachzugehen.

Ich fand es schön Alan Markby und seiner Frau noch einmal wieder zu begegnen. Sozusagen einen kleinen Blick in ihr Leben im Ruhestand werfen zu können. Markby ist eigentlich zufrieden, allerdings juckt es ihn doch sehr, bei den Ermittlungen mit zu helfen. Ian Carter ist dagegen nicht sehr begeistert, hat der alte Fall doch das Gefühl des Versagens bei ihm hinterlassen. Da ist es gut, dass Jess Campbell ihn immer wieder aufbaut und motiviert. Den Handlungstrang um die beiden fand ich auch sehr interessant, ich bin da schon auf weitere Bände mit den beiden gespannt.

Der Fall an sich ist recht kniffelig und ich habe lange im Dunkeln getappt, was da wohl passiert sein mochte. Das Ende war dann aber absolut schlüssig und in sich komplett.

Mir hat das Buch viel Vergnügen bereitet. Es ist ein typischer englischer Krimi mit Wohlfühlfaktor. Es war spannend und gleichzeitig auch einfach schön in das englische Leben einzutauchen. Ann Granger ist einfach ein Garant für tolle englische Krimis. Und die Cover der Reihe sind einfach grandios!

Von mir daher eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 08.03.2020

Neuanfänge

Die Liebe der Sonnenschwestern
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Bei Finola, Ali und Zennie gerät das Leben an einem einzigen Tag aus den Fugen. Finola erfährt, dass ihr Mann fremd geht, Ali wird von ihrem Verlobten sitzen gelassen und Zennies aktuelles Date möchte ...

Bei Finola, Ali und Zennie gerät das Leben an einem einzigen Tag aus den Fugen. Finola erfährt, dass ihr Mann fremd geht, Ali wird von ihrem Verlobten sitzen gelassen und Zennies aktuelles Date möchte sie nicht wiedersehen. Für die ersten beiden bricht erst einmal eine Welt zusammen, während Zennie eigentlich froh ist, da sie eigentlich auch gar keine Beziehung will.

Wir begleiten nun die drei durch die nächsten Monate. Ali muss ihre Hochzeit stornieren und hat noch Glück, dass der Bruder ihres Ex-Verlobten ihr dabei zur Seite steht. Nachdem Glen sich als totale Niete herausgestellt hat, ist Daniel ein guter Freund, der ihr zur Seite steht, wo es nur geht. Finola hat schwer damit zu kämpfen, dass ihr Mann sie für eine jüngere verlassen hat, dazu kommt, dass nicht nur Finola sondern auch die Neue im Rampenlicht stehen und Finola so mit der Presse auch zu kämpfen hat. Zennie dagegen hat beschlossen, dass ein Leben alleine ihr mehr liegt als eine Partnerschaft. Doch als sie sich entschließt, ihrer besten Freundin den größten Wunsch zu erfüllen, stellt sie fest, dass auch sie den Wunsch nach einem Partner und einer Stütze im Leben hat.

Der Klappentext täuscht etwas, natürlich geht es im dem Buch auch um die Beziehung der Schwestern zueinander, und auch um das Haus der Mutter, das entrümpelt werden muss, aber eigentlich geht es darum wie die drei Schwestern mit ihrer jeweiligen Situation umgehen.

Mir hat das Buch gut gefallen, es ließ sich super lesen und man leidet mit den dreien mit. Ich mochte vor allem Ali richtig gerne, aber auch die anderen beiden haben eine tolle Entwicklung hingelegt. Der Schreibstil war wie immer mitreißend und durch den Wechsel zwischen den drei Schwestern wollte man immer weiter lesen und wissen wie es jeweils weitergeht.

Alles in allem war es ein gut zu lesendes Buch, dass ich in wenigen Stunden verschlungen habe. Von mir daher eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 06.03.2020

toller Auftakt!

Enna Andersen und das verschwundene Mädchen
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Enna Andersen kommt nach einer Auszeit zurück in den Job und soll zusammen mit den Kollegen Pia Sims und Jan Paulsen eine Abteilung aufbauen, die sich um Altfälle kümmert. Begeistert sind sie alle drei ...

Enna Andersen kommt nach einer Auszeit zurück in den Job und soll zusammen mit den Kollegen Pia Sims und Jan Paulsen eine Abteilung aufbauen, die sich um Altfälle kümmert. Begeistert sind sie alle drei Anfangs nicht, aber nach und nach raufen sie sich zu einem guten Team zusammen. In ihrem ersten Fall geht es um einen ungeklärten Entführungsfall, der neun Jahre zurückliegt. Nach und nach finden sie heraus, was die Kollegen übersehen hatten. Dabei tun sich allerlei neue Fälle auf, die mit dem Entführungsfall nur indirekt zu tun haben.

Nebenbei lernen wir vor allem Enna kennen. Sie ist noch nicht lange Witwe und muss sich und ihren Sohn Elias alleine versorgen. Zur Seite steht ihr aber auch ihre Schwiegermutter Gerda und auch ihre Freundin Sarah ist immer für sie und Elias da. Andersherum kümmert sich Enna aber auch um Sarah und hilft ihr bei ihren Scheidungsproblemen.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen, es war ein toller Serienauftakt. Der Fall hat sich langsam, aber durchaus logisch weiterentwickelt. Mir hat es gut gefallen, wie das Team zusammen gewachsen ist und gerade Enna ist mir mit ihrer ruhigen Art schnell ans Herz gewachsen. Aber auch bei den anderen beiden sieht man schon in diesem Buch eine deutliche Entwicklung. Ich hoffe, dass es weitere Bände mit dem Team geben wird und dann auch die anderen Ermittler noch genauer beleuchtet werden. Da ist auf jeden Fall noch ganz viel Potenzial drin.

Von mir also eine unbedingte Leseempfehlung für diesen gut durchdachten und vielschichtigen Krimi!

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Veröffentlicht am 03.03.2020

hat mich nicht so berührt

Das Haus der Frauen
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Solène hat nach einem Burn Out Probleme wieder ins Leben zurück zu finden. Ihr Therapeut legt ihr nahe es mit ehrenamtlicher Arbeit zu versuchen. So erklärt sie sich bereit, im Haus der Frauen als Schreiberin ...

Solène hat nach einem Burn Out Probleme wieder ins Leben zurück zu finden. Ihr Therapeut legt ihr nahe es mit ehrenamtlicher Arbeit zu versuchen. So erklärt sie sich bereit, im Haus der Frauen als Schreiberin zu fungieren. Briefe an die Familien oder die Behörden zu formulieren. Anfangs fällt es ihr schwer, sich in dieser für sie so unbekannten Umgebung zurecht zu finden, aber nach und nach fügt sie sich auf ihre Weise in die Gesellschaft des Hauses ein.
Parallel dazu wird die Geschichte des Hauses erzählt. 1925 beginnt Blanche Peyron mit ihrem Mann Spenden zu sammeln um das Haus zu kaufen und als Herberge für Obdachlose Frauen herzurrichten. Dies ist der Höhepunkt ihres Lebens, das sie und ihr Mann im Dienste der Heilsarmee.
Das Buch ist gut und bildhaft beschrieben, besonders Solènes Einsamkeit spiegelt sich auch im Schreibstil wieder. Trotzdem hat mich das Buch nicht wirklich berührt, irgendwie ist mir Solène fremd geblieben, ich habe nicht wirklich mit ihr mitfühlen können. Auch die Geschichte um Blanche und ihren Mann Albin fand ich zwar interessant, aber eigentlich ein bisschen zu oberflächlich. Gerne hätte ich mehr über die Geschichte des Hauses zwischen den beiden Zeitsträngen erfahren.
Alles in allem war es ein nettes Buch, das mich einen Nachmittag unterhalten hat, aber leider auch nicht mehr.

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Veröffentlicht am 29.02.2020

gelungene Überraschung

Die Kleider der Frauen
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Estella lebt in Paris zusammen mit ihrer Mutter und arbeitet in einem Schneideratelier. Kurz bevor die Deutschen in Paris einmarschieren gerät sie in eine Résistance-Aktion und ihre Mutter beschließt sie ...

Estella lebt in Paris zusammen mit ihrer Mutter und arbeitet in einem Schneideratelier. Kurz bevor die Deutschen in Paris einmarschieren gerät sie in eine Résistance-Aktion und ihre Mutter beschließt sie so schnell wie möglich aus Frankreich herauszuschaffen. Estella gelingt die Flucht nach New York, wo sie sich in die dortige Modewelt begibt und versucht dort als Designerin Fuß zu fassen. Gemeinsam mit ihren Freunden macht sie die ersten Schritte auf den Laufsteg und fängt an sich einen Namen zu machen. Allerdings ist da immer noch die Sorge um die Mutter in Frankreich und was es wohl mit ihrer Doppelgängerin auf sich hat. Nach und nach lüftet sich das Geheimnis, auch mit Hilfe von Alex, einem Spion, der ihr schon in Frankreich das Leben gerettet hat.

Was sich wie eine relativ einfache Geschichte liest, ist im Grunde genommen sehr viel komplexer. Es geht schon um die Modebranche der vierziger Jahre und der Leser lernt einiges, wie damals gerade in Amerika Mode gemacht wurde. Vor allem geht es aber um Estellas Familiengeschichte, die reichlich verwirrend ist. Und natürlich geht es auch um die Liebe und was passiert, wenn man nicht miteinander redet und meint zu wissen was der andere tut und denkt.
Ich war ziemlich überrascht, als sich noch eine zweite Zeitebene in der Gegenwart mit in die Erzählung geschoben hat. Hier dreht sich alles um Fabienne, Estellas Enkelin, die plötzlich feststellen muss, dass ihre Familienverhältnisse wohl sehr viel komplizierter sind, als sie dachte. Ich fand diese Ebene sehr schön geschrieben, auch sie war sehr spannend und das Familiengeheimnis löst sich in beiden Teilen der Geschichte ineinandergreifend auf.

Mir hat dieses Buch wirklich gut gefallen. Es ließ sich gut lesen und durch den Wechsel der Zeitebenen war es auch recht spannend, weil man gerne wissen wollte, wie es denn nun im jeweiligen Teil weitergeht. Das Kopfkino lief von Anfang an und die Entwicklung der Charaktere war gut durchdacht und sehr interessant. Und die Geschehnisse in der Geschichte ließen nun wirklich keine Langeweile zu. Im Gegenteil, es war eher ein Wechselbad der Gefühle.
Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen, es hat mir vergnügliche Lesestunden beschert und mich immer wieder überrascht.

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