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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.01.2026

Spannende Protagonistinnen

The Business Trip
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Jasmine, mit wenig Geld auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Freund, lernt die erfolgreiche Nachrichtenchefin Stephanie im Flugzeug nach San Diego kennen. Kurz darauf verschwinden beide, schreiben ihrem ...

Jasmine, mit wenig Geld auf der Flucht vor ihrem gewalttätigen Freund, lernt die erfolgreiche Nachrichtenchefin Stephanie im Flugzeug nach San Diego kennen. Kurz darauf verschwinden beide, schreiben ihrem Umfeld jedoch SMS über denselben Mann, bis die Nachrichten immer verstörender werden und ein übler Verdacht aufkommt...

Jessie Garcia hat sich mit "Business Trip" einen interessanten Plot überlegt und schreibt flüssig und spannend. Durch die kurzen Kapitel, die wechselnden Perspektiven und die Frage, was es mit Jasmine und Stephanie auf sich hat, war mein Lesefluss ungebrochen und ich habe das Buch nur so verschlungen. Ich wollte unbedingt wissen, wie es ausgeht. Durch die stückweise Enthüllung und die immer neuen Hinweise blieb der Spannungsbogen straff gespannt und die Auflösung hatte es in sich. Rückblickend waren die Entwicklungen an der einen oder anderen Stelle etwas stark konstruiert für mich, aber das Leseerlebnis insgesamt durch Spannung geprägt, weil nichts ist, wie es scheint.

Veröffentlicht am 11.01.2026

Wie ein Nein das Stadtgeschehen bewegt

Hazel sagt Nein
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Hazel zieht mit ihren Eltern und ihrem Bruder Wolf von New York in das beschauliche Riverburg, um dort das letzte Schuljahr zu absolvieren und dann auf ihr Wunschcollege zu gehen. Ihr Vater Gus hat nach ...

Hazel zieht mit ihren Eltern und ihrem Bruder Wolf von New York in das beschauliche Riverburg, um dort das letzte Schuljahr zu absolvieren und dann auf ihr Wunschcollege zu gehen. Ihr Vater Gus hat nach jahrelanger akademischer Arbeit endlich eine Professur in Riverburg bekommen. Doch der Neuanfang gerät rasch in Schieflage, denn am ersten Schultag wird Hazel in das Büro des Direktors gerufen. Dort verkündet er ihr, er suche sich jedes Jahr eine Schülerin des letzten Jahrgangs aus, mit der er eine sexuelle Beziehung eingehe und dass Hazel für dieses Jahr die Auserwählte sei. Impulsiv sagt sie nein und setzt damit nicht nur die Veränderung ihrer eigenen Schullaufbahn, sondern auch ihres Familienalltags, der Familiendynamik und des gesamten Stadtgeschehens in Aufruhr, da alle so beeindruckt von Direktor White und seinem unermüdlichen Einsatz für die Schülerinnen sind.

Jessica Berger Gross hat mich nicht nur mit dem Plot, sondern auch mit ihren Zwischentönen und ihrem Schreibstil begeistern können. Das Szenario, dass der Direktor eine sexuelle Beziehung mit einer Schülerin eingehen möchte und die Frage der Glaubhaftigkeit bei der Veröffentlichung auftaucht und sich jede
r Bewohner*in ein Urteil bildet und teilweise entsprechend handelt, ist für mich gar nicht verwunderlich und sehr realitätsnah.
Die Figuren sind sehr nachvollziehbar und greifbar dargestellt. Erzählt wird aus wechselnden Perspektiven und teilweise mit Zeitsprüngen. Die veränderten Dynamiken sind zu jedem Zeitpunkt les- und spürbar.
Ein sehr gelungener Roman mit wichtigen Themen, über den auf jeden Fall gesprochen werden sollte!

Veröffentlicht am 11.01.2026

Hat mich begeistert

Die Riesinnen
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"Die Riesinnen" ist ein drei-Generationen-Portrait der Riessberger Frauen: Großmutter Liese, Mutter Cora und Tochter Eva, die in verschiedenen Zeiten mit verschiedenen Drängen und Wünschen heranwachsen ...

"Die Riesinnen" ist ein drei-Generationen-Portrait der Riessberger Frauen: Großmutter Liese, Mutter Cora und Tochter Eva, die in verschiedenen Zeiten mit verschiedenen Drängen und Wünschen heranwachsen und die eins eint: die Heimat im Schwarzwald und die tiefe Verwurzelung in Wittenmoos - für jede der drei Frauen auf ganz eigene Weise.
Inhaltlich möchte ich mich gar nicht zu den einzelnen Figuren und ihren Geschichten äußern, um das Leseerlebnis nicht im Voraus zu beeinflussen. Ausgehend vom Klappentext habe ich einen Heimatroman mit Frauen als Protagonistinnen erwartet, der mir Einblicke in die verschiedenen Generationen und Geschehnisse gibt. Was ich nicht erwartet habe, ist ein Roman, der mich von der ersten Seite an komplett in seinen Bann gezogen hat und mich das Buch innerhalb kürzester Zeit durchlesen lässt.
Hannah Häffner hat ein ganz besonders Sprachgefühl vermittelt. Einerseits durch die sehr anschaulichen landschaftlichen Beschreibungen des Waldes und des Dorfes Wittenmoos, andererseits durch die akkuraten Schilderungen der Bewohnerinnen, der Verhaltensweisen und der Eigenheiten, die zu jedem Zeitpunkt nachvollziehbar und spürbar waren. Mir gefällt, wie einige Konflikte in Dialogen kommuniziert werden, viel mehr jedoch ungesagt und unbesprochen bleibt und trotz allem zwischen den Zeilen stattfindet und innerhalb der Leserinnen zum Tragen kommt.

Ein fantastischer Roman mit tollen Protagonistinnen, den ich als sehr eindringlich empfand. Ich habe jede Seite genossen, geradezu in mir aufgesaugt und habe es bedauert, als ich die letzte Seite hinter mir hatte. Ich beneide alle, die diese Leseerfahrung noch vor sich haben, denn ich würde sie gern noch einmal so empfinden.

Veröffentlicht am 05.01.2026

Intensiver Roman

Die Insel meiner Schwester
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Mirjam und Nia sind Schwestern, sie haben einen gemeinsamen Vater. Doch Mirjam erfährt erst mit 14 Jahren von Nias Existenz, die beiden lernen sich kennen, verbringen unendlich viele Stunden ...

Mirjam und Nia sind Schwestern, sie haben einen gemeinsamen Vater. Doch Mirjam erfährt erst mit 14 Jahren von Nias Existenz, die beiden lernen sich kennen, verbringen unendlich viele Stunden miteinander und bauen eine innige Beziehung zueinander auf. Überschattet wird diese Verbindung durch Nias Beziehungen, während derer immer eine Distanz innerhalb der Freundinnenschaft zu Mirjam entsteht. Als Nia Konrad kennenlernt und ihn heiratet, wird die Kluft zwischen den Schwestern größer als je zuvor. Mirjam hat seit geraumer Zeit nichts von Nia gehört, als sie per SMS eine Einladung zu Nias 40. Geburtstag bekommt. Es soll ein Mädelsabend auf der Familieninsel sein, auf der Mirjam die Sommer ihrer Kindheit und Jugend, später dann auch gemeinsam mit Nia, verbracht hat. Sie macht sich mit einem mulmigen Gefühl auf den Weg, doch was sie auf der Insel erwartet, sprengt all ihre Erwartungen.

"Die Insel meiner Schwester" erzählt aus Mirjams Sicht von der Freund
innenschaft zwischen den Schwestern, den schwierigen Aspekten ihres - gemeinsamen und getrennten - Aufwachsens, die Beziehung zum Vater, zu Jungs, Männern und Partnern. Dass die Beziehungen zu Männern ein Problem für beide sind, wird rasch klar. Während Nia in einer gewaltvollen Ehe steckt, wird Mirjam von ihrem langjährigen Partner Juan für eine andere Frau verlassen.
Mirjam erinnert sich an die Zeiten, in denen sie und Nia unzertrennlich waren und wird mit der Frage konfrontiert, was sie bereit ist, für ihre Schwester zu geben.

Sara B. Elfgren schreibt spannend, intensiv und lässt die Leser*innen in Rückblenden und Erinnerungen alle notwendigen Puzzlestücke zukommen, die für den großen Showdown auf der Insel notwendig sind. Das behandelte Thema ist schwer und die angemessene und respektvolle literarische Umsetzung finde ich ebenfalls oft schwierig. Hier ist es meines Erachtens jedoch gut gelungen. "Die Insel meiner Schwester" trägt so viel untergründliche Spannung mit sich, zwischen den Zeilen steckt viel Ungesagtes, aber Spürbares, das sich im Laufe der Geschichte offenbart. Diese Art des Erzählens mag ich gern und fesselt mich immer wieder.

Ein spannender schwedischer Roman, den ich sehr gern gelesen habe!

Veröffentlicht am 05.01.2026

Sehr spannend

Düsteres Tal
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Die Norwegerin Clara Lofthus lebt mit ihrem Partner Axel und ihren zwei Söhnen in Nairobi, wo sie im Rahmen eines Hilfsprojekts an einer Schule arbeitet. Während eines Terroranschlags auf die Schule reagiert ...

Die Norwegerin Clara Lofthus lebt mit ihrem Partner Axel und ihren zwei Söhnen in Nairobi, wo sie im Rahmen eines Hilfsprojekts an einer Schule arbeitet. Während eines Terroranschlags auf die Schule reagiert Clara sehr besonnen und sorgt in Norwegen für reichlich Aufmerksamkeit in den Medien. Zurück in Norwegen wird ihr der Posten der Justizministerin angeboten, den sie schon einmal innehatte. Sie wittert ihre Chance auf Veränderung, sodass sie ein Ziel endlich durchsetzen kann. Doch dann taucht eine Leiche auf, die in direktem Bezug zu Claras Vergangenheit steht. Als sich dann noch eine Podcast-Redaktion mit der Leiche und den Verbindungen zu Clara Lofthus auseinandersetzt, muss sie handeln.

"Düsteres Tal" beginnt rasant mit dem Terroranschlag und lässt den Spannungsbogen auch danach nicht sonderlich abflachen. Erzählt wird aus wechselnden Perspektiven, sodass die Leser*innen immer mehr Informationen über die Vergangenheit bekommen, während die gegenwärtigen Entwicklungen und Handlungen fortschreiten.
Ruth Lillegraven schreibt flüssig, spannend und hat mit Clara Lofthus eine kühle, distanzierte Protagonistin mit Kalkül geschaffen.
Ein spannendes Buch, das für kurzweilige Lesestunden gesorgt hat.