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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.07.2018

Rasantes Popcorn-Kino

Rache der Orphans
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„Rache der Orphans“ von Gregg Hurwitz ist bereits der dritte Band aus der Evan Smoak-Reihe. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ...

„Rache der Orphans“ von Gregg Hurwitz ist bereits der dritte Band aus der Evan Smoak-Reihe. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?

Nach Jahren des Mordens für das geheime Regierungsprojekt „Orphan“, ist Evan in den Untergrund gegangen. Seine Nachbarn halten ihn für einen harmlosen Verkäufer. Stattdessen hilft der „Nowhere Man“ Verzweifelten, die mit ihren Problemen nicht zur Polizei gehen können. Dabei hält er sich strikt an seine eigenen Gebote.

Doch diesmal muss Evan alias Orphan X gegen das 4. Gebot verstoßen: „Es ist nie persönlich.“ Denn Bösewicht Charles Van Scriver aka Orphan Y hat Evans Ausbilder und väterlichen Freund Jack Johns in den Tod getrieben. Unerwartete Hilfe bekommt er von der 16-jährigen Joey, während Van Scriver von Candy McClure, Orphan V, und einem Heer von Söldnern unterstützt wird.

Gregg Hurwitz hat seinen neuen Thriller wieder packend in Szene gesetzt. Ein atemberaubender Thriller und eine actiongetriebene Verfolgungsjagd geradewegs in die Hölle. Und so ist „Rache der Orphans“ für mich das bisher beste Buch der Reihe. Evan ist mir inzwischen ans Herz gewachsen. Typ einsamer Rächer. Ähnlich wie Jack Reacher in den Romanen von Lee Child.

Fazit: Nervenzerfetzende Spannung ohne Verschnaufpausen.

Veröffentlicht am 13.07.2018

Wo ist Alice?

Ins Dunkel
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Der Vorgänger, „The Dry“, hatte mich überzeugt und auch „Ins Dunkel“ von Jane Harper habe ich mit Begeisterung verschlungen. Worum geht es?
Fünf Frauen unternehmen eine Wanderung durch den australischen ...


Der Vorgänger, „The Dry“, hatte mich überzeugt und auch „Ins Dunkel“ von Jane Harper habe ich mit Begeisterung verschlungen. Worum geht es?
Fünf Frauen unternehmen eine Wanderung durch den australischen Busch, organisiert von ihrer Firma, ausgerüstet mit Kompass und Landkarte. Tage später kommen nur vier von ihnen zurück. Wo ist Alice?
Ihr Verschwinden ist besonders brisant, da sie als Informantin für die Polizei tätig ist. Denn BaileyTennants steht unter dem Verdacht der Geldwäsche. Aaron Falk und seine Kollegin Carmen Cooper ermitteln…
Jane Harper erzählt die Geschichte auf zwei Zeitebenen mit wechselnden Perspektiven aus Sicht der Frauengruppe und der Polizei. Im Gegensatz zu „The Dry“, das in Hitze und Dürre spielt, ist es in „Ins Dunkel“ immer kalt und nass.
„Ins Dunkel“ ist nicht einfach nur Thriller, sondern vor allem spannendes Drama. Eine Geschichte, die zeigt, wie (Mutter-)Liebe, Freundschaft, aber auch Eitelkeiten, Neid, Missgunst und Hass das menschliche Schicksal beeinflussen - mit überraschenden, dramatischen und manchmal auch brutalen Folgen.
Im hellen, hektischen Alltag unseres städtischen Lebens ist das alles kein Problem. Aber wie sieht es aus, wenn wir in der Einsamkeit der Natur oder in den dunklen Bereichen unseres Daseins auf uns selbst zurück geworfen werden? Bis wohin sind wir Herr unserer Gefühle, unserer Ängste und Befürchtungen?
Über das Wiedersehen mit Aaron habe ich mich sehr gefreut, denn er ist mir inzwischen ans Herz gewachsen. Auch Carmen war mir sofort sympathisch. Mit den Mädels der Frauengruppe bin ich dagegen bis zum Schluss nicht warm geworden, Zickenkrieg eben.
Mit eindringlichen Beschreibungen der Natur (Originaltitel: Force of Nature) verbreitet Jane Harper viel Lokalkolorit. Unerbittlich dreht die Autorin an der Spannungsschraube - bis zum unerwarteten Ende. Ab und zu sind Bezüge zum Vorgänger eingestreut. Das macht Lust auf mehr für die, die den ersten Band (noch) nicht kennen.

Fazit: Atmosphärischer Thriller, der in Australien verortet ist. Düster und beklemmend!

Veröffentlicht am 11.07.2018

Was wäre wenn?

Die Ewigen
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V.S. Gerlings Thriller-Reihe mit dem Ermittlerpaar Eichborn und Wagner hatte mich begeistert und auch sein Wissenschafts-Thriller „Die Ewigen“ hat mich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Nachdem seine Frau ...

V.S. Gerlings Thriller-Reihe mit dem Ermittlerpaar Eichborn und Wagner hatte mich begeistert und auch sein Wissenschafts-Thriller „Die Ewigen“ hat mich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Nachdem seine Frau Sophie an Krebs gestorben ist, will Maximilian Kirchner eigentlich nur noch eins: ein Heilmittel gegen die Krankheit finden, um seine Tochter Emma zu retten. Das Resultat der Forschung ist aber tatsächlich eine Behandlung, die ewiges Leben verspricht.
Doch dann wird das Projekt gehackt und die Liste der Ewigen geleakt. Sie werden gejagt und finden schließlich in Neuseeland eine neue Heimat. Kurz danach treten die ersten Nebenwirkungen auf…
Volker Schulz alias V.S. Gerling hat seinen neuen Thriller routiniert in Szene gesetzt. Eine phantastische und wirklich spannende Geschichte über Profitgier und Menschenverachtung. Ein Gespinst aus Lügen und Intrigen.
Unterlegt ist die Thrillerhandlung mit bestens recherchierten Einblicken in die Welt der Pharmaindustrie und deren skrupellose Strategien. Es handelt sich um eine fiktive Geschichte, die auf Tatsachen beruht, aber auch Verschwörungstheorien enthält.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Sicherheitschef Patrick Faber ist mir sofort ans Herz gewachsen. Professor Krohn und Finanzexperte Eppstein dagegen spielen falsch. Ihnen geht es nur um Geld und Macht. Und welche Rolle spielt die geheimnisvolle Kathleen, die Faber den Kopf verdreht hat?
Max und Emma, Faber und Kathleen, ein sympathisches Team, dem ich gerne wieder über die Schultern schauen möchte.

Fazit: Intelligenter Mix aus Fakten und Fiktion. Spannend!

Veröffentlicht am 08.07.2018

Das Horror-Haus

Das Haus der Mädchen
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Andreas Winkelmann geht gleich in medias res: Oliver, der etwas gesehen hat, was er wohl nicht hätte sehen sollen, wird erschossen. Aber der obdachlose Freddy hat den Mord beobachtet und ist nun auf der ...


Andreas Winkelmann geht gleich in medias res: Oliver, der etwas gesehen hat, was er wohl nicht hätte sehen sollen, wird erschossen. Aber der obdachlose Freddy hat den Mord beobachtet und ist nun auf der Flucht.
Zwei Tage später: Wir begegnen Leni. Sie will in Hamburg ein Praktikum machen und ist auf dem Weg zu einer Wohnung, in der sie über das Internet ein Zimmer gemietet hat. Dort lernt sie auch Vivian kennen. Nach einer Party ist ihre Freundin plötzlich verschwunden.
Was haben diese Handlungsstränge mit Jana zu tun, die in einem gruseligen Gewölbe gefangen gehalten wird? Sie ist Nummer sieben, die andere Frau Nummer sechs. Sie müssen dem „Herrn des Hauses“ dienen und gefallen.
Wie schon bei „Deathbook“, ist „Das Haus der Mädchen“ eine Mischung aus Thriller und Horrorroman. Die Geschichte ist in Hamburg verortet. Alle beschriebenen Orte existieren zwar auch im realen Hamburg, aber dies ist ihre fiktive, dunkle Variante.
Das Buch hat alles, was einen guten Thriller ausmacht: eine sympathische Heldin, einen rasanten Plot und einen weit reichenden Spannungsbogen mit mehreren Verdächtigen, ist aber auch sehr vorhersehbar.
Gut gefallen hat mir die Schilderung des unheimlichen Hamburger Kanal- und Fleetsystems bei Nacht. Nicht so gut fand ich den SM-Touch. Nichtsdestotrotz ist das Buch flüssig geschrieben und nur schwer beiseite zu legen.

Fazit: Ein typischer Winkelmann. Nichts für schwache Nerven!

Veröffentlicht am 07.07.2018

Glaube, Wahn und Okkultismus

Erzengel
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„Erzengel“ von Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson ist bereits der sechste Fall für das ungleiche, aber sehr erfolgreiche schwedische Ermittlerduo Ingrid Nyström und Stina Forss. Dennoch handelt ...


„Erzengel“ von Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson ist bereits der sechste Fall für das ungleiche, aber sehr erfolgreiche schwedische Ermittlerduo Ingrid Nyström und Stina Forss. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Ein Rückblick in die Vergangenheit, als die Mitglieder einer Heavy Metal-Band grausam ermordet wurden. Anschließend das Wiedersehen mit Ingrid und Stina. Danach eine kurze Zusammenfassung der Vorgänger, u.a. weshalb Stina auf einem Auge blind ist. Dann der Hammer: verschwundene Akten und ein Selbstmord, der wohl keiner war.
Last but not least wird ein routinierter Sicherheitsmann tot aufgefunden. Gibt es womöglich eine Verbindung zwischen dem aktuellen Fall und dem Cold Case?
Die Autoren haben ihren neuen Kriminalroman wieder packend in Szene gesetzt. Nichts ist wie es scheint. Die Spannung wird langsam, aber nachhaltig aufgebaut. Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf, bis zum fulminanten Finale. Alles stimmig aufgelöst, auch wenn ein paar Punkte offen bleiben.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Die besonnene und erfahrene Ingrid Nyström und ihre impulsive junge Kollegin Stina Forss. Jugend und Neugier gepaart mit Fachkenntnis und Lebenserfahrung - eine gute Kombination. Beide haben sich von Band zu Band weiterentwickelt, sind aber auch von ihren Einsätzen schwer gezeichnet.

Fazit: Hochspannender, komplexer Fall zwischen Glaube und religiöser Verblendung.