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Veröffentlicht am 16.03.2026

Die Tote in der Mur

Steirerzwist
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Mit "Steirerzwist" legt Claudia Rossbacher ihren 15. Steirerkrimi vor. Wir sind diesmal in der steirischen Landeshauptstadt Graz, wo Mimi Waldner, eine bekannte Hoteldirektorin bei ihrer morgendlichen ...

Mit "Steirerzwist" legt Claudia Rossbacher ihren 15. Steirerkrimi vor. Wir sind diesmal in der steirischen Landeshauptstadt Graz, wo Mimi Waldner, eine bekannte Hoteldirektorin bei ihrer morgendlichen Joggingsrunde brutal ermordet wird. Ihre Leiche wird in der Mur geborgen. Sandra Mohr, die eben erst aus ihrem wohlverdienten Urlaub zurückgekehrt ist, kennt die Tote flüchtig. Noch am selben Tag wird ein Obdachloser unter der Murbrücke gefunden, der fast identische Verletzungen aufweist. Hängen die Morde zusammen?
Der Fall ist etwas heikel, denn die Tote ist bekannt aus den sozialen Medien und hat vor nicht allzu langer Zeit ihren Mann zu Grabe getragen. Dessen erste Frau hat angeblich in der Mur Selbstmord begangen und ihr Tod liegt ebenfalls nicht sehr lange zurück, was einige Fragen aufwirft.....

In diesem Band hat das Privatleben - vor allem von Sandra - etwas mehr Raum bekommen. Sie erhält die Nachricht, dass ihre Mutter verstorben ist und obwohl sie ein ziemlich schlechtes Verhältnis zueinander hatten, ist Sandra über ihren Tod bedrückt. Zusätzlich muss zurück in ihren Heimatort, wo sich auch ihr verhasster Halbbruder befindet, der in der Vergangenheit bereits gewalttätig gegenüber Sandra wurde. Ihr neuer Partner Georg, der im letzten Band "Steirerzorn" in ihr Leben getreten ist, scheint der Richtige zu sein. Er unterstützt sie liebevoll gegen die verbalen Angriffe ihres Halbbruders und der Gerüchteküche in ihrem Heimatort.

Elena König, die neue übereifrige Kollegin, scheint mit Sandra auch nicht wirklich auszukommen. Das belastet Sandra zusätzlich, während Sascha Bergmann sich wieder wie ein Elefant im Porzellanladen benimmt und seine machohaften Sprüche klopft.
Die Situation verschärft sich, als Sandra Drohungen erhält, die denen ähneln, die das Mordopfer vor ihrem Tod bekommen hat. Es kommt zu einem Wettlauf mit der Zeit....

Obwohl sich der Fall wieder als sehr spannend erweist, war der Täter diesmal nicht wirklich eine Überraschung für mich. Trotzdem habe ich die Ermittlungen mit Spannung verfolgt.
Der Krimi lebt vor allem durch seine beiden Protagonisten, die viele auch aus dem TV kennen. Die Fernsehkrimis sind allerdings teilweise abweichend und Sandra Mohr spielt darinnen schon länger keine Rolle mehr und wurde durch andere Ermittlerinnen ersetzt. Ich bin wirklich froh, dass sie in den Büchern noch mit Sascha weiterermittelt, denn die Beiden sind einfach das Salz in der Suppe.

Ob Claudia Rossbacher ihre erfolgreiche Reihe weiterschrieben wird? Einst meinte sie, dass die Bände alphabetisch gereiht sind. Da wir nun zum zweiten Mal beim "Z" angelangt sind und sie nach eigener Auskunft eine Schreibpause einlegen wird, bin ich etwas verunsichert. Lesen werden wir aber auf jeden Fall wieder von ihr.

Fazit:
Nachdem mich der letzte Fall absolut abgeholt hat, war dieser zwar spannend, aber wieder etwas "zahmer" und mehr Regionalkrimi. Zusätzlich stand das Privatleben der Ermittler etwa mehr im Fokus, als üblich. Ich bin gespannt, ob die Reihe weitergehen wird oder Claudia Rossbacher sich einer neuen Krimireihe widmen wird - was sehr schade wäre.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Mord im Dreivierteltakt

Letzter Landler
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"Letzter Landler" ist bereits der 13. Fall um Franz Gasperlmaier, dem urigen Bezirksinspektor
in Altaussee. Man kann diese Reihe auch ohne Vorkenntnisse lesen, aber ich empfehle immer wieder doch mit ...

"Letzter Landler" ist bereits der 13. Fall um Franz Gasperlmaier, dem urigen Bezirksinspektor
in Altaussee. Man kann diese Reihe auch ohne Vorkenntnisse lesen, aber ich empfehle immer wieder doch mit Band 1 zu beginnen.

Gasperlmaier bekommt Besuch von den kanadischen Schwiegereltern seines Sohnes. Seine sehr maroden Englischkenntnisse hat er noch schnell ein bisschen aufpoliert. Doch der Aufregung nicht genug: seine Christine möchte mit ihm ins Staatsopernballett, welches in Bad Ausssee gastiert. Davon ist der Franz überhaupt nicht begeistert, doch zu seiner Überraschung gefällt ihm die Aufführung besser, als gedacht. Das liegt vor allem an einer Geigerin im Orchester, die ihn fasziniert. Leider findet er genau diese junge Musikerin am nächsten Morgen tot vor einer Kapelle auf.
Zusammen mit Kollegin Emina beginnt er - zwischen gesellschaftlichen Pflichten und erhoffter Familienzeit - zu ermitteln. Verdächtige gibt es genug, denn sowohl das gesamte Orchester, als auch das Ballettensemble steht im Mittelpunkt der Untersuchungen. Dabei hilft oft nur ein Schnapserl mit seinem Nachbar Dr. Altmann und das Gulasch dessen Frau. Als es ein zweites Todesopfer gibt, heißt es sich ranzuhalten...

Obwohl die Ausseer Krimis von Herbert Dutzler humorvoll und kurzweilig sind, spricht er immer wieder ernste und brisante Themen an. Da geht es um die Billigproduktion von österreichischer Trachtenmode, russischen Investoren, Massentourismus, Castingshows usw. Diesmal sind die Themen Frauenfeindlichkeit und Drogenmissbrauch. Gesellschaftskritik findet man in jedem seiner Regionalkrimis.
Sorgen macht ihm auch sein neuer Kollege. Nachdem Kollegin Manuela in Karenz ist und statt Dr. Kohlross Emina Jovanovic als Gruppeninspektorin neu hinzugekommen ist, soll nun Kevin, ein frisch von der Polizeischule eingesetzter Jungspund sein "Partner in Crime" sein. Der stellt Gasperlmaiers Nervenkostüm allerdings hart auf die Probe, vor allem nachdem er auch noch das Dienstfahrzeug zu Schrott gefahren ist.

Herbert Dutzler erzählt wie immer in seiner ganz besonderen humorvollen Art, die einem Land und Leute näher bringt. Die Kulisse rund um das Ausseerland vermittelt jede Menge Lokalkolorit. Dutzler schafft die Balance zwischen leichter Unterhaltung, ernsthafter Ermittlungsarbeit und wichtigen gesellschaftskritischen Themen.
Einige überraschende Wendungen und zahlreiche Verdächtige laden erneut perfekt zum Miträtseln ein. Diesmal hatte ich jedoch das Gefühl, dass der Täter relativ früh zu offensichtlich wird – auch wenn das Mordmotiv lange im Unklaren bleibt. Gerade dieses konnte mich letztlich nicht ganz überzeugen.
Trotzdem hat mir dieser dreizehnte Fall wieder jede Menge Spaß gemacht und ich freue mich schon auf Nummer 14.

Fazit:
Wie immer sind die Gasperlmaier Krimis ein herrliches Lesevergnügen, die einem das Ausseer Land näher bringen und gut unterhalten. Ich freue mich schon auf den nächsten Band der Reihe.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Das Achtsamkeitsseminar

Einatmen. Ausatmen.
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Vor knapp zwei Jahren habe ich Maxims Leo "Wir werden jung sein" gelesen, welches ich wirklich gut und interessant fand. Deshalb war ich auf seinen neuen Roman sehr gespannt.

Marlene Buchholz lebt für ...

Vor knapp zwei Jahren habe ich Maxims Leo "Wir werden jung sein" gelesen, welches ich wirklich gut und interessant fand. Deshalb war ich auf seinen neuen Roman sehr gespannt.

Marlene Buchholz lebt für ihre Arbeit. Ihr Privatleben existiert nicht, Mitgefühl für ihre Mitarbeiter kennt sie nicht wirklich. Für sie zählt nur der maximale Erfolg. Dass sie bei den Kollegen nicht wirklich beliebt ist und als empathielos gilt, ergibt sich von selbst. Trotzdem hat sie die Firma Aviola zum Erfolg geführt, deren neue Vorstandsvorsitzende sie werden soll. Doch bevor sie den Job endgültig bekommt, muss sie auch auf menschlicher Ebene überzeugen. Deshalb wird sie zu einem Achtsamkeitsseminar ins Brandenburgische geschickt. Der berühmte "Seelenflüsterer" Alex Grow soll sie zu mehr Mitgefühl und Einfühlungsvermögen bekehren. Doch er steckt im Moment selbst in einer existentiellen und finanziellen Krise. Falls er es jedoch schafft, Marlene zu einer empathischen Frau umzuwandeln, winkt ihm ein Großauftrag von Aviola.

Das erste Drittel hat mir sehr gut gefallen. Man lernt die zwei Hauptprotagonisten kennen, die beide an einem Punkt im Leben angelangt sind, der sie fordert. Marlene ist alles andere als begeistert vom Coaching, welches sie über sich ergehen lassen muss, um die gewünschte Beförderung zu erhalten. Alex steckt hingegen in einer Finanzkrise, nachdem er in seinem Schloss auch die vorzeigbaren Mitarbeiter wie Ayurveda-Köche, Yogalehrer und Atemtrainer eingestellt hat. Zusätzlich leidet er unter Bindungsangst, was niemand wissen darf.

Der flüssige und detailreiche Schreibstil und die Situationskomik des Autors hat mich schon in "Wir werden jung sein" überzeugt. Sein neuer Roman ist eher ruhig und lebt von den Begegnungen und Handlungen der Figuren. Abwechselnd wird aus der Sicht von Marlene und Alex erzählt. Man erfährt ihre Gedanken und lernt Marlene und Alex sehr gut kennen. Aber auch die Nebenfiguren wurden mit viel Liebe gezeichnet, wie die Naturschützerin Connie oder Hausmeister Mattissen.
Der trockene Humor hat mir sehr gut gefallen, der allerdings im Laufe des Buches etwas nachlässt. Der Autor nimmt die Branche gekonnt aufs Korn. Dabei wirken manche Handlungen etwas überspitzt.
Marlenes "Verwandlung" kam mir etwas zu schnell und das Ende bietet nicht wirklich eine große Überraschung. Trotzdem fand ich den Roman sehr unterhaltsam und die Aussage, dass es für Veränderungen nie zu spät sei, kann ich nur unterstreichen.

Fazit:
Ein ruhiger und humorvoller Roman über Selbstfindung, der nicht nur gut unterhält, sondern auch nachdenklich macht - jedoch nicht zu tief geht.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Ein Sommer der zweiten Chancen

Sommer, Glück und Ringelblumen
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Hinter dem Klappentext und dem fröhlichen Cover habe ich mir einen sommerlichen und heiteren Roadtrip vorgestellt. Dem ist tatsächlich nicht wirklich so. Meiner Meinung hat Ally Zetterberg in ihrem Roman ...

Hinter dem Klappentext und dem fröhlichen Cover habe ich mir einen sommerlichen und heiteren Roadtrip vorgestellt. Dem ist tatsächlich nicht wirklich so. Meiner Meinung hat Ally Zetterberg in ihrem Roman etwas zu viel Problematik hineingepackt. Es hat auch etwas gedauert, bis ich in die Geschichte fand.

Edith ist 64 Jahre alt und leidet unter starker Demenz. Jeden Tag macht sie sich auf zur Bushaltestelle Hornton Street in London. Die Menschen, die täglich dort vorbeikommen, kennen Edith und denken, sie wäre eine Obdachlose. Doch Edith wartet seit 27 Jahren auf ihre große Liebe Sven. Der Schwede ist damals nicht zum vereinten Treffpunkt gekommen und Edith hat ihn bis heute nicht vergessen.
Ihr Sohn Blade betreut seine Mutter seit drei Jahren rund um die Uhr und hat keine Kraft mehr. Trotzdem möchte er Edith nicht in ein Heim geben. Eines Tages macht sie ihm jedoch den Vorschlag ihn zu entlasten, wenn er nach Schweden fahren und Sven suchen würde. Danach würde sie in ein Heim gehen und Blade könnte seinen alten Job wieder aufnehmen. Nach kurzer Recherche und einigen Zweifeln macht sich Blade auf, um Sven zu suchen und seiner Mutter ihren vielleicht letzten Wunsch zu erfüllen....

Sophia hat gemeinsam mit ihren Brüdern den Blumenladen ihres Onkel geerbt. Sie hat fünf Jahre Zeit ihn erfolgreich zu führen, damit sie ihre Brüder auszahlen kann oder sie muss ihn nach dieser Frist verkaufen. Sophia liebt ihre Blumen, kennt alle bei ihren lateinischen Namen und war die Einzige der Familie, die auch darin ihre Zukunft sieht. Die autistische junge Frau hasst Veränderungen und trotzdem muss sie versuchen mit Großaufträgen ihre Erträge zu steigern, um den Blumenladen halten zu können. Deshalb nimmt sie den Auftrag, bei einer Blumenmesse in verschiedenen schwedischen Städten auszustellen, an. Als ihr Auto schon auf dem Weg zur ersten Messe-Location liegen bleibt, sieht sie ihr Vorhaben als gescheitert an. Doch dann hält ein junger Mann mit seinem Wohnmobil neben ihr und bietet ihr eine Lösung an....

Blade hat statt dem gebuchten Fiat 500 einen Camper bei der Autovermietung bekommen, was sich bald als Glücksgriff ergibt. Er trifft auf Sophie, der er zuvor schon in ihrem Laden über den Weg gelaufen ist.
Der einfühlsame junge Mann nimmt Sophia genauso an, wie sie ist. Durch den gemeinsamen Roadtrip lernen sie sich besser kennen und werden Freunde.
Blade erkennt, dass er die letzten Jahre kein eigenes Leben mehr geführt hat. Er kann Edith zwar beistehen, darf sich selbst aber nicht aufzugeben.
Sophia bekam von ihren Eltern und Brüdern nie Bestätigung - im Gegenteil: Sie wurde immer wieder ausgegrenzt und fühlte sich unverstanden. Die Therapeutin, die ihre Eltern für sie besorgten, damit sie "normal" wird, hat sie zusätzlich traumatisiert. Dabei ist Sophie eine wahnsinnig starke junge Frau, die über sich hinaus wächst.

Die Figuren sind sehr liebevoll gezeichnet. Neben Blade, Sophia und Edith sind Zara, Line und Eliza spannende Nebenfiguren, die mich überzeugen konnten.
Ally Zetterbergs Roman erzählt von Ängsten und Sorgen, aber auch von Selbstfindung, Familie und den Mut, für sich selbst zu sprechen. Für Sophia ist ihr Blumenladen ihr Safe Space, genauso wie für Edith die Bushaltestelle an der Horton Street.
Für Blade und Sophia ist der Roadtrip quer durch Schweden eine Reise zu sich selbst, die ihr weiteres Leben verändern wird.

Das Thema Demenz wurde sehr feinfühlig behandelt, ebenso Sophias Autismus. Für mich hätte jedoch eine der beiden Krankheiten als Schwerpunkt der Geschichte genügt. Trotzdem ist die Atmosphäre immer hoffnungsvoll und angenehm.

Fazit:
Ein sehr feinfühliger und ruhiger Roman, von dem ich einen leichten Inhalt erwartet hatte, der aber mit ernsten Themen aufwartet.

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Veröffentlicht am 08.03.2026

Die Spur führt in die Vergangenheit

Solothurn ruft nach Vergeltung
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Dies ist bereits der siebente Teil der Reihe um Chefermittler Dominik Dornach, die in Solothurn und Umgebung spielt. Die Krimis von Christof Gasser sind extrem spannend und lesen sich oftmals wie ein Thriller.

Bei ...

Dies ist bereits der siebente Teil der Reihe um Chefermittler Dominik Dornach, die in Solothurn und Umgebung spielt. Die Krimis von Christof Gasser sind extrem spannend und lesen sich oftmals wie ein Thriller.

Bei den Solothurner Filmtagen wird der Filmemacher Toni Kurtis tot aufgefunden. Ausgerechnet Pia, Dominik Dornachs Tochter, hat gemeinsam mit Kurtis Assistentin Ella den Regisseur im Hotelzimmer gefunden. Seine umstrittene Dokumentation "Seelenrisse" über Zwangsehen, Frauenhandel und Femizide sollte bei der Veranstaltung mit dem "Prix de Soleure" ausgezeichnet werden. Kurtis wurde in Albanien geboren und wurde des Landes verwiesen, als er einigen einflussreichen Personen zu sehr auf die Füße trat. Seither lebt er in der Schweiz.
Die Befragung des Filmteams ist schwierig und bald ist klar, dass der Ermordete viele Feinde hatte. Dominik und sein Team beginnen zu ermitteln. Dabei erkennt er bald, dass die Lösung in der Vergangenheit zu suchen ist - und zwar auch in seiner eigenen als Ermittler. Doch nicht nur der damals schlecht aufgeklärte Fall macht Dornach Probleme, sondern auch gesundheitlich scheint er nicht ganz auf der Höhe zu sein...

Der Inhalt des bereits siebenten Solothurner Krimis von Christof Gasser passt perfekt zum heutigen Frauentag. Die Krimis des Autoren lassen sich mit keinen anderen vergleichen, sind sie doch immer brandaktuell und politisch brisant. Diesmal haben wir es mit dem Thema Frauenmorde zu tun.
Schlagzeilen betreffend Femizide und Ehrenmorde werden zunehmend mehr und verursachen mir Gänsehaut. Misogyne Männer sind in allen Schichten und Religionen zu finden.

Der Spannungsbogen ist von Beginn an hoch, die Handlung komplex und temporeich. Diese Eigenschaften schätze ich sehr an den Krimis des Autors. Gasser lässt uns diesmal nicht nur in der Schweiz, sondern auch im Kosovo ermitteln. Internationale Verflechtungen und zahlreiche Wendungen geben dem brisanten Thema zusätzliche Dramatik.
Private Einblicke dürfen ebenfalls nicht fehlen, wobei aber die Ermittlungen immer im Vordergrund stehen. Spritzige Dialoge lockern die Krimihandlung auf.

Die im letzten Band neu eingesetzte Staatsanwältin wird krankheitsbedingt durch eine uns bekannte Figur ersetzt: Angela Casagrande
Gassers Frauenfiguren sind sehr stark und unabhängig. Casagrande und Jana Cranach von Europol sind bezeichnend dafür.
Pia empfand ich in diesem Band etwas zu unüberlegt und impulsiv, auch wenn dies zu ihren Charaktereigenschaften gehört. Als angehende Polizeischülerin hat sie zwar Dominiks Gespür geerbt und auch schon viel gelernt, aber ihre Alleingänge lassen mich immer wieder den Kopf schütteln.
Das Ende birgt eine Überraschung, ist aber nachvollziehbar. Einen kleinen Cliffhanger gibt es zusätzlich.

Das Cover zeigt diesmal den Gerechtigkeitsbrunnen in Solothurn und passt perfekt zur Handlung. Ist Recht immer Gerechtigkeit?
Am Ende findet sich wieder ein Glossar mit Schweizer Begriffen, die ich als Österreicherin allerdings nicht wirklich benötige.

Fazit:
Ein hochbrisanter Krimi mit einer spannenden und raffiniert konstruierten Story. Christof Gassers Themen sind wie immer brisant und hochaktuell.

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