Profilbild von thenerdybookbird

thenerdybookbird

Lesejury Profi
offline

thenerdybookbird ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit thenerdybookbird über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.09.2020

Die Ahnung der Frau ist meist zuverlässiger als das Wissen der Männer

Das Erbe der Päpstin
0

Freya lebt mit ihrer Mutter Gisla und ihrer Schwester Asta in einem kleinen Dorf in Dänemark im Jahre 854 n. Chr. Sie leben als Sklaven im Haus von Björn Ragnarssons, nachdem Gisla vor 17 Jahren aus ihrer ...

Freya lebt mit ihrer Mutter Gisla und ihrer Schwester Asta in einem kleinen Dorf in Dänemark im Jahre 854 n. Chr. Sie leben als Sklaven im Haus von Björn Ragnarssons, nachdem Gisla vor 17 Jahren aus ihrer Heimat Dorstadt von den Dänen, auf einem ihrer Raubzüge, entführt worden ist. Eines Abends kehrt Björn von einem weiteren seiner Raubzüge zurück und möchte seinen Sieg gebührend feiern, indem er das Lager mit der schönen Asta teilt, die aber auch gleichzeitig seine Tochter ist. Gisla versucht verzweifelt ihn davon abzuhalten und Björn tötet sie brutal bei diesem Versuch. Von der Trauer und der lebenslangen Unterdrückung übermannt, bringt Freya daraufhin Björn mit ihrem Jagdmesser um. Den beiden Schwestern bleibt nur noch die Flucht aus Dänemark und der Versuch in Dorstadt etwas über ihre verbliebene Familie herauszufinden. Schon bald führt Freyas Weg sie nicht nur nach Dorstadt, sondern auch nach Rom, wo sie Bekanntschaft mit Päpstin Johanna mit, die ihr Leben nachhaltig beeinflusst.

Besonders gut gefallen hat mir, dass Freya trotz aller Widerstände in dieser Zeit, eine starke Frauenrolle verkörpert. Zu keiner Zeit im Buch muss Freya von einem Mann gerettet werden und löst ihre Probleme nonchalant einfach selbst. Sie gibt sich nie mit ihrer Rolle als Frau in der Gesellschaft zufrieden, sondern stellt kritische Fragen, aus welchem Grund Frauen denn so wenig zu sagen haben. Auf ihrer Flucht schlüpft sie sogar in Männerkleidung und gibt sich fortan als Astas Bruder aus, da sie sich mehr Erfolg verspricht als Mann Antworten auf ihre Fragen nach dem Verbleib ihrer restlichen Familie zu bekommen. Auch hat sie so die Möglichkeit Lesen und Schreiben zu lernen.

Auf ihrer Reise trifft sie ebenso auf andere starke Frauen, wie die Päpstin Johanna oder auch die Äbtisin Irmingard. Sie helfen Freya nach und nach zu entdecken, welche verborgenen Talente in ihr schlummern. Da Freya in Dorstadt Lesen und Schreiben gelernt hat, kann sie bald schon Bücher von Hippokrates oder auch Soranos von Ephesus lesen. Allerdings bleibt es nicht nur beim Lesen, sondern sie versteht sich auch in ihrer Anwendung. Mit diesem Wissen kann sie bald darauf erkrankten Menschen helfen, die unter normalen medizinischen Umständen der damaligen Zeit, schon lange für Tod erklärt wurden. Es ist einfach faszinierend und spannend zu lesen, wie es Freya mit begrenzten Mitteln schafft, Menschen zu heilen. Ebenso fand ich es schön, dass „neumodische Themen“, wie z.B. Adoption einfach organisch in die Geschichte integriert wurden und Freya kein Problem damit hat ein Kind zu adoptieren.

Allerdings verläuft das Leben von Freya nicht nur positiv und sie muss mit vielen Verlusten und Entbehrungen zurechtkommen. Dies trägt aber zum einen dazu bei, dass Freya für den Leser nahbar und nachempfindbar wird und zum anderen, dass die Geschichte spannend bleibt. Bis zum Ende hin besteht eine unterschwellige Bedrohung für Freya in die Hände des Mörders Hugo Abbas oder Björns Bruder Hasteinn Ragnarssons zu fallen und deren Zorn ausgeliefert zu sein.

Ich hatte sehr viele schöne Lesestunden mit diesem Buch und habe mich stets mit Freya verbunden gefühlt. Ebenso fand ich den geschichtlichen Kontext sehr interessant, da man aus dieser Zeit sehr wenig weiß, wenn auch nicht alles geschichtlich akkurat erzählt wurde, wie z.B. die Schlacht um Paris, so stecken doch viele interessante geschichtliche Fakten in diesem Buch, die meine Lust geweckt haben mehr darüber zu lesen. Auch in Bezug auf Soranus von Ephesus, der das Buch „die Gynäkologie des Soranus von Ephesus“ geschrieben hat.

Demnach kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der gerne historische Romane liest oder wissen möchte, wie es nach dem Buch „die Päpstin“ von Donna W. Cross weitergeht. Allerdings muss das Buch sich nicht vor seinem großen Erbe verstecken und kann als eigenständiges, großartiges Buch gesehen werden!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.09.2020

Finde den Mut für die Veränderung, die du dir wünschst

Die Liebe kommt auf Zehenspitzen
0

Autorin Lucy hat es endlich geschafft bei einem Verlag eine Buchveröffentlichung zu erreichen. Sie soll für das kommende Frühjahr einen Liebesroman zum Verlagsprogramm beisteuern, allerdings ist sie alles ...

Autorin Lucy hat es endlich geschafft bei einem Verlag eine Buchveröffentlichung zu erreichen. Sie soll für das kommende Frühjahr einen Liebesroman zum Verlagsprogramm beisteuern, allerdings ist sie alles andere als eine Spezialistin auf diesem Gebiet und hat dementsprechend eine Schreibblockade. Mit den Sorgen im Gepäck macht sie sich aber zunächst auf die Reise zu ihrer Familie, um mit ihnen Weihnachten zu feiern. Doch schon die Reise steht unter keinem guten Stern und Lucy gerät mit ihrer Mitfahrgelegenheit Ben in einen Schneesturm. Nachdem sie von einem ansässigen Bauern aus dem Schneegestöber gerettet werden, bringt er sie zu einer alten Dame auf einen Bauernhof, die sie herzlich aufnimmt und mit ihnen Weihnachten feiert. Noch ahnen sie nicht, dass diese Begegnung ihr bisheriges Leben gehörig auf den Kopf stellen wird.

Da ich schon das Hörbuch „Man wird ja wohl noch träumen dürfen“ von Kristina Günak gehört habe, konnte ich direkt ohne größere Umstellung, begleitend von der Stimme von Vanida Karun, in die Welt von Lucy eintauchen. Auch dieses Mal macht Vanida Karun einen fabelhaften Job und ich fühle mich direkt wohl und entspannt, wenn ich ihr zuhören kann.

Ebenso gibt es auch in diesem Buch wieder viele herzliche Charaktere, die Lucy auf ihrer Reise zu sich selbst, begleiten. Da wäre z.B. Mili zu nennen, die Lucy immer mal wieder mit einem frisch gebackenen Kuchen überrascht und ihr generell mit Rat und Tat zur Seite steht oder Henriette, die beste Freundin von Lucy, die sie auch in ihrem neuen Zuhause besuchen kommt. Anders als bei „Man wird ja wohl noch träumen dürfen“ geht es in diesem Hörbuch, um eine kleine Dorfgemeinschaft in der Nähe von Hamburg, die allerdings auch mit allerhand Sorgen und Probleme zu kämpfen hat. Viele aktuelle Themen werden angesprochen, wie z.B. die Integration von Flüchtlingen in eine bestehende Gemeinschaft oder der Mangel an Ärzten in ländlichen Wohngegenden, der gerade die älteren Bewohner belastet. Diese Themen drängen sich jedoch nicht in den Vordergrund, sondern sind als kleine Nebengeschichten mit der eigentlichen Geschichte verwoben. Mich haben diese Themen zum Nachdenken anregt und ich fand es großartig, wie damit in der Geschichte umgegangen wurde.

Ein Charakter, der mir besonders ans Herz gewachsen ist, war die ältere Dame, die Lucy und Nick direkt zu Beginn kennenlernen. Sie hat schon viele Höhen und Tiefen in ihrem Leben erleben müssen. Sie wirkt aber trotz allem dennoch glücklich und zufrieden. Auf die Frage hin, ob es noch etwas gibt, dass sie unbedingt vor ihrem Tod noch machen möchte, antwortet sie, dass sie schon alles im Leben gemacht hat, was sie wollte. Mich hat dies berührt und gleichzeitig nachdenklich gemacht. Ist es nicht genau, dass was man sich wünscht am Ende seines Lebens? Glücklich auf sein Leben zurückblicken zu können? Gerade diese Kleinigkeiten machen auch dieses Hörbuch von Kristina Günak zu einem wunderschönen Wohlfühlroman.

Ich kann nur jedem dieses Hörbuch empfehlen, der gerne herzerwärmende und berührende Geschichten hört, über eine Frau, die erst lernen muss, dass gerade das Unperfekte verdammt glücklich macht!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.09.2020

Fortschritt ist nur möglich, wenn man intelligent gegen die Regeln verstößt

Die Tinktur des Todes
0

Will Raven hat, nach Jahren des Studiums und der Entbehrungen, es endlich geschafft eine Anstellung als Famulus bei Dr. Simpson, einem bekannten Arzt auf dem Gebiet der Geburtshilfe, zu erhalten. Doch ...

Will Raven hat, nach Jahren des Studiums und der Entbehrungen, es endlich geschafft eine Anstellung als Famulus bei Dr. Simpson, einem bekannten Arzt auf dem Gebiet der Geburtshilfe, zu erhalten. Doch kurz bevor Will seine neue Arbeit antreten kann und damit die Aussicht auf ein besseres Leben in greifbarer Nähe hat, findet er seine Freundin Evie tot auf. Da sie eine stadtbekannte Hure ist, kümmert sich niemand um deren Tod, obwohl Will davon überzeugt ist, dass sie ermordet worden ist. Schon bald darauf tauchen weitere Frauenleichen auf. Ihre Gemeinsamkeit ist eine unnatürlich verrenkte Körperhaltung und eine vermutete Schwangerschaft. Will glaubt nicht an Zufälle und befindet sich schon bald inmitten einer Verschwörung. Ihm zur Seite steht, dass Dienstmädchen Sarah, die sich nicht aufgrund ihrer gesellschaftlichen Stellung davon abbringen lässt, Nachforschungen anzustellen und sich gefährliches Wissen anzueignen. Eine spannende Jagd nach dem Mörder der Frauen quer durch Edinburgh nimmt seinen Lauf.

Besonders gut gefallen hat mir die dichte und packende Erzählung, die sich als historischen Schauplatz der Stadt Edinburgh im Jahre 1847 bedient. Da ich selbst schon einmal die Möglichkeit hatte, dort hinzureisen, waren mir viele Straßennamen und Gegenden bekannt und es hat sich angefühlt, als ob ich mit Will und Sarah noch einmal die Möglichkeit habe in den Straßen von Edinburgh zu wandeln. Zwar ist das Edinburgh der Geschichte düsterer und dunkler als das Edinburgh aus meiner Erinnerung, aber dafür umso interessanter und die Stadt wirkt durch die Erzählung regelrecht lebendig.

Eine weitere Besonderheit der Geschichte ist, dass man tiefe Einblicke in den medizinischen Stand im Jahre 1847 bekommt. Man kann sagen, dass es eine Geschichte des Fortschritts ist und als Leser wird man mit auf eine Reise genommen, die Anfänge der Anästhesie miterleben und nachvollziehen zu können. Einige Kapitel sind dadurch schwieriger zu lesen, wenn man generell mit dem Thema nicht vertraut ist, aber das Autorenduo hat es geschafft mein Interesse an dem Thema Anästhesie zu wecken und ich habe das Gefühl nach dem Lesen des Buches etwas dazugelernt zu haben.

Mein Lieblingscharakter des Buches ist eindeutig das Hausmädchen Sarah. Obwohl sie zu einer Zeit lebt, in der die Rolle der Frau im alltäglichen Leben nur die Rolle der Mutter und Gattin vorsieht, stellt sie immer wieder kritische Fragen und hinterfragt die Sinnhaftigkeit dieses Zustands. Dies eröffnet dem Leser die Möglichkeit, selbst darüber nachzudenken, welche Gründe die Menschen damals hatten, eine solche Weltanschauung zu verfolgen. Gleichzeitig hat es mich traurig gestimmt eine so junge und talentierte Frau zu sehen, die ebenso das Zeug dazu hätte Famulus bei Dr. Simpson zu werden und der einzige Grund, warum sie das nicht tun kann, ist der Umstand, dass sie eine Frau ist.

Schon recht früh im Buch hatte ich eine Vermutung, wer der Mörder ist und diese Vermutung hat sich auch schlussendlich bewahrheitet, aber dies so früh zu ahnen, hatte ich nicht als Manko empfunden. Es hat mir sehr viel Freude bereitet, Will und Sarah bei ihren Ermittlungen zu begleiten und ich kann nur jedem dieses Buch empfehlen, der einen spannenden, historisch korrekten Krimi sucht. Ich für meinen Teil werde noch lange über dieses Buch nachdenken und hoffe, dass es bald ein neues Buch von diesem Autorenduo geben wird!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.08.2020

Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf..und eben manchmal auch ein Fuchs

Der Tuchfuchs
0

Aidan Abraham Towell wurde nichts im Leben geschenkt. Nachdem er aus dem Siebenjährigen Krieg heimgekehrt ist, versucht er im Tuchhandel Fuß zu fassen. Mit der Hilfe von Hugh Wilson, der schnell wie ein ...

Aidan Abraham Towell wurde nichts im Leben geschenkt. Nachdem er aus dem Siebenjährigen Krieg heimgekehrt ist, versucht er im Tuchhandel Fuß zu fassen. Mit der Hilfe von Hugh Wilson, der schnell wie ein Vater für ihn wird und ihm einen Kredit verschafft, damit er in den Handel einsteigen kann, schwingt er sich im Laufe der Zeit zum zweitgrößten Händler in Manchester auf und wird von allen nur noch der „Tuchfuchs“ genannt. Allerdings wird sein Aufstieg nicht von allen positiv aufgenommen. John Weston, ein Gentleman der alten Gesellschaft und Vorsitzender der Magistrate von Manchester und Salford, fühlt sich persönlich angegriffen, dass ein „Pleb“ in seinen Reihen Platz gefunden hat. Als Aidan Towell es wagt ihm seinen langjährigen Auftraggeber „Bellrish & Fitch“ abspenstig zu machen, beginnt ein gefährliches Spiel für Aidan, dass er nicht ohne Verluste gewinnen kann. Doch er muss sich John Weston nicht allein entgegenstellen. Gillian Pollett, eine junge Witwe aus Marlow, die seit frühster Kindheit Erfahrung mit der Tuchherstellung hat, drängt sich ebenso verbissen in sein Leben und möchte mit einer eigenen Manufaktur auch Fuß in Manchester fassen.

Besonders gut gefallen hat mir an diesem Buch, dass der Autorin eine lebendige Darstellung des früheren Manchesters des Jahres 1764 fabelhaft gelungen ist. Man merkt dem Buch an, dass die geschichtlichen Details sehr gut recherchiert worden sind und man lernt über dem Lesen automatisch diese Zeit mit all ihren Schattenseiten kennen. Doch nicht nur geschichtlich bietet das Buch einiges, sondern auch die Auseinandersetzungen zwischen John Weston und Aidan Towell in Bezug auf den Handel, sind großartig geschrieben. Da ich selbst einen betriebswirtschaftlichen Hintergrund habe, gehören diese Dialoge zum Besten, was ich bisher in diesem Bereich gelesen habe. Gerade an diesem Punkt, muss ich jedoch betonen, dass dieses Buch keine „seichte“ Kost, die man mal eben so nebenher lesen kann. Man sollte sich bewusst auf das Buch einlassen, denn erst dann entfaltet es sein volles Potenzial und man kommt man in den Genuss der vielen kleinen Details und lässt sich in der Folge, wie von selbst, in den Handelskrieg rund um die Krone des Exports mitreißen.

Allerdings erwartet den Leser nicht nur eine geschichtlich akkurate Erzählung über den Tuchhandel, sondern auch die Liebe hat in dem Buch Platz gefunden. Diese drängt sich jedoch dem Leser nicht auf und bleibt über weite Teile eher im Hintergrund, was ich als sehr angenehm empfunden habe, da es echt wirkt und nicht auf Biegen und Brechen integriert worden ist.

Mein Lieblingscharakter dieses Buches war sehr schnell Gillian Pollett geworden. Ich liebe und feiere es jedes Mal, wenn eine starke Frau versucht in einer patriarchalischen Welt Fuß zu fassen und sich selbst zu verwirklichen. Sie lässt sich vom Leben nicht unterkriegen, nachdem ihr Mann verstorben ist, sondern kämpft dafür eine unabhängige Unternehmerin zu werden. Sie hätte durchaus die Möglichkeit gehabt einen neuen Mann zu finden und sich ihrem Schicksal als Hausfrau und Mutter zu ergeben, aber Gillian Pollett geht einen unbequemeren Weg und mischt die Magistrate von Manchester und Stanford gehörig auf. Einen Charakterzug, den ich sehr begrüße und der mich mit Gillian hat mitfiebern lassen, ob sie ihren Traum verwirklichen kann.

Ich habe es sehr genossen die Höhen und Tiefen von Aidan und Gillian und den strategischen Machtkampf zweier ebenbürtiger Kontrahenten rund um den Tuchhandel mitzuverfolgen. Demnach kann ich das Buch jedem empfehlen, der einen spannenden und gut recherchierten, historischen Roman sucht! Es lohnt sich sehr und ich warte sehnsüchtig auf einen Nachfolger!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.08.2020

Das Schicksal geht manchmal merkwürdige Wege

Die 12 Häuser der Magie
0

Nicholas Ashton und seine Freunde Jane und Matt nähern sich ihrem Abschluss an der magischen Akademie. Nachdem die Abschlussprüfungen schon geschrieben worden und sie ihren letzten gemeinsamen Übungskampf ...

Nicholas Ashton und seine Freunde Jane und Matt nähern sich ihrem Abschluss an der magischen Akademie. Nachdem die Abschlussprüfungen schon geschrieben worden und sie ihren letzten gemeinsamen Übungskampf ausgefochten haben, steht ihnen nur noch die feierliche Zeremonie bevor, in der ihr magisches Talent enthüllt wird. Sobald das Ritual der Zeremonie vollzogen wurde, werden sie für vier Jahre gegenüber einem der 12 Häuser verpflichtet, wie z.B. gegenüber dem 1. Haus, das Haus der Heiler oder gegenüber dem 6. Haus, dem Haus der Tierflüsterer. Zwar freut sich Nic schon herauszufinden, welches magische Talent er besitzt, wenn diese Enthüllung auch damit einhergeht, dass er seine Freunde für vier Jahre nicht mehr sehen kann, aber ab dem Zeitpunkt der Enthüllung, verändert sich das Leben von Nic schlagartig. Über allem stehen die damaligen Geschehnisse, als ein Magier seine Kraft missbrauchte, um ein Dämon zu werden: dem ersten Regnum. Schon bald wird Nic in eine Verschwörung mit hineingezogen und ihm wird bewusst, dass die Gemeinschaft der Magier jahrelang belogen worden ist.

Am sympathischsten fand ich den Hauptcharakter des Buches Nicholas Ashton. Zwar ist er ein muffeliger Zeitgenosse, der Gespräche vor dem ersten Kaffee laut Genfer Konvention als Folter ansieht, aber dadurch, dass er auch so tollpatschig ist und sagt, was er denkt, führt dies zu zahlreichen lustigen Szenen, in denen ich viel schmunzeln musste. Ich konnte mich sehr gut mit dem Hauptcharakter identifizieren. Am besten haben mir die Szenen gefallen, in denen Nic Bekanntschaft mit seinem Familiaris Nocturnus Abelba Mitras, kurz Nox, macht. Die beiden schenken sich nichts und geben einfach das perfekte Team ab, wenn auch ungewollt. Aber auch unter der Lehrerschaft der magischen Akademie gibt es allerhand skurrile Charaktere, die einem zum Lachen bringen. Schon allein die Charaktere machen das Buch absolut lesenswert.

Ebenso empfand ich es als spannend herauszufinden, welche magischen Talente, die 12 Häuser innehaben und wie sich die Talente auswirken. Man lernt aber nicht nur das Talent von Nic nähern kennen, sondern Nic trifft auch auf Magier der anderen Häuser, die ihm ihre magischen Fähigkeiten zur Verfügung stellen. Auch hat es mir das Magiesystem generell gut gefallen. Wenn Nic Magie wirkt, webt er ein Muster mit der Hand und entzieht der Umgebung dadurch Magie. Zudem hat jeder Zauber seinen eigenen persönlichen Namen, wie z.B. „Flammensenke“, „Nebel von Seth“ oder auch „Blackbeards Säbel“. Ich empfand die einzelnen Talente der Häuser gut ausbalanciert, wenn man auch noch nicht alle Häuser kennenlernt, aber da es schon einen zweiten Band gibt, bin ich sehr gespannt, ob dies sich dann mit dem zweiten Band ändert.

Ich hatte sehr viel Freude mit dem Buch und habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Die Mischung aus magischer Verschwörung, ein Dämon, der im Hintergrund seine Fäden zieht und ein tollpatschiger, muffeliger Hauptcharakter, der irgendwie die Welt retten muss, haben in meinem Fall sehr gut funktioniert. Demnach kann ich jedem dieses Buch empfehlen, der eine spannende Geschichte in einer magischen Welt sucht, die sich aber trotzdem nicht so ernst nimmt und eine gehörige Portion Humor enthält. Ich freue mich auf jeden Fall schon auf den zweiten Band!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere