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Veröffentlicht am 17.05.2022

Späte Rache

Nebelopfer
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„Nebelopfer“ von Romy Fölck ist nun schon der fünfte Teil der Erfolgsreihe um das Ermittlerduo Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn.
Wie der Titel schon sagt, wird an einem nebligen Februarmorgen eine Leiche ...

„Nebelopfer“ von Romy Fölck ist nun schon der fünfte Teil der Erfolgsreihe um das Ermittlerduo Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn.
Wie der Titel schon sagt, wird an einem nebligen Februarmorgen eine Leiche aufgefunden. Der Tote wurde an einem uralten Galgenbaum aufgehängt und mit einem Schild um den Hals drapiert. Die Drohung auf diesem verweist auf einen alten Kriminalfall, bei dem ein ortsansässiger Bauer seine Frau und zwei seiner Söhne förmlich hinrichtete. Nur der jüngst Sohn überlebte versteckt in der Güllegrube. Das aktuelle Opfer war damals Zeuge der Anklage und der Täter verlangt die Wiederaufnahme des alten Falles, da laut seiner Behauptung ein Unschuldiger im Gefängnis sitzt. Auch Haverkorn wird bedroht, denn er sagte im Prozess als ermittelnder Polizist aus. Bald wird der nächste Zeuge tot aufgefunden und die gesetzte Frist rennt unaufhaltsam voran.

Man kann diesen Krimi sicher auch unabhängig lesen, aber Vorkenntnisse sind definitiv von Vorteil, vor allem wenn es um die privaten Verstrickungen der beiden Kommissare geht. Romy Fölck findet jedes Mal eine gelungene Balance zwischen dem hochspannenden Fall und der persönlichen Geschichte von Frida und Bjarne.
Obwohl es am Anfang nicht so aussieht, tauchen immer mehr Zweifel auf, ob die damaligen Geschehnisse tatsächlich wie von den Zeugen behauptet, passiert sind. Frida, die schon immer ihren eigenen Weg ging, gräbt gegen den Willen ihres Vorgesetzten immer tiefer und findet einige Lücken, die niemals aufgeklärt wurden. Haverkorn wird inzwischen aus der Schusslinie genommen, da auch er im Visier des Täters steht. Aber wird diese Vorgehensweise funktionieren?
Man darf mit den liebgewonnenen Charakteren mitfiebern und gleichzeitig bringt Romy Fölck ein paar neue interessante Gesichter ins Spiel, von denen wir in Zukunft hoffentlich noch mehr hören werden. Der eigentliche Fall hat schon Thrillerqualitäten und schreckt auch vor blutigen und grausamen Szenen nicht zurück. Die düstere und immer etwas melancholische Elbmarsch bildet wie immer die perfekte Kulisse für diese packende und geschickt konstruierte Story, deren Spannungskurve von Anfang bis Ende auf hohem Niveau bleibt.

Mein Fazit:
Ein gelungener neuer Band für Paulsen und Haverkorn, der von mir sehr gern eine Leseempfehlung bekommt!

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Veröffentlicht am 16.05.2022

Berührende Lovestory

Clashing Hearts: Das Licht in unseren Schatten
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„Clashing Hearts: Das Licht in unseren Schatten“ von A. Kuralie zeigt, dass man sich nicht auf Vorurteile verlassen sollte und auch mal mutig sein muss.
Dina hat alles, was man sich wünschen könnte. Sie ...

„Clashing Hearts: Das Licht in unseren Schatten“ von A. Kuralie zeigt, dass man sich nicht auf Vorurteile verlassen sollte und auch mal mutig sein muss.
Dina hat alles, was man sich wünschen könnte. Sie ist eine Musterschülerin, hat ein behütetes Elternhaus und ist mit dem wohlhabenden und gutaussehenden Simon zusammen, der sie auf Händen trägt. Doch als sie versehentlich ein Gespräch von Simon und dem berüchtigten Schulschläger Alexej belauscht, gerät ihre heile Welt ins Wanken. Alexej verkörpert alles, was Dina verabscheut. Aber kurze Zeit später muss sie zwangsweise einige Zeit eingeschlossen mit ihm verbringen und Dinas Vorurteile beginnen zu bröckeln. Langsam beginnt Dina, ihre Ansichten zu hinterfragen und sich eine eigene Meinung zu bilden.

Für mich geht diese Geschichte viel tiefer als eine typische Bad Boy Romance, was vor allem an den großartigen Charakteren liegt.
Dina lebte bisher in ihrer kleinen rosa Blase und war vollkommen zufrieden damit. Erst als sie von Alexej unsanft darauf hingewiesen wird, beginnt Dina ihr eigenes angepasstes und unterwürfiges Verhalten zu reflektieren. Mit seiner Hilfe entdeckt Dina ihre mutige und selbstbewusste Seite, was ihr ganz neue Erkenntnisse verschafft.
Alexej ist völlig anders, als es sein Ruf und der äußere Anschein aussehen lassen. Dina entdeckt seine sanfte und verletzliche Seite und hilft ihm ihrerseits, alternative Wege zu finden. Die Annäherung der beiden erfolgt sehr langsam und bleibt dabei immer authentisch. Obwohl die gesamte Handlung aus Dinas Perspektive erzählt wird, hat mir hinsichtlich Alexej nichts gefehlt. Seine Emotionen kommen auch so ausreichend zum Ausdruck.
Alexej und Dina sind zwei völlig unterschiedliche Charaktere und doch ist ihre Lovestory wunderschön und glaubhaft erzählt. Die Autorin findet für alle Momente die richtigen Worte, ob es nun die lustigen, die traurigen, die ernsten oder die romantischen sind. Das Buch zeigt, dass man sich immer eine eigene Meinung bilden und nicht einfach alles so hinnehmen sollte. Die Entwicklung von Dina und Alexej ist sehr berührend und herzerwärmend zugleich und ich habe mit beiden mitgehofft und mitgefiebert.

Mein Fazit:
Eine absolut gelungene und tiefgründige Lovestory, die von mir eine ganz klare Leseempfehlung bekommt!

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Veröffentlicht am 15.05.2022

Wohlfühlkrimi

Der Tod macht Urlaub in Schweden
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„Der Tod macht Urlaub in Schweden“ von Anders de la Motte und Måns Nilsson ist ein unterhaltsamer Krimi, der ein wenig an die alten britischen Detektivklassiker erinnert.
Kriminalkommissar Peter Vinston ...

„Der Tod macht Urlaub in Schweden“ von Anders de la Motte und Måns Nilsson ist ein unterhaltsamer Krimi, der ein wenig an die alten britischen Detektivklassiker erinnert.
Kriminalkommissar Peter Vinston ist eine Koryphäe auf seinem Gebiet, aber nun wurde er zu einigen Wochen Zwangsurlaub verdonnert. Diesen verbringt er in Südschweden, wo seine Exfrau und seine Tochter mittlerweile leben. Doch anstatt sich vom Stress zu erholen, wird Peter kurzerhand als Berater für die örtliche Polizei eingespannt, sehr zum Leidwesen der leitenden Ermittlerin Tove Esping. Schließlich gibt es hier den ersten Mord seit Jahren. Die Immobilienmaklerin Jessie Anderson hat sich in der Gegend keine Freunde gemacht und so ist auch niemand wirklich traurig über ihren plötzlichen Tod. Aber je tiefer das ungleiche Ermittlerduo gräbt, desto mehr Rätsel tauchen auf.

Cosy Crime im südschwedischen Österlen funktioniert offenbar hervorragend, wie das erfolgreiche Autorenduo beweist. Der Wohlfühlkrimi besitzt alle Elemente für eine spannende und doch irgendwie herzerwärmende Story. Die idyllische Landschaft, die liebevoll skurrilen und verschworenen Einwohner, der pflichtbewusste Kommissar und ein paar Morde nebenbei sind gekonnt kombiniert und ergeben ein unterhaltsames Gesamtpaket.
Peter ist der attraktive Kommissar, der eine Kiste harmlose Neurosen im Gepäck hat. Ich mochte ihn von Anfang an und habe mich über seine Eigenheiten amüsiert. Auch wenn sein perfektes Äußeres den Anschein macht, so ist er kein bisschen arrogant oder abgehoben. Seine Marotten machen ihn eher liebenswert und sympathisch.
Der komplette Gegensatz zu Peter ist die „Dorfpolizistin“ Tove, die den geschniegelten Berater am liebsten sofort wieder nach Stockholm schicken würde. Trotzdem arbeiten beide nach kurzer Zeit erstaunlich gut zusammen und erweisen sich als schlagkräftiges Team. Auch Tove ist absolut sympathisch, eben auf ihre Art.
Beim Kriminalfall darf man Agatha-Christie-like miträtseln, wer denn der Mörder gewesen sein könnte. Die Motive sind breit gestreut und offensichtlich hat hier jeder irgendetwas zu verbergen. Die verschiedenen Charaktere sind allesamt äußerst interessant und voller geheimnisvoller Facetten.
Die humorvolle Story macht Spaß und ist trotzdem spannend. Ich freue mich auf weitere Fälle von Tove und Peter, die zeigen, dass es nicht immer der düstere und blutige Thriller aus Skandinavien sein muss.

Mein Fazit:
Ein gelungener Krimi, der sich auch hervorragend als Urlaubslektüre eignet. Von mir gibt es eine klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 15.05.2022

Spannender Trip

Dreivierteltot
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„Dreivierteltot“ von Christina Stein ist ein spannender Thriller, der gekonnt mit verschiedenen Ängsten spielt.
Kim freut sich nach dem Abi auf den gemeinsamen Urlaub mit ihrem Freund Jon. Es soll ein ...

„Dreivierteltot“ von Christina Stein ist ein spannender Thriller, der gekonnt mit verschiedenen Ängsten spielt.
Kim freut sich nach dem Abi auf den gemeinsamen Urlaub mit ihrem Freund Jon. Es soll ein mehrwöchiger Trip auf dem schottischen West Highland Way werden, der für Kim zunehmend zum Albtraum wird. Immer wieder kreuzen der attraktive Sky und sein Hund Kims Weg und offensichtlich sucht Sky absichtlich ihre Nähe. Dazu kommen die mysteriösen Textnachrichten ihrer besten Freundin Emma, die sie eigentlich in Schottland treffen wollte, aber die plötzlich verschwunden ist. Auch Jon benimmt sich auf einmal seltsam und Kim erkennt ihren Freund überhaupt nicht wieder.

Christina Stein schafft es ziemlich schnell, dass man völlig in der fesselnden Story gefangen ist und Kim auf ihrem immer verstörender werdenden Trip begleitet. Der Schreibstil liest sich leicht und flüssig und die raue schottische Landschaft bildet den perfekten Hintergrund für diesen mysteriösen Thriller.
Kim ist eher zurückhaltend und schüchtern. Die Wanderung entlang des West Highland Ways ist für sie eine Herausforderung, die sie hauptsächlich ihrem Freund zuliebe angenommen hat. Aber von einem glücklichen Pärchenurlaub kann keine Rede sein, denn Jon ist auf der Reise völlig anders als Kim ihn kennt.
Sky ist ein weiterer geheimnisvoller Charakter, den man nicht wirklich einschätzen kann. Er scheint hilfsbereit und nett, aber kann man ihm tatsächlich trauen?
Christina Stein erzeugt eine bedrohliche und düstere Atmosphäre, die sich immer weiter zuspitzt. Sie spielt mit Kims Ängsten und nichts ist, wie es scheint. Irgendwann habe ich geahnt, was hier falsch sein könnte, aber trotzdem nimmt die Spannung in keiner Sekunde ab. Unvorhersehbare Twists lassen bis zum Ende keine Atempause aufkommen und die Story ist absolut packend konstruiert.

Mein Fazit:
Ein mitreißender Jugendthriller, der sich wirklich lohnt und der von mir sehr gern eine Leseempfehlung bekommt!

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Veröffentlicht am 15.05.2022

Strange Love

Through my Window – Ich sehe nur dich
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„Through my Window – Ich sehe nur dich“ von Ariana Godoy ist eine bizarre Lovestory, die mich hin- und hergerissen hat.
Raquel ist seit Jahren in ihren Nachbar Ares verliebt. Doch es handelt sich nicht ...

„Through my Window – Ich sehe nur dich“ von Ariana Godoy ist eine bizarre Lovestory, die mich hin- und hergerissen hat.
Raquel ist seit Jahren in ihren Nachbar Ares verliebt. Doch es handelt sich nicht nur um eine harmlose Schwärmerei, sondern Raquel überschreitet für ihre Obsession einige Grenzen. Sie stalkt Ares in allen Bereichen, wo es ihr möglich ist. Doch eines Tages dreht Ares den Spieß herum und fasst seinerseits Raquel ins Visier. Raquel möchte nur, dass sich Ares in sie verliebt, aber Ares macht ihr klar, dass sie von ihm keine Liebe zu erwarten hat. Zwischen Raquel und Ares beginnt ein Spiel zwischen Anziehung und Wegstoßen, bei dem noch nicht klar ist, ob es am Ende überhaupt einen Gewinner geben kann.

Die Grundidee erinnert irgendwie an den Prototyp aller Stalker Joe Goldberg. Diesmal ist es jedoch eine weibliche Stalkerin, die die Grenzen von Verliebtheit und toxischer Besessenheit verschwimmen lässt. Außerdem weiß das Objekt ihrer Begierde offenbar von ihrem Tun und ist davon in keiner Weise abgestoßen oder abgeschreckt. Eher im Gegenteil, denn auch Ares zeigt seine Talente in emotionaler Manipulation.
Es fällt schwer, hier tatsächliche Sympathien aufzubauen, denn bei den beiden Hauptfiguren läuft so einiges falsch. Die ganze Stalkersache wird relativ schnell abgehakt und es bleibt eine leicht toxische Lovestory, die zwischen Wolke 7 und am Boden zerstört wechselt. Sowohl Raquel als auch Ares haben einige Probleme im Gepäck, die am rosaroten Happy End kratzen. Die Gefühlsachterbahn nimmt zahlreiche Loopings und man weiß nicht, wer am Schluss noch unbeschadet im Wagen sitzen wird.
Ich war hin- und hergerissen zwischen mitfiebern und Kopfschütteln und kann daher der Autorin absolut nicht absprechen, dass ihr Buch eine gewissen Faszination beim Lesen erzeugt. Manche Charaktere wachsen einem sofort ans Herz und manche will man nicht mögen und tut es dann trotzdem. Ich habe das Buch auf keinen Fall bereut und bin nun doch neugierig auf die Netflix-Variante.

Mein Fazit:
Das Bad Girl und der Bad Boy haben sich definitiv verdient und ich vergebe insgesamt vier Sterne!

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