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Veröffentlicht am 09.04.2026

Großartiger Roman, der betroffen macht

Wo der Wind die Namen trägt
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Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen und erzählt einmal aus der Sicht der 8jährigen und der 85jährigen Inge. Ein weiterer Handlungsstrang spielt kurz nach dem Kriegsende und wird aus der Perspektive von ...

Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen und erzählt einmal aus der Sicht der 8jährigen und der 85jährigen Inge. Ein weiterer Handlungsstrang spielt kurz nach dem Kriegsende und wird aus der Perspektive von Helga von Borcke berichtet. Sie hat den Auftrag eine Chronik der Kreisbauernschaft zu erstellen. Ihre Gespräche mit Zeitzeugen und vor allem ihre Tagebucheinträge werden der Schlüssel - nicht nur für Inge, sondern auch für den Leser - um die Vergangenheit besser zu verstehen.
Die verschiedenen Handlungsstränge unterscheiden sich durch unterschiedliche Schriftarten im Buch, die sich alle gut lesen lassen.

Als Inge zum Klassentreffen der Volksschule eingeladen wird, hat sie keine Lust in die Lüneburger Heide, ihrer ehemaligen Heimat zu fahren. Bis heute liegt ihr ein bestimmtes Ereignis schwer im Magen, welches sie bisher erfolgreich verdrängt hat. Nun kommen die schlimmen Erinnerungen wieder hoch. Ihre Enkelin Nora lässt jedoch nicht locker und überredet sie gemeinsam, mit ihr und dem Urenkel Paul, in der Lüneburger Heide Urlaub zu machen, während Inge sich mit ihren alten Schulkollegen trifft. Ein Klassenkamerad gibt ihr die Aufzeichnungen von Helga zu lesen, die ihre Sichtweise auf die damalige Zeit nochmals verändern wird. Es sind schmerzliche Wahrheiten, die Inge erst im Alter erfährt, obwohl viele der Dorfbewohner davon wussten und geschwiegen haben.

In Rückblenden bekommt man die Sicht von Inge als Kind erzählt, die uns zeigen, wie trügerisch Erinnerungen sein können - vor allem in diesem Alter, wo man viele Dinge nicht oder falsch versteht.
Die damals 8jährige Inge zieht nach dem Kriegsende mit ihrer Mutter, einer angesehenen Kinderärztin, auf den Hof der Familie Oelkers auf Land. Dort bekommen sie ein Zimmer zugeteilt, nachdem ihre Wohnung in Hamburg zerbombt wurde. Inge fühlt sich in der Lüneburger Heide wohl und schließt schnell Freundschaften mit den Dorfkindern. Hofhund Arno wird ihr täglicher Begleiter, wenn sie durch die Heide und den Wald stromert. Als sie eines Tages einen Mann auf einer Geige spielen hört, bittet sie ihm, ihr das Geige spielen heimlich beizubringen und nennt ihn von nun an "den Geigenmann".

Vieles wirkt idyllisch nach den harten Kriegsjahren, doch diese trügt. Auch für Inge wird diese Idylle jäh zerstört, als man Arno mutwillig tötet und eine junge Frau tot aufgefunden wird.
Erst als Erwachsene erkennt Inge, wie die alten Naziseilschaften auch noch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges weiter bestehen blieben und die Dorfgemeinschaft beeinflusst haben. Nach und nach bricht die Fassade auf und macht Platz für eine Wirklichkeit, die von Schweigen, Verdrängen und erschütternden Wahrheiten geprägt ist.

Durch die laufend wechselnden Perspektiven bleibt der Roman durchgängig spannend. Die Atmosphäre ist oftmals sehr beklemmend, die durch die bildhaften Naturbeschreibungen der Lüneburger Heide aufgelockert wird. Die Figuren sind lebendig und authentisch gezeichnet. Es gibt kein schwarz-weiß, wodurch die Charaktere glaubwürdig rüberkommen. Vor allem Inge fand ich im jeweiligen Alter überzeugend dargestellt - egal ob als Kind oder alte Dame.
Schweigen und Verdrängen heißt die Devise. So hat es Helga sehr schwer, die Dorfbewohner zum Sprechen zu bringen und die Mauer des Schweigens zu durchdringen. Zusätzlich legen ihr einige Menschen immer wieder Steine in den Weg und beginnen sie zu bedrohen, wenn sie ihre Nachforschungen weiter durchführt.

Vieles beruht auf wahren Begebenheiten. Die volle Bedeutung des Gelesenen erschließt sich einem erst auf den letzten Seiten des Buches. Die Recherche zu einigen historischen Begebenheiten, war sicher nicht einfach. Darauf geht die Autorin im Nachwort ausführlich ein. Mich hat der Roman sehr berührt und einige Stellen waren wirklich schwer auszuhalten. Obwohl ich schon viele Bücher zum Thema Zweiter Weltkrieg und auch der Nachkriegszeit gelesen habe, erfahre ich immer wieder neue schreckliche Dinge, die man sich oftmals gar nicht vorstellen kann oder will.

Anja Jonuleits Roman erinnert mich an die Bücher von Mechtild Borrmann, die starke Themen auf nicht mal 300 Seiten so erzählen kann, dass diese berühren und einem im Gedächtnis bleiben. Anja Jonuleit hat mit "Wo der Wind die Namen trägt" auf 384 Seiten ähnliches geschaffen und mich absolut einnehmen können mit ihrem neuen Werk.

Fazit:
Eine Geschichte, die betroffen macht, aufrüttelt und unter die Haut geht. Ganz wunderbar erzählt und für mich ein ganz besonderes Highlight!

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.04.2026

Eine Gemeinschaft entzweit durch einen Fluss

Der Fährmann
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Wir befinden uns kurz vor dem ersten Weltkrieg an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland. Die Salzach trennt die beiden Länder, doch die beiden Orte, die direkt am Fluss liegen, sind verbunden ...

Wir befinden uns kurz vor dem ersten Weltkrieg an der Grenze zwischen Österreich und Deutschland. Die Salzach trennt die beiden Länder, doch die beiden Orte, die direkt am Fluss liegen, sind verbunden durch Freundschaften, Familien und Handel. Hier wachsen auch Hannes, Elisabeth und Annemarie auf. Die drei verbindet von früher Kindheit an eine enge Freundschaft.
Der titelgebende Fährmann ist dabei eine zentrale und wichtige Figur für die beiden Orte. Er ist derjenige, der die Menschen aus dem jeweiligen Dorf über den Fluss bringt. Sein Beruf ist gefährlich und eine Ehe für ihn Tabu.

1894 ist Hannes gerade sechs Jahre alt geworden, als er mit seinem Onkel Georg, dem Fährmann, die Salzach überquert und ins Wasser fällt. Sein Leben hängt danach an einem seiden Faden. Beide Dörfer beten für sein Leben, denn er soll seinem Onkel folgen und der nächste Fährmann werden. Obwohl Hannes den Beruf nicht ergreifen will, der ein einsames Leben bedeutet, muss er den Wünschen seiner Familie nachgeben, als die Gebete erhört werden und er überlebt.
Auch seine beiden Freundinnen aus Kindheitstagen, Elisabeth und Annemarie, die auf der deutschen Seite leben, sehen sich mit einer Zukunft konfrontiert, die nicht in ihren eigenen Händen liegt. Annemarie wird früh dazu verpflichtet, im elterlichen Wirtshaus mitzuarbeiten und den Gästen stets freundlich zu begegnen – unabhängig davon, wie diese sich ihr gegenüber verhalten. Elisabeth, deren Herz Hannes gehört, wird von ihren Eltern mit Josef Steiner, einem österreichischen Großbauern verheiratet, um den familiären Wohlstand zu vergrößern.

Elisabeth erwarten sehr harte Jahre voller Gewalt, Hass und Missbrauch. Auf dem Hof hat sie nichts zu sagen. Es regiert der hartherzige Altbauer, der alle gleich schlecht behandelt, auch Josef, dem Hoferben. Dieser entwickelt sich zu einem genauso unbarmherzigen Mann, unter dem Mensch und Tier leiden.
Aber auch Annemarie hat kein Glück. Sie muss schon als Kind hart zupacken und sich im Gasthaus von betrunkenen oder aufgegeilten Männern alles gefallen lassen. Auch Josef kommt immer wieder zu ihr - auch als er bereits verheiratet ist.
Es ist zeitweise kaum auszuhalten, was die beiden Frauen über sich ergehen lassen müssen. Und wenn man denkt, es kann nicht mehr schlimmer kommen, legt Regina Denk noch ein Schäufelchen nach.

Einzig Hannes ist immer wieder der Anker, der seinen Kindheitsfreundinnen hilft - soweit er kann. Aber auch ihm sind die Hände gebunden.

Trotz des Titels „Der Fährmann“ stehen vor allem Elisabeth und Annemarie im Mittelpunkt des Romans. Gleichzeitig beleuchtet die Autorin die damalige gesellschaftliche Rolle der Frau. Diese wird entweder als Magd oder als Ehefrau dargestellt und ist in beiden Rollen vom Mann abhängig bzw. wird als dessen Besitz angesehen.
Alle Frauen in diesem Roman haben keine Chance sich gegen die Männer zu behaupten. Es hat mir beim Lesen Schmerzen bereitet, diese Brutalität und dieses Ausgeliefert sein spüren. Die Unterordnung der Frauen wurde damals nicht in Frage gestellt. Wenn sich eine von ihnen gewehrt hat, wurde sie ausgegrenzt oder der Hexerei bezichtigt. Das Patriarchat hatte das Sagen.
Erst als der Krieg ausbricht und die Männer nach und nach im Dorf diesseits und jenseits der Salzach eingezogen werden, kommen die Frauen mehr aus sich heraus. Es bleibt ihnen auch nichts anderes übrig, denn die Arbeit der Männer macht sich nicht alleine. Es wird arbeitstechnisch noch schwerer, aber sie finden dadurch auch mehr Stärke und Selbstvertrauen. Manche von ihnen blühen auch richtig auf.

Der Schreibstil ist eindringlich, intensiv und die Sprache der damaligen Zeit angepasst. Regina Denk beschreibt das Leben, die gesellschaftliche und die politische Situation, wie sie damals gelebt worden ist. Dabei wird nichts beschönigt und der harte Arbeitsalltag am Land bildhaft beschrieben.
Über jedem Kapitel steht der Name der handelnden Figur. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Bild der einzelnen Charaktere. Man fühlt mit ihnen mit oder spürt die Angst, den Hass oder die Verzweiflung durch jede Zeile.
Dazwischen gibt es Einschübe vom "Anderswo" - der Sprache des Flusses. Dieser prägt die Atmosphäre des Romans und zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.

Die Charaktere empfand ich ein bisschen schwarz-weiß gezeichnet. Vor allem Josef ist durch und durch böse und Hannes das krasse Gegenteil - was für mich schon fast zu gut ist. Das ist jedoch der einzige Kritikpunkt, denn mit Annemarie hat Regina Denk eine tolle Figur entworfen, die sich auflehnt und weiterentwickelt. Sie war für mich schlussendlich der faszinierendste Charakter.
Das Ende wurde bei der Leserunde widersprüchlich empfunden. Für mich hat es aber zu 100% gepasst.

Der Ausspruch von Erich Maria Remarque, Autor von "Im Westen nichts Neues", der am Beginn des Buches steht, trifft es für mich perfekt:

„Dieses Buch soll weder eine Anklage noch ein Bekenntnis sein. Es soll nur den Versuch machen, über eine Generation zu berichten, die vom Krieg zerstört wurde – auch wenn sie seinen Granaten entkam.“ Erich Maria Remarque.

Fazit:
Ein Roman, der einem packt, mitnimmt und aus dem man erst wieder auftaucht, wenn man die letzte Seite gelesen hat. Absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Wer spricht die Wahrheit?

Don't Believe Her
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Ellie kommt nach dem Tod ihres Vaters zurück in ihre Heimatstadt, wo sie alles an ihre beste Freundin Carla erinnert, die vor zwölf Jahren verschwunden ist. Bei ihrer Mutter und Carlas Bruder Nick findet ...

Ellie kommt nach dem Tod ihres Vaters zurück in ihre Heimatstadt, wo sie alles an ihre beste Freundin Carla erinnert, die vor zwölf Jahren verschwunden ist. Bei ihrer Mutter und Carlas Bruder Nick findet sie Verständnis und Geborgenheit. In Nick war sie schon damals verliebt und die Beiden stehen nun kurz vor der Hochzeit als Carla plötzlich wieder auftaucht. Ellie, die alles versucht hat, ihre beste Freundin wiederzufinden, ist jedoch skeptisch. Diese Frau sieht aus wie Carla, aber sie benimmt sich total anders. Außerdem weicht sie immer wieder Fragen nach ihrem früheren Aufenthalt aus und kann sich an bestimmte Dinge nicht erinnern. Wer ist diese Frau? Und was will sie?
Ellie beginnt zu zweifeln, ob nur sie die Dinge klar erkennt oder ob sie selbst langsam den Bezug zur Realität verliert…

Der Einstieg und die Vorstellung der Hauptfigur nimmt etwas Zeit in Anspruch. Dadurch büßt die Handlung etwas an Dynamik ein. Danach gelingt es Nicola Sanders aber immer wieder mit spannenden Wendungen zu überraschen. Ich war mir nie sicher, wer die Wahrheit spricht und wer nicht.
Die Autorin versteht es - wie im Vorgänger - geschickt, Zweifel zu säen und den Leser an der Nase herumzuführen. Wen kann man glauben? Wer spricht die Wahrheit?

Der Aufbau ist ähnlich wie bei "Don't let her stay". Dadurch hat man manchmal das Gefühl den kommenden Plot-Twist zu erahnen.
Die Figuren sind alle eher keine Sympathieträger. Niemand von ihnen wirkt vertrauenswürdig. Carla ist schwer greifbar und Ellie fühlt sich von allen nicht ernst genommen. Man nimmt ihre Zweifel, ihre Angst und ihre Wut deutlich wahr – ebenso wie die zunehmende Verzweiflung darüber, dass ihr anscheinend niemand Glauben schenkt.

Der Schreibstil ist fesselnd und lässt sich superschnell lesen. Die Twists häufen sich am Ende und es wird sehr spannend - jedoch nicht immer realitätsnah. Popcornkino vom Feinsten!


Fazit:
Ein Pageturner, den man schnell gelesen hat und der fesselt. Allerdings wirkt er manchmal auch etwas realitätsfern und überzogen. Trotzallen ein Popcornthriller, der unterhält!

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Veröffentlicht am 03.04.2026

Packender zweiter Teil

Die Ärztin – Gefährlicher Besuch
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Nachdem mich bereits der erste Band der Reihe um Gynäkologin Eva Mertens sehr gut gefallen hat, habe ich mich gefreut auch den Folgeband lesen zu dürfen.


Mich konnte "Gefährlicher Besuch" wieder fesseln ...

Nachdem mich bereits der erste Band der Reihe um Gynäkologin Eva Mertens sehr gut gefallen hat, habe ich mich gefreut auch den Folgeband lesen zu dürfen.


Mich konnte "Gefährlicher Besuch" wieder fesseln und war von der ersten Seite an in der Geschichte gefangen. Dieser titelgebende gefährliche Besuch passiert bereits auf den ersten Seiten, als ein fremder Mann und eine hochschwangere junge Frau spätabends an der Tür von Gynäkologin Dr. Eva Mares läuten und um Hilfe bitten. Als sie die Frau versorgt hat, bittet sie Eva am nächsten Tag ins Krankenhaus zu kommen. Am Morgen findet sie einen Hilferuf auf ihrem Badezimmerspiegel und hofft, dass die junge Frau in der Klinik auftauchen wird - jedoch vergeblich. Von Schuldgefühlen getrieben versucht Eva herauszufinden, wo das ungleiche Pärchen abgeblieben sein könnte und gerät bald selbst in Gefahr.

Zur gleichen Zeit sucht die Polizei in Bremen nach einer verschwundenen Frau. Polizistin Mina kennt diese bereits aus einem Einsatz, bei der sie vor Monaten wegen häuslicher Gewalt zu Hilfe gerufen wurde. Das bringt auch Kommissarin Frauke Herrschmann auf den Plan, die damals beim Kriminalfall rund um Eva und ihrer Familie ermittelt hat.

Die Kapitel sind kurz gehalten und werden aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Über den jeweiligen Abschnitt steht der Name der jeweiligen Protagonistin. Besonders stark sind die Kapitel unter dem Namen "Sie". Man rätselt wer das Opfer ist und leidet mit ihr richtig mit. Diese Abschnitte sind auch teilweise sehr bewegend.
Besonders im letzten Drittel nimmt die Handlung richtig Fahrt auf und man kann den Thriller nicht mehr aus der Hand legen.
Die Charaktere sind authentisch gezeichnet. Vor allem Gynäkologin Eva Mares ist eine sehr starke Protagonistin, die sich trotz ihrer persönlichen Probleme aus der Vergangenheit für andere einsetzt. Besonders gefallen hat mir, dass sie hier nicht nur in ihrer Rolle als Ärztin, sondern auch als Mensch und Mutter gezeigt wird. Es gibt diesmal etwas Familienbezug und auch einen Vierbeiner, der einziehen wird.

Die Geschichte ist intensiv und emotional, temporeich und fesselnd. Es werden wichtige Themen, wie häusliche Gewalt, Angst und weitere traumatische Erlebnisse aufgegriffen. Gleichzeitig zeigt die Autorin aber auch auf, dass Mut, Zusammenhalt und die Kraft, trotz allem weiterzumachen, Sinn macht.
Neben den spannenden Elementen bekommen wir auch jede Menge Lokalkolorit. Setting ist unter anderem Bremen. Die Stadt und das Umland wird sehr bildhaft beschrieben.
Das Ende überrascht und hat mir gut gefallen.

Fazit:
Mich konnte auch der zweite Band wieder an die Seiten fesseln. Die Autorin beherrscht schwierige Themen perfekt und setzt diese grandios um. Ich empfehle den Thriller gerne weiter, aber rate unbedingt zuerst Band 1 zu lesen.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Dystopie mit Romance-Anteil

To Cage a Wild Bird
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In Dividium werden die Menschen in drei Sektoren unterteilt: in den oberen, den mittleren und den untersten Sektor. Jeder davon hat einen eigenen Anführer und diese bilden gemeinsam den Rat des Landes. ...

In Dividium werden die Menschen in drei Sektoren unterteilt: in den oberen, den mittleren und den untersten Sektor. Jeder davon hat einen eigenen Anführer und diese bilden gemeinsam den Rat des Landes. Die meisten Menschen leben auf dem kleinsten Raum im untersten Sektor. Hier herrscht Lebensmittelknappheit und jedes kleinste Vergehen wird schwer bestraft. Unweigerlich führt der Weg nach Endlock - einem Gefängnis, wo jeder mit dem Leben bezahlt. Reiche Bürger aus der Oberschicht können sich eine Jagdlizenz, sowie einen Insassen kaufen, den es zu jagen und zu töten gilt.

Die 23jährige Raven, deren Eltern in Endlock ihr Leben verloren haben, versorgt seitdem ihren jüngeren Bruder Jed. Als Kopfgeldjägerin arbeitet sie ungewollt für das System, um sich und Jed durchzubringen. Als ihr Bruder in Schwierigkeiten gerät und nach Endlock geschickt wird, schleust sie sich mit Hilfe der Freundin ihrer Mutter, die zur Rebellion gehört, ein. Sie muss Jed beschützen und aus dem Gefängnis holen - auch wenn es bisher niemanden gelungen ist Endlock lebend zu verlassen.

Was für eine coole Beschreibung, die einem automatisch sofort an Panem denken lässt. Vergleiche sind nicht ungewollt, denke ich. Gestört hat es mich nicht, denn die Jagd und die Welt sieht in Endlock anders aus und als Panem Fangirl freut man sich eine Dystopie mit Ähnlichkeiten lesen zu können.

Die erste Hälfte war extrem spannend und ich war mir sicher ein 5 Sterne Buch zu lesen. Die Story war fesselnd und Raven ein toller Charakter, der sich im Laufe der Handlung weiterentwickelt. Zu Beginn ist sie noch eine Einzelkämpferin, bemerkt jedoch, dass sie in Endlock nur mit Hilfe von anderen eine längere Überlebenschance hat. Denn auch hinter den Mauern bestehen Hierarchien unter den Häftlingen, die von den Wärtern bestimmt werden. Wer eine Jagd lebend übersteht steigt automatisch in der Hierarchie und bekommt eine bessere Unterkunft und Nahrung.

Leider fiel in der Mitte der Spannungsbogen etwas ab und ich fühlte die Bedrohung für Raven und Jed nicht mehr ganz so stark. Grund war vor allem Vale, ein Wachmann, der ihr einige Male zur Seite steht. Dabei kam es im Laufe der Geschichte die für mich nicht wirklich benötigten spicy Szenen. Es war noch im Rahmen, aber ich frage mich langsam, ob im Moment wirklich jedes Buch - egal welches Genre - erotische Szenen benötigt? Verkaufen sich dadurch die Bücher besser? Außerdem entwickelte sich die Liebesgeschichte für mich zu schnell, obwohl bei der Buchbeschreibung "slow burn Romance" angegeben wird. Naja, dass ich kein Fan von Liebesgeschichten oder spicy Szenen - vor allem in Thriller oder Dystopien bin - ist natürlich zu berücksichtigen bei meiner Rezension.

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt waren für mich die Kameras, die teilweise ausgeschalten waren. Dies gab natürlich Vale und Raven Gelegenheit sich näher zu kommen, aber realistisch fand ich das in einem Hochsicherheitsgefängnis nicht. Das Setting in Endlock selbst konnte ich mir gut vorstellen. Die Jagd der Elite von Dividium auf die Menschen aus dem untersten Sektor ist hässlich. Bei Panem fand ich es aber schlimmer. Das lag wahrscheinlich daran, dass sich Kinder gegenseitig umbringen bzw. man auch die einzelnen Charaktere kennenlernt. Hier lernt man nur eine der Jägerinnen kennen, die immer wieder vorbei kommt und auch eine ganz bestimmte Rolle spielt. Die anderen Jäger bleiben unsichtbar.

Trotz der kleinen Kritikpunkte fand ich die Dystopie fesselnd und zu Ende hin zieht die Spannungskurve nochmals kräftig an. Leider gibt es am Ende einen Cliffhanger und keine Angabe, wann Band 2 erscheinen wird. Am liebsten würde ich sofort weiterlesen.....


UPDATE: Gerade heute habe ich eine Story auf Instagram von der Autorin gesehen, die Band zwei im englischsprachigen Raum für Februar 2027 ankündigt!

Fazit:
Eine fesselnde Dystopie, die mir sehr gut gefallen hat und die ich auf jeden Fall weiterlesen werde. Wer Panem mochte kann auch hier zugreifen und mit Raven in Endlock ums Überleben kämpfen.

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