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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.04.2023

Hart und schnell

Die Guten und die Toten
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Saad und seine kleine Tochter Leila leben unsichtbar in Berlin, vermeiden aufzufallen. Saad verdient sein Geld nachts als Pförtner in einem Parkhaus. Leila schläft dann in einem Hinterzimmer. Tagsüber ...

Saad und seine kleine Tochter Leila leben unsichtbar in Berlin, vermeiden aufzufallen. Saad verdient sein Geld nachts als Pförtner in einem Parkhaus. Leila schläft dann in einem Hinterzimmer. Tagsüber geht sie in eine Kita. Und sie liebt ihr Skateboard.
Nihal Khigarian ist Kriminalkommissarin mit aserbaidschanischen Wurzeln. Während ihrer morgendlichen Jogging-Runde trifft sie an einer S-Bahn-Station auf Saad und Leila, die von zwei Männern belästigt werden. Nihal mischt sich ein…
In Saads Parkhaus steht auch der BMW des Staatssekretärs Brasch, der mit Waffenhändler Müller und dubiosen Saudis illegale Geschäfte macht. Als Brasch betrunken und zugekokst einen Verkehrsunfall baut, findet man zu seiner Überraschung eine Leiche im Kofferraum.
Saad und Nihal kommen sich näher. Beide haben ihr Päckchen zu tragen. Saad stammt nicht wirklich aus Syrien und wird von zwei Typen aus seiner Vergangenheit verfolgt. Nihal wiederum hat Stress mit ihrem arbeitslosen Bruder, der sich bei ihr einquartiert hat und jeden Abend Party macht.
Kim Koplin, wer auch immer sich hinter diesem Pseudonym verbirgt, hat einen rasanten Action-Thriller geschrieben. Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Nihal und Saad. Unterhaltung in Stakkatosätzen. Atemlos und kurz. Derbe Sprache. Eine Hommage an Berlin.

Fazit: Rasanter Höllenritt. Ein Muss für Hardcore-Fans.

Veröffentlicht am 15.04.2023

Die Idylle trügt

Diabolisch
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BÖSE von Jonas Wagner hatte mich begeistert und auch „Diabolisch“ hat mich nicht enttäuscht.
27. Februar 1995: Lotte schreibt in ihr Tagebuch „Alex ist nicht heimgekommen“. Der Tag, an dem jeder im Dorf ...

BÖSE von Jonas Wagner hatte mich begeistert und auch „Diabolisch“ hat mich nicht enttäuscht.
27. Februar 1995: Lotte schreibt in ihr Tagebuch „Alex ist nicht heimgekommen“. Der Tag, an dem jeder im Dorf nur an sich selbst gedacht hatte. An dem niemand da war, um zwei Kinder nach Hause zu bringen. Niemand sich um einen Notruf gekümmert hatte.
Heute: Lottes Mutter stirbt. Lotte verzeiht ihr nicht, dass die Eltern ihr die Schuld am Tod des kleinen Bruders gegeben haben. Was war damals passiert?
Holzhausen, ein kleines Dorf in Baden-Württemberg. Eine Reihe blutiger Verbrechen geschieht. Ein Bewohner nach dem anderen muss auf grausame Weise sein Leben lassen. Oberkommissarin Larissa Flaucher entdeckt einen Zusammenhang...
Erzählt wird - teilweise in Rückblenden - die Geschichte mehrerer Personen, deren Schicksal miteinander verwoben ist. Gekonnt seziert der Autor Schritt für Schritt menschliche Abgründe und deren Folgen. Die Vergangenheit wirft lange Schatten, die Jonas Wagner gründlich ausleuchtet.
„Diabolisch“ punktet mit vielen grausigen Einfällen. Mir war schnell klar, was Sache ist. Zumal im Klappentext etwas von Rache steht. Das tut der Spannung und dem Lesegenuss jedoch keinen Abbruch. Manchmal schwer zu ertragen, wenn vom Tod des kleinen Alex die Rede ist.

Fazit: Ein Horror-Trip! Gut, aber nicht ganz so gut wie der Vorgänger.

Veröffentlicht am 09.04.2023

Cui bono?

Die Zentrale
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„Die Zentrale“ von Veit Etzold ist der zweite Einsatz für die Berliner Bankerin Laura Jacobs. So gut der Vorgänger, „Die Filiale“, auch war, der neue Thriller ist noch besser, spannender. Worum geht es?
Für ...

„Die Zentrale“ von Veit Etzold ist der zweite Einsatz für die Berliner Bankerin Laura Jacobs. So gut der Vorgänger, „Die Filiale“, auch war, der neue Thriller ist noch besser, spannender. Worum geht es?
Für Laura scheint sich eigentlich alles zum Guten zu wenden: Ihr Arbeitgeber versetzt sie auf ein Spezialprojekt in die Zentrale der Bank, nach Frankfurt am Main.
Dort stößt Laura erneut auf jenen unheimlichen Investor, der sie beinahe um ihr Haus gebracht hätte. Sie muss feststellen, dass ihr Gegner keineswegs aufgegeben hat und dabei auch vor Mord nicht zurückschreckt…
Meisterhaft gelingt es dem Autor Spannung aufzubauen. Unerbittlich wandelt sich das Buch zu einem rasanten Thriller. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik. Das Wichtigste jedoch sind all die Wendungen, die gegen Ende des Buches immer mehr werden.
„Die Zentrale“ ist nicht nur Fiktion. Veit Etzold hat die Fakten bestens recherchiert und erklärt. Es geht um Bilanzskandal und Geldwäsche. Ich habe zwar nicht alles verstanden, aber ich mag es, wenn ich nicht nur gut unterhalten werde, sondern auch noch etwas lernen kann.
Dazu ein Ende, das geradezu nach einer Fortsetzung schreit.

Fazit: Fall Nr. 2 für Laura Jacobs. Spannend, wendungsreich und nicht vorhersehbar!

Veröffentlicht am 07.04.2023

Macht ist sexy

Die Macht der Wölfe
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„Die Macht der Wölfe“, ist bereits der vierte Fall für Melia Adan und Vincent Veih von der Kripo Düsseldorf - und hat mich begeistert. Worum geht es?
Die Stimmung im Land ist schlecht. Angst und Aggression ...

„Die Macht der Wölfe“, ist bereits der vierte Fall für Melia Adan und Vincent Veih von der Kripo Düsseldorf - und hat mich begeistert. Worum geht es?
Die Stimmung im Land ist schlecht. Angst und Aggression nehmen zu. In Deutschland entsteht eine neue rechtskonservative Bewegung. Angeführt von TV-Moderator Christoph Urban und mit dem Geld des Immobilientycoons Hartmut Osterkamp plant sie den Staatsstreich - von Russlands Gnaden.
Als wäre das nicht schon genug, bekommen es Melia und Vincent auch noch mit Erpressung und Mord zu tun.
„Die Macht der Wölfe“ vereint alles, was einen guten Thriller ausmacht: Rasante Action, Spannung und beste Unterhaltung. Es ist auch ein Buch, das die Macht von Fake News und Desinformation thematisiert, passt somit absolut zum Zeitgeist. Geld und Macht, eine gefährliche Kombination.
Über das Wiedersehen mit Vincent und Melia habe ich mich sehr gefreut. Denn ich habe sie über die Jahre liebgewonnen. Für Tristan Bovert, Staatssekretär im Kanzleramt, gilt das natürlich nicht. Auch Vincents Mutter Brigitte und Melias Vater Andreas Götz sind wieder mit von der Partie.

Fazit: Ein aktueller, packender Thriller, den man gelesen haben muss.

Veröffentlicht am 07.04.2023

Somme, Sonne, Meer?

One of the Girls
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Um es gleich zu sagen, „One of the Girls“ von Lucy Clarke ist kein Thriller, bestenfalls ein Spannungsroman, ein Frauenroman. Worum geht es?
Lexi feiert mit fünf Freundinnen ihren Junggesellinnenabschied ...

Um es gleich zu sagen, „One of the Girls“ von Lucy Clarke ist kein Thriller, bestenfalls ein Spannungsroman, ein Frauenroman. Worum geht es?
Lexi feiert mit fünf Freundinnen ihren Junggesellinnenabschied auf einer griechischen Insel. Noch einmal Party machen, es so richtig krachen lassen.
Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Lexi, Robyn, Fen, Bella, Ana und Eleanor. Alle haben ihre Geheimnisse und eins davon ist tödlich.
Ich fand den Anfang ziemlich zäh und langweilig. Ständige Wiederholungen gehen zu Lasten der Spannung. Nach etwa der Hälfte der Lektüre gibt es ein paar Wendungen, die mich allerdings nicht wirklich überraschen konnten, weil ich sie kommen sah.
„One of the Girls“ ist ein typischer Frauenroman: Sich in der Schule anstrengen. An die Uni gehen. Eine Ausbildung machen. Karriere machen. Einen netten Mann kennenlernen. Ihn heiraten. Ein Baby bekommen. Ein Plädoyer für Yoga, Mütterclubs u.ä. Nicht meine Welt!
Das Ende fand ich gut, aber nicht überragend. Die Autorin kannte ich bisher nicht. Der Klappentext lies auf einen packenden Psychothriller hoffen. Doch ich wurde enttäuscht.

Fazit: Seichte Unterhaltung für Prosecco-Lerchen.