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Veröffentlicht am 10.10.2017

Leider nicht mein Fall

The Promise - Der goldene Hof
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Was habe ich mir eigentlich dabei gedacht? Ich habe mich von einem schönen Cover blenden lassen, den Klappentext nur überflogen. Darauf vertraut, dass die Autorin mich schon nicht enttäuschen würde, denn ...

Was habe ich mir eigentlich dabei gedacht? Ich habe mich von einem schönen Cover blenden lassen, den Klappentext nur überflogen. Darauf vertraut, dass die Autorin mich schon nicht enttäuschen würde, denn ihre Vampire Academy Reihe sowie das dazugehörende Spin-Off haben mir nach anfänglichen Schwierigkeiten recht gut gefallen.
Aber "Der goldene Hof"?
Eher nicht so sehr. Eher gar nicht.
Schon von der ersten Seite an, habe ich gefühlt, dass dies nicht mein Buch werden würde. Mit der Protagonistin Elizabeth (oder Adelaide, wie sie sich später nennt) konnte ich einfach nicht warm werden. Sie wird das ganze Buch als etwas ganz Besonderes dargestellt, beschreibt sich selbst als scharfsinnig und intelligent, nur habe ich davon leider recht wenig sehen können. Sie ist leichtsinnig und impulsiv und denkt so gut wie immer nur an sich selbst. Sie denkt die ganze Zeit sie wäre etwas besseres, vergleicht alles mit ihrem alten Leben.
Gut, es lag nicht allein an der Protagonistin, dass mir das Buch nicht gefallen hat, aber Elizabeth/ Adelaide hat einen großen Teil dazu beigetragen.
Ich habe ein großes Problem mit dem ganzen Konzept des Buches, mit der Idee, die dahinter steckt. (Und ja, shame on me, vielleicht hätte ich den Klappentext gründlicher lesen sollen, dann hätte ich eher bemerkt, dass „Der goldene Hof“ nichts für mich ist.)
Cedric - das Love Interest, was man alleine schon daran merkt, dass Adelaide ihn die ganze Zeit mit den Augen auszieht - und seine Familie werben junge Frauen an, um sie auf einem anderen Kontinent an reiche Männer zu verheiraten. Klingt so halb nach Sklaverei? Ist es irgendwie auch. Aber den Mädchen wird dies natürlich als größte Chance ihres Lebens dargestellt und demnach hoch ist der Konkurrenzkamp - juhu, eine Runde Zickenkrieg. Da hätte ich auch gut und gerne drauf verzichten können.
Mal ganz davon abgesehen, dass keines der Mädchen es so sieht, dass sie praktisch Ware sind, die verkauft werden. Alle finden ganz toll was mit ihnen passiert, vereinzelt kommen Zweifel auf, aber die werden schnell wieder weggewischt, denn guck mal wie schön unsere Kleider glitzern!
Ich habe nichts gegen schöne Kleider. Ich habe auch nichts dagegen, wenn besagte Kleider beschrieben werden. Aber die Autorin hat es sich in „Der goldene Hof“ zur Aufgabe gemacht jedes einzelne Kleid zu beschreiben, von Farbe über Schnitt und Stoff und was weiß ich. Nach dem dritten Kleid war ich genervt, nach dem fünften habe ich die Beschreibungen nur noch überflogen und nach dem zehnten hätte ich meinen Kindle gerne aus dem Fenster geschmissen. Ehrlich, es hat mich herzlich wenig interessiert, wem welche Farbe besser stand oder dass die einen ihre Unterröcke nicht richten konnten oder was weiß ich. Wen kümmert’s?
Die Charaktere in dem Buch sind allesamt sehr flach und blass geblieben, allen voran Adelaide, aber auch ihre „Freundinnen“ Tamsin und Mira und Cedric.
Tamsin war vollkommen unausstehlich und ich habe ehrlich keine Ahnung, wie Mira und Adelaide es mit ihr ausgehalten haben, geschweige denn, warum sie sich ihr affektiertes Verhalten überhaupt über sich ergehen lassen.
Mira ist vielleicht der einzige Charakter im Buch, den ich hätte mögen können. (Was nicht heißt, dass ich den nächsten Teil lesen will, der sich wenn ich das richtig verstanden habe um sie dreht, ein Buch von dieser Art hat mir gereicht.) Sie ist immer nett zu Adelaide und Tamsin, kommt dadurch leider auch etwas langweilig und fad daher. Das einzig wirklich interessante an ihr ist, dass sie farbig ist und damit aus der Gruppe weißer Mädchen heraussticht.
Man hat gemerkt, dass die Autorin versucht hat aufgrund der vielen Länder, Kolonien, Völker und Religionen ein wenig Diversität in das Buch hinein zu bekommen, aber ich muss sagen, dass das für mich leider nur dazu geführt hat, dass ich vollkommen überfordert war. Eine Karte hätte enorm geholfen. Dauernd wird alles bis ins kleinste Detail beschrieben, das, was man sich für ein ordentliches Worldbuilding eigentlich wünscht, aber irgendwie hatte ich dennoch die ganze Zeit das Gefühl, dass einem einfach alle Informationen hingeschmissen werden. Ich fand den Konflikt zwischen der alten Aristokratie und den Neureichen ganz interessant, allerdings bei weitem nicht interessant genug, dass ich sagen würde es war spannend darüber zu lesen. Auch den Konflikt zwischen den Alanzanern und den Orthodoxen fand ich durchaus interessant, insbesondere, weil einer unserer Hauptcharaktere ein Ketzer ist. Das Problem bei der Sache? Das Schicksal der Charaktere hat mich so ungefähr gar nicht interessiert. Dafür waren mir alle zu unsympathisch oder unwichtig.
Irrtümlicherweise habe ich angenommen, dass es sich bei dem Buch um Fantasy handeln würde, was nicht der Fall war. „Der goldene Hof“ hat sich gelesen wie ein historischer Roman, mit Problemen, die mir aus der Geschichte allesamt bekannt sind. Gefühlt hat die Autorin einfach die Namen von Ländern und Orten geändert und siehe da - eine neue Welt.

Insgesamt muss ich gestehen - und das hat man der Rezension wahrscheinlich schon angemerkt -, dass ich mich durch das Buch regelrecht durch gequält habe. Die erste Hälfte fand ich fast schon unerträglich und ich war wahnsinnig kurz davor das Buch einfach abzubrechen. Die letzten vierzig Prozent waren ein Quäntchen besser, aber eben auch nur ein Quäntchen. Nichts an „Der goldene Hof“ konnte mich fesseln - weder die Charaktere, noch die Handlung oder die Welt, die die Autorin erschaffen hat. Nicht einmal die Liebesgeschichte und ich bin immer dabei, wenn es um Liebesgeschichten geht. Es braucht nicht viel um mich für zwei Charaktere zu begeistern, damit ich will, dass sie zusammenkommen. Aber zwischen Adelaide und Cedric herrschte einfach keine Chemie. Die beiden haben sich ein paar Mal gesehen, haben beide eine kleine Schwärmerei entwickelt und sobald sie sich ein paar Mal wirklich unterhalten haben, war es gleich die große Liebe. Für mich nicht nachvollziehbar. Ich hatte am Ende nicht die geringste Ahnung, was die beiden aneinander fanden, was doch Recht schade ist, da ich die beiden über vierhundert Seiten lang ertragen musste.

Veröffentlicht am 11.03.2017

Überzeugt mit coolen Charakteren, einer dystopischen Welt der anderen Art und einer überwiegend spannenden Handlung

Water & Air
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Auf das neue Buch von Laura Kneidl habe ich mich schon ziemlich lange gefreut. Light & Darkness und ihre Elemente der Schattenwelt Trilogie haben mir schon gut gefallen, aber irgendwie hatte ich im Gefühl ...

Auf das neue Buch von Laura Kneidl habe ich mich schon ziemlich lange gefreut. Light & Darkness und ihre Elemente der Schattenwelt Trilogie haben mir schon gut gefallen, aber irgendwie hatte ich im Gefühl gehabt, dass Water & Air da noch einen drauf setzen würde - und mein Gefühl hat mich auch nicht getrogen. Zwischenzeitlich war ich so neugierig, dass ich mir beinahe schon das eBook gekauft hätte, das einen Monat vor der Taschenbuchausgabe erschienen ist, aber dann habe ich von der tollen Vorbestellaktion von Carlsen gehört, bei der es zum Buch eine illustrierte Postkarte mit Kenzie und Callum dazu gab und da konnte ich einfach nicht widerstehen - heute (mehr als eine Woche nach dem Erscheinungstermin) ist meine Karte dann auch mal angekommen, worüber ich mich echt gefreut habe. Die Karte ist nämlich wirklich hübsch, schöner zumindest als das Cover, das ich leider etwas zu mainstream finde und nicht unbedingt ein eyecatcher ist.

Wie gesagt habe ich mich sehr auf Water & Air gefreut und bin deshalb sehr froh, dass der Klappentext hält was er verspricht. Auf der Rückseite steht "packend, romantisch, mit einzigartigen Schauplätzen" und dem kann ich mich nur vollkommen anschließen. Für einen guten Mordfall bin ich sowieso immer zu haben und gerade mit dem dystopischen Setting war das richtig spannend. Gegen Ende wurde es zwar trotz sich überschlagender Ereignisse etwas langatmig (das Buch hat aber auch viele Seiten), aber insgesamt hat mir die Handlung dennoch gut gefallen. Die Welt die Laura Kneidl in ihrem neuen Werk geschafften hat ist wirklich faszinierend und so umfassend und detailreich beschrieben, dass man sich die beiden Kolonien, die unterschiedlicher nicht sein könnten, bildlich vorstellen kann. An einigen Stellen waren es mir fast schon zu viele Beschreibungen und irgendwann habe ich die zugegeben auch nur noch überflogen, aber die Autorin hat mit dem worldbuilding dennoch alles richtig gemacht.
Mit Kenzie und Callum hat Laura Kneidl zwei Charaktere geschaffen, die einfach total coole Socken sind.
Kenzie ist ein unglaublich toughes Mädchen, sehr hartnäckig und sie kämpft für das Leben das sie leben will, was mir sehr gut gefallen hat. Gleichzeitig kümmert sie sich auch sehr um ihre Freunde und Mitmenschen und beschließt beinahe sofort, dass sie den Mörder, der die Luftkolonie gehörig auf Trab hält, finden muss.
Ihr Gegenstück Callum ist wirklich genau das - ich finde die beiden ergänzen sich ganz wunderbar. Wo Callum schwach wurde war Kenzie für ihn da und andersherum. Die beiden alleine sind schon toll, aber beide zusammen sind echt unschlagbar.
Der Schreibstil der Autorin las sich locker und flüssig und die Seiten sind so schnell dahin geflogen wie ich es schon länger nicht mehr bei einem "echten" Buch hatte (normalerweise lese ich auf meinem Kindle nämlich viel schnell als wenn ich ein richtiges Buch aufschlage). Den einzigen klitzekleinen Kritikpunkt den ich habe, ist, dass mir der eine oder andere Dialog etwas zu gestelzt klang. Ab und an hauen die Charaktere Sätze raus, die man zwar so schreiben würde, aber eigentlich nicht unbedingt so sagen denke ich. Das hat mich allerdings nicht wirklich gestört, da die Dialoge sich größtenteils sehr flüssig lesen ließen.

Insgesamt ist Water & Air meiner Meinung nach das bisher beste Buch der Autorin, mal eine Dystopie der etwas anderen Art, schön spannend und alles in allem einfach nur ein klasse Roman!

Veröffentlicht am 05.06.2018

3 Gründe, warum mir Save You besser als sein Vorgänger gefällt

Save You
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Obwohl ich grundsätzlich großer Fan von Mona Kasten bin, hat mir der Auftakt ihrer Maxton Hall Reihe nur so mäßig gut gefallen. Ich hatte einige Kritikpunkte, gleichzeitig sind mir die Charaktere irgendwie ...

Obwohl ich grundsätzlich großer Fan von Mona Kasten bin, hat mir der Auftakt ihrer Maxton Hall Reihe nur so mäßig gut gefallen. Ich hatte einige Kritikpunkte, gleichzeitig sind mir die Charaktere irgendwie ans Herz gewachsen und ich habe meine Hoffnungen in den zweiten Band gesetzt – und wurde nicht enttäuscht. Da es sich hierbei um den zweiten Band dieser Reihe handelt, kann ich nicht versprechen, dass es keine Spoiler zu Save Me gibt.

Da der Klappentext an sich nicht sonderlich vielsagend ist, werde ich euch jetzt die Gründe nennen, weshalb mir Save You um einiges besser gefallen hat als Save Me:

1. Ruby und James sind beide über sich hinausgewachsen und haben sich weiter entwickelt. Während ich James im ersten Teil noch sehr kritisch gegenüberstand, so komme ich jetzt nicht drum herum zu sagen, dass ich ihn richtig gerne mag. Man merkt, dass er sich bemüht und an sich arbeitet, auch, wenn er gerade zu Beginn hier und da so seine Momente hatte. Allgemein hatte ich das Gefühl, dass dieses Mal die Gefühle zwischen James und Ruby, gerade, da beide unter der Trennung leiden, noch mehr rüberkommen als in Save Me. Ich für meinen Teil habe sehr mitgefiebert und gehofft und mich gefreut, als sie langsam wieder zueinander gefunden haben. Insgesamt bin ich mittlerweile an dem Punkt, an dem ich nur noch möchte, dass die beiden glücklich miteinander werden. Weshalb ich hoffe, dass – und damit komme ich zum zweiten Punkt – der Cliffhanger ihre Beziehung nicht zu sehr auf die Probe stellt.
2. Mit einem Cliffhanger am Ende war zu rechnen und dieser hier war wirklich etwas gemein. Aber hey, immerhin hat er dieses Mal nicht dafür gesorgt, dass ich eine der Hauptpersonen nicht leiden kann und das ist doch was, nicht wahr?
3. Das Buch dreht sich mittlerweile nicht mehr nur um Ruby und James, sondern mit Ember und Lydia haben wir zwei weitere Erzählerinnen bekommen. Gerade letztere hat es mir angetan und die Kapitel aus Lydias Sicht haben mir beinahe am besten gefallen, da sie einfach das meiste Konfliktpotenzial bieten und damit am spannendsten sind. Während Ember dagegen meine Heldin in Sachen body positivity ist (von ihr kann man sich echt eine Scheibe abschneiden) und ich sie insgesamt als Charakter mag, so empfand ich ihre Kapitel dennoch als nicht so wichtig, auch, wenn diese auf den Epilog hingearbeitet haben, der noch einmal Spannung bezüglich des nächsten Bandes aufbaut. Aber nicht nur über Lydia und Ember erfährt man in diesem Band mehr, auch Rubys Freundin Lin wird ein bisschen wichtiger, man bekommt mehr Hintergrund. Insgesamt hat mir die Freundschaft zwischen den Mädchen einfach richtig gut gefallen, besonders zwischen Lydia und Ruby.


Allerdings habe ich auch nach wie vor noch ein paar Kritikpunkte. Zum einen finde ich es schade, dass man recht wenig von James‘ Freunden zu sehen kriegt, beziehungsweise, dass diese dadurch zum Teil recht unsympathisch bleiben. Besonders Cyril kann ich nicht viel abgewinnen, was Wren angeht bin ich ein wenig skeptisch und von Alistair und Keshav hätte ich einfach gerne mehr gesehen, da im ersten Band bereits ein paar Sachen angedeutet worden sind, die in Save You nicht großartig weiter aufgegriffen wurden. Was mich aber fast am meisten stört und mir einfach unlogisch erschien war das Verhalten einer Person am Ende, worauf ich jetzt aus Spoiler-Gründen nicht weiter eingehen werde, aber sagen wir mal, dass ich fassungslos vor meinem Buch saß, weil mir das Verhalten so out of character vorkam. Ich hoffe sehr, dass man dazu im nächsten Band noch ein paar Erklärungen bekommen wird.



Fazit?

Man hat es ja schon an dem Titel des Beitrags gesehen: Mir persönlich hat der zweite Band viel besser gefallen als der erste. Ein bisschen weniger High Society Drama, die Geschichte wurde gemächlicher und für mich damit realistischer. Ruby und James sind mir noch mehr ans Herz gewachsen, aber meine liebste Person in diesem Buch war denke ich auf jeden Fall Lydia, von der ich hoffe, dass wir im nächsten Teil noch viel mehr sehen werden – ich bin jedenfalls wahnsinnig gespannt auf das Finale dieser Reihe!

Veröffentlicht am 31.05.2018

Wenig überraschend

Die letzte erste Nacht
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Die letzte erste Nacht ist der mittlerweile schon dritte Teil der Firsts-Reihe und meine Güte, was habe ich mich im Vorfeld auf TNT gefreut. Tate und Trevor lernt man bereits in den beiden Vorgängern kennen ...

Die letzte erste Nacht ist der mittlerweile schon dritte Teil der Firsts-Reihe und meine Güte, was habe ich mich im Vorfeld auf TNT gefreut. Tate und Trevor lernt man bereits in den beiden Vorgängern kennen und dort fand ich sie richtig cool und war so gespannt auf ihre Geschichte.

Ihr könnt euch bestimmt denken, was folgte, nachdem man sich so auf ein Buch freut: Nämlich die große Ernüchterung, nachdem ich das Werk dann endlich in den Händen gehalten hatte. Es war nicht so, dass ich Tate und Trevor nicht mochte, aber ich kann eben auch nicht leugnen, dass sie mir ein wenig auf die Nerven gingen. Besonders die rund ersten einhundert Seiten drehen die beiden sich immer wieder im Kreis und bei bestimmten Gedankengängen hatte ich das Gefühl ich hätte sie bereits drei Mal gelesen. Dieses hin und her aus die beiden wollen einander, geben nach und stoßen den anderen wieder weg hat sich mir persönlich zu lange hingezogen. Gerade Trevor hat sich bei mir mit seinem Verhalten Tate gegenüber unbeliebt gemacht. Es ist nicht so, dass seine Handlungen nicht teilweise nachvollziehbar gewesen wären, aber dennoch konnte ich es auch nicht wirklich gutheißen, dass er einerseits versucht Tate auf Abstand zu halten und gleichzeitig nicht loslassen kann. Klar, das war der ganze Clou an der Sache, aber gestört hat es mich dennoch. Tate war in anderer Hinsicht leider nicht besser, ihre selbstzerstörerische Art hat sich mir nicht so ganz erklärt und hat dafür gesorgt, dass ich Tate zwischenzeitlich einfach nicht so gut verstanden habe und dementsprechend stellenweise nicht allzu gerne mochte.

Ich hätte Tate und Trevor so so gerne lieber gemocht, als ich es tue, aber irgendwie hat es mit den beiden einfach nicht Klick gemacht. Trotz, dass Tate und Trevor sich seit zwei Jahren kennen hatte ich nicht das Gefühl, dass sie sich wirklich kennen und auch nicht sonderlich gut kennenlernen, sondern dass es meistbietend mehr um das Körperliche ging, gerade aus Tates Sicht. Gefühle zwischen den beiden kamen für mich einfach nicht rüber. Außerdem habe ich das vermisst, was TNT vorher ein wenig ausgemacht hat und das ist diese Bissigkeit und Kabbeleien, von denen es in Die letzte erste Nacht nicht sonderlich viele gab.

Was mir wiederum gut gefallen hat war der Aufhänger der Geschichte an sich. Dass Tates Bruder gestorben ist und sie sich mit der Lösung der Polizei nicht zufrieden gibt erfährt man bereits aus dem Klappentext, ebenso wie dass Trevor etwas vor Tate verbirgt. Die Verbindung herzustellen war nicht schwer und ich habe gehofft, dass in dieser Hinsicht nicht alles so offensichtlich sein würde wie auf den ersten Blick – in der Hinsicht wurde ich allerdings enttäuscht.

Kurz vor Ende dann war ich mir sicher, dass ich mit keinem guten Gefühl aus dem Buch herausgehen würde, dafür war einfach zu viel passiert, als dass ich fand, dass Tate und Trevor noch gut zusammengepasst hätten. Allerdings haben die letzten Seiten es irgendwie doch geschafft die ganze Geschichte so abzurunden, dass es mir gefiel. Es war nicht so übereilt wie erwartet, mit ein paar Zeitsprüngen, die alles realistischer gemacht haben.

Fazit?

Für mich der bisher schwächste Band der Firsts-Reihe, was nicht heißt, dass ich nicht schon trotzdem gespannt auf den abschließenden Teil bin, der im November erscheint und sich um Mason und Grace drehen wird, die ein paar Auftritte hier hatten. Tate und Trevor haben mich aber einfach nicht packen können, mich nicht überraschen können.

Veröffentlicht am 25.04.2018

Leider eine Enttäuschung // abgebrochen

Izara
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Eigentlich bin ich niemand, der ein Buch bewusst abbricht. Aber da ihr an dem Titel dieses Beitrags bereits sehen könnt, dass es sich hierbei nicht um eine herkömmliche Rezension handelt, ist das ein ganz ...

Eigentlich bin ich niemand, der ein Buch bewusst abbricht. Aber da ihr an dem Titel dieses Beitrags bereits sehen könnt, dass es sich hierbei nicht um eine herkömmliche Rezension handelt, ist das ein ganz schön großes eigentlich.

Einer meiner buchigen Neujahresvorsätze war es, dass ich weniger schlechte Bücher lese. Damit waren zwar eher Bücher aus dem New Adult Bereich gemeint, von denen ich oft von vornherein weiß, dass ich Probleme mit ihnen haben werde, die ich zur Unterhaltung aber doch mal ganz gerne lese und mich im Nachhinein ärgere, weil ich in der Zeit auch ein gutes Buch hätte lesen können.

Jedenfalls schweife ich gerade schon wieder ab, also kommen wir mal zurück zu dem Punkt, auf den ich eigentlich hinaus wollte: Ich habe mich tatsächlich mal an einen Vorsatz gehalten.

Zugegeben hat das einen Tag Bedenkzeit und etwas Überwindung gekostet, denn ein Buch bewusst abzubrechen und zu sagen, dass ich es nicht weiter lese, mag ich wie gesagt eigentlich nicht tun. Ich bin eher die Art Leser, die zu viele Bücher zur gleichen Zeit liest und wenn ein Buch mich nicht begeistern kann lese ich es halb und dann steht es in meinem Regal herum, bis mir irgendwann auffällt, dass ich es nie beendet habe.

Im Moment bin ich eigentlich ganz stolz auf mich, dass ich mich ausnahmsweise mal nicht durch ein Buch quäle, sondern einfach zugeben kann, dass es nichts für mich ist und weiter mache, aber andererseits bin ich auch etwas enttäuscht, denn ich hatte mich wirklich auf dieses Buch gefreut.

An Izara hat mich vor allem auf den ersten Blick das schöne Cover gereizt, der Klappentext war okay, aber vor allem die vielen positiven Meinungen haben mich überzeugt das Buch bei Netgalley als Rezensionsexemplar anzufragen. Auf Amazon hat das Buch eine Bewertung von 4,9 Sternen bei 103 Rezensionen, was ich ganz ordentlich finde und auch auf Goodreads sind glaube ich irgendwas um die 4 Sterne Durchschnitt. Meine Erwartungen an Izara waren also gewissermaßen dementsprechend hoch.

Was mich dieses Buch wieder einmal gelehrt hat?
Man sollte nicht zu sehr auf einen Hype vertrauen. Und ich sollte dringend anfangen Leseproben zu lesen, bevor ich Bücher anfrage, denn bei Izara ging meine Abneigung tatsächlich fast schon mit der ersten Seite los.

Ich habe das Buch bei 13% abgebrochen, hätte aber auch schon nach dem ersten Kapitel meinen Kindle gerne in die Ecke gepfeffert. Allerdings hatte ich zu dem Zeitpunkt noch die Hoffnung, dass die nächsten Kapitel vielleicht besser werden würden; ich wollte dem Buch wirklich eine Chance geben. Nach ungefähr vierzig Seiten musste ich aber einsehen, dass ich mich nur unnötig über Izara aufrege und es mir das im Augenblick einfach nicht Wert ist.

So, jetzt habe ich genug drum herum geredet, hier ein paar Gründe, aus denen ich den Hype nicht nachvollziehen kann - auch, wenn ich wie gesagt nur über die ersten 13% reden kann, aber irgendwie bezweifle ich, dass es danach besser wird.

1. Die Autorin schreibt wahnsinnig gestelzt. Beim Lesen ist mir gerade bei Dialogen immer wieder durch den Kopf gegangen, dass so doch kein Mensch redet, was das Ganze miteinander der Charaktere einfach sehr unnatürlich gestaltet hat. Um ein Beispiel zu nennen: »Du miese Kröte...«
Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich kann mich nicht erinnern, wann ich das das letzte Mal zu jemanden gesagt habe. Oder auch, um ein Beispiel ohne wörtliche Rede zu nehmen: »Sie [...] ging mit erhobenem Zeigefinger auf Lucian los.« Wer tut denn sowas? Ernsthaft? Einerseits beschreibt die Autorin die Situation damit sehr bildlich und mir ist schon klar, dass der erhobene Zeigefinger drohend wirken soll, aber unnatürlich kommt es mir dennoch war. Und das waren jetzt nur ein paar Beispiele die hängen geblieben sind. Auch Lucians Verhalten kommt gespielt locker rüber, in der einen Szene, in der lässig in einem Sessel sitzt und darauf wartet, dass Ariana aufwacht, während er einen Lolli lutscht, hat mich beinahe zum Lachen gebracht - und zum Heulen vor lauter Verzweiflung, denn warum nochmal tue ich mir das an? (Das war übrigens der Moment, in dem ich dachte, dass es mir jetzt endgültig reicht.)

2. Lucian aka ich nehme mal stark an das Love Interest. Unser Paradebeispiel eines arroganten und herablassenden Dämons, den unsere Protagonistin aus irgendeinem Grund anziehend findet, nennt sie nämlich andauernd »Kleines«. Spitznamen sind ja schön und gut, aber Kleines finde ich dann doch etwas zu herablassend und an Aris Stelle wäre ich längst ausgerastet. Nur so am Rande um aufzuzeigen was für unsympathischen Charakteren die Protagonistin ihr Vertrauen schenkt. Außerdem beschreibt sie für meinen Geschmack etwas zu oft seine extrem grünen Augen oder das silberne Funkeln darin oder wie gut er aussieht. Hallo? Der Kerl wollte dich umbringen? Das letzte woran man da denken sollte ist seine Augenfarbe, oder nicht?

3. Die Charaktere schienen sehr stereotypisch. Angefangen mit Ariana selbst, die eher zurückhaltend zu sein scheint, wenn man sie neben ihr aufgedrehten besten Freundin Lizzy sieht. Diese Konstellation habe ich mittlerweile so so oft gelesen; die beste Freundin kommt total aus sich heraus, ist vielleicht auch ein wenig verrückt und die Protagonistin dagegen fast schon langweilig und total normal, vielleicht sogar ein wenig genervt davon, dass ihre beste Freundin sie überall mit hin schleppt. Genau das sind Ari und Lizzy und gerade Letztere mochte ich aufgrund ihrer Art überhaupt nicht.
Dann haben wir Lucian, bei dem es für Ariana wie gesagt gefühlt Liebe oder zumindest Anziehung auf den ersten Blick war, denn habe ich schon erwähnt, dass er grüne Augen hat und muskulös ist? UND SIE UMBRINGEN WOLLTE VERDAMMT NOCHMAL? Auch wenn er kurz darauf beteuert, dass er es sich anders überlegt hat, ein bisschen mehr Reaktion von Ariana wäre schon nett gewesen, ich glaube ich hätte so jemandem nicht so schnell mein Vertrauen geschenkt. Und was mich an Ariana vor allem gestört hat, ist, dass sie eindeutig die falschen Fragen stellt. Aber gut, vielleicht geht ja jeder mit Stresssituationen anders um, aber da ihre Familie, sowie ihre beste Freundin betroffen ist von irgendetwas Übernatürlichem, wäre es schön gewesen, wenn Ari mal ein wenig mehr hinterfragt hätte und vielleicht auch mal gedacht hätte »Die sind doch irre« oder »Ich werde wahnsinnig«, aber nö, zumindest bis zu dem Punkt, zu dem ich gelesen habe, nimmt sie all das, was auf den paar Seiten passiert ist - und das ist erschreckend fiel, die Handlung beginnt sehr actionreich - für meinen Geschmack etwas zu gut auf.
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So, ich glaube das war es erstmal, was mich an Izara hauptsächlich gestört hat. Reicht ja auch, nicht wahr? Denn wie gesagt, ich habe ja auch nur die ersten 13% gelesen, zu mehr kann ich also gar nichts sagen. In Anbetracht dessen, dass das vielleicht vierzig Seiten waren, sind das doch einige negative Punkte und ich kann zumindest guten Gewissens sagen, dass ich dem Buch eine Chance gegeben habe. Ich wollte es mögen, wirklich. Es sollte wohl nur einfach nicht sein.