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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.04.2019

Das Kult-Trio ist zurück

Zum Teufel mit den fiesen Friesen
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Es wird Frühling in Neuharlingersiel. Doch jäh wird die Frühlingsidylle gestört, als Tjark Ukena einen Motorradunfall hat und stirbt. Und es wird noch schlimmer: Tjark wurde während der Fahrt erschossen.  ...

Es wird Frühling in Neuharlingersiel. Doch jäh wird die Frühlingsidylle gestört, als Tjark Ukena einen Motorradunfall hat und stirbt. Und es wird noch schlimmer: Tjark wurde während der Fahrt erschossen.  Als kurz darauf noch eine Kite-Surferin auf dem Wasser erschossen wird, nehmen Grundschullehrerin Rosa, Postbote Henner und Polizist Rudi auf ihre eigene Art die Ermittlungen auf. Als ob Rudi nicht eigentlich genug damit zu tun hätte, sich um seinen Besuch zu kümmern. Denn sein Vater und seine beiden Halbschwestern sind aus Kanada zu Besuch. Und Rosa fühlt sich zurückgesetzt...


"Zum Teufel mit den fiesen Friesen" ist wieder einmal ein absolut gelungener Regionalkrimi. Das Trio Rudi, Henner und Rosa ist einfach kultig. Die drei sind absolute Sympathieträger und es macht Spaß ihren Werdegang zu verfolgen. Man hat das Gefühl, daß man sie schon ewig kennt und auf gute Freunde trifft. Man fühlt mit Henner, wenn er an Maya denkt, drückt Rosa auf ihrer Partnersuche die Daumen und kann Rudis Empfindungen verstehen, als er auf seine kanadische Familie trifft. Aber auch die restlichen Neuharlingersieler sind mir ans Herz gewachsen und ich würde jeden einzelnen vermissen. Die Querelen zwischen Rudi und Schnepel sind einfach herrlich und bringen guten Humor in die Handlung, die auch hier wieder spannend ist und man erst ganz am Ende den Täter präsentiert bekommt. Wie es sich für einen guten Regionalkrimi gehört kommt auch die Landschaft nicht zu kurz. Sie wird so wunderbar beschrieben, daß man sich direkt an die Küste versetzt fühlt. Man hört die Möwen förmlich über sich kreischen. Aber auch brisante Themen werden hier angesprochen. Die  geplante Bebauung der Ackerflächen für ein großes Logistikzentrum mit dem entsprechenden und vor allem störenden LKW-Verkehr, Windkrafträder und ihre Probleme für die Schönheit der Natur und ihre Auswirkungen auf das Wohlbefinden der Anwohner sowie Feldhamsterschutz. Lehrreich waren in diesem Buch die Erläuterungen zum Häuptlingswesen im alten Ostfriesland. Dies war wirklich gut recherchiert! Wie immer befinden sich am Ende des Buches ostfriesische Rezepte. Ich habe schon so manches Rezept aus dieser Buchreihe probiert - bisher waren alle sehr empfehlenswert. Auch diesmal werde ich sie  probieren!


Ich bin mal wieder sehr begeistert von diesem Buch und freue mich schon jetzt auf den nächsten Fall für Rosa, Henner und Rudi!

Veröffentlicht am 02.04.2019

Herzerwärmend

Phoebe
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Phoebe zieht das große Los: Als Welpe mit ihren Geschwistern ausgesetzt, landet sie in einem ausländischen Tierheim. Dort wird sie von der Pflegerin schlecht geredet - doch Uwe Krauser hat sein Herz an ...

Phoebe zieht das große Los: Als Welpe mit ihren Geschwistern ausgesetzt, landet sie in einem ausländischen Tierheim. Dort wird sie von der Pflegerin schlecht geredet - doch Uwe Krauser hat sein Herz an Phoebe verloren. Und so beginnt für Phoebe, Uwe und Oliver eine aufregende und lustige Zeit. Aus der Phoebe hier aus dem Nähkästchen plaudert.


Dieses Buch ist so herzerwärmend! Schon das Cover verspricht genau das, was der Inhalt wiedergibt: Eine liebevolle Geschichte, die Spaß bereitet und aus verschiedenen Gründen Tränen erzeugt. Zum Einen sind dies Lachtränen, denn Phoebe erzählt aus Hundesicht über viele Dinge, die aus ihrer Sicht halt anders wirken als aus unserer Sicht. Dies hat Uwe Krauser perfekt umgesetzt. So zum Beispiel der Kampf um das Bett. Da hat Phoebe so ihre Geheimwaffen - und mit Uwes Verhalten bekommt der hundehaltende Leser einen Spiegel vorgehalten. Sie erzählt aus ihrem Job als Hotelhund, den sie sehr ernst nimmt, von ihren Urlauben in der Hundepension und ihren Erlebnissen mit ihren vier- und zweibeinigen Freunden. Und den Menschen, die im Laufe der Geschichte erst noch zu ihren Freunden werden. Aber es kommt auch traurige Stimmung auf. Denn auch Phoebe hat es nicht immer leicht und lernt das Leben auch von der Schattenseite kennen. Uwe Krauser schreibt aus der Sicht von Phoebe - dies ist ihm absolut gelungen. Das Buch ist nicht kitschig rosarot - hier wird alles thematisiert, was ein Hundehalter so erlebt. Dies wird auf liebenswerte Art beschrieben - man merkt, daß Phoebe und Uwe ein absolutes Team bilden. Die zwei, zusammen mit Oliver und später Layla, sind eine Familie, in der jeder für jeden alles gibt! Ich hoffe sehr, daß dieses Buch eine Fortsetzung findet - die vier sind mir sehr ans Herz gewachsen!

Veröffentlicht am 02.04.2019

Wirklich gut

Der Gesang der Bienen
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Zeidler Seyfried lebt mit seiner Frau Elsbeth und den drei Kindern zufrieden im Schwarzwald. Den Lebensunterhalt für sich und seine Familie verdient er durch Honig und Wachs, welches er durch wilde Bienenvölker ...

Zeidler Seyfried lebt mit seiner Frau Elsbeth und den drei Kindern zufrieden im Schwarzwald. Den Lebensunterhalt für sich und seine Familie verdient er durch Honig und Wachs, welches er durch wilde Bienenvölker gewinnt. Elsbeth hilft beim Unterhalt durch ihre Tätigkeit als Heilerin. Und damit bringt sie sich in Gefahr. Denn als sie einer jungen Adeligen versucht zu helfen und diese stirbt, wird Elsbeth zum Tode verurteilt. Denn eine Frau kann keine Heilerin sein. Seyfried erreicht einen 14tägigen Aufschub und macht sich auf den Weg zu Hildegard von Bingen. Kann Hildegard Elsbeth helfen?


Dieser Roman hat mich in vielerlei Hinsicht überrascht. Zum einen erfährt man interessante Fakten über Bienen, den Beruf des Zeidlers und das damalige Leben. Dies alles ist äußerst lehrreich und interessant gestaltet. Durch den bildhaften Schreibstil hat man eine genaue Vorstellung von diesen Dingen. Auch die Charaktere sind sehr gut dargestellt. Man bekommt ein genaues Bild von ihnen und leidet gerade mit Seyfried unheimlich mit. Aber man erlebt auch bei den Charakteren einige Überraschungen. Nicht jede historische Persönlichkeit ist so, wie man sie sich immer vorgestellt hat. Der Spannungsbogen ist sehr hoch.  Ständig denkt man, daß jetzt alles gut wird und dann kommt das nächste Hindernis. Dieser Roman ist absolut empfehlenswert!

Veröffentlicht am 31.03.2019

Schwedisch halt

Mitternachtsmädchen (Ein Nathalie-Svensson-Krimi 3)
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Die Studenten in Uppsala feiern die Walpurgisnacht. Da wird im Anatomie-Hörsaal die Leiche einer Studentin aufgefunden. Sie wurde erwürgt. Bereits im Vorfeld wurden mehrere Frauen überfallen und gewürgt. ...

Die Studenten in Uppsala feiern die Walpurgisnacht. Da wird im Anatomie-Hörsaal die Leiche einer Studentin aufgefunden. Sie wurde erwürgt. Bereits im Vorfeld wurden mehrere Frauen überfallen und gewürgt. Alle hatten zwei Dinge gleich: Sie waren blond und den Leichen fehlte der linke Schuh. Die Psychiaterin Nathalie Svensson soll ein Täterprofil erstellen. Nathalie ist momentan vom Scheidungskrieg gezeichnet und nimmt dies als Ablenkung mit Elan an. Zumal das neue Opfer die Tochter einer guten Freundin ist. Für sie steht fest, daß der Täter noch weiter zuschlagen wird.

Dies ist ein typischer Schwedenkrimi. Der Fall selbst ist spannend, jedoch gibt es auch hier wieder die Ermittlerin mit massiven privaten Problemen. Sind die schwedischen Ermittler wohl wirklich alle solch psychische Wracks? Man könnte es glauben. Dies stört einfach den Lesefluss und so wirklich warm bin ich mit Nathalie nicht geworden. Der Fall selbst ist spannend, gut durchdacht und nicht blutig.

Veröffentlicht am 31.03.2019

Selbstinszenierung

Ein perfider Plan
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Diana Cowper hat gerade in einem Beerdigungsinstitut ihre Bestattung geplant, da wird sie erwürgt in ihrem Haus aufgefunden. Der ehemalige Polizeioffizier Daniel Hawthorne steht vor vielen Fragen. Hat ...

Diana Cowper hat gerade in einem Beerdigungsinstitut ihre Bestattung geplant, da wird sie erwürgt in ihrem Haus aufgefunden. Der ehemalige Polizeioffizier Daniel Hawthorne steht vor vielen Fragen. Hat sie es geahnt? Vor allem: Kannte sie ihren Mörder? Er verfolgt noch ein zweites Ziel: Aus dem Fall soll ein Buch entstehen. Dazu zieht er den Bestsellerautor Anthony Horowitz hinzu. Beide entdecken dunkle Geheimnisse rund um die Tote.

Hier kann man sagen: Eine gute Idee, jedoch schlecht umgesetzt. Der Fall selbst ist spannend und nimmt den Leser mit. Allerdings wird man immer wieder durch die Selbstinszenierung des Autors ausgebremst. Zunächst fand ich die Idee noch gut und witzig. Jedoch nervt es mich dann doch, ständig auf private Dinge des Autors und vor allem seine früheren Werke gestoßen zu werden. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dieses Buch verfolgt nur einen Zweck: Werbung.