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tinten_fischchen

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Veröffentlicht am 01.08.2025

Fragmentierte Erinnerungen

Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
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´Die Wiener Autorin Anna Maschik spannt in ihrem Debütroman ein über vier Generationen umspannendes Porträt einer Familie. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Alma, dem jüngsten Glied in der Kette. ...

´Die Wiener Autorin Anna Maschik spannt in ihrem Debütroman ein über vier Generationen umspannendes Porträt einer Familie. Erzählt wird die Geschichte aus Sicht von Alma, dem jüngsten Glied in der Kette. An Alma liegt es sich ihren Vorfahrinnen anzunähern. Anhand von Listen, kurzen Erzählungen und Anekdoten.

Vieles bleibt unausgesprochen, lückenhaft. So wie es uns auch ergeht, wenn wir Geschichten unserer Ahnten teilen. Immer wieder gleiten die Erzählungen auch ins märchenhafte ab. Und ins unaussprechliche, wenn Dinge nur mehr angedeutet werden. Wie in der Liste, der Dinge die hängen. So wie auch in der Familie bestimmte Dinge nur mehr erwähnt, aber nicht wirklich angesprochen werden.
Es ist schwer, das Buch zu fassen. Am ehesten erinnerte mich noch an das Werk der leider viel zu verstorbenen Salzburger Autorin Helena Adler. Jedoch erreich Maschik (noch) nicht die Bild- und Sprachgewalt Adlers. Die Episoden die ins magische gleiten weckten bei mir Erinnerungen an 100 Jahre Einsamkeit. Zudem setzt die Autorin Wiederholungen als Stilmittel ein.

Das Buch bietet viel Platz für Reflexion. Anna Maschik hat die Essenz des Konzepts Familie, die von Geschichten der Vergangenheit lebt und wie diese die Zukunft beeinflussen, gut herausgearbeitet. Faszinierend wie die Mütter immer gegen die eigenen Mütter ankämpfen und sich diesen dann doch immer mehr in ihrer eigenen Art annähern. Der Kreislauf wird wiederholt, nicht zerbrochen. Es lege an Alma einen Neuanfang zu schaffen und die von ihren Vorfahren übernommen Muster abzulegen.

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Veröffentlicht am 25.07.2025

Schön gestalteter Kinder-Krimi mit historischem Flair

Aristide Ledoux – Meisterdieb wider Willen
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Aristitde Ledoux – Meisterdieb wider Willen ist ein Buch, welches sofort ins Auge sticht. Das detaillierte Cover mitsamt Einband ist ein wahrer Eye-Catcher und das Buch fühlt sich, einmal in die Hand genommen, ...

Aristitde Ledoux – Meisterdieb wider Willen ist ein Buch, welches sofort ins Auge sticht. Das detaillierte Cover mitsamt Einband ist ein wahrer Eye-Catcher und das Buch fühlt sich, einmal in die Hand genommen, sehr hochwertig an. Blättert man rein, verstärkt sich der Eindruck, findet man drinnen sogar Farbdruck, was heute schon eine Seltenheit darstellt. Die Kombination aus Bildern, Comicteilen und Text ist sehr gut gelungen. Es macht Spaß nur durchs Buch zu Blättern und die Bilder anzuschauen und gleichzeitig werden junge Leser durch die Textteile auch zum Lesen animiert. Dadurch, dass der Aufbau der einzelnen Kapitel sich ähnelt, wirkt das Buch geordnet und man wird nicht von Bildern erschlagen.

Die Geschichte verknüpft eine Krimi-Geschichte mit historischen und sogar gesellschafts-kritischen Themen. Immer wieder erfährt man etwas über Paris sowie über das Leben im 20. Jahrhundert. Jedoch nicht Oberlehrerhaft, lediglich Bruchstücke die ein Interesse an weiterer Nachforschung und Diskussion wecken können.

Es fehlt auch nicht an Witz, wobei im Vordergrund sicherlich Spannung steht. Streckenweise wird es auch ein wenig unheimlich. Aber nicht zu sehr, die Altersempfehlung ab 10 passt sicherlich.

Die drei Kinder, die die Hauptrolle im Buch spielen sind symphytisch und man fiebert mit ihnen mit. Die Erwachsenen-Figuren hingegen haben alle ihre Schwächen. Nach der Auflösung der Geschichte bekommt der Buchtitel gleich einen anderen Beigeschmack.

Das Ende wirkt auch etwas überhastet. Ja, es wird alles aufgelöst, jedoch bleiben Logik-Löcher. Und ich hätte gerne gewusst wie die Figuren sich weiterentwickeln. Daher hoffe ich auf eine Fortsetzung.

5 Punkte für die Zeichnungen und Gestaltung, 3,5 Punkte für die Geschichte

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Veröffentlicht am 10.07.2025

Sooo schön

Der OktoBus auf großer Fahrt
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Ich glaube ich bin verliebt. Das Buch ist soo schön, dass ich es ständig ansehen muss. Die liebevollen Zeichnungen gefallen mir sehr und es macht einfach Spaß, das eine oder andere lustige Detail in ihnen ...

Ich glaube ich bin verliebt. Das Buch ist soo schön, dass ich es ständig ansehen muss. Die liebevollen Zeichnungen gefallen mir sehr und es macht einfach Spaß, das eine oder andere lustige Detail in ihnen zu entdecken. Auch Cover und Layout sind wunderschön.

Die Bilder versprühen Retro-Charme. Giraffendame Gerlinde trägt beispielsweise ein weiß gepunktetes Kopftuch. Das Zebra führt den Nachwuchs in einem richtigen Retro-Kinderwagen spazieren und trägt rosarote Schnürstiefelchen. Bei den Kindern weckte das neue bunte Buch sofort großes Interesse. Es wird gerne angeschaut und darin geblättert.

Die Geschichte selbst versteht es mit Reimen, Witz und lustigen Details zu punkten. Leider geizt sie aber ein wenig mit Spannung. Die Reime sind auch eher einfach. Da wird schon mal „Bus“ auf „muss“ und „Fluss“ auf „OktoBus“ gereimt. Aber zumindest können auch kleine Kinder die Reime schon gut verstehen. Da im Buch recht wenig passiert, denke ich, dass es eher für Jüngere, so ab Drei, interessant ist.

Auf jeden Fall ein wunderschönes Kinderbuch, das eine Bereicherung meiner Bibliothek darstellt. Allein schon aufgrund der wunderbaren Zeichnungen von Nina Dulleck.

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Veröffentlicht am 08.07.2025

Applaus, Applaus

Standing Ovations
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Die Kulturkolumnistin Charlotte Runcie hat mit ihrem Debütroman „Standing ovations“ einen spannende Roman, der das Verhältnis zwischen Künstlern und Kritikern auslotet, geschrieben. Bei der Beleuchtung ...

Die Kulturkolumnistin Charlotte Runcie hat mit ihrem Debütroman „Standing ovations“ einen spannende Roman, der das Verhältnis zwischen Künstlern und Kritikern auslotet, geschrieben. Bei der Beleuchtung des Machtgefälles geht es auch um „Me Too“. Auch die Schwierigkeit als Frau Beruf und Kind unter einem Hut zu bringen sowie Mental Load wurden thematisch reingepackt. Und auch um die Grauzonen. Wann ist etwas okay? Nur weil es gesetzlich erlaubt ist und die Frau den Konsens gegeben hat? Und was ist schlimmer: Ein Mann der nach außen hin den Nerd und Softie gibt, trotzdem eine Affäre beginnt und sich dann in der Opferrolle suhlt oder der stadtbekannte Herzensbrecher, der mit seinem Lausbuben-Charme die Frauen reihenweise ins Bett kriegt und sie dann fallen lässt wie eine heiße Kartoffel? Und wie weit darf ein Shit-Storm gehen? Was ist noch fair? Wo sind die Grenzen?

Das Buch macht es sich durch das Ausloten der Grauzonen nicht gerade leicht. Alex Lyons ist zwar überheblich, aber ist kein Harvey Weinstein der seine Position missbraucht. Auch ist er kein Gerard Depardieu der über Frauen herfällt. Die Frauen gehen aus freien Stücken mit ihm ins Bett, meist ohne zu wissen wer er überhaupt ist.

Den Schluss fand ich etwas überhastet und es gibt auch einige Klischees. Die Beziehung zwischen der Icherzählerin Sophie und ihren Mann Josh ist auch nicht sonderlich gut herausgearbeite. Was solche Dinge betrifft hat mir „Verheirate Frauen“ von Christina Campos deutlich besser gefallen. Dennoch habe ich das Buch gerne und vor allem schnell durchgelesen. Ein richtiger Page-Turner.

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Veröffentlicht am 19.06.2025

Klassischer Krimi mit Retro Feeling

Im Finsterwald
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Bereits das wirklich gut gemachte Papp-Cover in Retro-Optik verspricht einen Krimi der altmodischen Art. Soll heißen: Spannung anstelle von blutigen Folterszenen, klassische Rätsel anstelle erzwungen Humor.

Auch ...

Bereits das wirklich gut gemachte Papp-Cover in Retro-Optik verspricht einen Krimi der altmodischen Art. Soll heißen: Spannung anstelle von blutigen Folterszenen, klassische Rätsel anstelle erzwungen Humor.

Auch die Liebschaften des Kommissars und die Hilfe von Kommissar Zufall erinnern an vergangene Zeiten. Das Setting im Museum und in den Wäldern außerhalb ist gut gewählt und bietet einige unheimliche Momente. Und überaschenderweise gibt es auch ein paar humorvolle Momente.

Das Buch bietet spannende Unterhaltung für Zwischendurch. Es werden auch schwere Themen angeschnitten. Das Schicksal einiger Figuren ist traurig und nicht immer siegte am Ende die Gerechtigkeit. Die Auflösung und auch das Schicksal der Familie des verschwundenen Mädchens hat mich überrascht.

Interessant ist auch das Zeitporträt. Die Geschichte spielt in den 20ern Jahren des vergangen Jahrhunderts. Die Gesellschaftliche Stellung und auch die Rollenaufteilung zwischen Männern und Frauen ist recht gut herausgearbeitet. Wobei mit Ellen und vor allem Dr. Iversen eher modern anmutende Frauenfiguren den Roman bevölkern. Hier und da gibt es auch gesellschaftskritische Momente.

Mit über 400 Seiten ist das Buch recht dick, hat aber tatsächlich keine Durchhänger. Ich habe es wirklich gerne gelesen und konnte es nicht mehr weglegen.

Bei dem Buch handelt es sich um den dritten Band einer Reihe. Die Vorgänger-Bücher kenne ich nicht. Das Buch lässt sich auch eigenständig lesen, jedoch bleibt einiges nebulös. Die Vorgeschichte zwischen den Hauptfiguren bleibt nur angedeutet.

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