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Veröffentlicht am 09.04.2026

So viel mehr als ein Krimi

Schroffe Klippen
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Irmi Mangold reist nach Irland, da ihre Mitbewohnerin Luise Hilfe braucht. Eine junge Frau wird tot in der Gischt am Fuße schroffer Klippen gefunden. Luise kannte die Frau und glaubt nicht an einen Unfall. ...

Irmi Mangold reist nach Irland, da ihre Mitbewohnerin Luise Hilfe braucht. Eine junge Frau wird tot in der Gischt am Fuße schroffer Klippen gefunden. Luise kannte die Frau und glaubt nicht an einen Unfall. Irmis Spürnase wird geweckt, als sie erfährt, daß auch die Tochter des Opfers spurlos verschwunden ist. Gemeinsam mit Student Malcolm beginnt sie zu ermitteln und stößt auf viele Verdächtige. Die Spuren reichen bis zu skrupellosen Greyhound-Züchtern. Ein schwer verletzter Flüchtling mitten in einem mystischen Steinkreis wirft weitere Fragen auf....

Mit "Schroffe Klippen" schickt Nicola Förg ihre sympathische Hobbydetektivin Irmi Mangold nach Irland. Dieser Fall hat es wieder in sich. Nicht nur, daß er ohnehin wieder spannend daherkommt und man richtig gut und voller Begeisterung mit Irmi und Malcolm ermittelt, es geht auch wieder um den Tierschutz. Diesmal nimmt sich Nicola Förg der Wettsucht der Irländer an - und dem daraus resultierenden Leiden der Greyhounds. Es ist erschreckend, was diese Menschen den Hunden antun, welche Machenschaften und Verbindungen dahinter stecken. Dies spielt mit in den Fall hinein. Trotz dieser wichtigen Aufklärungsarbeit schafft es Nicola Förg den Krimi selbst nicht aus den Augen zu verlieren. Dies mag ich an ihren Krimis so sehr - man erhält spannende Fälle und bekommt ohne mahnend erhobenen Zeigefinger viele Informationen zu Tierschutzthemen, die unter die Haut gehen und nachwirken. Dieser Krimi ist, wie die ganze Serie, absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Manchmal etwas verwirrend

Das gierige Haus
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Ein verlassenes Haus in Chicago. Dort geschah in den 70er Jahren ein Massaker, bei dem ein Vater seine ganze Familie ermordet hat. Seitdem meiden die Nachbarn dieses Haus, ihren Kindern ist es verboten, ...

Ein verlassenes Haus in Chicago. Dort geschah in den 70er Jahren ein Massaker, bei dem ein Vater seine ganze Familie ermordet hat. Seitdem meiden die Nachbarn dieses Haus, ihren Kindern ist es verboten, sich diesem zu nähern, was die Anziehungskraft des Hauses jedoch erhöht. Die 13jährige Jessie fordert ihren kleinen Bruder Paul dazu auf, als Mutprobe mit seinen zwei Freunden in das Haus zu gehen. Paul kehrt nicht aus dem Haus zurück, ein Freund wird schwer verletzt. Als Erwachsene wohnt Jessie noch immer dort und erlebt, wie sich eine gefährliche Dunkelheit rund um das Haus ausbreitet.

Das Buch "Das gierige Haus" von Christina Henry hat eine Anziehungskraft, wie es das Haus im Buch aufweist. Von Beginn an ist man mitten im Geschehen und spürt das Unheimliche hautnah. Der Schreibstil der Autorin ist definitiv sehr bildhaft, weshalb manche Szenen wirklich blutig herüber kommen. Ein wenig fühlte ich mich an die früheren Werke von Stephen King erinnert. Christina Henry erzählt die Geschichte in zwei Zeitebenen anhand von Jessies Erlebnissen und immer wieder eingeschobenen Rückblicken. Dies ist ein kleines Manko, denn man muß extrem aufpassen, wo man sich in der Handlung befindet. Die Sprünge sind oft sehr verwirrend, so daß man den roten Faden verliert. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Die Bewohner der Straße kämpfen gegen ihre Schuldgefühle, versuchen, sich zu helfen. Jessie war mir dagegen nicht wirklich sympathisch, sie war mir zu sehr auf sich selbst bezogen. Dieses Buch gehört zu den Büchern, die man gut zwischendurch lesen kann, denn es liest sich sehr flott.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Garantiert nicht langweilig

Der Rosenhof
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Die Witwe Else Lauer muß im Jahr 1914 das Weingut Rosenhof in Freiburg allein weiterführen, weil ihr einziger Sohn Julius in den Krieg mußte. Sie bietet nebenbei auch Pensionszimmer an. So kommt die Lazarettschwester ...

Die Witwe Else Lauer muß im Jahr 1914 das Weingut Rosenhof in Freiburg allein weiterführen, weil ihr einziger Sohn Julius in den Krieg mußte. Sie bietet nebenbei auch Pensionszimmer an. So kommt die Lazarettschwester Helene auf den Rosenhof. Die junge Frau träumt davon, Ärztin zu werden, aber ihr kontrollwütiger Ehemann verweigert ihr jede Unterstützung. Helene genießt deshalb die Freiheit, als ihr Mann an der Front ist. Dazu kommt die junge Pauline auf das Weingut. Sie hat vor dem Krieg in Paris als Schneiderin gearbeitet und ist mit dem Franzosen Andre verlobt. Als auch er in den Krieg ziehen mußte, ist Pauline als Deutsche in Paris nicht mehr sicher. Deshalb hat sie eine Stellung als Telefonistin in Freiburg angenommen. Dort will sie das Ende des Krieges abwarten. Die drei unterschiedlichen Frauen verbindet bald eine außergewöhnliche Freundschaft. Sie ahnen nicht, was die kommenden Jahre ihnen abverlangen werden.

In Priska Buchsbaums Roman "Der Rosenhof" wird der Erste Weltkrieg nicht nur aus der Sicht der kämpfenden Soldaten erzählt. Die Schicksale der vielen an Körper und Seele Verwundeten werden dort eindrucksvoll nacherzählt. Auch der mühsame Kampf der daheim gebliebenen Frauen um die Versorgung der Familie geht einem nahe, denn die Not ist Unvorstellbar. Die Autorin beschreibt dies alles in einem flüssigen und empfindsamen Schreibstil. Die Personen sind absolut glaubwürdig. Meine Favoritin ist Else. Mit ihrer etwas ruppigen Art kann sie die Leute nicht täuschen. Sie hat ihre Herz auf dem rechten Fleck. Wer sich vom Umfang des Buches nicht abschrecken läßt, bekommt eine zu Herzen gehende Geschichte geboten, die gar nicht lang genug sein kann. Einfach wunderschön!

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Sehr gute Fortsetzung

Merciful Silence - Du sollst nicht lügen
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In Eagle's Nest werden bei einem Regenschauer die Überreste von fünf Menschen freigelegt. Die Bewohner denken sofort an das Massaker zweier Familien vor 20 Jahren. Der verurteilte Mörder sitzt im Gefängnis. ...

In Eagle's Nest werden bei einem Regenschauer die Überreste von fünf Menschen freigelegt. Die Bewohner denken sofort an das Massaker zweier Familien vor 20 Jahren. Der verurteilte Mörder sitzt im Gefängnis. Handelt es sich nun um einen Nachahmungstäter oder ist der wahre Mörder gar noch auf freiem Fuß? Die einzig Überlebende des damaligen Massakers ist zurück, kann sich jedoch angeblich an nichts mehr erinnern. Mercy Kilpatrick merkt jedoch schnell, daß die Frau vieles verschweigt und sie selbst für die Wahrheit einen hohen Preis zahlen muss, denn ihr Verlobter Truman Daly wird plötzlich vermisst!

"Merciful Silence" ist der vierte, in sich abgeschlossene Fall für die FBI-Agentin Mercy Kilpatrick. Kendra Elliot läßt sich ihre Charaktere natürlich weiterentwickeln, sowohl charakterlich, als auch ihre privaten Beziehungen und Probleme. Jedoch gestaltet sie dies so, daß man nie das Gefühl bekommt Wissenslücken zu haben. Die Autorin nimmt ihre Leser von Beginn an mit in einen spannenden Fall. Auch wenn der Krimi zu Beginn etwas gemächlich erscheint, hält dies nicht lange an und man wird bestens unterhalten. Sie vermittelt eine Atmosphäre, die düster und beklemmend wirkt. Auch ihre Charaktere sind perfekt gewählt. Sie sind nicht austauschbar, jeder für sich ist ein eigenständiger Charakter mit seinen speziellen Eigenarten. Dadurch wirken sie realistisch und ihre Handlungsweisen glaubhaft. Kendra Elliot hat auch diesen Krimi sprachlich wieder leicht und locker gehalten. Dadurch liest sich das Buch sehr schnell, was dem Drang endlich die Auflösung zu erfahren, natürlich sehr entgegen kommt. Auch der vierte Band der "Merciful"-Serie hat mich begeistert!

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Veröffentlicht am 04.04.2026

Sehr gelungener Auftakt

Moornacht
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Whitby wird aus seiner beschaulichen Ruhe gerissen, als im Nebel die verkohlte Leiche eines Mannes gefunden wird. Er war tief im Glücksspiel- und Rotlichtmilieu verstrickt. DCI Bolton und seine neue Kollegin ...

Whitby wird aus seiner beschaulichen Ruhe gerissen, als im Nebel die verkohlte Leiche eines Mannes gefunden wird. Er war tief im Glücksspiel- und Rotlichtmilieu verstrickt. DCI Bolton und seine neue Kollegin Samantha Fox müssen ihren ersten Fall gemeinsam lösen!

Mit "Moornacht" hat Ian Brays eine neue Krimiserie an den Start gebracht, die viel verspricht und neugierig auf mehr macht. Der Krimi beginnt so ruhig, wie man sich das kleine Örtchen Whitby vorstellt. Doch der Schein trügt. Die Handlung steigert sich mit jeder Seite. Man kann miträtseln und verfolgt die verschiedensten Spuren. Dabei fühlt man sich richtiggehend als Teil des Ermittlerteams. Dieses ist übrigens so unterschiedlich wie Feuer und Wasser. Da ist DCI Bolton, der eher ruhig und bequem ist, und die junge Kollegin Samantha Fox, die mit unkonventionellen Methoden die alteingesessenen Polizisten ordentlich durcheinander wirbelt. Ian Bray hat ein Gespür dafür, wie er seine Charaktere ausschmückt. Dies endet nicht bei der Polizei, sondern erstreckt sich auch über die Dorfbewohner, die skurril und mit Ecken und Kanten gezeichnet werden. Der Kriminalfall wird erst ganz am Ende aufgelöst - bis dahin bleibt es spannend und auf jeden Fall interessant und lesenswert!

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