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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.08.2023

Fortführung in Port Grimaud

Die Unverbesserlichen - Die Revanche des Monsieur Lipaire (Die Unverbesserlichen 2)
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Das Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr nehmen die Leserinnen erneut mit an die Côte d'Azur in das Küstenstädtchen Port Grimaud, wo Monsieur Lipaire und seine Truppe sich vom ersten Fall erholen ...

Das Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr nehmen die Leserinnen erneut mit an die Côte d'Azur in das Küstenstädtchen Port Grimaud, wo Monsieur Lipaire und seine Truppe sich vom ersten Fall erholen und geradewegs auf einen neuen Fall zusteuert. Denn die Adelsfamilie Vicomte möchte das kleine Städtchen unter ihre Fittiche bringen, was die Unverbesserlichen - Guillaume Lipaire, Jacqueline, Karim, Paul, Delphin und Lizzy mit ihrem Hund zu verhindern versuchen.

Der zweite Band kann unabhängig vom ersten gelesen werden, allerdings bietet der erste Band "Die Unverbesserlichen. Der große Coup des Monsieur Lipaire" einen guten Einblick in die Figuren und in die Bewohner
innen von Port Grimaud, was für ein besseres Verständnis sowie die Einschätzung der einzelnen Charaktere sorgt. Der Plot hier ist wengier aufregend als im ersten Teil und konzentriert sich eher auf die Beziehungen untereinander und die Figurenentwicklung. Klüpfel und Kobr schreiben gewohnt schräg und schaffen erneut skurrile Situationen in Port Grimaud, die mich unterhalten haben.
Das Buch ließ sich flüssig lesen, kam mit ein bisschen Spannung daher, sorgte jedoch vor allem für unterhaltsame Lesestunden.

Veröffentlicht am 15.08.2023

Familiengeschichte um die Leica

Das Licht im Rücken
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Oskar Barnack entwickelt im Jahr 1914 im Zuge seiner Leidenschaft des Fotografierens einen kleinen handlichen Apparat, der in die Jackentasche passt und den man überallhin mitnehmen kann. Er ahnt noch ...

Oskar Barnack entwickelt im Jahr 1914 im Zuge seiner Leidenschaft des Fotografierens einen kleinen handlichen Apparat, der in die Jackentasche passt und den man überallhin mitnehmen kann. Er ahnt noch nicht, wie bahnbrechend diese Erfindung ist und welche weltweite Bekanntheit sie erreichen wird. Den Ernst Leitz wird die Leica in Produktion geben und verkaufen.

Sandra Lüpkes beginnt die Erzählung um den Sohn des Werkgründers, Ernst Leitz, der sich sämtlichen Gegenpositionen widersetzt und 1924 die Produktion der Leica beginnt. Diese wird zum Verkaufshit, sodass die Firma expandieren kann.
Die zweite Familie, um die es geht, ist eine fiktive jüdische Familie aus Wetzlar. Der Sohn Milan macht bei der Familie Leitz eine Ausbildung zum technischen Laufmann, seine Schwester Dana hilft dem Vater im Familienladen.
Als die Nazis an die Macht kommen, ändert sich für beide Familien das Leben schlagartig. Den Leitz-Werken droht die Enteignung, Elsie gerät durch ihren Widerstand in das Blickfeld der Gestapo und der Laden der Familie Gabriel wird geplündert.

Passend zum historischen Roman schreibt Sandra Lüpke ruhig, langsam und nimmt sich die Zeit, um die Figuren und ihre Lebensumstände einzuführen. Die Schilderungen der Entwicklungen sind interessant und anschaulich. Vor allem die Taten der Nazis wurden eindrücklich beschrieben, sodass die schrecklichen Veränderungen für die Familien und ihr persönliches Schicksal deutlich wurden. "Das Licht im Rücken" reiht sich gut in das Genre der historischen Romane ein, die auf historischen Fakten und umfangreichen Recherchen basieren.

Veröffentlicht am 13.08.2023

Berührende Liebesgeschichte

Wunder brauchen etwas länger
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In einer ihrer Mittagspausen trifft Nell in einem Birminghamber Café den charmantten Charlie aus Irland. Sie kommen ins Gespräch und Nell ist von seiner humorvollen und netten Art ganz begeistert, verabschiedet ...

In einer ihrer Mittagspausen trifft Nell in einem Birminghamber Café den charmantten Charlie aus Irland. Sie kommen ins Gespräch und Nell ist von seiner humorvollen und netten Art ganz begeistert, verabschiedet sich jedoch von ihm, ohne nach seiner Telefonnummer zu fragen, und ärgert sich im Nachhinein sehr darüber. Am nächsten Tag bei ihrer Schicht einer Hilfshotline für psychisch Erkrankte hört sie plötzlich Charlies Stimme wieder und nutzt die Chance, ihn nach einem zweiten Treffen zu fragen.
Die beiden nähern sich zwar an, aber Charlie scheint die Gefühle für Nell nicht zu erwidern. Weshalb sonst sollte er sich immer wieder von ihr distanzieren?

Hannah Sunderland nimmt sich Zeit, Nell und Charlie zu beschreiben, Einblick in ihre Gedanken, ihren Alltag und über die Kapitel hinweg immer mehr Einblick in ihre Seelen und ihre Vergangenheit zu bieten. Beide sind mir auf Anhieb sympathisch und ich habe in der Dynamik des ersten Gesprächs direkt das Potential für eine intensive Lovestory gewittert. Da jedoch bei Charlie so viel psychischer Ballast vorhanden ist und Nell eine so starke Konstante für ihn wird, hat mich mit zwiegespaltenen Gefühlen zurückgelassen. Schließlich habe ich immer gehofft, dass ihre Beziehung nicht toxisch wird oder eine starke Abhängigkeit besteht. Ich bin froh, dass Hannah Sunderland nicht in diese Richtung abgerutscht ist, sondern den Figuren den Raum für Reflexion, Aufarbeitung, Entwicklung und Liebe gegeben hat.

Eine Liebesgeschichte, die mich stark berührt hat, bei der ich mit den Figuren mitgefühlt habe und froh über das Ende war. Die Autorin überzeugte mich mit Empathie, Ernsthaftigkeit gegenüber dem Thema Depression und dennoch der Angemessenheit und den Raum für Humor.

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Gefühl
Veröffentlicht am 06.08.2023

Liebe in den Highlands

Wo die Liebe dich findet
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Tierärztin Holly hat ehrgeizige Ziele - vor allem hat gerade ihrer Karriere Priorität. Allerdings wird sie entgegen ihrer Erwartungen in eine kleine Klinik in den schottischen Highlands versetzt, wo der ...

Tierärztin Holly hat ehrgeizige Ziele - vor allem hat gerade ihrer Karriere Priorität. Allerdings wird sie entgegen ihrer Erwartungen in eine kleine Klinik in den schottischen Highlands versetzt, wo der eigenbrötlerische und jährzornige Hugh ihr den Arbeitsalltag erschwert. Wie gut, dass sie mit Chloe und Paoli im Team emotionale Unterstützung hat und sich außerhalb der Praxis eine Freund*innenschaft entwickelt. Und dann ist da ja noch Greg Dunbar, der plötzlich vor Holly steht und dessen Attraktivität sie nicht gänzlich ignorieren kann. Dabei hat sie sich ja geschworen, dass sie sich auf keinen Mann einlässt, sondern nur ihre Karriere zählt.

Katy Turner beschreibt sowohl die sehr ländiche Umgebung des Ortes als auch die Figuren sehr eindrücklich. So wuchsen mir Holly, Chloe und Paolo sehr schnell ans Herz und ich konnte die gemeinsamen Pub-Abende und die Dorfevents genießen. Humor und ein lockerer Umgangston beherrschen die Kapitel, was mir gut gefällt.

Ich habe "Wo die Liebe dich findet" sehr gern gelesen und die Auszeit, das Hinträumen in die Highlands, genießen.

Veröffentlicht am 06.08.2023

Liebeserklärung an die Großeltern

Sylter Welle
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Seit Max denken kann, verbringt er den Sommer mit seinen Großeltern auf dem Sylter Campingplatz. Oma Lore und Opa Ludwig, ihre Strenge und ihr teilweise eigenartiges Verhalten haben ihn durch die Sommer ...

Seit Max denken kann, verbringt er den Sommer mit seinen Großeltern auf dem Sylter Campingplatz. Oma Lore und Opa Ludwig, ihre Strenge und ihr teilweise eigenartiges Verhalten haben ihn durch die Sommer seiner Kindheit und Jugend hinweg sehr geprägt. Nun fahren die Großeltern noch ein letztes Mal nach Sylt, allerdings nicht auf den Campingplatz, sondern in eine Ferienwohnung. Max ist eingeladen, sie für drei Tage ein letztes Mal auf Sylt zu besuchen, wodurch bei ihm sämtliche Erinnerungen wachgerufen werden.

Max Richard Leßmann erzählt sehr anschaulich von den Szenen auf dem Campingplatz, von dem Verhalten seiner Großeltern miteinander, mit Max* Mutter und den generell schwierigen und durch Streit geprägten Beziehungen und Abläufen. Er zeichnet schöne und emotionale Bilder, die teilweise fröhlich und teilweise sentimental sind. Ich konnte mir alles sehr gut vorstellen, fand die Abbildungen authentisch und mochte den selbstironischen, manchmal gar sarkastischen Schreibstil.
Die Figuren bekommen vor allem durch die vielen Rückblenden eine Tiefe verliehen und haben, auch wenn sie sich nicht immer liebevoll verhalten haben, sehr viel Sympathie von mir bekommen. Es wird deutlich, wie sehr Max seine Großeltern liebt, wie sehr er die Zeit mit ihnen genießt und wie stark sich die Dinge im Laufe des Lebens verändert haben.

Die Großeltern sind erwartungsgemäß schrullig, wirbeln teilweise Staub auf und sind gleichzeitig für Max so liebenswerte Menschen, dass ich "Sylter Welle" auch als Liebeserklärung an Max' Großeltern empfunden habe - stellvertretend vermutlich für ganz viele Großeltern.