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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.03.2018

Schwacher dritter Teil

Verstrickt und zugenäht
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Hier nun also der dritte Band der Spitzenweiber. Stine heiratet Simon und endlich scheinen die beiden zu sich gefunden zu haben. Dafür geht es bei den anderen rund.
Franziska verliert Jonas Vertrauen und ...

Hier nun also der dritte Band der Spitzenweiber. Stine heiratet Simon und endlich scheinen die beiden zu sich gefunden zu haben. Dafür geht es bei den anderen rund.
Franziska verliert Jonas Vertrauen und geht nach Spanien zu ihrem Vater. Lore scheint mit Hubert am Bodensee glücklich zu werden und Babette weiss irgendwie nicht so recht wohin mit sich selbst.Ich muss ehrlich sagen, dass mir dieser Band bis jetzt am wenigsten gefallen hat. Die Schwierigkeiten die sich auftun liegen meist an mangelnder Kommunikation und Kindergartenverhalten.
Gegen Ende wird es nichmal richtig spannend, aber die ersten zwei Drittel des Buches war ich eigentlich meist genervt. Besonders Babette ging mir mit ihren Egoismus deutlich auf den Keks. Einerseits kümmert sie sich um Dana und die Kinder, andereseits vermutet sie überall Ungerechtigkeit und Undankbarkeit ihr selbst gegenüber. Und was ihr Familiengeheimnis betrifft, habe ich die Zusammenhänge noch nicht ganz begriffen. Die Erklärung die hier geliefert wird, wirft bei mir nur noch mehr Fragen auf.

Irgendwie hatte ich das Gefühl dass jetzt langsam künstlich Probleme geschaffen wurden um die Geschichte weiterzuspinnen.
Theoretisch könnte es wohl auch noch einen weiteren Band geben, ob ich den noch lesen wollte, kann ich nicht genau sagen. Für mich ist die Geschichte auserzählt.

Das klingt jetzt kritischer als es sein sollte, denn das Buch lässt sich trotzdem leicht und flüssig lesen und unterhält.

Veröffentlicht am 15.03.2018

Hundeliebe

Verliebt bis über beide Herzen
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Molly schreibt als Aggie einen Beziehungsratgeber-Blog, sie selbst hatte aber bisher nur wenig Glück in der Liebe. Ihre große Liebe heißt Valentine und ist ein Dalmatiner.
Daniel sieht Molly täglich beim ...

Molly schreibt als Aggie einen Beziehungsratgeber-Blog, sie selbst hatte aber bisher nur wenig Glück in der Liebe. Ihre große Liebe heißt Valentine und ist ein Dalmatiner.
Daniel sieht Molly täglich beim Joggen im Park und möchte sie kennenlernen. Zu diesem Zweck leiht er sich von seinen Schwestern, die als Hundesitter arbeiten, Brutus, einen Schäferhund.

Der Trick zieht und Daniel lässt sich auch von Mollys abwehrendem Verhalten nicht irritieren. Nach und nach finden die beiden die Geheimnisse des jeweils anderen heraus, was immer wieder zu Streit und Irritationen führt. Und auch die Hunde freunden sich an, was zumindest von Daniel so nicht geplant war.

Ich mochte sowohl Molly als auch Daniel gerne. Die Beiden gehen das Thema Liebe aufgrund ihrer Erfahrungen vollkommen anders an, aber irgendwie ergänzen sie sich auch. Interessant waren da besonders die Gespräche, die die beiden zum Thema Beziehungen führen.
Natürlich geht es nicht ohne Irrnisse und Wirrnisse, aber im Großen und Ganzen hat alles gut zusammen gepasst.

Wir treffen auch auf alte Bekannte aus der Vorgängertrilogie, Eva und Lucas haben einen etwas längeren Auftritt im Buch.
Ich freu mich schon auf die nächsten Bände, die sich wohl um die Schwestern von Daniel drehen wird. Eine Einleitung dazu gibt es schon in diesem Band, Fliss Vorgeschichte ist hier schon ein Thema.

Von mir eine klare Lesempfehlung für alle Fans von guten Liebesromanen!

Veröffentlicht am 15.03.2018

Vergessene Geschichte

Das schweigende Klassenzimmer
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1956, in Ungarn wurde gerade der Aufstand von den Sowjets niedergeschlagen. Eine Abiturklasse der DDR beschließt spontan eine Schweigeminute einzulegen. Damit beginnt eine Geschichte die so wahr wie manchmal ...

1956, in Ungarn wurde gerade der Aufstand von den Sowjets niedergeschlagen. Eine Abiturklasse der DDR beschließt spontan eine Schweigeminute einzulegen. Damit beginnt eine Geschichte die so wahr wie manchmal auch traurig ist. Aus dieser Schweigeminute entsteht am Ende der Verdacht, dass das kapitalistische Ausland hier versucht hat die Jugend ideologisch zu vergiften und die DDR gezielt zu schwächen.

Dietrich Garstka erzählt seine Geschichte, die gleichzeitig auch die Geschichte seiner Klassenkameraden ist. Da die Klasse keinen Rädelsführer benennen will und kann, wird sie geschlossen vom Abitur ausgeschlossen. Daraufhin flüchtet der Großteil der Klasse in den Westen.


Diese Geschichte ist wahr, sie ist Dietrich Garstka und seinen Klassenkameraden so passiert. Das schlägt sich auch im Schreibstil nieder. Immer wieder werden diverse staatliche Protokolle zitiert was den Lesefluss gerade am Anfang ziemlich behindert. Trotzdem ist es spannend mitzuerleben, wie die Jugendlichen immer wieder drangsaliert, bedroht und ihre Familien beleidigt werden, bis es zum Ausschluss aus der Schule kommt. Die Flucht in den Westen ist durch die noch offenen Grenzen gerade im nahegelegenen Berlin noch relativ einfach möglich. erstaunt hat mich, dass die zurückgebliebenen Familien zwar Anfangs bedrängt wurden die Kinder zurück zu holen, aber ansonsten nicht viel gegen sie unternommen wurde. Das hat sich wohl erst nach dem Mauerbau deutlich verschärft.


Irritiert hat mich die Erzählperspektive. Es handelt sich zwar um einen Ich-Erzähler, der über sich selbst aber in der dritten Person berichtet. So kam es mir manchmal so vor als wäre der Erzähler ein unbenannter Mitschüler. Am Anfang habe ich es nicht wirklich durchblickt und habe mich mehrmals gefragt, ob es wohl mehr als einen Dietrich in der Klasse gegeben hat. Durch diese schwebende Perspektive kann Garstka auch über die Ereignisse berichten, die er selbst nicht erlebt hat, weil er schon im Westen war. Trotzdem hätte ich mir hier eine andere Lösung gewünscht, ich fand das recht verwirrend.


Obwohl ich mehr einen Roman statt einem Erlebnisbericht erwartet hatte, fand ich das Buch durchaus interessant, zeigt es doch, wie der unsicher Staatsapparat der DDR schon bei kleinsten Unregelmäßigkeiten war. Und wie dann mit Kanonen auf Spatzen geschossen wurde.

Für Geschichtsinteressierte sicher ein interessantes Buch.

Veröffentlicht am 08.03.2018

Die Geschichte dr Benen

Die Geschichte der Bienen
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England 1852: William, Samenhändler und Biologe ist in tiefen Depressionen gefangen. Die Entwicklung eines neuartigen Bienenstocks holt ihn aus seinen Depressionen und gibt ihm wieder Hoffnung für die ...

England 1852: William, Samenhändler und Biologe ist in tiefen Depressionen gefangen. Die Entwicklung eines neuartigen Bienenstocks holt ihn aus seinen Depressionen und gibt ihm wieder Hoffnung für die Zukunft.

Ohio 2007: George ist Imker aus Leidenschaft und möchte seinen Betrieb an seinen Sohn Tom übergeben. Dieser zeigt allerdings keinerlei Interesse an dem Hof des Vaters und möchte lieber Journalist werden. Dazu kommt eines Tages das Verschwinden der Bienen, was George an den Rande des Ruins treibt.

China 2098: Tao bestäubt Obstbäume mit der Hand, da es mittlerweile keine Bienen mehr gibt. Für ihren Sohn Wei-Wen wünscht sie sich eine bessere Zukunft, doch eines Tages hat er einen Unfall und verschwindet in den Mühlen der staatlichen Betreuung. Tao macht sich daraufhin auf die Suche nach ihm.

Die drei Erzählstränge spiegeln jeweils das Familienleben der unterschiedlichen Zeiten wieder. William wünscht sich nichts mehr, als dass sich sein Sohn Edward für seine Arbeit interessiert und auch George versucht seinen Sohn durch die gemeinsame Arbeit an sich zu binden. Tao hingegen wünscht sich einfach eine Wahlmöglichkeit für ihren Sohn, was in der Gesellschaft in der sie leben aber nicht so einfach umzusetzen ist.
Alle drei verbindet ihr Verhältnis zu den Bienen. William versucht sie zu verstehen, George nutzt sie für seinen Lebensunterhalt und Tao ersetzt die verlorengegangenen Bienen. Wie die drei Familien genau zusammenhängen erklärt sich erst ganz am Ende.

Mir hat das Buch gut gefallen, es ließ sich gut lesen. Die Protagonisten waren typische Menschen ihrer Zeit, ihr Verhalten geprägt durch gesellschaftliche Zwänge.
Interessant fand ich die Entwicklung und die Sicht auf die Bienen. Die Aussicht auf eine Zukunft ohne Bienen ist wirklich erschreckend. Ich denke vielen Menschen ist es heute nicht klar, was das Bienensterben wirklich für die Menschheit bedeutet.
Gespannt bin ich jetzt auch auf den Nachfolger "Die Geschichte des Wassers"

Veröffentlicht am 08.03.2018

Spannender Fall

Das Mädchen am Strand
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Lena Lorenzen hat Urlaub auf Amrum. Eigentlich wollte sie ihren Freund Erck besuchen und da auch ein wenig über die eventuelle gemeinsame Zukunft nachdenken.
Doch da meldet sich ihr Chef bei ihr und bittet ...

Lena Lorenzen hat Urlaub auf Amrum. Eigentlich wollte sie ihren Freund Erck besuchen und da auch ein wenig über die eventuelle gemeinsame Zukunft nachdenken.
Doch da meldet sich ihr Chef bei ihr und bittet sie auf der Nachbarinsel Föhr die Kollegen bei der Suche nach einer verschwundenen 14-jährigen zu unterstützen.
Als das Mädchen gefunden wird deutet im ersten Moment alles auf Selbstmord hin, Doch Lena ist misstrauisch und bald stellt sich heraus dass ihr Bauchgefühl nicht trügt. Da das Mädchen aus einer tief religiösen Familie stammt, die einer Freikirche angehört, gilt es schnell zu ermitteln, damit sich die Gerüchte nicht verselbständigen. Allerdings sind sowohl die Eltern als auch die anderen Mitglieder der Freikirche nicht sehr kooperativ.

Bei den Ermittlungen wird Lena wieder von Johann Grasmann unterstützt und auch ihr One-Night-Stand Ben ist diesmal mit von der Partie.
Beide haben persönliche Probleme und so dreht sich diesmal auch vieles um das Privatleben der Ermittler.

Mir hat das Buch wieder sehr gut gefallen, vielleicht sogar besser als der erste Fall. Auch wenn ich Lena manchmal hätte treten mögen, da sie grundsätzlich versucht gerade ihre privaten Probleme im Alleingang zu lösen und nicht mit Erck oder ihrer Tante spricht.
Aber gut, es muss ja noch Luft nach oben für die nächsten Bücher bleiben. Auf einen nächsten Band freue ich mich sehr, da mich die Fortsetzung kein bisschen enttäuscht hat.