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Veröffentlicht am 06.02.2024

Die Reihe wird immer besser

Letztes Zuckerl
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Herbert Dutzler avanciert langsam zu einem meiner Lieblingsautoren. Seine Regionalkrimi-Reihe wird immer besser und enthält jedes Mal sehr aktuelle Themen, seine Thriller sind spannend und seine beiden ...

Herbert Dutzler avanciert langsam zu einem meiner Lieblingsautoren. Seine Regionalkrimi-Reihe wird immer besser und enthält jedes Mal sehr aktuelle Themen, seine Thriller sind spannend und seine beiden Romane über den Sigi, der aus seiner Kindheit in den Sechziger und Siebziger Jahren erzählt, einfach großartig!

Mit "Letztes Zuckerl" sind wir nun beim elften Band seiner Franz Gasperlmaier Reihe angelangt und auch diese ist wieder brandaktuell. Wer noch nie von "Incels" gehört hat, wird hier aufgeklärt. Diese Gruppe Männer, die unfreiwillig keine Beziehung haben, sind extrem frauenfeindlich und sprechen sich für jegliche Form von Gewalt gegen Frauen aus. Ein Gruppe Menschen, die mir Gänsehaut bereitet.
Und genau so ein Mann bedroht Gasperlmaiers Tochter Katharina und ihre Frau. Deshalb ziehen die beiden kurzfristig zurück zu den Eltern nach Altaussee. Doch Franz und Christine bekommen nicht nur Besuch von ihrer Tochter plus Anhang, sondern auch Sohn Christoph zieht mit seiner kanadischen Frau Richelle und dem kleinen Theo zurück nach Österreich. Er möchte die Ordination des Bad Aussers Hausarzt übernehmen. Dieser hat sich allerdings mit dem Datum der Schließung verkalkuliert und Christoph muss noch bis Ende März in Vancouver bleiben, während Richelle und Theo bereits im Flugzeug nach Österreich sitzen.

Schnell ist es mit der Ruhe im Hause Gasperlmaier vorbei. Franz wird zu einem Todesfall gerufen. Der alte Zuckerlfabrikant Grafeld liegt tot am Fuße der Treppe und es wird ein Unfall vermutet. Kurze Zeit später steht Gasperlmaier jedoch vor einem eindeutig ermordeten Mann, der ein Sackerl über den Kopf hat und dem der Mund verklebt wurde. Da muss die Frau Doktor Kolross unbedingt zu Hilfe kommen, denn es bleibt nicht bei diesem einen Mord.

Herbert Dutzler hat wieder einige aktuelle Themen in seinem Regionalkrimi verarbeitet, wie z. Bsp. die bereits oben erwähnten Frauenhasser, genannt "Incels". Es geht auch um die Verbauung der Natur und dem Zuzug reicher Nicht-Österreicher.
Ein Filmteam ist ebenfalls wieder in Altaussee unterwegs. Die Schauspielerin, die die Kommissarin im Krimi spielt, der gerade gedreht wird, erhielt ebenfalls Drohschreiben von misogynen Männern, die sie zur Anzeige gebracht hat.

Gasperlmaier, Frau Doktor Kohlross und die Manuela versuchen zu ermitteln, aber es finden sich einfach keine Gemeinsamkeiten zwischen den Opfern, die auf einen Zusammenhang schließen lassen. Im letzten Drittel wird es dann extrem spannend, denn die Manuela schwebt in großer Lebensgefahr und unser Franz wird zum Helden.

Der Autor schreibt gewohnt humorvoll und mit viel Lokalkolorit, dabei kommt aber auch die Spannung nicht zu kurz. Der doch größere Konsum von Bier und Schnaps ist gewöhnungsbedürftig, aber gehört bereits seit dem ersten Band dazu. Der Genuss der geliebten Leberkässemmel ist ebenfalls während den kurzen Ermittlungspausen ein Muss. Das vegane Essen seiner Tochter und Schwiegertochter, welches der Franz momentane zuhause vorgesetzt bekommt, ist nicht immer nach seinem Geschmack.
Ganz besonders geliebt habe ich diesmal die wunderbaren winterlichen Beschreibungen des Ausseer Landes. Christine und Franz gehen mit ihrem Enkerl Theo Bob fahren, Richelle genießt die Natur und Nachbar Dr. Altmann, ein pensionierten Richter aus Wien, lässt sich nicht davon abhalten, auch bei kalten Temperaturen seine Ausseer Lederhose anzuziehen...mit einer langen Unterhose drunter ;) Hier kommt der Schmäh so richtig durch und man hat Kopfkino vom Feinsten....
Fazit:
Herbert Dutzler gelingt der Spagat zwischen humorvollen Regionalkrimi und aktuellen ernsten Themen, die er sehr spannend in seinen Gasperlmaier Krimis einbezieht. "Letztes Zuckerl" ist äußerst gelungen und hat mich von Anfang bis zum Ende super gut unterhalten. Diese Regionalkrimi-Reihe ist die Einzige, die mit jedem Band noch besser wird.

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Veröffentlicht am 04.02.2024

Probleme in der Süßwarenfabrik

Die Fabrik der süßen Dinge – Helenes Träume
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Nachdem mich der erste Teil der Reihe noch nicht so ganz abholen konnte, habe ich den zweiten Band sehr gerne gelesen, der direkt an den Vorgänger anknüpft.

Helene von Ratschek hat sich dafür entschieden ...

Nachdem mich der erste Teil der Reihe noch nicht so ganz abholen konnte, habe ich den zweiten Band sehr gerne gelesen, der direkt an den Vorgänger anknüpft.

Helene von Ratschek hat sich dafür entschieden das Familienunternehmen gemeinsam mit Bruder Alfred durch die Wirtschaftskrise zu führen und die Ehe mit Georg einzugehen. Diese bekommt nach der Geburt der gemeinsamen Tochter Anita bereits leichte Risse und Helene muss nicht nur um das Fortbestehen der Süßwarenmanufaktur, sondern auch um ihre Ehe zu kämpfen.

Wir befinden uns in der Zeit von 1933-1939. In der Geschichte wird der Aufstieg der NSDAP und ihr Einfluss auf die damaligen Menschen sehr deutlich beschrieben. Helene setzt sich für ihre Mitarbeiter:innen und deren Familien ein, egal welcher Religion und Schicht sie angehören. Sie kämpft an einigen Fronten und macht sich dadurch Feinde. Ihre Stellung in der Süßwarenmanufaktur wird nicht nur durch ihren Bruder Alfred boykottiert, sondern auch die NSDAP sieht Frauen in keiner Führungsposition, sondern zuhause bei Kind und Herd.

Die im Klappentext angesprochene Gefahr für die Firma rückt erst im letzten Drittel richtig in den Vordergrund, denn Helene muss sich vor Gericht behaupten. Ein ihr vorgeworfener Rezeptdiebstahl könnte die Firma ruinieren. Die Anklage lautet, dass die Erdbeer-Taler, die sie damals in der Hamburger Süßwarenfabrik Spiegel entworfen hat, von einer Bremer Firma zuerst hergestellt worden sei. Helene weiß, dass dies nicht stimmen kann, aber sie kann das Gegenteil nicht beweisen...

Die fröhlichen Momente sind in diesem Teil eher wenige. Auch die Herstellung der Süßigkeiten gerät leider etwas in den Hintergrund und wird von anderen Themen überlagert. Das fand ich schade.Trotzdem konnte mich der Plot begeistern und vorallem im letzten Drittel wurde es richtig spannend.

Die Figuren sind sehr lebendig beschrieben. Helene ist eine einfühlsame und starke junge Frau, deren Einsamkeit ich durch die Zeilen spüren konnte. Manchmal ist sie trotzdem zu naiv und gutgläubig und kommt dadurch hart auf den Boden der Tatsachen an. Die enge Freundschaft mit ihrer Schwägerin Eva bringt ihr hingegen viel Freude.
Georg und Helene entfremden sich hingegen immer mehr und mein Verdacht gegenüber Georg hat sich in diesem Teil nun auch bestätigt.

Das Ende kam dann etwas plötzlich und hat noch einige Fragen offen gelassen, die den Wunsch nach einen Nachfolgeband wecken. Noch weiß ich nichts von einem dritten Band...aber wer weiß. Ich würde mich freuen, denn ich würde gerne noch mehr über Helene und diese Zeit lesen, auch wenn ich befürchte, dass diese noch dunkler werden wird...

Fazit:
Die Fortsetzung rund um die Süßwarenmanufaktur hat mir besser gefallen, als der erste Teil, auch wenn es diesmal weniger um die Herstellung der leckeren Süßigkeiten ging, sondern der Fokus eher auf historische/politische Probleme rund um die Fabrik, den Rezeptdiebstahl und persönliche Differenzen ging. Eigentlich ist die Reihe als Diologie angelegt, aber ich hoffe auf eine Fortsetzung, da für mich das Ende nicht wirklich abgeschlossen war.

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Veröffentlicht am 31.01.2024

Toller Start der Familiensaga

Das Haus Kölln. Glänzende Zeiten
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Elke Becker hat mich die letzten beiden Jahre mit ihrer "Mallorca Saga", die sie gemeinsam mit Ute Köhler unter dem Pseudonym Carmen Bellmonte geschrieben hat, wirklich begeistert.
Nun liegt der erste ...

Elke Becker hat mich die letzten beiden Jahre mit ihrer "Mallorca Saga", die sie gemeinsam mit Ute Köhler unter dem Pseudonym Carmen Bellmonte geschrieben hat, wirklich begeistert.
Nun liegt der erste Band ihrer neuen Reihe vor mir, die sie alleine geschrieben hat und mir ebenfalls sehr gut gefallen hat. Auch diese Trilogie erstreckt sich wieder über mehrere Jahrzehnte und erzählt die Geschichte einer Familie und zwar der Familie Kölln. In Österreich ist die Marke Kölln eher unbekannt, aber in Deutschland gehört sie wohl zu den bekanntesten.

"Glänzende Zeiten" ist der erste Band, der uns in das Jahr 1886 nach Elmshorn führt. Die Mühlenbetreiber der Kölln Werke schauen einer rosigen Zukunft entgegen, denn Firmenchef Peter Ferdinand Kölln hat ehrgeizige Pläne und möchte modernisieren. Doch ein tragischer Unfall ändert alles und stellt das Familienunternehmen vor große Probleme. Peter Albert, der älteste Sohn, ist noch nicht wirklich so weit, um in die Fußstapfen seines verstorbenen Vaters zu treten. Charlotte Kölln, die Witwe des Oberhauptes und Vorarbeiter Anselm versuchen alles, um die Firma zu erhalten. Zeit für Trauer bleibt der Familie nicht, das Geschäft muss weiterlaufen. Charlotte darf jedoch als Frau die Geschäfte offiziell nicht führen und den dringend notwendigen Kredit nicht aufnehmen, deshalb muss Peter sein Studium so schnell wie möglich abschließen.
Charlotte hätte gerne die Tochter der konkurrierenden Getreidemühle Schlüter als ihre Schwiegertochter, doch Peter liebt Bertha, eine angehende Konditorin aus einfachen Verhältnissen. Dies führt zu einigen Konflikten, denn obwohl Peter seine Bertha heiratet, akzeptiert sie Charlotte nicht, während alle anderen Familienmitglieder von der ehrlichen und zupackenden Bertha begeistert sind.

Zu Beginn prasselten so viele Namen auf mich ein, dass ich mir ein kleine Aufstellung der Figuren gewünscht hätte. Es dauerte jedoch nicht lange und ich bekam den Überblick, wer nun zur Familie gehört (Charlottes Kinder: Peter, Katharina, Gertrud, Hinrich, Ernst und Marie), wer wo arbeitet, warum noch zwei weitere Frauen eingeführt wurden (Bertha und Luise) und so weiter.

Die Handlung wird aus drei Sichtweisen erzählt und zwar aus der von Charlotte, Bertha und Luisa, die Apothekentochter. Alle drei sind sehr starke Frauen, die sich beweisen wollen und teilweise ihrer Zeit voraus sind. Charlotte ist eher konservativ eingestellt und obwohl sie zu Beginn selbst mit Anselm den Betrieb führt, lehnt sie Bertha und Luisa, sowie ihre modernen Ansichten ab.

Elke Becker beschreibt die örtlichen Gegebenheiten, die damalige Arbeitsbedingungen, Lebens- und Wohnsituationen, sowie soziale Verhältnisse sehr anschaulich. Man ist direkt mit der Familie vor Ort und erlebt gemeinsam gute und schlechte Zeiten. Dabei schreckt die Autorin auch nicht zurück, geliebte oder ungeliebte Figuren sterben zu lassen, was ich bereits in der Mallorca Saga bemerkt habe.
Bei größeren Zeitsprüngen hilft die eingeblendete Jahreszahl oberhalb des Kapitels.

Die Figuren sind bis hin zu den kleinsten Nebenfiguren sehr lebendig beschrieben. Sie haben Ecken und Kanten, entwickeln sich weiter und sind direkt aus dem Leben gegriffen.
Charlotte fand ich zu Beginn sympathisch. Sie entwickelt sich jedoch zu einer konservativen Frau, die sich in alle Belange ihrer Kinder nur zu gerne einmischt und über sie bestimmen möchte. Ihre herzlose Art gegenüber Luise hat mich schockiert, sowie ihre starre Haltung gegenüber ihrer Schwiegertochter Bertha.
Bertha ist eine richtig tolle junge Frau, die anpackt und nur so vor Ideen sprüht. Sie lässt sich trotz der Abneigung ihrer Schwiegermutter nicht unterkriegen.
Luisa arbeitet in der Apotheke ihres Vater und kennt sich mit Heilkräuter aus. Ihren Wunsch Apothekerin zu werden und Medizin zu studieren kann sie zu dieser Zeit nicht ausüben, weil es Frauen untersagt ist zu studieren. Doch Luisa hat ihren eigenen Kopf...

Im Nachwort "Auf den Spuren der Realität" erklärt Elke Becker den Unterschied zwischen Historie und Fiktion. Die Grundlage für die Handlung der Trilogie fand die Autorin im Firmenarchiv der Elmshorner Familie Kölln. Peter Kölln gründete 1820 offiziell die Hafermühle. Sein Vater stellte bereits seit 1795 in einer kleinen von Pferden betriebenen Mühle Schiffszwieback für Seeleute her.
Die Autorin verweist im Nachwort auch drauf hin, dass sie gerne eine Geschichthe über starke Frauen dieser Zeit schreiben wollte, diese jedoch in der Firmenchronik kaum aufschienen. In ihrem Roman hat sie deshalb diese Frauenfiguren nach ihren Vorstellungen erschaffen.

Fazit:
Ein toller Start der Trilogie rund um die Getreidemühlenfamilie Kölln, den ich sehr gerne gelesen habe. Ich freue mich schon auf den zweiten Band, der schon im April erscheinen wird.

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Veröffentlicht am 29.01.2024

Sehr dramatisch

Der süße Duft der Reben
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Was mir an den Romanen von Tara Haigh gefällt, sind ihre Locations und interessanten historischen Themen. In "Das schwarze Gold des Südens" ging es um den Anbau von Süßholz und die Lakritzgewinnung. Diesmal ...

Was mir an den Romanen von Tara Haigh gefällt, sind ihre Locations und interessanten historischen Themen. In "Das schwarze Gold des Südens" ging es um den Anbau von Süßholz und die Lakritzgewinnung. Diesmal hat sich die Autorin den Rosinen gewidmet. Beides Themen, die mir viel Neues erzählten und wirklich interessant sind.

Wir befinden uns diesmal kurz in London und danach in Dénia an der Costa Blanca in Spanien. Die junge Isabel feiert 1903 ihren 21. Geburtstag und somit ihre Volljährigkeit. Die positive Zusage der Londoner Kunstakademie, die ihr einen Studienplatz ermöglicht, ist Isabels größtes Geburtstagsgeschenk. Doch die Freude währt nur kurz. Ihr Vater eröffnet ihr noch am selben Tag, dass sie zurück in ihre ehemalige Heimat Spanien reisen und ihren verhassten Cousin Rafael heiraten soll. Isabel ist entsetzt und muss all ihre Träume für eine Zukunft opfern, die ihr widerstrebt. Auf dem Weg nach Spanien heckt sie mit einer älteren Reisebekanntschaft einen Fluchtplan aus, der jedoch nicht ganz so endet, wie von Isabel gewünscht....

Die erste Hälfte des Landscape Romans hat mir gut gefallen und ist typisch für einen historischen Roman, in dem eine junge Frau im Mittelpunkt steht, die sich gegen die gesellschaftlichen Zwänge und starren Konventionen auflehnt. Ihre Flucht vor der arrangierten Ehe ist abenteuerlich. Allerdings wurde es mir mit der Zeit ein wenig zu viel des Guten. Man hat das Gefühl, dass die Autorin auf den fast 500 Seiten einfach so viel wie möglich hineinpacken wollte. Das ist zwar einerseits spannend, aber wirkt mit der Fülle unglaubwürdig. Außerdem war doch einiges etwas vorhersehbar.

Der Schreibstil ist sehr leicht und flüssig zu lesen. Die Charaktere sind diesmal aus sehr unterschiedlichen Gesellschaftsschichten, aber keineswegs stereotyp gezeichnet. Vorallem Rafael war für mich kaum durchschaubar.
Das Hintergrundwissen über den Weinanbau und die Herstellung von Rosinen wurde sehr einprägsam beschrieben. Tara Haigh hat dazu hervorragend recherchiert.
Sehr gefallen hat mir auch die bildhafte Darstellung der Landschaft und vorallem die Beschreibung der ostspanischen Stadt Dénia, welche durch den Rosinenhandel zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen großen Aufschwung nahm und zu dieser Zeit eine sehr moderne Stadt war.

Von der Autorin gab es während der Leserunde sehr interessante Informationen zu den historischen Hintergründen, was das Lesen der Geschichte einfach einmalig macht.
Ein spannendes Thema war zum einem die (leider auch heute noch verrichtete) Monokultur oder der Beginn des Reblaus-Befalls in Europa.

Fazit:
Der Roman vereint den interessanten historischen Inhalt rund um die Herstellung von Rosinen mit einer Liebesgeschichte und hat noch einen kleinen Krimianteil. Vorallem aber gibt es viel Drama und so einige Intrigen, die Spannung erzeugen, mir aber ganz einfach zu viel wurden. Manchmal ist weniger mehr...

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Veröffentlicht am 28.01.2024

Mord im Jagdmilieu

Steirerwald
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"Steirerwald" ist der 13. Band der Reihe von Claudia Rossbacher, die alle in verschiedenen Gegenden der Steiermark spielen.
Diesmal sind wir in der Umgebung der steirischen Hauptstadt Graz und dem Grazer ...

"Steirerwald" ist der 13. Band der Reihe von Claudia Rossbacher, die alle in verschiedenen Gegenden der Steiermark spielen.
Diesmal sind wir in der Umgebung der steirischen Hauptstadt Graz und dem Grazer Hausberg, dem Schöckl.
Dort in der Nähe befindet sich Schloss Abelsberg. Die Besitzer haben Teile des Schlosses an betuchte Herrschaften vermietet, wie auch an den Regisseur Oskar Schneeberger. Von ihm wird allerdings seine halb verweste Hand mit einem keltischen Ring am Finger von der Jagdhündin Bari gefunden. Die Leiche des Mannes liegt unweit des Schlosses in einem Graben. Schneeberger wurde erschossen. Sandra Mohr und Sascha Bergmann werden zum Tatort gerufen. Sie erfahren, dass der Tote in letzter Zeit ziemlich aufbrausend war und es sich mit einigen Menschen in seiner Umgebung verscherzt hat. Doch ist das auch ein Grund für einen Mord?

Diesmal steht die Jagd im Vordergrund, was nicht jedem Leser oder jeder Leserin gefallen wird. Ich bin ebenfalls kein Freund davon und bin froh, dass die Autorin keine Beschreibungen von Tierleid miteingeflochten hat, denn das wäre für mich ein Abbruchkriterium gewesen.
Auf Schloss Abelsberg versammeln sich regelmäßig Jäger und Jägerinnen zur Jagd im angrenzenden Waldgebiet. Hat Schneeberger einen von ihnen erzürnt? Oder findet man den Mörder in der Filmcrew? Denn mit einem Regisseur als Leiche ist auch das Thema Film und TV präsent.

Der Regionalkrimi kommt ruhig daher und bleibt es leider auch. Mir fehlte es etwas an Spannung, auch wenn ich mich beim Lesen wieder gut unterhalten habe. Als langjährige Leserin der Reihe kenne ich bereits die Auf und Abs der Serie.
Die Beschreibungen der Gegend sind sehr bildhaft. Man spürt richtig das Lokalkolorit beim Lesen. Die Figuren sind ebenfalls sehr lebendig beschrieben. Man hat immer ein Bild vor Augen und kann sich sowohl die Location, als auch die Charaktere sehr gut vorstellen.

Sascha erschien mir diesmal viel brummiger und seine Bemerkungen waren oftmals nicht wirklich erheiternd, sondern eher unter der Gürtellinie. Mir fehlte diesmal der Humor und das eher "liebevolle" Geplänkel zwischen Sandra und Sascha. Gerade diese Sticheleien machen diese Reihe eben besonders.

Die Auflösung des Falles ist dann jedoch überraschend und hat mir gut gefallen. Sie ist schlüssig und regt zusätzlich zum Nachdenken ein.

Fazit:
Der dreizehnte Fall der Steirerkrimi-Reihe ist wieder ziemlich ruhig, aber bringt einige interessante Themen aufs Tapet. Für Fans der Reihe natürlich wieder ein Must-Read. Unblutiger Regionalkrimi im Jägermilieu.

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