Profilbild von tigerbea

tigerbea

Lesejury Star
offline

tigerbea ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit tigerbea über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.03.2026

Von wegen Urlaub

Die Finca
0

Rosi hat einen Housesitter-Job auf Mallorca. Eine luxuriöse Villa, Strand und wenig Arbeit - das klingt nach einer entspannten Woche. Jedoch wird sie in der Villa von Fabian begrüßt, der angeblich ebenfalls ...

Rosi hat einen Housesitter-Job auf Mallorca. Eine luxuriöse Villa, Strand und wenig Arbeit - das klingt nach einer entspannten Woche. Jedoch wird sie in der Villa von Fabian begrüßt, der angeblich ebenfalls den Job bekommen hat. Keiner der beiden will freiwillig wieder gehen. Die Eigentümer sowie der Kontaktmann sind nicht zu erreichen, so daß ihnen nur übrig bleibt, gemeinsam in der Villa zu bleiben. Schnell geschehen merkwürdige Dinge und Rosi und Fabian fühlen sich beobachtet. Die Frage ist, wo die Bedrohung lauert....

Mit "Die Finca" entführt Kirsten Nähle ihre Leser in das Urlaubsparadies Mallorca. Jedoch kommt hier nicht wirklich Urlaubsstimmung auf. Die Atmosphäre wird hier zunehmend bedrohlicher. Eigentlich beginnt die Geschichte ganz behäbig. Rosi freut sich auf ihren erholsamen Job und trifft auf Fabian, der behauptet, diesen Job bereits angetreten zu haben. Man könnte meinen, dann bleiben sie eben beide, das Haus ist ja groß genug. Aber dann steigt die Spannung mit jeder Seite. Denn sowohl Rosi, als auch Fabian hüten ein Geheimnis, keiner traut dem jeweils anderen und bewaffnet sich erstmal. Keinem von ihnen habe ich getraut oder wirklich Sympathien entgegen gebracht. Dies könnte den ein oder anderen Leser natürlich stören, mir hat es mehr Nervenkitzel bereitet. Die Handlung wird leider etwas flach erzählt, so daß es keine Höhepunkte gibt. Dies heißt nicht, daß es nicht spannend wäre, jedoch bleibt der "atemlos-lesen-Effekt" leider außen vor. Kirsten Nähle schreibt hier sehr flüssig und leicht verständlich, so daß dieses Buch ein sehr kurzer Zeitvertreib ist!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.03.2026

Düster, atmosphärisch und richtig spannend

Moorland. Die Zwillinge
0

Kommissarin Malia Gold ist nach 15 Jahren in ihre Heimat Moorbach zurückgekehrt. Kaum dort angekommen, wird sie mit einem mysteriösen Fall konfrontiert. Die 18jährigen Zwillinge Nike und Jana wollten für ...

Kommissarin Malia Gold ist nach 15 Jahren in ihre Heimat Moorbach zurückgekehrt. Kaum dort angekommen, wird sie mit einem mysteriösen Fall konfrontiert. Die 18jährigen Zwillinge Nike und Jana wollten für ihren erfolgreichen TikTok - Kanal "Moormaid" im nebligen Moor ein neues Video drehen und kehren nicht mehr zurück. Als kurz darauf auf diesem Kanal brutale Bilder der gefolterten Zwillinge auftauchen, beginnt Malia mit Hochdruck zu ermitteln. Sie sieht sich einer verschworenen Dorfgemeinschaft gegenüber, die durch Lügen und Geheimnisse zusammengehalten wird. Und auch Malia sieht sich mit der Vergangenheit ihrer eigenen Familie konfrontiert.

"Moorland - Die Zwillinge" ist der vielversprechende Auftakt einer neuen Serie von Andreas Winkelmann. Ihm ist es gelungen, mich bereits mit dem ersten Satz voll an das Buch zu fesseln. Geschickt spielt er mit den Geheimnissen, die ein Moor umgibt, seiner Gefährlichkeit und vor allem seiner unheimlichen Atmosphäre. Seine Beschreibungen vom im Nebel versinkenden Moor sind so intensiv, daß sich automatisch eine Gänsehaut bildet. Dabei räumt er gleichzeitig mit kursierendem Irrglauben auf und stellt diesen richtig, so daß man hier nebenbei auch etwas lernt. Die Charaktere sind hier so geheimnisvoll wie das Moor selbst. Jeder Dorfbewohner scheint etwas zu vertuschen, jeder klagt jeden eines Verbrechens an und auch Malias Mutter hütet ein Geheimnis um ihren Mann, welches hier nicht aufgeklärt wird und somit schon Spannung auf den zweiten Teil erzeugt wird. Andreas Winkelmann überzeugt auch in diesem Krimi durch eine fesselnde Handlung und einen gut lesbaren Schreibstil, so daß man hier nur so durch die Seiten fliegt. Ich hatte mit diesem Buch unheimlich tolle, spannungsgeladene Lesestunden und empfehle es gern weiter!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.03.2026

Die Geschichte regt zum Nachdenken an

Ruf der Wellen
0

Am Neujahrstag 1855 bricht über Borkum eine fürchterliche Sturmflut herein. Die Bewohner der Insel drängen sich Schutz suchend in den Leuchtturm. Darunter auch Grete und ihre Kinder. Die Männer der Insel ...

Am Neujahrstag 1855 bricht über Borkum eine fürchterliche Sturmflut herein. Die Bewohner der Insel drängen sich Schutz suchend in den Leuchtturm. Darunter auch Grete und ihre Kinder. Die Männer der Insel versuchen, den Deich zu erhalten, sonst wird Borkum von der tosenden See vernichtet. Doch sie bemühen sich vergeblich. Grete wird für sich und ihre Familie kämpfen müssen, denn ein hartes Leben steht ihnen bevor.

Im Jahr 2025 schreibt die Geologin Helen an ihrer Doktorarbeit über die Wanderung der ostfriesischen Inseln. Dafür reist sie nach Borkum. Bei der stürmischen Überfahrt lernt sie Julia kennen. Die Frauen werden schnell gute Freundinnen und Julia zeigt Helen die schönsten Punkte der Insel. Von Julias Bruder Carl erfährt sie nach und nach die Geschichte seiner Familie und Helen erkennt, was es wirklich heißt, auf Borkum zu leben.

Anna Jessens Roman "Ruf der Wellen" ist der Auftakt einer neuen Familiensaga. Gleichzeitig ist dieser Roman eine Chronik der Nordseeinsel Borkum. Man erfährt viel über das Leben der Inselbewohner in den Jahren ab 1855. Die Abhängigkeit von den Gezeiten und vom Wetter war damals beängstigend und ist heute noch fast genauso. Eine zweite Geschichte beschreibt, wie die Menschen auf Borkum in der heutigen Zeit mit dem Klimawandel fertig werden müssen. Sie sehen die Gefahr für die Inseln, können aber nichts dagegen tun. Sie müssen damit leben, daß einige kleine Inseln bald ganz verschwinden werden. Anna Jessen führt das den Lesern sehr eindringlich vor Augen und bringt sie damit zum nachdenken. Man kann erahnen, daß beide Geschichten miteinander verbunden sind. Das erhöht nochmal die Neugierde auf den zweiten Teil!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.03.2026

Hat mich positiv überrascht

Der Boss – Ist er ein Monster oder ein Genie?
0

Natalie Olsen und ihre Freundin Caro haben ausgelassen in einem Club gefeiert, als Caro mit einem gutaussehenden Mann verschwindet. Als sie am nächsten Morgen im Koma liegt, tappt die Polizei im Dunkeln, ...

Natalie Olsen und ihre Freundin Caro haben ausgelassen in einem Club gefeiert, als Caro mit einem gutaussehenden Mann verschwindet. Als sie am nächsten Morgen im Koma liegt, tappt die Polizei im Dunkeln, Natalie jedoch will den Mann finden, der Schuld an allem ist. Sie entdeckt den Mann auf dem Cover eines Magazins, es handelt sich um den erfolgreichen Unternehmer Geoffrey Rosenberg. Natalie nimmt einen Job in dessen Villa an, um ihm eine Falle zu stellen. Aber sitzt sie nicht schon längst in seiner Falle?

Iliana Xander hat mich mit "Der Boss" positiv überrascht. Geschrieben aus Natalies Perspektive kann man sich absolut gut in sie hineinversetzen. Auch wenn sie manchmal etwas naiv erscheint, kann man sich ihrem Wesen nicht entziehen und empfindet einfach nur Sympathien für sie. Sie handelt mutig, ohne groß über die Gefahren nachzudenken. Unterbrochen wird die Handlung durch Kapitel aus der Perspektive eines Unbekannten, was natürlich den Spannungsbogen immer höher schnellen läßt, da man beide Perspektiven gebannt verfolgt und wissen will, wie es weitergeht. Iliana Xander hat hier nicht nur dafür gesorgt, daß man mit Natalie eine interessante Charaktere hat, auch ihre restlichen Charaktere nehmen den Leser gefangen. Jeder einzelne steht für sich, ist einzigartig. Nicht alle mag man spontan, einige muß man erst näher kennenlernen und bei manchen springt der Funke gar nicht über, da ihr Verhalten zu abstrus erscheint. Dies macht jedoch Sinn und am Ende fügt sich alles zusammen und man wird überrascht. Die Autorin schreibt sehr flüssig und leicht lesbar, so daß man dieses Buch sehr schnell lesen kann. Dieses Lesetempo wird natürlich noch durch die hohe Spannung gefördert. Ich war von diesem Thriller wirklich positiv überrascht!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.03.2026

Ein aktuelles Thema spannend verpackt

Tödliches Déjà-vu
0

Wo Lavendel blüht, kommen auch die Bienen. So war es jedenfalls bisher. Doch seit einiger Zeit wird es in den Gärten von Grasse und Umgebung immer stiller. Deshalb protestiert die Bioimkerin Monique Gaillard ...

Wo Lavendel blüht, kommen auch die Bienen. So war es jedenfalls bisher. Doch seit einiger Zeit wird es in den Gärten von Grasse und Umgebung immer stiller. Deshalb protestiert die Bioimkerin Monique Gaillard immer wieder auf öffentlichen Plätzen gegen das Bienensterben. Sie beschuldigt die Firma ProPlant ein Pestizid hergestellt zu haben, das die Bienen tötet. Commissaire Campanard und sein Team Obscur versuchen, die rabiate Frau zur Vernunft zu bringen und besuchen sie auf ihrem Hof. Sie staunen, wie sanft sie mit ihren Bienen umgeht - ganz ohne Schutzkleidung. Als Monique Gaillard zwei Tage später tot aufgefunden wird, kann Louis Campanard es kaum glauben. Die Imkerin wurde von ihren Bienen zu Tode gestochen. Er wittert ein Verbrechen, denn die Frau hat immer wieder gedroht, die unsauberen Geschäfte der Firma ProPlant aufzudecken.

Commissaire Campanards dritter Fall ist ein sehr außergewöhnlicher Krimi. Beim Titel "Tödliches Deja-vu" ahnt man noch nicht, daß der Autor René Anour sich einen ganz besonders hinterhältigen Mordfall ausgedacht hat, denn Bienen als Mörder sind etwas ungewöhnlich. Allein der Gedanke daran erzeugt bei mir Gänsehaut. Natürlich stecken Menschen dahinter und bis die wahren Mörder gefasst werden können, ist jede Seite dieses Krimis superspannend. Nebenbei punkten die Ermittler mit ihren Lebensläufen, die alles andere als perfekt sind. Das macht sie so menschlich. Man fragt sich unwillkürlich, wie es mit ihnen weitergeht. Dieser dritte Teil der Serie ist wieder ein gelungener Krimi. Man kann sofort merken, daß René Anour den Fall ganz genau durchdacht hat, bevor er ihn zu Papier gebracht hat.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere