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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.11.2018

Sehr gelungene Fortsetzung

Die Ärztin: Stürme des Lebens
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Ricarda ist mittlerweile mit dem Brauereibesitzer Georg Kögler verheiratet und lebt mit ihm, ihrer Tochter Henny und dem gemeinsamen Sohn Georg in München. Eigentlich könnte sie dort ein Glückliches Leben ...

Ricarda ist mittlerweile mit dem Brauereibesitzer Georg Kögler verheiratet und lebt mit ihm, ihrer Tochter Henny und dem gemeinsamen Sohn Georg in München. Eigentlich könnte sie dort ein Glückliches Leben führen, jedoch hat sie starke Probleme mit Ihrer Schwägerin und auch beruflich ist sie als Frau nicht überall anerkannt und muß sich stark behaupten. Eines Tages kehrt sie aus schwerwiegenden Gründen zurück nach Berlin, bis sie schließlichnach Afrika reist, dort eine Hebammenschule eröffnet. Ihr weiterer Weg führt sie bei Beginn des Ersten Weltkrieges bis nach China. Und auch ihre Tochter trifft den Entschluss, Medizin zu studieren.


Diese Fortsetzung ist absolut gelungen. Es macht unendlich Spaß, Ricarda auf ihrem weiteren Weg zu verfolgen. Es wird hier wieder sehr deutlich, welche Ansichten in der damaligen Gesellschaft herrschten. Zum Einen natürlich die Ansichten über Frauen und dem, was von ihnen erwartet wird. Zum Anderen aber auch das Auftreten als Kolonialherren in Afrika. Dieses herrische Auftreten läßt nicht wundern, daß die Einheimischen rebelliert haben. Aber man erfährt such einiges über die dort herrschenden Krankheiten und die Forschung dagegen. Diese Szenen sind faszinierend und zeugen von guter Recherche. Hier wurde nicht einfach irgendetwas geschrieben, sondern sich an Tatsachen gehalten. Die Charaktere sind wieder sehr gut und bildlich dargestellt. Gerade Henny wird in die Handlung gekonnt eingeführt und ich denke, sie wird im 3. Teil noch eine große Rolle zugeteilt werden. Auch Ricarda und ihr Spagat zwischen Beruf und Familie, der gerade in dieser Zeit sehr schwer ist, wird gut thematisiert und man kann sich sehr gut in Ricarda hinein versetzen. Helene Sommerfeld hat es auch mit diesem Roman geschafft, mich durch ihren wunderbaren Stil zu begeistern. Ihre Beschreibungen sind so realistisch, daß man meint, man wäre direkt an Ricardas Seite. Dadurch liest sich dieser Roman, wie es bei hervorragenden Büchern leider ist, viel zu schnell - und jetzt beginnt das Warten auf die Fortsetzung.

Veröffentlicht am 24.11.2018

Wunderschön

Eine Handvoll Worte
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1960. Jennifer Stirling ist mit einem wohlhabenden Mann verheiratet, hat ein Leben ohne Sorgen und müßte eigentlich glücklich sein. Wenn sie nicht in jemand anderen verliebt wäre und dieser von ihr verlangen ...

1960. Jennifer Stirling ist mit einem wohlhabenden Mann verheiratet, hat ein Leben ohne Sorgen und müßte eigentlich glücklich sein. Wenn sie nicht in jemand anderen verliebt wäre und dieser von ihr verlangen würde, alles hinter sich zu lassen und mit ihm zu gehen.


Im Jahre 2003 arbeitet Ellie Haworth bei einer Zeitung. Sie könnte glücklich sein - jedoch liebt sie einen Mann, der in eine andere Frau verliebt ist. Als Ellie im Archiv der Zeitung einen alten Brief findet, in dem eine Frau von einem Mann gebeten wird, für ihn ihr altes Leben aufzugeben,  ist sie berührt und will wissen, wie diese Geschichte weitergegangen ist. Sie forscht nach und findet Jennifer.


Dieses Buch ist in drei Teile aufgeteilt. Jeder Teil behandelt ein Thema für sich und man muß zumindest zu Beginn etwas aufpassen, um nicht den roten Faden zu verlieren. Jedoch handelt es sich um eine wunderschöne und berührende Geschichte, die einem vor Augen führt, daß es Frauen vor noch gar nicht allzu langer Zeit nicht so einfach hatten wie heute. Sonst wäre Jennifers Geschichte anders verlaufen. Die Charaktere sind wie gewohnt sympathisch und greifbar und die Handlung auf ihre Art spannend mit viel Gefühl und Herz. Geschrieben ist das Buch auf eine wunderbar leichte Art, so daß es richtig Spaß macht, es zu lesen. 

Veröffentlicht am 24.11.2018

Lou, zum dritten Mal

Mein Herz in zwei Welten
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Lou tritt eine neue Anstellung in New York als persönliche Assistentin von Agnes Gopnik, einer jungen Ehefrau eines sehr reichen Geschäftsmannes, an. Sie fühlt sich wohl, empfindet Agnes als Freundin. ...

Lou tritt eine neue Anstellung in New York als persönliche Assistentin von Agnes Gopnik, einer jungen Ehefrau eines sehr reichen Geschäftsmannes, an. Sie fühlt sich wohl, empfindet Agnes als Freundin. Eines Tages lernt sie Josh kennen, der Will Wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Als ihr Freund Sam sie besuchen kommt und an diesem Wochenende erkrankt, führt dies zu Mißverständnissen. Auch beruflich hat Lou einiges zu verkraften und letztlich steht sie allein in New York.

In diesem dritten Teil der Serie ist Lou endlich wieder die Kämpferin, die sie zu Beginn war. Das tut der Geschichte unheimlich gut. Ihr Charakter hat such richtig gut entwickelt. Aber auch die anderen Charaktere sind gut dargestellt und wirken echt und glaubwürdig. Jeder hat seine Eigenarten, niemand ist wirklich perfekt. Die Handlung ist natürlich wieder voller Emotionen und richtig fürs Herz. So ist man mit Lou mittlerweile fast befreundet - und eigentlich würde man jetzt doch gern wissen, wie sich ihr Leben weiter gestaltet. Auch wenn das Buch nicht so gut ist wie Teil 1 - eine Steigerung zu Teil 2 ist deutlich zu erkennen.

Veröffentlicht am 22.11.2018

Kommt nicht an den Vorgänger heran

Ein ganz neues Leben
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Will ist seit einigen Monaten tot. Er begang Selbstmord, worüber Lou noch immer wütend ist und in Selbstmitleid schwelgt. Sie lebt nun allein in einer kleinen Wohnung und arbeitet in einer Flughafenbar. ...

Will ist seit einigen Monaten tot. Er begang Selbstmord, worüber Lou noch immer wütend ist und in Selbstmitleid schwelgt. Sie lebt nun allein in einer kleinen Wohnung und arbeitet in einer Flughafenbar. Sie vermißt Will und läßt niemanden an sich heran. Bis es eines Tages an ihrer Tür klingelt und eine wildfremde Person vor ihr steht. Doch diese Person könnte für sie zum Schlüssel für ein neues Leben werden.

Leider ist diese Fortsetzung alles andere als gelungen. Man wird als Leser ohne weitere Einführung in das vorhergegangene in die Handlung entlassen, so daß es nötig ist, den Vorgängerband zu kennen und sich gut daran zu erinnern. Ansonsten wird man das Buch und vor allem Lou nicht verstehen. Die Handlung erweckt den Anschein, als ob Jojo Moyes zwar eine Fortsetzung hat schreiben wollen (oder müssen?),  ihr aber nicht wirklich eine gute Story eingefallen wäre. Es passiert einfach zu wenig. Trotzdem, sofern man Lou bereits kennt, verfolgt man die Geschichte bis zum Ende. Auch wenn man nicht so tief in die Geschichte eintaucht. Manchmal ist es halt besser, eine Erfolgsgeschichte  nicht weiter zu schreiben.

Veröffentlicht am 22.11.2018

Ernstes Thema schön verpackt

Ein ganzes halbes Jahr
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Die 26jährige Lou lebt mit ihren Eltern, ihrer Schwester und ihrem Neffen zusammen in einem recht kleinen Haus. Sie arbeitet in einem Café und verdient als einzige in der Familie Geld. Bis sie plötzlich ...

Die 26jährige Lou lebt mit ihren Eltern, ihrer Schwester und ihrem Neffen zusammen in einem recht kleinen Haus. Sie arbeitet in einem Café und verdient als einzige in der Familie Geld. Bis sie plötzlich ihren Job verliert. Doch sie hat Glück und findet eine Anstellung als Betreuerin bei Familie Traynor. Ihr Schützling soll der vom Hals abwärts gelähmte erwachsene Sohn der Familie sein. Doch Will und Lou sind zunächst alles andere als Freunde, merken aber schnell, was sie aneinander haben. Lou wird für Will zum Retter in der Not - und umgekehrt.

Jojo Moyes hat hier ein schwieriges Thema in einen leichten Roman verpackt. Es ist voller Emotionen, jedoch nicht kitschig. Es schwankt zwischen tiefer Traurigkeit und strahlendem Humor. Dieser Spagat ist gelungen. Die Charaktere sind greifbar und mit all ihren Facetten glaubhaft und könnten so tatsächlich existieren. Trotz des ernsten Themas macht das Buch Spaß zu lesen. Dies wohl auch stark durch den hervorragenden Schreibstil der Autorin, der einfach sehr zugänglich ist.