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Veröffentlicht am 08.06.2023

Schöne neue Welt

Redemptio
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Die Thriller-Reihe von V.S. Gerling um Nicolas Eichborn und sein Team hatte ich mit großer Freude gelesen und auch „Redemptio“, ein realitätsnaher Thriller, den der Autor unter seinem neuen Pseudonym Volker ...

Die Thriller-Reihe von V.S. Gerling um Nicolas Eichborn und sein Team hatte ich mit großer Freude gelesen und auch „Redemptio“, ein realitätsnaher Thriller, den der Autor unter seinem neuen Pseudonym Volker Gerling geschrieben hat, hat mich begeistert.
Der Autor geht gleich in medias res: Ein LKW gerät auf der Autobahn außer Kontrolle und zermalmt einen alten VW-Käfer. Hat sich womöglich jemand in die Bordelektronik gehackt?
Danach lernen wir Henry Lasker kennen. Er ist sehr vermögend und im Bereich Private Equity tätig. Als solcher beteiligt er sich an einem Startup-Unternehmen, das eine neuartige Software entwickelt hat, die in der Lage ist, Verbrechen vorherzusagen.
Redemptio, lateinisch für Erlösung, ist ein Supercomputer, ein lernendes System, das sich selbständig modifiziert und weiterentwickelt. Ein fataler Fehler. Denn schon bald gerät Redemptio außer Kontrolle, lässt sich nicht mehr abschalten. Selbst Verbündete werden zum Angriffsziel des Computers - und eliminiert.
Können Kommissarin Anabel Plate und ihre Helfer den Kampf Mensch gegen Maschine gewinnen?
„Redemptio“ ist ein Thriller, der Künstliche Intelligenz (KI) thematisiert. Fluch und Segen zugleich. Wechselnde Perspektiven sorgen für Dynamik und einen durchgängigen Spannungsbogen. Obendrein besticht der Thriller durch fundiert recherchierte Hintergründe.
Es geht um totale Kontrolle und Überwachung. Ein erschreckend realistisches Szenario, das Volker Gerling sich ausgedacht hat. Was ist Fiktion, was ist Realität? Ein äußerst gelungener Mix aus Thriller, SF und Horror. Das Ende überrascht und schockiert.

Fazit: Ein intelligenter, hochaktueller Thriller. Fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite.

Veröffentlicht am 02.06.2023

Eine spannende Geschichte

Nicht ein Wort zu viel
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„Nicht ein Wort zu viel“, der neue Thriller von Andreas Winkelmann hat mich begeistert. Ein heftiger Einstieg: Buchbloggerin Faja Bartels traut ihren Augen nicht, als sie ihren Kollegen Claas vor sich ...

„Nicht ein Wort zu viel“, der neue Thriller von Andreas Winkelmann hat mich begeistert. Ein heftiger Einstieg: Buchbloggerin Faja Bartels traut ihren Augen nicht, als sie ihren Kollegen Claas vor sich auf dem Bildschirm sieht: geknebelt, gefesselt in Frischhaltefolie und in Todesangst.
«Erzähl mir eine spannende Geschichte. Sie darf fünf Wörter haben. Sonst muss dein Freund sterben. » Fajas Antwort überzeugt den Täter nicht. Kommissar Simon Schierling ermittelt.
In einem anderen Handlungsstrang lernen wir Zielfahnder Jaroslav «Jaro» Schrader kennen. Ein Mann mit einer Stimme im Kopf. Nach einem missglückten Zugriff wird er der Kripo zugeteilt und soll den verschwundenen Thorsten Fleischer suchen.
Als sich die Wege der beiden Polizisten kreuzen, wird es richtig spannend. Jede Menge Verdächtige und falsche Fährten. Wie ist Faja ins Visier des Täters gelangt? Zu guter Letzt, was hat Autor David Sanford und sein neues Werk „Dunkelheit, mein Freund“ mit all dem zu tun?
„Nicht ein Wort zu viel“ ist ein typischer Winkelmann: Es geht um Gefahren, die im Internet, in den sozialen Netzwerken, auf Instagram lauern. Alles in diesem Fall dreht sich um Unterhaltungsliteratur, Krimis und Thriller. Spannend, keine Frage. Ein kluges Buch, mit einem Plot, der nicht vorhersehbar, aber dennoch glaubwürdig ist.
„Nicht ein Wort zu viel“ ist eine Fünf-Wort-Geschichte, die zeigt, wie Liebe, Freundschaft, aber auch Eitelkeiten, Neid, Hass und Wut das menschliche Schicksal beeinflussen - mit überraschenden, dramatischen und manchmal auch brutalen Folgen. Last but not least, wer Hemingway und Simon & Garfunkel mag, der ist hier genau richtig.

Fazit: Für mich das beste Buch, das ich bisher von Andreas Winkelmann gelesen habe. Hammer!

Veröffentlicht am 31.05.2023

Brandaktuell und superspannend

Sommersonnenwende (Wolf und Berg ermitteln 1)
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Seit „Der Patriot“ bin ich ein großer Fan von Pascal Engman. Auch „Sommersonnenwende“, das er zusammen mit Johannes Selåker geschrieben hat, hat mich begeistert. Es handelt sich um den Auftakt einer schwedischen ...

Seit „Der Patriot“ bin ich ein großer Fan von Pascal Engman. Auch „Sommersonnenwende“, das er zusammen mit Johannes Selåker geschrieben hat, hat mich begeistert. Es handelt sich um den Auftakt einer schwedischen Krimireihe.
Der Prolog führt uns zurück in das Jahr 1993 nach Bosnien-Herzegowina. Wir lernen Tomas Wolf kennen. Eigentlich ist er Kommissar in Stockholm.
Ein Jahr später, Tomas ist zurück in Schweden und hat eine Panikattacke. Mitten auf einer Kreuzung lässt er sein Auto stehen.
In einem anderen Handlungsstrang lernen wir die Journalistin Vera Berg kennen. Sie will einen neuen Job in Stockholm antreten.
Sommer 1994: eine Mordserie erschüttert Schweden. Tomas ermittelt. Aber auch Vera stellt Nachforschungen an. Als in Falun ein Amoklauf passiert und es weitere Tote gibt, kreuzen sich die Wege von Tomas und Vera.
Die haben es einfach drauf, die Schweden. Spannung gepaart mit Politik und Gesellschaftskritik. Ein klassischer Whodunnit. Viele Verdächtige, aber kein Motiv. Geht es um Ausländerhass? Denn die Opfer sind Frauen. Und alle waren dunkelhaarig.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Beide Protagonisten haben ihr Päckchen zu tragen. Tomas war früher ein Neonazi, seine Brüder sind es noch heute. Vera hat Schulden bei ihrem kriminellen Ex und gewissermaßen seinen kleinen Sohn entführt.
Eine spannende, wunderbar nostalgische Zeitreise zurück in die 90er Jahre. (Fast) ohne Handys. Dafür wird umso mehr geraucht. 1994, Fußball-WM in den USA, dritter Platz für Schweden. Aber auch das Jahr, in dem die Ostsee-Fähre Estonia auf ihrem Weg von Tallinn nach Stockholm sank.
Das Buch endet mit einem fiesen Cliffhanger. Und so bin ich sehr gespannt, wie es mit Tomas und Vera weitergeht.

Fazit: Der erste Fall für Tomas Wolf und Vera Berg. Schwedisch. Schnell. Spånnend.

Veröffentlicht am 30.05.2023

Spannender Krimi mit Kanaren-Flair

Canaria Criminal
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„Canaria Criminal“ von Daniel Verano ist nach „Canaria Mortal“ der zweite Band einer Krimi-Reihe um den Journalisten Felix Faber, die auf Gran Canaria verortet ist. Noch besser, spannender als der Vorgänger. ...

„Canaria Criminal“ von Daniel Verano ist nach „Canaria Mortal“ der zweite Band einer Krimi-Reihe um den Journalisten Felix Faber, die auf Gran Canaria verortet ist. Noch besser, spannender als der Vorgänger. Worum geht es?
Im Wahlkampf stürzt der rechtspopulistische Politiker Francisco Fraude mit dem Fallschirm über Gran Canaria ab. Ein Unfall? Schnell steht fest, dass Fraude ermordet wurde. Jede Menge Verdächtige. Wer hat ein Motiv?
Kommissarin Ana Montero von der Policía Nacional ermittelt. Aber auch Felix stellt Nachforschungen an...
Daniel Verano ist ein Pseudonym von Daniel Wehnhardt. Er hat seinen neuen Kanarenkrimi sehr atmosphärisch und mit viel Lokalkolorit inszeniert.
„Canaria Criminal“ ist spannend und unterhaltsam. Wechselnde Perspektiven, auch aus Tätersicht, sorgen für Dynamik. Besonders die zeitgeschichtlichen Hintergründe bezüglich des spanischen Diktators Franco fand ich sehr interessant.
Felix hat sich weiterentwickelt, ist erwachsen geworden. Und so freue ich mich schon auf seinen nächsten Einsatz.
Gefallen hat mir, dass dem Buch im Anhang eine Karte von Gran Canaria und ein Glossar der spanischen Ausdrücke beigefügt sind.

Fazit: Die perfekte Strandlektüre - nicht nur für den Kanaren-Urlaub.

Veröffentlicht am 24.05.2023

Wo ist Anna?

Die toten Engel von Kreta
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Als begeisterte Krimi-Leserin und Kreta-Urlauberin war ich gespannt auf „Die toten Engel von Kreta“ von Anja Marschall. Das Buch hat mir richtig gut gefallen, wenn nur die nervige Protagonistin nicht wäre. ...

Als begeisterte Krimi-Leserin und Kreta-Urlauberin war ich gespannt auf „Die toten Engel von Kreta“ von Anja Marschall. Das Buch hat mir richtig gut gefallen, wenn nur die nervige Protagonistin nicht wäre. Worum geht es?
Thea Winter reist nach Kreta, wo ihre Tochter einen tödlichen Unfall hatte. Doch die Tote, die sie identifizieren soll, ist nicht Anna. Zusammen mit dem geheimnisvollen Alexis Dimitriou stellt Thea Nachforschungen an. Denn Heiko Gravert von der deutschen Botschaft in Athen ist ihr suspekt...
Anja Marschall hat einen wirklich rasanten Krimi geschrieben. Da könnte sich mancher Thrillerautor eine Scheibe abschneiden. So gibt es wilde Verfolgungsjagden durch die kretischen Berge. „Die toten Engel von Kreta“ ist ein Buch, das Blutrache thematisiert.
Sehr atmosphärisch und mit viel Lokalkolorit. Kulinarik wird großgeschrieben und viel Raki getrunken. Alle beschriebenen Orte existieren zwar auch auf der realen Insel, aber dies ist ihre fiktive, dunkle Variante. Für meinen Geschmack wird auf Kreta eindeutig zu viel geschossen.
Thea fand ich anstrengend und nervig. Alexis kommt sympathisch rüber, auch, wenn er eigene Ziele verfolgt. Last but least, der Titel passt für mich überhaupt nicht.
Vor Jahren hatte ich einen London-Krimi der Autorin (London Calling) mit großer Freude gelesen. Ihre historischen Krimis kenne ich nicht.

Fazit: Spannender und unterhaltsamer Krimi mit viel Kreta-Flair.