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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.04.2026

Krimi mit Tiefgang

Die Totenklägerin
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Matilda Rizzo ist Trauerrednerin und nebenbei Ermittlerin im Namen der Toten. Sie wird von der 12jährigen Jackie damit beauftragt, für eine tote Bekannte die Trauerrede zu halten und hinter die Kulissen ...

Matilda Rizzo ist Trauerrednerin und nebenbei Ermittlerin im Namen der Toten. Sie wird von der 12jährigen Jackie damit beauftragt, für eine tote Bekannte die Trauerrede zu halten und hinter die Kulissen zu schauen. Matilda merkt schnell, daß sie bei ihren Recherchen auf ein Netz aus Abhängigkeit, Schweigen und Schuld geraten ist. AlteWunden brechen auf, auch aus ihrer eigenen Vergangenheit...

Greta Jung konfrontiert ihre Leser in ihrem Krimi "Die Totenklägerin - Nichts ist vergessen" mit einem Thema, das zum Nachdenken anregt. Welches es ist, verrate ich hier nicht, denn dies würde dem Krimi einiges an Spannung nehmen. Mich hat die Auflösung jedenfalls sehr erschreckt und noch lange nachdenklich gemacht. Greta Jung schreibt dabei sehr locker, so daß die Handlung nicht allzu schwermütig wird. Ihr gelingt es sehr gut, das kleine Dorf Reuth und seine Bewohner bildhaft und authentisch darzustellen. Das Mißtrauen der Dorfgemeinschaft gegenüber Matilda wird greifbar und man spürt es überdeutlich. Dabei gefällt mir Matilda ausgesprochen gut. Sie läßt sich nicht unterkriegen und hat immer eine passende Antwort parat. Dabei trägt sie selbst ihr Päckchen und hat mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen. Ich mußte mich zwar erst an ihre Art gewöhnen, aber ich habe sie sehr schnell in mein Herz geschlossen. Dieser Krimi beinhaltet keine Knalleffekte, sondern lebt von seiner düsteren und geheimnisvollen Atmosphäre. Wer es ruhiger mag, ist hier genau richtig! Mir hat er sehr gut gefallen!

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Schwer zu lesen

Der letzte Leuchtturm
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Muckle Flugga, eine Insel im.Norden Schottlands. Ein Leuchtturmwärter und sein Sohn Ouse sind die letzten Bewohner der Insel. Eines Tages wird die einzige Hütte auf der Insel von Firth, einem chaotischen ...

Muckle Flugga, eine Insel im.Norden Schottlands. Ein Leuchtturmwärter und sein Sohn Ouse sind die letzten Bewohner der Insel. Eines Tages wird die einzige Hütte auf der Insel von Firth, einem chaotischen Schriftsteller aus Edinburgh, bezogen. Ouse findet in ihm zum ersten Mal einen Freund. Eine alles verändernde Entscheidung steht bevor...

Michael Pedersen hat mit "Der letzte Leuchtturm" ein sehr poetisches Buch geschrieben. Für mich schon zu poetisch, ich hatte massive Schwierigkeiten, mit dieser Art klar zu kommen. Dazu verwendet Michael Pedersen endlos lange Sätze, so daß ich mich oft gefragt habe, was ich jetzt eigentlich gelesen habe und oft noch einmal nachlesen mußte. Dies zieht sich durch das ganze Buch, so daß kein wirklicher Lesespaß aufkam. Sprachlich passend sind dabei jedoch die Landschaftsbeschreibungen. Durch die poetische Darstellung erscheint die Insel trotz ihrer Rauhheit einfach bezaubernd. Dieses Buch war leider nicht so mein Fall - auch wenn ich das Cover richtig toll finde!

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Veröffentlicht am 09.04.2026

So viel mehr als ein Krimi

Schroffe Klippen
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Irmi Mangold reist nach Irland, da ihre Mitbewohnerin Luise Hilfe braucht. Eine junge Frau wird tot in der Gischt am Fuße schroffer Klippen gefunden. Luise kannte die Frau und glaubt nicht an einen Unfall. ...

Irmi Mangold reist nach Irland, da ihre Mitbewohnerin Luise Hilfe braucht. Eine junge Frau wird tot in der Gischt am Fuße schroffer Klippen gefunden. Luise kannte die Frau und glaubt nicht an einen Unfall. Irmis Spürnase wird geweckt, als sie erfährt, daß auch die Tochter des Opfers spurlos verschwunden ist. Gemeinsam mit Student Malcolm beginnt sie zu ermitteln und stößt auf viele Verdächtige. Die Spuren reichen bis zu skrupellosen Greyhound-Züchtern. Ein schwer verletzter Flüchtling mitten in einem mystischen Steinkreis wirft weitere Fragen auf....

Mit "Schroffe Klippen" schickt Nicola Förg ihre sympathische Hobbydetektivin Irmi Mangold nach Irland. Dieser Fall hat es wieder in sich. Nicht nur, daß er ohnehin wieder spannend daherkommt und man richtig gut und voller Begeisterung mit Irmi und Malcolm ermittelt, es geht auch wieder um den Tierschutz. Diesmal nimmt sich Nicola Förg der Wettsucht der Irländer an - und dem daraus resultierenden Leiden der Greyhounds. Es ist erschreckend, was diese Menschen den Hunden antun, welche Machenschaften und Verbindungen dahinter stecken. Dies spielt mit in den Fall hinein. Trotz dieser wichtigen Aufklärungsarbeit schafft es Nicola Förg den Krimi selbst nicht aus den Augen zu verlieren. Dies mag ich an ihren Krimis so sehr - man erhält spannende Fälle und bekommt ohne mahnend erhobenen Zeigefinger viele Informationen zu Tierschutzthemen, die unter die Haut gehen und nachwirken. Dieser Krimi ist, wie die ganze Serie, absolut lesenswert!

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Manchmal etwas verwirrend

Das gierige Haus
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Ein verlassenes Haus in Chicago. Dort geschah in den 70er Jahren ein Massaker, bei dem ein Vater seine ganze Familie ermordet hat. Seitdem meiden die Nachbarn dieses Haus, ihren Kindern ist es verboten, ...

Ein verlassenes Haus in Chicago. Dort geschah in den 70er Jahren ein Massaker, bei dem ein Vater seine ganze Familie ermordet hat. Seitdem meiden die Nachbarn dieses Haus, ihren Kindern ist es verboten, sich diesem zu nähern, was die Anziehungskraft des Hauses jedoch erhöht. Die 13jährige Jessie fordert ihren kleinen Bruder Paul dazu auf, als Mutprobe mit seinen zwei Freunden in das Haus zu gehen. Paul kehrt nicht aus dem Haus zurück, ein Freund wird schwer verletzt. Als Erwachsene wohnt Jessie noch immer dort und erlebt, wie sich eine gefährliche Dunkelheit rund um das Haus ausbreitet.

Das Buch "Das gierige Haus" von Christina Henry hat eine Anziehungskraft, wie es das Haus im Buch aufweist. Von Beginn an ist man mitten im Geschehen und spürt das Unheimliche hautnah. Der Schreibstil der Autorin ist definitiv sehr bildhaft, weshalb manche Szenen wirklich blutig herüber kommen. Ein wenig fühlte ich mich an die früheren Werke von Stephen King erinnert. Christina Henry erzählt die Geschichte in zwei Zeitebenen anhand von Jessies Erlebnissen und immer wieder eingeschobenen Rückblicken. Dies ist ein kleines Manko, denn man muß extrem aufpassen, wo man sich in der Handlung befindet. Die Sprünge sind oft sehr verwirrend, so daß man den roten Faden verliert. Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Die Bewohner der Straße kämpfen gegen ihre Schuldgefühle, versuchen, sich zu helfen. Jessie war mir dagegen nicht wirklich sympathisch, sie war mir zu sehr auf sich selbst bezogen. Dieses Buch gehört zu den Büchern, die man gut zwischendurch lesen kann, denn es liest sich sehr flott.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Garantiert nicht langweilig

Der Rosenhof
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Die Witwe Else Lauer muß im Jahr 1914 das Weingut Rosenhof in Freiburg allein weiterführen, weil ihr einziger Sohn Julius in den Krieg mußte. Sie bietet nebenbei auch Pensionszimmer an. So kommt die Lazarettschwester ...

Die Witwe Else Lauer muß im Jahr 1914 das Weingut Rosenhof in Freiburg allein weiterführen, weil ihr einziger Sohn Julius in den Krieg mußte. Sie bietet nebenbei auch Pensionszimmer an. So kommt die Lazarettschwester Helene auf den Rosenhof. Die junge Frau träumt davon, Ärztin zu werden, aber ihr kontrollwütiger Ehemann verweigert ihr jede Unterstützung. Helene genießt deshalb die Freiheit, als ihr Mann an der Front ist. Dazu kommt die junge Pauline auf das Weingut. Sie hat vor dem Krieg in Paris als Schneiderin gearbeitet und ist mit dem Franzosen Andre verlobt. Als auch er in den Krieg ziehen mußte, ist Pauline als Deutsche in Paris nicht mehr sicher. Deshalb hat sie eine Stellung als Telefonistin in Freiburg angenommen. Dort will sie das Ende des Krieges abwarten. Die drei unterschiedlichen Frauen verbindet bald eine außergewöhnliche Freundschaft. Sie ahnen nicht, was die kommenden Jahre ihnen abverlangen werden.

In Priska Buchsbaums Roman "Der Rosenhof" wird der Erste Weltkrieg nicht nur aus der Sicht der kämpfenden Soldaten erzählt. Die Schicksale der vielen an Körper und Seele Verwundeten werden dort eindrucksvoll nacherzählt. Auch der mühsame Kampf der daheim gebliebenen Frauen um die Versorgung der Familie geht einem nahe, denn die Not ist Unvorstellbar. Die Autorin beschreibt dies alles in einem flüssigen und empfindsamen Schreibstil. Die Personen sind absolut glaubwürdig. Meine Favoritin ist Else. Mit ihrer etwas ruppigen Art kann sie die Leute nicht täuschen. Sie hat ihre Herz auf dem rechten Fleck. Wer sich vom Umfang des Buches nicht abschrecken läßt, bekommt eine zu Herzen gehende Geschichte geboten, die gar nicht lang genug sein kann. Einfach wunderschön!

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