Tolles Setting und Olympiafeeling, aber der Rest o8/15
One Date to GoldIrgendwie hatte ich Lust auf eine Sports Romance zwischen all den Thrillern und Romanen. Passend zu den Olympischen Winterspielen in Mailand fiel mir "One Date to Gold" ins Auge.
Statt einer Eiskunstläuferin ...
Irgendwie hatte ich Lust auf eine Sports Romance zwischen all den Thrillern und Romanen. Passend zu den Olympischen Winterspielen in Mailand fiel mir "One Date to Gold" ins Auge.
Statt einer Eiskunstläuferin (ich liebe alles mit Eiskunstlauf oder Ballett) hatte ich hier eine Snowboarderin und einen Eishockeyspieler als Protagonisten. Als Schiläuferin fand ich deshalb auch mal Snowboarden als Thema interessant und das Thema Olympische Winterspiele sowieso. Ich verfolge diese seit meiner Kindheit mehr oder weniger regelmäßig.
Amie ist Snowboarderin und geht für das amerikanische Olympiateam an den Start, genauso wie Hunter, der Mannschaftskapitän des US Eishockey Teams. Dass sie beide bald als Paar in den Medien sind, hätte sich Amie nicht gedacht - auch wenn es sich (zuerst) nur um Fake-Dating handelt....
Erzählt wird sowohl aus der Sicht von Hunter, als auch von Amie. Beide haben ihr Päckchen zu tragen. Hunter leidet unter seinem besonderen Status in der Eishockeymannschaft, der daraus resultierenden PR-Maschinerie und dass er als Mannschaftskapitän eingesetzt wird. Mit dieser Rolle kommt er nur schwer zurecht. Zusätzlich kämpft er mit seinen Ruf als Frauenheld und seiner schwierigen Familiensituation.
Amie leidet unter dem hohen Erwartungsdruck, nachdem die Favoritin der amerikanischen Snowboard-Mannschaft verletzungsbedingt ausfällt. Hinzu kommt, dass ihr ihr ehemaliger Trainer noch heute Alpträume beschert, weil seine Methoden missbräuchlich waren und Amie mehr geschadet als geholfen haben. Als dieser mit einem neuen Schützling auch bei den Spielen auftaucht, bekommt Amie wieder verstärkte Selbstzweifel. Um der unerwünschten Pressemeute zu entkommen, bietet ihr Hunter seine Hilfe an. Sie soll seine Fake Freundin spielen. Der Grund ist ein Werbevertrag für einen Schokoriegel, der die Familie in den Vordergrund stellt. Hunters Ruf als Frauenheld passt jedoch nicht wirklich in diese Schiene. Mit einer Freundin an seiner Seite hätte er wesentlich bessere Chancen....
Von der Autorin habe ich bisher noch nichts gelesen und so war ich umso neugieriger, wie mir ihr Buch gefallen wird. Gleich vorab: Mir war die Geschichte teilweise zu spicy. Das ist aber meine ganz individuelle Meinung, denn ich finde diese Entwicklung bei Liebesgeschichten nicht so toll. Vor allem, wenn sich die beiden Protagonisten noch gar nicht wirklich gut kennen.
Hingegen haben sich meine Erwartungen betreffend dem Thema Olympia ziemlich erfüllt. Für mich hätte es sogar noch mehr davon geben können und weniger Bettszenen, die unnötig ausführlich sind. Das Olympische Dorf, die Trainingseinheiten, der Rummel um die Sportler und die Pressekonferenzen haben die erwünschten Vibes erfüllt.
Die beiden Protagonisten entwickeln sich im Laufe der Geschichte weiter und sind lebendig dargestellt. Einige der Nebenfiguren habe ich bald ins Herz geschlossen, wie Hunters Schwester Evie, Amies Trainerin Francis oder einige der Hockeyspieler.
Hunter ist eine absolute "Green Flag", was ich zu übertrieben fand. Er ist einfach zu gut, um wahr zu sein ;) Einige Szenen fand ich auch sehr kitschig und den Schreibstil manchmal etwas holprig.
Einige kleine Logikfehler und kleine Längen in der Mitte des Buches sind weitere Kritikpunkte.
Dafür hat die Autorin aber neben den typischen Sports Romance Klischees auch wichtige Themen aufgegriffen, wie der Einfluss von Profisport auf die Familien und auf Freundschaften, der Umgang mit der Öffentlichkeit und vor allem auf die teils unfaire und frauenfeindliche Behandlung im Profisport. Da hat ja auch erst vor kurzem selbst der amerikanische Präsident genau in dieselbe Kerbe gehauen...einfach nur zum Kotzen!
Fazit:
Eine Sports Romance, die nur wegen dem Thema Winterolympiade und dem Setting Mailand 2026 heraussticht, sonst aber eher mittelmäßige Kost ist. Es gab Themen, die mir gefallen haben, aber auch andere, die ich unnötig fand. Kann man lesen, muss man aber nicht.