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Veröffentlicht am 27.05.2018

Männer sind Schweine

Der einsame Bote
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„Der einsame Bote“ von Gard Sveen ist der dritte Fall für den Osloer Kommissar Tommy Bergmann. Die Vorgänger hatte ich mit Begeisterung verschlungen und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Worum ...


„Der einsame Bote“ von Gard Sveen ist der dritte Fall für den Osloer Kommissar Tommy Bergmann. Die Vorgänger hatte ich mit Begeisterung verschlungen und auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht. Worum geht es?
Tommy sucht noch immer nach der 13-jährigen Amanda, obwohl ihr Mörder angeblich tot ist. Er ist der Einzige, der daran glaubt, dass Jon-Olav Farberg noch lebt.
Wird Tommy von Anders Rask, Farbergs Freund und Kollege, mehr erfahren? Und was hat Morten Høgda, der Geliebte von Farbergs Komplizin Elisabeth Thorstensen damit zu tun? Denn er bekommt mysteriöse Postkarten aus Vilnius und fühlt sich bedroht. Die Spur führt zu einer alten Sekte. Tommy verbeißt sich in den Fall. Eine gefährliche Suche beginnt…
Währenddessen ermittelt Tommys Kollegin Susanne Bech im Fall einer ermordeten Frau mit abgetrennten Händen. Ein Ritual? Ein weiteres Opfer von Farberg?
Gard Sveen erzählt die komplexe, aber auch etwas wirre Geschichte, in perfektem Tempo und mit stetig steigender Spannung. Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf und münden in einen dramatischen Showdown. Tommy, ein guter Beobachter und Kenner menschlicher Abgründe, entdeckt den Zusammenhang.
Für diejenigen Leser, die „Der letzte Pilger“ und „Teufelskälte“ nicht gelesen haben, gibt es am Anfang eine kurze Zusammenfassung der Ereignisse. Ab und zu finden sich Bezüge zu den Vorgängern, erscheinen alte Bekannte. Nichtsdestotrotz könnte ich mir vorstellen, dass Neueinsteiger, die die ersten beiden Bände nicht kennen, Verständnisprobleme haben.

Fazit: Ein Krimi, der einen nicht mehr loslässt. Abgründig und düster!

Veröffentlicht am 18.05.2018

Irgendwie hängt alles zusammen

In den Fängen des Löwen
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„Die Fährte des Wolfes“ des schwedischen Autorenduos Kallentoft & Lutteman hatte ich mit Begeisterung verschlungen. Und auch der 2. Fall für Zack Herry, Mitglied einer Spezialeinheit der Polizei, „In ...


„Die Fährte des Wolfes“ des schwedischen Autorenduos Kallentoft & Lutteman hatte ich mit Begeisterung verschlungen. Und auch der 2. Fall für Zack Herry, Mitglied einer Spezialeinheit der Polizei, „In den Fängen des Löwen“, hat mich nicht enttäuscht.
Die Autoren gehen gleich in medias res: Ein Mann, der sich als Löwe verkleidet, ein Junge in einem Käfig und Zack, der Russisch Roulette spielt. Wo ist die Verbindung?
Sechs Tage zuvor: Auf einem alten Fabrikgelände in Stockholm wird die Leiche eines 11-jährigen Jungen entdeckt. Festgebunden auf einem Schornstein in schwindelerregender Höhe. Zack und seine Partnerin Deniz ermitteln. Schnell ist klar, dass es sich um Ismail handelt, einen Asylbewerber aus dem Irak.
Wie sich herausstellt, soll ein Mann, der sich Lejonet, der Löwe, nennt, schon öfter Kinder vor der Flüchtlingsunterkunft beobachtet haben. Ist der Betreffende Ismails Mörder? Das wäre wohl zu einfach. Denn kurz darauf ist ein weiterer Junge verschwunden…
Zack nimmt immer noch Drogen. Zitat: „Er ist nicht mehr auf dem Weg nach unten. Er ist unten. Ganz tief unten.“ Liegt es an Abdula, seinem Dealerkumpel? Niklas ist das genaue Gegenteil. Er ist ein Familienmensch. Deniz scheint mit Cornelia ihr Glück gefunden zu haben. Auch der blinde Rudolf und IT-Spezialistin Sirpa sind wieder mit dabei.
Es geht um kranke Menschen, missbrauchte Kinder. Mitunter kaum auszuhalten. Es geht auch um den ultimativen Kick und ein bisschen Sozialkritik. Es wird ermittelt, manch falsche Fährte begangen, überraschende Nebenwege tun sich auf und münden schließlich in einen dramatischen Showdown. Die Auflösung ist absolut stimmig.
Aber durchgeknallt und zugedröhnt, das geht gar nicht. Punktabzug für Zack! „In den Fängen des Löwen“ ist definitiv nichts für sanfte Gemüter oder Leute mit einem schwachen Magen. Ihr seid also gewarnt.

Fazit: Deftiger Schweden-Krimi. Actionreich und hochspannend!

Veröffentlicht am 12.05.2018

Mensch oder Maschine?

Die Tyrannei des Schmetterlings
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Um es gleich vorweg zu sagen, das neue Werk von Frank Schätzing ist der Hammer! Eine Mischung aus „Der Scharm“ und „Limit“ - und doch ganz anders, besser! Worum geht es?
„Die Tyrannei des Schmetterlings“ ...


Um es gleich vorweg zu sagen, das neue Werk von Frank Schätzing ist der Hammer! Eine Mischung aus „Der Scharm“ und „Limit“ - und doch ganz anders, besser! Worum geht es?
„Die Tyrannei des Schmetterlings“ spielt in der nahen Zukunft in Kalifornien: Luther Opoku, Undersheriff von Sierra County, entdeckt eine geheime Forschungsanlage, in der ein Hightech-Konzern eine lernfähige künstliche Intelligenz (KI) entwickelt hat. Doch was wäre, wenn dieser Quantencomputer außer Kontrolle gerät und nach der Macht greift?
Ein erschreckend realistisches Szenario, das der Autor sich ausgedacht hat. Sprachlich locker erzählt. Aber es geht nicht nur um KI, sondern auch um Paralleluniversen (PU) und Biowaffen. Alles bestens recherchiert. Und es geht um Werte. Ein brisantes, aktuelles Thema. Frank Schätzing liefert hierzu viele Denkanstöße: „Alles ist möglich.“
Häufige Perspektivwechsel sorgen für Dynamik und einen durchgängigen Spannungsbogen bis zum actionreichen Showdown. Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Luther ist mir sofort ans Herz gewachsen. Denn er hat viel Empathie. Ein äußerst intelligenter Mix aus Thriller, Sci-Fi und Horror. Unheimlich unterhaltsam.

Fazit: Rasanter Thriller mit dem Finger am Puls der Zeit. Ganz großes Kino!

Veröffentlicht am 06.05.2018

DCI Jim Daley ermittelt wieder

Der Pate von Glasgow
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„Der Pate von Glasgow“ ist nach „Tödliches Treibgut“ der zweite Fall für DCI Jim Daley von der Mordkommission Glasgow. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, ...


„Der Pate von Glasgow“ ist nach „Tödliches Treibgut“ der zweite Fall für DCI Jim Daley von der Mordkommission Glasgow. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Daley bekommt ein mysteriöses Video zugeschickt: In Melbourne, Australien, werden Gerald Dowie und seine Frau in ihrem Haus brutal ermordet. Er war einer der Kronzeugen im Prozess gegen James Machie, den Paten von Glasgow.
Der Täter sieht aus wie James Machie. Doch wie kann das sein? Denn Machie ist angeblich seit fünf Jahren tot. Daley, der nach Kinloch versetzt wurde, soll nun den anderen Zeugen, Frank MacDougall, beschützen. Aber der Killer mordet weiter...
Denzil Meyricks hat seinen Schottland-Krimi wieder atmosphärisch in Szene gesetzt. Erneut gelingt es dem Autor, Spannung aufzubauen und zu halten. Über das Wiedersehen von Jim Daley und seinen Freund und Kollegen DS Brian Scott habe ich mich gefreut. Auch wenn Daley von privaten Problemen geplagt wird und sein Chef Superintendent Donald ihm Knüppel zwischen die Beine wirft.
Alles in allem hat mir der Krimi sehr gut gefallen. Besser noch als Band 1. Selbst der Humor kommt nicht zu kurz, der Whisky fließt in Strömen. Packend, nicht vorhersehbar und mit überraschenden Wendungen bis zum furiosen Finale. Über eine Fortsetzung würde ich mich daher sehr freuen.

Fazit: Abgründig und authentisch. Krimi-Spannung aus Schottland!

Veröffentlicht am 04.05.2018

Nicht nur knallrot, sondern auch knallhart

Post Mortem - Spur der Angst
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„Post Mortem - Spur der Angst“ ist bereits der 4. Band um Profi-Killer Avram Kuyper und Interpol-Agentin Emilia Ness. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, ...


„Post Mortem - Spur der Angst“ ist bereits der 4. Band um Profi-Killer Avram Kuyper und Interpol-Agentin Emilia Ness. Dennoch handelt es sich um eine eigenständige, in sich abgeschlossene Geschichte, die ohne Vorkenntnisse lesbar ist. Worum geht es?
Lina Sattler wurde als Kind entführt, kann sich aber nicht mehr daran erinnern. Doch die Schatten der Vergangenheit werden länger. Der Einzige, der ihr helfen kann ist Avram, denn er hatte bereits damals nach ihr gesucht. Unterstützt werden sie von Emilia, die kurz vor ihrer Hochzeit mit Kollege Mikka steht.
Die ersten drei Bände hatten mich begeistert. Deshalb musste ich „Spur der Angst“ unbedingt haben. Doch ich wurde enttäuscht. Eigentlich ist es immer das Gleiche: Gewalt, insbesondere Folter und finstere Mächte. Ein inoffizielles Forschungsprogramm mit menschlichen Versuchskaninchen, in das selbst die Polizei verstrickt zu sein scheint.
Mark Roderick hat seinen neuen Thriller routiniert in Szene gesetzt. Erneut gelingt es dem Autor, Spannung aufzubauen. Gut gefallen haben mir auch die häufigen Perspektivwechsel. Denn die sorgen für Dynamik. Immer mal wieder finden sich Bezüge zu den Vorgängern. Das macht Lust auf mehr für die, die die ersten Bände (noch) nicht kennen.
Die Figurenzeichnung ist glaubhaft und durchdacht. Avram und Emilia sind mir inzwischen ans Herz gewachsen. Neu dabei, Lina. Sie ist tough, kennt keine Angst. Fluch und Segen zugleich. Allerdings scheint Avram in die Jahre zu kommen. Denn so oft wurde er noch nie geschnappt und musste sich von den Mädels retten lassen. Frauenpower eben.
Die Geschichte wird irgendwann vorhersehbar. Zudem haben mir die psychologischen Raffinessen gefehlt, die ich aus den ersten Bänden gewohnt war.

Fazit: Abgründig und böse. Für mich aber nicht das beste Buch der Reihe.