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tinten_fischchen

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.03.2025

Wunderschön und nicht nur für Kinder

Raus in die Natur! Alles, was du über Camping, Wandern und Backpacking wissen musst
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Der erste Eindruck beim Auspacken: Wow. Das Buch ist riesig. Und wie schön ist bitte erst der Einband. Aber schon nach einigen Stunden in den nicht gerade zimperlichen Kinderhänden zeigen sich ...

Der erste Eindruck beim Auspacken: Wow. Das Buch ist riesig. Und wie schön ist bitte erst der Einband. Aber schon nach einigen Stunden in den nicht gerade zimperlichen Kinderhänden zeigen sich die ersten Abnützungen. Die Ecken und Kanten haben Farbe verloren und der Kleber an einer Ecke des Innencovers löst sich. Passt aber auch zur Retro-Aufmachung des Buches. Aber als Reisebegleiter wäre das in China hergestellte Buch wohl zu fragil.

Das Buch ist wirklich schön. Die liebevollen Zeichnungen laden ins Abenteuer und zum Träumen ein. Auch auf Inklusion wurde in den Bildern Wert gelegt. Wobei mir ein wenig die nicht perfekten, jungen Eltern mit Top-Figur fehlen. Nicht mal für einen Glatzen- oder Brillenträger hat es gereicht.

Der Text richtet sich nicht nur an Kinder sondern ist auch für Erwachsene geeignet. Selbst fortgeschrittene Themen wie Feuer machen und das Campen in Nähe von hungrigen Tieren werden behandelt. Der Text versprüht Ehrfurcht vor der Natur und mahnt stets zu Rücksicht auf andere.

„Raus in die Natur“ macht richtig Lust den Rucksack auszupacken. Bei Kindern weckt es zudem die Lust aufs Abenteuer und es kann passieren, dass diese mit einer mehrstündigen Almwanderung bald nicht mehr zufrieden sind. Denn da gibt es ja kein Lagerfeuer und keine Bären.

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Veröffentlicht am 21.03.2025

Ein wunderbares Buch

Mit dir, da möchte ich im Himmel Kaffee trinken
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Ganz adrett steht es da, in meinem Regal. Herausfordernd blickt sie mich an. Die Dame auf dem Cover. Und ich merke: Das kleine Büchlein geb ich nicht mehr her. Der Debütroman von Sarah Lorenz ist voller ...

Ganz adrett steht es da, in meinem Regal. Herausfordernd blickt sie mich an. Die Dame auf dem Cover. Und ich merke: Das kleine Büchlein geb ich nicht mehr her. Der Debütroman von Sarah Lorenz ist voller Leben, Schmerz, Liebe. So viel mehr, als man in einem Leben ertragen kann. Aber man muss. Und wenn es nicht mehr geht, hilft Mascha.

Das Buch ist auch eine Hommage an die Dichterin Mascha Kaleko, deren Gedichte die einzelnen Kapiteln einleiten. Kaleko kannte ich noch nicht. Aber ihre Gedichte gefallen mir sehr. Sowohl Kaleko als auch Lorenz schreiben mit einer gewissen Leichtigkeit über die großen, schweren Themen es Lebens.

Es bleibt das Gefühl, dass das Leben neben all seiner Hässlichkeit auch Liebe bereithält. Ebenso Freundschaft und großartige Literatur.

Das Buch hat allerdings auch eine Trigger-Warnung zu Beginn. Es werden wirklich sehr viele schmerzhafte Themen behandelt.Trotz der Leichtigkeit in der Sprache musste ich an einigen Stellen schlucken. Vor allem das Verhältnis der Ich-Erzählerin zu ihren Eltern hat mich lange beschäftigt. Sie versteht ihre Mutter rational aber ist nicht in der Lage ihr emotional zu verzeihen. Anderseits versteht sie rational dass ihr Vater ein Ars… ist, und ihre Mutter eigentlich missbraucht hat, aber emotional hat sie sich mit ihm versöhnt und konnte eine gute Beziehung zu ihm aufbauen.

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Veröffentlicht am 14.03.2025

Ein Buch das den Fokus mehr auf das Werk als auf die Künstlerin setzt

Der ewige Tanz
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„Nackttänzerin Anita Berber: Die Skandalnudel der Zwanzigerjahre“ titelte der Spiegel vor ein paar Jahren. Von den ganzen Skandalen bekommt man in „Der ewige Tanz“ nur am Rande mit. Mag sein, dass der ...

„Nackttänzerin Anita Berber: Die Skandalnudel der Zwanzigerjahre“ titelte der Spiegel vor ein paar Jahren. Von den ganzen Skandalen bekommt man in „Der ewige Tanz“ nur am Rande mit. Mag sein, dass der Spiegel mit einer reißerischen Schlagzeile mehr Klicks generieren wollte. Ich vermute aber stark, dass es auch daran liegt, dass Steffen Schroeder bewusst seinen Fokus auf das Werk und weniger auf die Skandale setzen wollte. Das Buch zeigt eine große Faszination für die alten Filme, Aufführungen und die Kunst des Schauspiels selbst.

Den ersten Teil des Buches fand ich eher schwierig zu lesen. Ständig trifft man sich in den richtigen Kaffees, auf Partys und redet über die Leute die nicht da sind. Die Motivation der Figuren bleibt dabei oft auf der Strecke. Eventuell wollte Schroeder bei den historischen Figuren nicht allzu viel hineininterpretieren. Dadurch bleiben die Figuren dem Leser aber fremd.

Der zweite Teil legt den Fokus mehr auf Anita und ihre Liebhaber. Durch Drogen- und Geldprobleme ist der Spannungsbogen hier höher.

Das Buch hat mich inspiriert mehr über Anita Berber zu erfahren. Dadurch musste ich aber auch feststellen, dass einige spannende Aspekte ihres Lebens wir ihr gesellschaftlicher Fall im Buch nur angedeutet werden.

Fazit:
Interessantes Buch für Leute die sich für die 20er Jahre und die Anfänge der Filmkunst interessieren. Das Buch macht Lust mehr über Anita Berber zu erfahren. Eine faszinierende Frau, die wohl selbst für die als verrucht und freizügig bekannten 20er Jahre zu extrem war. Und die es damit wie keine andere schaffte die Doppelmoral der damaligen Zeit zu entlarven.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Kinderbuch oder eher Erziehungsratgeber?

Die laute Hedda
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Ich mag Hedda. Sie ist nicht nur laut, sondern auch kreativ und hat ein großes Unrechtsbewusstsein. Das Buch ist herrlich bunt und sehr detailverliebt gezeichnet. Wunderbar erfrischend ist die Darstellung ...

Ich mag Hedda. Sie ist nicht nur laut, sondern auch kreativ und hat ein großes Unrechtsbewusstsein. Das Buch ist herrlich bunt und sehr detailverliebt gezeichnet. Wunderbar erfrischend ist die Darstellung des Vaters mit Tattoos und blauen Fingernägeln.

Aber die Geschichte selbst ist ein wenig seltsam. So ist die Ausgangslage: Home-office mit gleichzeitiger Kinderbetreuung schon per se richtig schwierig.

Der Fokus der Geschichte liegen auf Heddas Gefühle und Wut. Diese werden einfühlsam und nachvollziehbar dargestellt. Der Vater reagiert darauf mit empathischen Worten und Gesten die auch aus einem Erziehungsratgeber stammen können.

Aber für ein Kinderbuch ist es etwas seltsam. Ich hatte das Gefühl, dass das Buch eher Eltern beibringen möchte, mehr Verständnis für die Gefühlswelt ihrer Kinder aufzubringen. Und zu zeigen das Arbeit nicht alles ist.

Aber Hedda lernt im laufe der Geschichte im Gegensatz zu ihrem Vater nichts.

Ja, es ist sicher nicht fair, von Hedda zu verlangen leise zu sein, weil der Vater arbeiten muss. Natürlich wird sie das nicht verstehen. Aber: Eine Lösung oder gar ein Kompromiss werden gar nicht erst gesucht. Und als der Vater nach der Arbeit erschöpft ist, wird darauf auch keine Rücksicht genommen.

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Veröffentlicht am 04.03.2025

Von Katzen und Menschen

Die Magnolienkatzen
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Vor einiger Zeit las ich in der Zeitung, dass in Japan immer mehr Rentner kleinere Straftaten begingen mit dem Ziel ins Gefängnis zu kommen. Neben den steigenden Lebenskosten und dem fehlen von leistbaren ...

Vor einiger Zeit las ich in der Zeitung, dass in Japan immer mehr Rentner kleinere Straftaten begingen mit dem Ziel ins Gefängnis zu kommen. Neben den steigenden Lebenskosten und dem fehlen von leistbaren Pflegeplätzen wurde ein Grund auch immer genannt: Einsamkeit.

Die Magnolienkatzen bietet einen interessanten Einblick in die japanische Gesellschaft. Das Buch erzählt wie kleine Kätzchen Menschen verbinden und glücklich machen können. Da die Autorin den selben Namen wie die Hauptfigur trägt, liegt eine wahre Geschichte nahe.

Nach einem poetischen Einstieg in die Geschichte passiert leider sehr wenig. Man erfährt wie die Kätzchen sich entwickeln, was sie neues lernen, beobachtet wie die Besitzer immer vernarrter in die kleinen Fellknäuel werden. Vor allem gegen Ende hat das Buch mich wieder berührt. Mimi und ihre Kinder sind mir beim Lesen einfach ans Herz gewachsen.

Von der Kunst der Achtsamkeit merkte ich wenig. Da war ich wohl nicht achtsam genug. Aufgrund des starken Anfangs erhoffte ich mir mehr vom Buch. Auch die Sprache war weniger poetisch als erhofft, das kann aber auch an der Übersetzung liegen.

Das Buch erschien bei Klett-Cotta in einer wunderschönen Ausgabe. Vor allem die Zeichnungen gefallen mir sehr gut und das Cover ist eine wahre Augenweide.

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