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Veröffentlicht am 29.08.2022

Bücher geben uns Kraft in schweren Zeiten

Der Buchladen von Primrose Hill
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Genauso bezaubernd wie das stimmungsvolle Cover ist auch die Geschichte, die uns die Autorin Madeline Martin hier geschenkt hat.

Grace Bennett und ihre Freundin Vic verschlägt es aus einem ländlichen ...

Genauso bezaubernd wie das stimmungsvolle Cover ist auch die Geschichte, die uns die Autorin Madeline Martin hier geschenkt hat.

Grace Bennett und ihre Freundin Vic verschlägt es aus einem ländlichen Dorf in die Metropole London. Dort werden sie freundlich im Haus von Mrs. Weatherford, eine Jugendfreundin von Grace´s verstorbener Mutter aufgenommen. Die offene und schillernde Vic bekommt dank eines Empfehlungsschreibens eine Anstellung im Kaufhaus Harrods. Die ruhige Grace soll für die Ausstellung eines Empfehlungsschreibens ausgerechnet in der Buchhandlung des grantigen Mr. Evans 6 Monate aushelfen. Dabei hat Sie mit Büchern und Lesen bisher so gar nichts am Hut gehabt. Die beiden jungen Frauen sind enttäuscht von London, anstelle von Prunk und lebenslustigem Gesellschaftsleben erleben Sie die Beklemmungen der Kriegszeit.

Grace arrangiert sich mit ihrer Arbeit und versucht Ordnung in den Laden zu bringen. Nach einer beeindruckenden Begegnung mit einem jungen Mann, der ihr das Buch Der Graf von Monte Christo ans Herz legt, verliert sie ihr Herz nicht nur an ihn, sondern auch an die Welt der Bücher. Seitdem vergeht keine freie Minute, die sie nicht mit Lesen verbringt. Dank ihr floriert Mr. Evans Buchhandlung und wird eine wahre Goldgrube. Auch ich wäre zu gerne Dauergast bei Primrose Hill Books gewesen.

Mit den Luftangriffen der Deutschen beginnt die Zeit der Entbehrungen, Verluste, Trauer und Ängste. Während Vic sich einer Frauenabteilung der britischen Armee anschließt, betätigt sich Grace sich neben der Buchhandlung als Luftschutzwartin.
Jede Nacht suchen die Menschen Zuflucht in den unterirdischen Gängen des Bahnhofs. Um sich selbst zu beruhigen, beginnt Grace den Menschen nachts vorzulesen. Sie gibt ihnen damit Kraft, Hoffnung und Trost.

Dort draußen retten Sie Leben. Hier drinnen retten Sie Seelen. (Zitat S. 268)

Gerade Grace hat für mich eine ganz besondere Entwicklung durchlaufen. Aus dem schüchternen Mädchen vom Land wurde eine selbstlose, hilfsbereite und mutige Frau. Ein ganz starker Charakter. Nicht nur einmal hatte ich einen Kloß im Hals wegen ihrer aufopfernden Art. Wunderbar sind auch die mütterliche Mrs. Weatherford und Mr. Evans, der sich als wahrer Freund entpuppt.

Mit der Buchladen von Primrose Hill hat Madeline Martin mich mitten ins Herz getroffen und sich fest verankert. Beim emotionalen Finale habe ich meinen Tränen vor Freude und Dankbarkeit freien Lauf gelassen. Volle 5 Sterne von mir.

Mein Fazit:
Dieses Buch kann ich jedem der Bücher liebt nur ans Herz legen. Denn was gibt es Schöneres, als die Liebe zu Büchern zu teilen. Bücher geben uns Kraft, Hoffnung und Liebe. Genau diese Empfindungen hat die Autorin in diesem Buch zum Ausdruck gebracht. Wunderschön!

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Veröffentlicht am 25.08.2022

Gefahr auf dem Drahtseil

Ein Tanz in Sturm und Schatten
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Und wieder hat es mich in die Fantasy-Welt verschlagen. Cover und Klappentext machten mich neugierig auf den Roman aus der Feder von Solia Carmen, erschienen im Dunkelstern Verlag. Überraschenderweise ...

Und wieder hat es mich in die Fantasy-Welt verschlagen. Cover und Klappentext machten mich neugierig auf den Roman aus der Feder von Solia Carmen, erschienen im Dunkelstern Verlag. Überraschenderweise zählte ich zu den LeserInnen, die ein Exemplar im Ebook-Format bei Lovelybooks gewonnen haben.

Der Schreibstil von Solia Carmen ist flüssig, dennoch brauchte ich einige Zeit, um mich auf die Geschichte einzulassen. Erst nach gut der Hälfte des Buches ist vor meinem inneren Auge ein zusammenhängendes Bild entstanden. Anfangs war nicht wirklich klar, warum die junge Blutsmagierin Elaia, von den Ratsmitgliedern des Königs so verachtet wird. Es schien irgendwie mit ihren Eltern zusammenzuhängen und etwas, was diese getan haben. Allerdings hat der König ihr seinerzeit geholfen, so dass sie ihm zutiefst zu Dank verpflichtet ist. Elaia lebt auf einer von 26 Inseln, welche auf Säulen weit über dem Erdboden stehen. Diese sind durch Brücken und an Drahtseilen hängenden Gondeln miteinander verbunden. Nachts, wenn alles im Schatten liegt, schwingt sich Elaia maskiert in der sogenannten Nachtarena aufs Drahtseil und tanzt vor dem begeisterten Publikum. Nur hier fühlt sie sich befreit von allen sozialen Zwängen. Ihre große Angst ist es, mangels vorhandener Sicherung in die Tiefe zu stürzen.

Als genau dies passiert, wird sie von dem ihr unbekannten Ren im letzten Moment gerettet und hochgezogen. Ren birgt viele Geheimnisse, auch wird dies nicht die letzte brenzlige Situation sein, aus der er Elaia befreit. Doch auf welcher Seite stehen er und seine Verlobte Dahlya? Haben Sie etwas mit dem Attentat auf den König zu tun? Bei der Teilnahme an einem Wettbewerb versucht Elaia dem Attentäter auf die Spur zu kommen und gerät mehr und mehr in Gefahr.

Etwas verwirrend empfand ich die romantisch angehauchte Beziehung zwischen Elaia und Ren, die sich immer wieder anzogen und abstießen. So ganz konnten mich die Gefühle und Handlungen der beiden nicht erreichen. Bei der Gesamtheit der Story, fehlten mir teilweise tiefergehende Informationen und ausführlichere Beschreibungen. Es hätte etwas bildhafter sein können. Dennoch konnte mich die Geschichte gut unterhalten, so dass ich sie für mich gerne mit 3 von 5 Sternen bewerten möchte. Vielen Dank an Solia Carmen, den Dunkelsteig Verlag sowie Lovelybooks für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

Mein Fazit:
Grundidee und Setting dieses Buches waren sehr vielversprechend. Leider fehlte mir an der Geschichte etwas die Tiefe, sie kam nicht wirklich rund bei mir an. Einige Passagen waren dennoch sehr spannend und es gab unerwartete Überraschungen. Die Hauptprotagonisten Elaia und Ren empfand ich etwas unausgereift. Auch fehlte mir hier ihre Entwicklung im Rahmen der Handlung. Dies ist meine persönliche Meinung, vermutlich empfinden jüngere LeserInnen das ganz anders.

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Veröffentlicht am 12.08.2022

Epischer Auftakt mit komplexen magischen Welten

Cursed Worlds 1. Aus ihren Schatten …
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Ich kann nur sagen: WOW ! Es fängt schon an bei der aufwendig gestalteten Klappbroschur mit dem mystischen Cover. Im Innern des Buches befindet sich ein Barcode, scannt man diesen, erhält man einiges an ...

Ich kann nur sagen: WOW ! Es fängt schon an bei der aufwendig gestalteten Klappbroschur mit dem mystischen Cover. Im Innern des Buches befindet sich ein Barcode, scannt man diesen, erhält man einiges an Bonusmaterial: So unter anderem eine Personenliste der Charaktere, die gerade am Anfang sehr hilfreich ist. Aus der Feder von Rena Fischer kannte ich bisher nur ihre Erwachsenen-Romane, was mich als frühere Fantasyliebhaberin extrem neugierig auf die neue Dilogie gemacht hat.

In unserer Welt lerne ich die Geschwister Finn und Sis (Sigard) kennen, die bei ihrer Großmutter Tess leben, seit vor knapp 12 Jahren die Eltern und der Zwillingsbruder Kieran spurlos verschwunden sind. Als diese nach einem Sturz mit einem Schlaganfall ins Krankenhaus kommt, begeben sich die Geschwister mit ihrem Freunde Luke aufgrund des hinterlassenen Wunsches der Großmutter nach Spanien, um den Sohn des Wolfes finden. Den finden sie in Ramón, einem Freund des Vaters, der ihnen die magische Gewandfibel ihrer Familie aushändigt. Mit ihrer Hilfe ist die Reise in eine magische Welt möglich. Gerade der bodenständigen Sis fällt es schwer an Magie zu glauben. Mit Mühe gelingt es Ramón Finn zu überzeugen, der seit seiner Ankunft in Spanien in Gefahr schwebt. Denn um Finn, den Erstgeborenen, rankt sich eine magische Prophezeiung. Als sich die Lage zuspitzt, reisen Finn, Sis und Luke mit Hilfe der Gewandfibel nach Aithér, in die Welt der Weißmagier und treffen dort auf die verschiedensten Charaktere. Sie finden Freunde aber auch Feinde, wobei sich dies teilweise erst nach einiger Zeit herausstellt. Immer wieder gerät Finn, der sehr hitzig und impulsiv ist, erneut in Gefahr.

Parallel lerne ich Kieran kennen, der mit seinen Eltern in Erebos, der Welt der schwarzen Magie lebt. Der dortige Herrscher Damianos erkennt Kierans magisches Potential und macht ihn zu seinem Lehrling. Ist sein Begehren wirklich der Schutz seiner Eltern oder findet er Gefallen an der dunklen Magie? Das solltet Ihr unbedingt selbst herausfinden.

Bis sich die Zwillingsbrüder Finn und Kieran endlich wieder gegenüberstehen, gibt es zahlreiche spannende und gefährliche Abenteuer, die mich immer wieder den Atem anhalten lassen. Band 1 endet in einem spektakulären Showdown an Ereignissen. Ich bin wütend und sprachlos über Damianos Handlungen. So viele Fragen bleiben für mich unbeantwortet. Was wird die Zukunft Finn und Kieran bringen? Wird es möglich sein, Damianos zu besiegen? Was wird aus dem Draugr Oisinn, einem Untoten und seinen immer noch menschlichen Gefühlen? Was für ein Glück, dass bereits heute Band 2 erscheint um meine Fragen zu beantworten!

Die Kapitel haben eine angenehme Länge und sind aus wechselnder Sichtweise der Hauptcharaktere verfasst, die sich zu Anfang in unterschiedlichen Welten befinden. An dieser Stelle möchte ich kurz anmerken, dass unsere Welt der Nichtmagier mit dem Namen Khaos betitelt wird.

Ich mag den detailreichen und bildhaften Schreibstil der Autorin. Bei diesem Buch hat Rena Fischer meine Erwartungen noch um einiges übertroffen. Es ist ihr nicht nur gelungen einen komplexen Weltenaufbau zu präsentieren, bei der jede Kleinigkeit durchdacht ist. Nein, sie hat auch einzigartige und imposante Charaktere geschaffen, die unterschiedlicher und spezieller nicht sein könnten. Und damit meine ich nicht nur die Hauptcharaktere. Denn auch der kleine geschwätzige Skarabäus Amun und der schwarze Drache Onyx sind mir gleich ans Herz gewachsen. Auch Aswin hat mich mehr als überrascht und konnte mich für sich einnehmen.
Liebe Rena, diese epische Geschichte ist einfach atemberaubend. Sie konnte mich restlos begeistern und erhält von mir geballte 5 Sterne mit drei Ausrufezeichen sowie eine absolute Leseempfehlung.

Mein Fazit:
Dieses Buch ist mit seinem komplexen Weltenaufbau, den einzigartigen Charakteren und dem starken Wortbuilding nur mit wenigen Büchern zu vergleichen. Es ist gerichtet an die Zielgruppe Jugendliche/Junge Erwachsene. In wessen Brust jedoch ein Fantasy-Herz schlägt, den wird die Geschichte in jedem Alter begeistern. Schließt die Augen und lasst Euch auf Onyx´ Rücken durch die magischen Welten tragen.

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Veröffentlicht am 04.08.2022

Auf den Spuren der Vergangenheit

Das Leuchten vergangener Sterne
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Da für mich das Buch -Das Lied der Wölfe- ein absolutes Highlight war, habe ich sehnsüchtig auf diese Neuerscheinung von Rena Fischer gewartet. Das bildgewaltige Cover passt von der Gestaltung sehr gut ...

Da für mich das Buch -Das Lied der Wölfe- ein absolutes Highlight war, habe ich sehnsüchtig auf diese Neuerscheinung von Rena Fischer gewartet. Das bildgewaltige Cover passt von der Gestaltung sehr gut ins südländische Andalusien und zur Story.

Ein nicht gerade üblicher Auftrag führt die junge Unternehmensberaterin Nina Winter nach Sevilla, sie soll für einen wichtigen Kunden die Erfolgsaussichten einer Ausgrabungsstätte bewerten, welche er finanziell unterstützen möchte. So trifft Nina, ganz sachliche Geschäftsfrau, auf den bodenständigen Ausgrabungsleiter Taran Steinberg, dessen Leidenschaft von Kindheit an die Herkunft und Vergangenheit archäologischer Funde ist. Im ersten Moment treffen hier zwei Welten aufeinander, so dass die beiden immer ein wenig aneinander reiben. Noch verzwickter wird das Ganze, als der als Gutachter eingesetzte Archäologe Orlando Torres zu ihnen stößt. Ganz offensichtlich vertreten die beiden Männer unterschiedliche Standpunkte, was die Wissenschaft angeht. Taran, immer in Angst, ob seine Anstellung verlängert wird und lediglich einem Verdienst, der ihn gerade so über die Runden bringt, liebt es sich selbst die Hände schmutzig zu machen auf der Suche nach den Spuren der Vergangenheit. Orlando, im schicken Anzug, mit Porsche und schickem Haus scheint mit ganz anderen Dingen sein Geld zu machen. Sein gehobener Lebensstil kann keineswegs durch die Erstellung von Gefälligkeitsgutachten unterhalten werden. Doch er hüllt sich in Schweigen. Die beiden geraten in einen regelrechten Machtkampf, nicht nur was die wissenschaftlichen Aspekte angeht, auch in Bezug auf Nina, zu der sich beide hingezogen fühlen.
Anfangs genießt Nina die Aufmerksamkeit Orlandos, den Besuch nobler Restaurants und Abende in angesagten Clubs. Doch nach einer Motorradrundreise mit Taran zu den Highlights von Andalusien beginnt sie dessen Liebe und Leidenschaft zur Vergangenheit zu verstehen und entdeckt ihre Gefühle für ihn. Doch Orlando gibt sich nicht einfach geschlagen und fährt nunmehr ganz andere Geschütze auf, die Gefahr und Kriminalität mit sich bringen.

Genau wie Nina hatte ich mit Archäologie bisher gar nichts zu tun. Ich hielt sie für eine trockene und teilweise langweilige Wissenschaft. Durch Tarans leidenschaftliche Schilderungen und die bildhaften, perfekten Erklärungen von Rena Fischer, die hier extrem viel Recherche betrieben hat, konnte auch ich mich für die Vergangenheit begeistern. Der Nachthimmel über den Ruinen einer Palaststadt bei Cordoba war einfach fantastisch und der Ausblick von einem Hügel auf das nächtliche Granada atemberaubend. Nach diesen Erlebnissen ist Nina klar, dass sie alles daran setzen wird um Taran zu unterstützen. Sie findet Gefallen am freien Leben, ohne beruflich in ein starres Korsett gezwängt zu werden.
Neben einer Liebesgeschichte und dem interessanten Thema Archäologie hat die Autorin ihr Augenmerk sehr auf die Kindheit und Familiengeschichte der beiden Protagonisten Taran und Orlando gelegt. Mit Hilfe ihrer gedanklichen Rückblenden habe ich viele Dinge erfahren, die mir deren Handlungen und Meinungen verständlicher machten.

Da die Informationen zu den Charakteren nur häppchenweise bekannt werden, nimmt die Geschichte immer wieder überraschende Wendungen und gestaltet sich in der zweiten Hälfte extrem spannend. Ein unterhaltsames Buch, welches ich sehr gerne weiterempfehlen möchte.

Mein Fazit:
Die Autorin hat mir eine unterhaltsame Liebesgeschichte mit kleinen Wirrungen vor einer malerischen Kulisse bereitet. Vielen Dank auch für den gelungenen Einblick in die Archäologie. Zu gerne würde ich gleich meinen Koffer packen um auf den Spuren der Phönizier durch Andalusien wandeln. Die erstellten Charaktere sind interessant und mit Ecken und Kanten. Auch die Nebencharaktere Ramón, Sofia und Jennifer hatten mich schnell für sich gewonnen. Liebe Rena Fischer, ich danke Dir für diese leidenschaftliche literarische Reise in die Vergangenheit und die vergnüglichen Lesestunden.

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Veröffentlicht am 19.07.2022

Emotional und berührend. Emmas und Henrys Geschichte geht einem unter die Haut

Dunbridge Academy - Anywhere
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Wer wollte nicht als Teenager damals am liebsten ins Internat? Ich, die ich mit den Büchern von Hanni und Nanni und Dolly groß geworden bin, konnte mir zumindest nichts Schöneres vorstellen. Als ich sodann ...

Wer wollte nicht als Teenager damals am liebsten ins Internat? Ich, die ich mit den Büchern von Hanni und Nanni und Dolly groß geworden bin, konnte mir zumindest nichts Schöneres vorstellen. Als ich sodann Anfang des Jahres von dieser Trilogie erfuhr war ich hin weg. Nunmehr habe ich endlich – in einer gemeinsamen Leserunde mit einigen Leseschwestern – Band 1 regelrecht verschlungen. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich ziemlich vorgeprescht bin, weil es sich um einen echten Pageturner handelt. Ich gelobe aber Zurückhaltung für die nächste Runde.
Nun aber zum Inhalt des Buches: Emma lebt mit ihrer Mutter, einer erfolgreichen Anwältin in Frankfurt. Ihr Vater Jacob Wiley, ein schottischer Singer/Songwriter hat die Familie vor Jahren verlassen für die Musik. Um etwas über seinen Verbleib ausfindig machen zu können, hat sich Emma entschieden ein Jahr am schottischen Internat Dunbridge Academy zu verbringen, wo sich Ihre Eltern seinerzeit kennengelernt haben. Schon auf dem Hinflug lernt sie Henry, den zukünftigen Schulsprecher des Internats, kennen. Beide haben von Anfang an eine Verbindung zueinander, doch Henry ist mit Grace zusammen. Emma´s Leidenschaft ist es zu Rennen. Um fit für das Rugby-Team zu werden, nimmt Henry bei ihr Lauftraining und schon bald merken beide, dass sie gegen ihre Gefühle machtlos sind.
Dies ist kein einfachstrukturiertes Jugendbuch, sondern eine tiefgehende Story. Im Vordergrund stehen hier die Charaktere Emma und Henry, und damit meine ich nicht nur ihre Liebesgeschichte. Beide müssen aus unterschiedlichen Gründen Stärke beweisen und sich dem Leben stellen. Besonders für Henry wird ein einschneidendes Ereignis zur emotionalen Hölle. Die bedingungslose Liebe, aber auch die durch die Schule vermittelten Werte hilft den beiden, wieder ihr Ziel im Leben zu finden und entsprechende Entscheidungen zu treffen. Durch die wechselnde Schreibweise aus Sicht von Emma und Henry konnte ich mich sehr gut in die beiden hineinversetzen und so ihr Denken und Handeln nachvollziehen. Die beiden haben gleich zu Anfang mein Herz im Sturm erobert. Die Autorin Sarah Sprinz hat authentische und einzigartige Charaktere erschaffen. Auch die Nebencharaktere Tori, Sinclair und Grace sind liebevoll und realitätsnah ausgearbeitet. Gerade vor Grace habe ich mehrmals meinen Hut gezogen für ihr durch und durch gutes und reifes Verhalten. Ich an ihrer Stelle hätte wohl meinen Frust offen ausgelebt. Dem Lehrer Mr. Ward bin ich von Anfang an mit Ablehnung begegnet. Erst später erfuhr ich, dass er als Opfer seiner eigenen Verbitterung so geworden ist. Der Ursprung mag sein Verhalten erklären, doch alles konnte ich ihm trotzdem nicht verzeihen.
Nach all den emotionalen Höhen und Tiefen empfinde ich das Ende des Buches als absolut gelungen und nachvollziehbar. Ich habe gelacht, geweint, war empört, überrascht und wütend. Kurz gesagt vergebe ich absolut verdiente 5 von 5 Sternen für dieses Lesehighlight.

Mein Fazit:
Der Hype um diesen Auftaktband ist absolut begründet. Nicht nur die eigentliche Zielgruppe Jugend/junge Erwachsene ist hier angesprochen, ich kann das Buch mit gutem Gewissen der Leserschaft jedes Alters empfehlen. Sarah Sprinz hat eine umfangreiche Storyline entwickelt, die gerade durch das atmosphärische Setting am Rande von Edinburgh und die gut ausgearbeiteten Charaktere absolut begeistern konnte. Schon in Kürze werde ich mit meinen Leseschwestern Gisela, Katja, Claudia und Stefanie mit Band 2 zur Dunbridge Academy zurückkehren und weiß schon jetzt, dass es sich anfühlen wird als käme ich Nachhause.

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