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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.03.2019

Eine ungewöhnliche Gemeinschaft

Kamikatze
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Katzenagentin Indy wird in Berlin entführt! Ihr Bruder, der Stubenkater Ian, muß nun seine Komfortzone verlassen und sich auf die Suche begeben. Um ihn schart sich eine bunte Gruppe, u. a. eine sprengstoffverliebte ...

Katzenagentin Indy wird in Berlin entführt! Ihr Bruder, der Stubenkater Ian, muß nun seine Komfortzone verlassen und sich auf die Suche begeben. Um ihn schart sich eine bunte Gruppe, u. a. eine sprengstoffverliebte Ratte, ein selbstverliebter Schoßhund und ein halber Regenwurm. Sie bilden das Eliteteam iCats. Sie müssen Indy aus den Pfoten des Umweltbosses Maulwurf Sumo und einer Tierversuchsanstalt retten. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit.


"Kamikatze" ist ein kätzischer James Bond. Die Charaktere könnten unterschiedlicher nicht sein. Es gibt den Draufgänger, der alles in die Luft sprengt, den selbstverliebten Schoßhund, der dann immer wieder für Überraschungen sorgt und natürlich den Stubenhocker, der über sich hinauswachsen muß. Am originellsten jedoch ist der halbierte Regenwurm. Schon alleine seine Sprechweise ist einfach irre und sorgt für Humor. Alle zusammen ergeben eine bunte sympathische Truppe, bei der jeder seine Aufgabe hat und zum wichtigen Charakter wird. Denn nur zusammen sind sie stark! Die Autorin hat hier ein Buch geschaffen, das von Beginn an spannend ist. Man fiebert mit Indy mit und hofft so sehr, daß sie alles übersteht. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und springen zwischen den einzelnen Akteursgruppen hin und her. Dadurch hat man immer den Drang das nächste Kapitel zu lesen, denn man will wissen, was die Gruppen alles erleben und wie sie ihre Probleme meistern. Für mich das einzige Manko: Für mich war manchmal einfach zu viel Action dabei.

Übrigens lohnt es sich, zuerst einen Blick an das Ende des Buches zu werfen. Dort findet man ein "Personen"Verzeichnis und jedes Tier ist mit einer wunderschönen Zeichnung dargestellt.

Veröffentlicht am 02.03.2019

Ostfrieslandkrimi in Perfektion

Campermord in Bensersiel. Ostfrieslandkrimi
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Im Hafenbecken des Yachthafens des Küstenortes Bensersiel schwimmt die Leiche des Saisonkellners Gernot Kaldenbach. Zur gleichen Zeit verschwindet die Saisoncamperin Anna vom Campingplatz. Beide Fälle ...

Im Hafenbecken des Yachthafens des Küstenortes Bensersiel schwimmt die Leiche des Saisonkellners Gernot Kaldenbach. Zur gleichen Zeit verschwindet die Saisoncamperin Anna vom Campingplatz. Beide Fälle scheinen in einem Zusammenhang zu stehen, denn auch Gernot lebte auf dem Campingplatz. Die Kommissare Bert Linnig und Nina Jürgens beginnen ihre Ermittlungen im Campermillieu und merken schnell, daß jeder Camper ein kleines Geheimnis mit sich trägt und verdächtig wirkt.


Rolf Uliczka hat es wieder geschafft - er hat mich mit seinem Buch restlos begeistert. Das beschauliche Ostfriesland gerät wieder extrem in Unruhe und wird zum Schauplatz eines spannenden Mordfalles. Denn Spannung ist hier garantiert und hält von Beginn bis Ende auf hohem Niveau an. Und das schafft Rolf Uliczka auf eher ruhige Art - er hat es nicht nötig unnötige blutige Mordszenen oder Actionszenen mit schießwütigen Kriminellen einzubauen. Er schafft Spannung allein durch seine Wortwahl. Überhaupt schreibt er in einem wunderschönen Stil. Er beschreibt die Region auf liebenswerte Art, man fühlt sich an die Nordseeküste versetzt und bekommt trotz des Kriminalfalles Urlaubsstimmung. Man merkt - er kennt die Region sehr gut und recherchiert die Örtlichkeiten zu seinen Büchern genauestens. Aber auch seine Charaktere sind gut dargestellt und sympathisch. Allen voran Bert und Nina, die nicht nur ihr Kommissarenleben haben, sondern auch ein Privatleben führen. Dieses jedoch gut dosiert und nicht die Handlung überlagernd. Es spielt sich dezent im Hintergrund ab. Obwohl sich dies natürlich von Buch zu Buch entwickelt, kann man auch dies Buch ohne Vorkenntnisse lesen. Rolf Uliczka vermittelt alles wissenswerte kurz, knapp und verständlich, so daß man auch als Neuling den Anschluss finden wird.

Für mich ist die Serie rund um Bert Linnig und Nina Jürgens definitiv eine der besten Serien der Sparte Ostfrieslandkrimis und gehört in die allererste Reihe!

Veröffentlicht am 01.03.2019

Gelungener Auftakt

Die Verlobten des Winters
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Ophelia lebt auf der Arche Anima inmitten ihrer Großfamilie. Sie hat besondere Talente - sie kann Gegenstände lesen und durch Spiegel reisen. Eines Tages erhält sie eine unheilvolle Prophezeiung. Sie soll ...

Ophelia lebt auf der Arche Anima inmitten ihrer Großfamilie. Sie hat besondere Talente - sie kann Gegenstände lesen und durch Spiegel reisen. Eines Tages erhält sie eine unheilvolle Prophezeiung. Sie soll ihre Arche verlassen und den adeligen Thorn heiraten. Ihr stellen sich viele Fragen. Wer ist Thorn und warum ausgerechnet sie?

Dies ist der Auftakt zu einer neuen Serie, der durchaus gelungen ist. Jedoch hat der Verlag hier selbst die Ansprüche sehr hoch geschraubt - dies könnte dem Buch zum Verhängnis werden. Die Charaktere sind sehr gut beschrieben und nicht alltäglich. Ophelia ist nicht die große Heldin, die alles locker löst. Sie ist tollpatschig und der ruhigere Typ. Und Thorn nicht gerade der Traumprinz, dem Ophelia sofort zu Füßen fällt. Dies gibt dem Buch einen besonderen Charme. Die Handlung ist etwas Besonderes und durchaus spannend. Vom Schreibstil her liest dich das Buch flüssig und sehr schnell.

Eine lohnende Serie!

Veröffentlicht am 26.02.2019

Erschreckend ehrlich

Das Seehospital
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Frida Kirschbaum gehört im Jahr 1920 zu den wenigen Frauen, die in Hamburg Medizin studieren. Als ihr Großvater stirbt, muß sie ihr Studium unterbrechen um zur Beerdigung nach Amrum zu fahren. Der alte ...

Frida Kirschbaum gehört im Jahr 1920 zu den wenigen Frauen, die in Hamburg Medizin studieren. Als ihr Großvater stirbt, muß sie ihr Studium unterbrechen um zur Beerdigung nach Amrum zu fahren. Der alte Mann hat auf der Nordseeinsel ein kleines Hospital für lungenkranke Waisenkinder gegründet. Jetzt soll das Haus geschlossen werden, denn Fridas Mutter will ein Hotel daraus machen. Verzweifelt kämpft die junge Frau für den Erhalt des Hospitals, denn für die Kinder würde eine Rücksendung in ein Hamburger Waisenhaus den sicheren Tod bedeuten. Fridas Schwestern sind ihr keine Hilfe, aber der englische Arzt James Tylor steht ihr immer zur Seite, wenn sie Hilfe braucht - und Hilfe braucht sie jetzt dringend!


Ich habe schon lange nicht mehr so ein ehrliches Buch gelesen. Hier wird nichts geschönt und "die gute alte Zeit" verklärt. Alles kommt ans Tageslicht. Die Menschen verhungern und die Kirche sieht weg. Da spricht der Pfarrer beim Anblick der verhungernden Waisenkinder von der Gnade Gottes. Der Arzt sieht in den Menschen nur noch "Forschungsmaterial" für die Wissenschaft. Am schlimmsten aber ist die Mutter, die ihre Töchter an reiche alte Männer verkuppelt, damit sie ihr Luxusleben weiterführen kann. All diese Personen - und auch die anderen Charaktere - sind so klar dargestellt, daß man beim Lesen nicht nur dabei ist, sondern mitten unter ihnen lebt. Und das geht wirklich unter die Haut und seelisch sehr nah. Man möchte die Bedauernswerten in den Arm nehmen und haßt die Üblen. Genau so möchte ich es haben, wenn ich ein Buch lese. Optimal ist es, wenn ich am Schluß noch eine Weile innehalte, um über das Geschehen nachzudenken und dies zu verarbeiten. 

All diese Ansprüche an ein richtig gutes Buch sind hier erfüllt. Helga Glaesener hat mich mit ihrem Werk begeistert!

Veröffentlicht am 26.02.2019

Kriminelles Lädchen

Punschkrapfen, Kipferl und ein Mord
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Emma Wolf betreibt die österreichische "Lustbäckerei", in der ausgefallene, allerdings nicht jugendfreie , Backwaren  von ihr hergestellt werden. Grund genug für ein deutsches Fernsehteam ihre Bäckerei ...

Emma Wolf betreibt die österreichische "Lustbäckerei", in der ausgefallene, allerdings nicht jugendfreie , Backwaren  von ihr hergestellt werden. Grund genug für ein deutsches Fernsehteam ihre Bäckerei in einer Serie über ausgefallene Bäckereien vorzustellen. Doch dieDreharbeiten enden dramatisch - ein Darsteller wird tot in Emmas Kühlschrank aufgefunden. Emma gerät unter Verdacht - und setzt zusammen mit ihrem Bruder, der Polizist ist, alles daran den wahren Mörder zu finden.


"Mord mit Sahnehäubchen" ist wirklich ein zuckersüßer Krimi! Hier stimmt alles und nichts kommt zu kurz. Gespickt mit Humor hat Sonja Birgmann einen spannenden Krimi geschaffen. Die Spannung reicht hier wirklich von Anfang bis Ende. Man verdächtigt im Laufe der Seiten immer neue Personen um zum Schluß komplett überrascht zu werden. Emma und ihr Bruder ermitteln auf höchst humorvolle Art und werden dabei als absolut sympathisch und vor allem menschlich dargestellt. Keine Superhelden - sondern Menschen wie jeder andere. Gerade Emma und ihre Freundin  tappen in so manche Falle und stolpern dsbei über dich selbst. Dies hat mir richtig gut gefallen. 


Übrigens: Männer sollten sich vom Cover nicht abschrecken lassen - es lohnt, dieses Buch zur Hand zu nehmen!