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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2023

Dating in der Regency-Zeit

Secrets of the Campbell Sisters, Band 1 - April & May. Der Skandal
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Es ist Ballsaison, was bedeutet, dass auch die vier Campbell-Schwestern April, May, June und July nach der großen Liebe Ausschau halten. Doch die einzige Chance, damit die Schwestern jeweils eine Mitgift ...

Es ist Ballsaison, was bedeutet, dass auch die vier Campbell-Schwestern April, May, June und July nach der großen Liebe Ausschau halten. Doch die einzige Chance, damit die Schwestern jeweils eine Mitgift bekommen, besteht darin, dass sie in der Reihenfolge ihrer Geburt heiraten müssen. Allerdings gibt es ein Problem: Die älteste Schwester, April, hat sich in der letzten Ballsaison in Nathaniel Pembroke verliebt, ist jedoch auch seinetwegen mit einem sehr schlechten Ruf davongekommen und hat nun erschwerte Bedingungen für die anstehende Saison. Für May ist das kein Hindernis, sie möchte April unbedingt verkuppeln und bandelt dabei selbst mit Lord Richard an. Dann kehrt jedoch auch Nathaniel nach London zurück und es entstehen neue Gerüchte über April...

Lyla Payne erzählt um die Campbell-Schwestern vom Dating und dem Zusammenfinden in der Regency-Zeit, wobei London Dreh- und Angelpunkt ist. Der Schreibstil ist flüssig und konnte das Gefühl der anstehenden Bälle, der Begegnungen mit den Männern, Flirts, Aufregung und gewissermaßen (Zukunfts)Ängste gut thematisieren und transportieren. Auch wenn May und April vom Charakter her unterschiedlich sind, brauchte ich eine ganze Weile, um ein Gespür für sie zu bekommen und mit ihnen mitzufiebern.
Ich bin gespannt, was June und July im zweiten Teil alles erleben.

Veröffentlicht am 29.09.2023

Berührender Sommerroman

Sonnenküsse
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Aline ist von Stuttgart zurück zu ihrer Mutter nach Bochum gezogen, um diese in den letzten zwei Lebensjahren mit ihrer Krebserkrankung zu unterstützen und zu pflegen. Der Tod ihrer Mutter zieht Aline ...

Aline ist von Stuttgart zurück zu ihrer Mutter nach Bochum gezogen, um diese in den letzten zwei Lebensjahren mit ihrer Krebserkrankung zu unterstützen und zu pflegen. Der Tod ihrer Mutter zieht Aline den Boden unter den Füßen weg, noch dazu hat ihre Tante eine Andeutung über ihren Vater gemacht und behauptet, dass Alines Mutter sie diesbezüglich belogen hat, was Aline natürlich noch mehr verletzt. Doch dann findet sie im Nachlass ihrer Mutter alte Briefe, unterzeichnet mit "J" und schnell wird ihr klar, dass es sich dabei um ihren Vater handeln muss. Die Spur führt nach Flensburg, in die Brauerei. Wie passend, dass dort gerade dringend Servicekräfte gesucht werden. So kann Aline sich einschleichen und einen ersten Eindruck des Inhabers und ihres vermutlichen Vaters Jens Martens machen. Doch dieser ist zurzeit gar nicht in Flensburg und sein Geschäftspartner Tom, den Aline sehr sympathisch und attraktiv findet, ertappt sie beim Schnüffeln. So hat sich Aline ihre Zeit in Flensburg natürlich nicht vorgestellt.

Ich kannte die "Küstenliebe"-Reihe von Svenja Lassen noch gar nicht, bin jedoch von der Figurenausarbeitung und dem flüssigen, sehr stimmungsgeladenen Schreibstil begeistert. Aline wurde in Flensburg sehr gut aufgenommen und es lässt sich auf jeden Fall lesen, wie sie dort aufblüht und wieder beginnt, zu leben. Sowohl die Abläufe in der Bar, die Stimmung im Team als auch die Landschaft sind so anschaulich beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, selbst mit Aline dort zu sein.

Svenja Lassen hat mit "Sonnenküsse" einen sehr berührenden Roman über den Tod, Trauer, Freundschaft und Liebe geschrieben, der ohne Plattitüden daherkommt und mich sowohl zum Lachen als auch zu feuchten Augen gebracht hat. Eine schöne Geschichte, die ich sehr gern im Sommer gelesen habe! Die anderen Bände der Reihe werde ich mir sicherlich ebenfalls ansehen.

Veröffentlicht am 29.09.2023

Ermittlungsarbeit gerät immer mal wieder in den Hintergrund

Die Akte Madrid
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In einem Luxushotel in Granada wird im Jahr 2016 ein surrealistisches Gemälde gestohlen und der Besitzer Franziskus Ritter, der deutsche Verteidigungsminister, gerät in Erklärungsnot. Lennard Lomberg wird ...

In einem Luxushotel in Granada wird im Jahr 2016 ein surrealistisches Gemälde gestohlen und der Besitzer Franziskus Ritter, der deutsche Verteidigungsminister, gerät in Erklärungsnot. Lennard Lomberg wird daher von seinem Mentor Peter Barrington damit beauftragt, das Verschwinden des Bildes aufzuklären und macht sich auf die Suche und verfolgt die blutigen Spuren des Gemäldes. Dabei wird er unterstützt von der Kriminalrätin Sina Röhm und entdeckt mit ihm die politische Brisanz des Gemäldes.

Andreas Storm unterfüttert den Ermittlungsplot mit zahlreichen historischen Fakten und Zusammenhängen, die von den Folterkelltern aus der Franco-Diktatur bis hin zu Ministerien der Bonner Republik reichen. Dabei geht es um politische Intrigen und persönliche Konflikte, die die Figuren miteinander haben und die den Leser*innen peu à peu offenbart werden. Auch wenn für die Kunsthistorik das detaillierte Wissen sicherlich hilfreich und interessant ist, hat es mich im Lesefluss streckenweise eher genervt bzw. habe ich viele Abschnitte als Längen wahrgenommen, bin mit den Gedanken abgeschweift und konnte mir die einzelnen Fakten nicht ansatzweise merken. Leider verschwand der Ermittlungsplot für mich an einigen Stellen dahinter zurück, mir fehlten Spannung, überraschende Wendungen und Action.

Das Ende war dann schlüssig, offene Fragen wurden weitestgehend geklärt und die Konflikte sowie die politische Sprengkraft des Gemäldes wurden hinreichend beschrieben. Ein wissensgeladener Kriminalroman, der mich leider nicht fesseln konnte.

Veröffentlicht am 27.09.2023

Wohlfühlige Fortsetzung

Let's be bold
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"Let's be bold" knüpft inhaltlich direkt an "Let's be wild" an und führt die Leserinnen wieder zurück nach New York, wo sich Shae, Tyler, Ariana und Evie nicht nur ihren Träumen und Wünschen widmen, sondern ...

"Let's be bold" knüpft inhaltlich direkt an "Let's be wild" an und führt die Leserinnen wieder zurück nach New York, wo sich Shae, Tyler, Ariana und Evie nicht nur ihren Träumen und Wünschen widmen, sondern sich auch mit ihren Sorgen und Ängsten auseinandersetzen. Dabei stehen ihre Freundinnenschaften und Partnerinnen im Fokus und thematisieren viele Aspekte, die ungeschönt angesprochen werden, ohne dabei zu bewerten. Dabei wird deutlich, dass die Freundinnenschaft die vier Freund*innen sehr stark zusammenhält und ermutigt, weiter an sich zu arbeiten und (miteinander) zu wachsen.

Der Schreibstil von Nicole Böhm und Anabelle Stehl ist wieder flüssig und sehr kurzweilig. Daher habe ich es genossen, wieder von Shae, Tyler, Ariana und Evie zu lesen, ihre Arbeit zu verfolgen, mit ihnen zu schmunzeln, zu lachen, die Augen zu verdrehen und Großstadtfeeling zu erleben.

Veröffentlicht am 13.09.2023

RomCom, die ich in einem Stück gelesen habe

Das Beste kommt zum Kuss
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Während der erste Kuss für die meisten Menschen vermutlich der Anfang von etwas sind, sieht Amy Daniels gleichzeitig schon das Ende. Denn sie hat die Fähigkeit, immer, wenn sie jemanden zum ersten Mal ...

Während der erste Kuss für die meisten Menschen vermutlich der Anfang von etwas sind, sieht Amy Daniels gleichzeitig schon das Ende. Denn sie hat die Fähigkeit, immer, wenn sie jemanden zum ersten Mal küsst, sehen zu können, wie die Beziehung zwischen ihr und besagtem Mann ausgehen wird. Ob nach kurzer Zeit oder nach mehreren Monaten oder Jahren - bis jetzt hatte sie ausschließlich negative Visionen, die sich immer bewahrheitet haben. Daher möchte sie sich Männern und der Liebe eigentlich abwenden und sich gar nicht erst wieder auf lovestories einlassen. Doch auf der Hochzeit ihrer Freundin Charlotte lässt sich Amy von ihrer besten Freundin dazu überreden, einfach draufloszuküssen. Und tatsächlich hat Amy bei einem Mann eine positive Vision und sieht beim Kuss ihr Happy End. Einziges Problem: Sie war so betrunken, dass sie sich gar nicht mehr genau an ihre
Kusspartner erinnern kann. Daher macht sie sich mithilfe ihrer Freundinnen auf die Suche nach besagtem Mann und gerät dabei nicht selten in skurrile Situationen.

Molly James schreibt leicht, flüssig und sehr humorvoll, wobei die Figuren sehr liebevoll und tiefgehend ausgearbeitet sind. So konnte ich mich schnell in Amys Gedanken sowie in ihrem Freund
innenkreis wiederfinden und den Hinweisen und Spuren nach dem perfekten Beziehungspartner für sie folgen. Besonders gefallen hat mir die innige Beziehung zwischen Amy und ihrer Mutter, das hat dem ganzen eher seichteren Plot Tiefe und noch stäreke Emotionen sowie Ernsthaftigkeit verliehen.

Eine schöne RomCom, die ich in einem Rutsch gelesen habe und so für einige Stunden dem Alltag entfliehen und mich ganz von Molly James Geschichte über Amy einnehmen lassen konnte.