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Veröffentlicht am 10.10.2017

Leider nicht mein Fall

The Promise - Der goldene Hof
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Was habe ich mir eigentlich dabei gedacht? Ich habe mich von einem schönen Cover blenden lassen, den Klappentext nur überflogen. Darauf vertraut, dass die Autorin mich schon nicht enttäuschen würde, denn ...

Was habe ich mir eigentlich dabei gedacht? Ich habe mich von einem schönen Cover blenden lassen, den Klappentext nur überflogen. Darauf vertraut, dass die Autorin mich schon nicht enttäuschen würde, denn ihre Vampire Academy Reihe sowie das dazugehörende Spin-Off haben mir nach anfänglichen Schwierigkeiten recht gut gefallen.
Aber "Der goldene Hof"?
Eher nicht so sehr. Eher gar nicht.
Schon von der ersten Seite an, habe ich gefühlt, dass dies nicht mein Buch werden würde. Mit der Protagonistin Elizabeth (oder Adelaide, wie sie sich später nennt) konnte ich einfach nicht warm werden. Sie wird das ganze Buch als etwas ganz Besonderes dargestellt, beschreibt sich selbst als scharfsinnig und intelligent, nur habe ich davon leider recht wenig sehen können. Sie ist leichtsinnig und impulsiv und denkt so gut wie immer nur an sich selbst. Sie denkt die ganze Zeit sie wäre etwas besseres, vergleicht alles mit ihrem alten Leben.
Gut, es lag nicht allein an der Protagonistin, dass mir das Buch nicht gefallen hat, aber Elizabeth/ Adelaide hat einen großen Teil dazu beigetragen.
Ich habe ein großes Problem mit dem ganzen Konzept des Buches, mit der Idee, die dahinter steckt. (Und ja, shame on me, vielleicht hätte ich den Klappentext gründlicher lesen sollen, dann hätte ich eher bemerkt, dass „Der goldene Hof“ nichts für mich ist.)
Cedric - das Love Interest, was man alleine schon daran merkt, dass Adelaide ihn die ganze Zeit mit den Augen auszieht - und seine Familie werben junge Frauen an, um sie auf einem anderen Kontinent an reiche Männer zu verheiraten. Klingt so halb nach Sklaverei? Ist es irgendwie auch. Aber den Mädchen wird dies natürlich als größte Chance ihres Lebens dargestellt und demnach hoch ist der Konkurrenzkamp - juhu, eine Runde Zickenkrieg. Da hätte ich auch gut und gerne drauf verzichten können.
Mal ganz davon abgesehen, dass keines der Mädchen es so sieht, dass sie praktisch Ware sind, die verkauft werden. Alle finden ganz toll was mit ihnen passiert, vereinzelt kommen Zweifel auf, aber die werden schnell wieder weggewischt, denn guck mal wie schön unsere Kleider glitzern!
Ich habe nichts gegen schöne Kleider. Ich habe auch nichts dagegen, wenn besagte Kleider beschrieben werden. Aber die Autorin hat es sich in „Der goldene Hof“ zur Aufgabe gemacht jedes einzelne Kleid zu beschreiben, von Farbe über Schnitt und Stoff und was weiß ich. Nach dem dritten Kleid war ich genervt, nach dem fünften habe ich die Beschreibungen nur noch überflogen und nach dem zehnten hätte ich meinen Kindle gerne aus dem Fenster geschmissen. Ehrlich, es hat mich herzlich wenig interessiert, wem welche Farbe besser stand oder dass die einen ihre Unterröcke nicht richten konnten oder was weiß ich. Wen kümmert’s?
Die Charaktere in dem Buch sind allesamt sehr flach und blass geblieben, allen voran Adelaide, aber auch ihre „Freundinnen“ Tamsin und Mira und Cedric.
Tamsin war vollkommen unausstehlich und ich habe ehrlich keine Ahnung, wie Mira und Adelaide es mit ihr ausgehalten haben, geschweige denn, warum sie sich ihr affektiertes Verhalten überhaupt über sich ergehen lassen.
Mira ist vielleicht der einzige Charakter im Buch, den ich hätte mögen können. (Was nicht heißt, dass ich den nächsten Teil lesen will, der sich wenn ich das richtig verstanden habe um sie dreht, ein Buch von dieser Art hat mir gereicht.) Sie ist immer nett zu Adelaide und Tamsin, kommt dadurch leider auch etwas langweilig und fad daher. Das einzig wirklich interessante an ihr ist, dass sie farbig ist und damit aus der Gruppe weißer Mädchen heraussticht.
Man hat gemerkt, dass die Autorin versucht hat aufgrund der vielen Länder, Kolonien, Völker und Religionen ein wenig Diversität in das Buch hinein zu bekommen, aber ich muss sagen, dass das für mich leider nur dazu geführt hat, dass ich vollkommen überfordert war. Eine Karte hätte enorm geholfen. Dauernd wird alles bis ins kleinste Detail beschrieben, das, was man sich für ein ordentliches Worldbuilding eigentlich wünscht, aber irgendwie hatte ich dennoch die ganze Zeit das Gefühl, dass einem einfach alle Informationen hingeschmissen werden. Ich fand den Konflikt zwischen der alten Aristokratie und den Neureichen ganz interessant, allerdings bei weitem nicht interessant genug, dass ich sagen würde es war spannend darüber zu lesen. Auch den Konflikt zwischen den Alanzanern und den Orthodoxen fand ich durchaus interessant, insbesondere, weil einer unserer Hauptcharaktere ein Ketzer ist. Das Problem bei der Sache? Das Schicksal der Charaktere hat mich so ungefähr gar nicht interessiert. Dafür waren mir alle zu unsympathisch oder unwichtig.
Irrtümlicherweise habe ich angenommen, dass es sich bei dem Buch um Fantasy handeln würde, was nicht der Fall war. „Der goldene Hof“ hat sich gelesen wie ein historischer Roman, mit Problemen, die mir aus der Geschichte allesamt bekannt sind. Gefühlt hat die Autorin einfach die Namen von Ländern und Orten geändert und siehe da - eine neue Welt.

Insgesamt muss ich gestehen - und das hat man der Rezension wahrscheinlich schon angemerkt -, dass ich mich durch das Buch regelrecht durch gequält habe. Die erste Hälfte fand ich fast schon unerträglich und ich war wahnsinnig kurz davor das Buch einfach abzubrechen. Die letzten vierzig Prozent waren ein Quäntchen besser, aber eben auch nur ein Quäntchen. Nichts an „Der goldene Hof“ konnte mich fesseln - weder die Charaktere, noch die Handlung oder die Welt, die die Autorin erschaffen hat. Nicht einmal die Liebesgeschichte und ich bin immer dabei, wenn es um Liebesgeschichten geht. Es braucht nicht viel um mich für zwei Charaktere zu begeistern, damit ich will, dass sie zusammenkommen. Aber zwischen Adelaide und Cedric herrschte einfach keine Chemie. Die beiden haben sich ein paar Mal gesehen, haben beide eine kleine Schwärmerei entwickelt und sobald sie sich ein paar Mal wirklich unterhalten haben, war es gleich die große Liebe. Für mich nicht nachvollziehbar. Ich hatte am Ende nicht die geringste Ahnung, was die beiden aneinander fanden, was doch Recht schade ist, da ich die beiden über vierhundert Seiten lang ertragen musste.

Veröffentlicht am 11.03.2017

Überzeugt mit coolen Charakteren, einer dystopischen Welt der anderen Art und einer überwiegend spannenden Handlung

Water & Air
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Auf das neue Buch von Laura Kneidl habe ich mich schon ziemlich lange gefreut. Light & Darkness und ihre Elemente der Schattenwelt Trilogie haben mir schon gut gefallen, aber irgendwie hatte ich im Gefühl ...

Auf das neue Buch von Laura Kneidl habe ich mich schon ziemlich lange gefreut. Light & Darkness und ihre Elemente der Schattenwelt Trilogie haben mir schon gut gefallen, aber irgendwie hatte ich im Gefühl gehabt, dass Water & Air da noch einen drauf setzen würde - und mein Gefühl hat mich auch nicht getrogen. Zwischenzeitlich war ich so neugierig, dass ich mir beinahe schon das eBook gekauft hätte, das einen Monat vor der Taschenbuchausgabe erschienen ist, aber dann habe ich von der tollen Vorbestellaktion von Carlsen gehört, bei der es zum Buch eine illustrierte Postkarte mit Kenzie und Callum dazu gab und da konnte ich einfach nicht widerstehen - heute (mehr als eine Woche nach dem Erscheinungstermin) ist meine Karte dann auch mal angekommen, worüber ich mich echt gefreut habe. Die Karte ist nämlich wirklich hübsch, schöner zumindest als das Cover, das ich leider etwas zu mainstream finde und nicht unbedingt ein eyecatcher ist.

Wie gesagt habe ich mich sehr auf Water & Air gefreut und bin deshalb sehr froh, dass der Klappentext hält was er verspricht. Auf der Rückseite steht "packend, romantisch, mit einzigartigen Schauplätzen" und dem kann ich mich nur vollkommen anschließen. Für einen guten Mordfall bin ich sowieso immer zu haben und gerade mit dem dystopischen Setting war das richtig spannend. Gegen Ende wurde es zwar trotz sich überschlagender Ereignisse etwas langatmig (das Buch hat aber auch viele Seiten), aber insgesamt hat mir die Handlung dennoch gut gefallen. Die Welt die Laura Kneidl in ihrem neuen Werk geschafften hat ist wirklich faszinierend und so umfassend und detailreich beschrieben, dass man sich die beiden Kolonien, die unterschiedlicher nicht sein könnten, bildlich vorstellen kann. An einigen Stellen waren es mir fast schon zu viele Beschreibungen und irgendwann habe ich die zugegeben auch nur noch überflogen, aber die Autorin hat mit dem worldbuilding dennoch alles richtig gemacht.
Mit Kenzie und Callum hat Laura Kneidl zwei Charaktere geschaffen, die einfach total coole Socken sind.
Kenzie ist ein unglaublich toughes Mädchen, sehr hartnäckig und sie kämpft für das Leben das sie leben will, was mir sehr gut gefallen hat. Gleichzeitig kümmert sie sich auch sehr um ihre Freunde und Mitmenschen und beschließt beinahe sofort, dass sie den Mörder, der die Luftkolonie gehörig auf Trab hält, finden muss.
Ihr Gegenstück Callum ist wirklich genau das - ich finde die beiden ergänzen sich ganz wunderbar. Wo Callum schwach wurde war Kenzie für ihn da und andersherum. Die beiden alleine sind schon toll, aber beide zusammen sind echt unschlagbar.
Der Schreibstil der Autorin las sich locker und flüssig und die Seiten sind so schnell dahin geflogen wie ich es schon länger nicht mehr bei einem "echten" Buch hatte (normalerweise lese ich auf meinem Kindle nämlich viel schnell als wenn ich ein richtiges Buch aufschlage). Den einzigen klitzekleinen Kritikpunkt den ich habe, ist, dass mir der eine oder andere Dialog etwas zu gestelzt klang. Ab und an hauen die Charaktere Sätze raus, die man zwar so schreiben würde, aber eigentlich nicht unbedingt so sagen denke ich. Das hat mich allerdings nicht wirklich gestört, da die Dialoge sich größtenteils sehr flüssig lesen ließen.

Insgesamt ist Water & Air meiner Meinung nach das bisher beste Buch der Autorin, mal eine Dystopie der etwas anderen Art, schön spannend und alles in allem einfach nur ein klasse Roman!

Veröffentlicht am 13.11.2017

Leider mehr Liebesgeschichte als Fantasy

Bird and Sword
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Von Amy Harmon hatte ich bisher nur ein anderes Buch gelesen, das mir allerdings sehr gut gefallen hat damals, aber auch aus einem anderen Genre stammte, weswegen ich umso gespannter war, ob mich die Autorin ...

Von Amy Harmon hatte ich bisher nur ein anderes Buch gelesen, das mir allerdings sehr gut gefallen hat damals, aber auch aus einem anderen Genre stammte, weswegen ich umso gespannter war, ob mich die Autorin auch im Fantasy-Bereich überzeugen konnte.
Den Klappentext fand ich sehr interessant, wenn er auch gefühlt nicht sonderlich viel über die Geschichte verrät. Man kann sich seinen Teil zusammenreimen, aber ich muss sagen, dass ich doch relativ blauäugig in die Geschichte hinein gestolpert bin und den Anfang zunächst auch eher so lala find, bis ein Ereignis vom Anfang mit einem Mal Sinn ergab.
Erzählen tut Lark die Geschichte aus der Ich-Perspektive und auch wenn ich hier und da so meine Probleme mit der Protagonistin hatte, so war es doch angenehm aus ihrer Sicht zu lesen. Lark ist stumm, denn ihre Mutter hat ihr die Gabe zu sprechen genommen um sie zu beschützen, da Lark mit ihren Worten Dinge verändern kann, wenn sie sie richtig formuliert. Zum Beispiel kann sie Gegenstände beliebig herumfliegen lassen oder Schlösser öffnen und noch vieles mehr und ich fand ihre Gabe wirklich interessant, auch wenn sich mir nicht so ganz erschlossen hat, wieso sie sie erst anwenden konnte, sobald Tiras ihr das Lesen beibringt. Vielleicht habe ich auch nur einen Denkfehler, aber Lark konnte auch vorher denken und Sätze bilden, immerhin erzählt sie uns ihre Geschichte, wieso kann sie ihre Gabe also erst vermehrt einsetzen, als sie lesen kann? Ihre Aussage Tiras hätte ihr ihre Worte gegeben hat für mich irgendwie wenig Sinn ergeben und ich habe mir das ganze Buch den Kopf darüber zerbrochen wie die Autorin sich das gedacht hat. Mir kam es wie ein Logikfehler vor, aber wie gesagt, vielleicht stehe ich ja auch nur total auf dem Schlauch, das ist selbstverständlich auch nicht auszuschließen.
Ansonsten habe ich allerdings ziemlich gerne aus Larks Sicht gelesen. Trotz, dass sie stumm ist, ist sie eine sehr willensstarke Protagonistin und sie lässt sich nicht alles gefallen, braucht und sucht aber auch oft Rat und geht dafür, dass sie quasi von einem goldenen Käfig in einen anderen gesperrt wird ziemlich gut mit allem um. Sie hat immer wieder Stärke bewiesen, mir aber zum Teil nicht oft genug. Beziehungsweise fand ich einige ihrer Handlungen nicht sehr nachvollziehbar, beziehungsweise übereilt.
Wie man dem Klappentext entnehmen kann kommt diese Geschichte nicht ohne Liebe aus und für mich hat die Beziehung zwischen Lark und Tiras zu viel Raum eingenommen. Ich habe zwischen den beiden kaum Chemie gespürt, was etwas schade war. Ich glaube mir hätten die beiden besser gefallen, wenn sie Freunde gewesen wären. Bei den beiden hatte ich das Gefühl, dass die Autorin unbedingt ihre Hauptpersonen verkuppeln wollte und das auf Teufel komm raus. Ich muss ehrlich sagen, dass ich kein großer Fan von Tiras war, zumindest nicht so, dass er es auf eine Book-Boyfriend-Liste schaffen würde, denn dafür hat er Lark zu oft von oben herab behandelt, hat ihr immer gesagt sie wäre für ihn ein nützliches Werkzeug und ich hatte irgendwie das Gefühl sie für ihn mehr ein Statussymbol als jemand den er liebt, auch wenn er das später im Laufe der Geschichte behauptet. Für mich hat es zwischen den beiden einfach nicht so gefunkt, wie ich es mir gewünscht hätte, wenn der Fokus schon so auf der Beziehung der Hauptpersonen liegt.
Die Handlung an sich wäre nämlich recht spannend gewesen, wenn man ihr ein bisschen mehr Raum zur Entfaltung gegeben hätte. Ich fand die Idee mit den Gaben toll, dass Magie verboten war und die Menschen sich fürchteten. Nichts Neues, aber mit der Bedrohung durch eine Art Vogelmenschen von außen doch interessant, da es vereinzelt Schlachten gab, die gekämpft werden mussten und Gaben, die entdeckt und versteckt wurden. Allerdings hatte ich zu keiner Zeit wirklich das Gefühl, dass eine der Hauptpersonen ernsthaft in Gefahr gewesen wäre. Ich habe fest mit einem Happy End gerechnet und das habe ich auch bekommen, mir war der vermeintliche Tod eines Charakters zu offensichtlich, sodass ich nicht einmal ansatzweise den Tränen nahe war und ich weine fast immer, nehme mir den Tod von Charakteren zu Herzen, aber hier war es tatsächlich zu durchschaubar, dass besagte Person wieder auftauchen würde.
Was mir wiederum sehr gut gefallen hat, war die Auflösung weshalb die Vogelmenschen das Königreich angreifen. Damit habe ich nicht gerechnet, diesen Twist hatte ich nicht kommen sehen und ich fand ihn durchaus gelungen, auch, wenn er für mich leider nicht mehr allzu viel rausreißen konnte, weil er gegen Ende kam.

Insgesamt habe ich mir von Bird & Sword leider einfach mehr erwartet. Die Charaktere mochte ich zwar, aber ich habe sie nicht ins Herz geschlossen. Die Handlung hatte durchaus Potenzial, allerdings wurde dies meiner Meinung nach nicht vollkommen ausgeschöpft. Für mich sticht Bird & Sword zwischen all den anderen Fantasybüchern, die im Moment auf dem Markt sind, nur wenig heraus, auch, wenn es alles in allem ein gutes Buch ist. Wer sich aufregende Fantasy erhofft, dem rate ich nicht zu diesem Buch zu greifen, wer allerdings eine Liebesgeschichte, eingebettet in ein Fantasy-Setting möchte, ja, für den ist Bird & Sword schon deutlich eher etwas.

Veröffentlicht am 11.11.2017

Toller Humor, leider etwas langsame Handlung

NUTS - Verrückt nach Dir
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Ich habe bereits zwei andere Bücher von Alice Clayton gelesen und bei beiden war ich absolut positiv überrascht von dem Humor, mit denen sie ihre Geschichten erzählt und genau auf diesen habe auch bei ...

Ich habe bereits zwei andere Bücher von Alice Clayton gelesen und bei beiden war ich absolut positiv überrascht von dem Humor, mit denen sie ihre Geschichten erzählt und genau auf diesen habe auch bei Nuts gehofft - und ich wurde nicht enttäuscht!
Beinahe von der ersten Seite an habe ich grinsen müssen. Roxie ist eine sehr witzige Protagonistin und ich habe mich immer wieder dabei ertappt, wie ich mich herrlich über sie amüsiert habe, denn sie hat ein Talent dafür sich selbst ein wenig lächerlich zu machen, was für den Leser selbstverständlich unterhaltsam ist. Außerdem wimmelt es in dem Buch nur vor sexuellen Anspielungen, die sich die Hauptpersonen an den Kopf werfen und in denen vor allem um Nüsse, Gurken und Zucchini geht. Habe ich darüber schmunzeln müssen? Ja. Obwohl ich es nicht wollte, weil die Anspielungen eigentlich gar nicht einmal so witzig waren, aber irgendwie haben sie dennoch den Charme des Buches ausgemacht.
Neben dem Humor der Autorin hat mir außerdem das Setting, das sie gewählt hat, sehr gut gefallen. Die Kleinstadt und das ein wenig ländliche haben eine heimelige Stimmung geschaffen, in der ich beim Lesen sehr wohl gefühlt habe.
Was mich etwas enttäuscht hat ist allerdings die Handlung. Ja, bei Nuts handelt es sich um einen Liebesroman. Ehrlich gesagt erwarte ich da gar nicht so viel von der Handlung, aber ein paar Konflikte hier und da sollte es zwischen den Protagonisten doch geben, wie ich finde. Zwischen Roxie und Leo bahnt sich wahnsinnig schnell eine Sommergeschichte an, es ist quasi „Liebe“ auf den ersten Blick. Das einzige Problem, das die beiden am Anfang haben, ist, dass sie irgendwie dauernd unterbrochen werden. Aber ansonsten herrscht zwei Drittel des Buches eitler Sonnenschein zwischen den beiden. Erst als ich wirklich schon fast genervt von der ganzen Turtelei der beiden war, kam es endlich zu einem Konflikt, der sich allerdings in Anbetracht dessen, dass wir uns schon beinahe am Ende befanden, relativ schnell und reibungslos lösen ließ. Mir ging das alles viel zu schnell und vor allem lief es viel zu glatt ab.
Trotzdem hat Nuts mir ein paar schöne Lesestunden verschafft, ich bin durch die Seiten nur so durchgeflogen und vor allem habe ich immer wieder richtig Hunger gekriegt, da Roxie andauernd von allerhand leckerer Dinge spricht. Insgesamt ein gutes Buch, das mich allerdings nicht vom Hocker gerissen hat mit seiner Geschichte und von dem mir vermutlich vor allem der Schreibstil/ Humor der Autorin in Erinnerung bleiben wird.

Veröffentlicht am 31.10.2017

Leider nicht wirklich empfehlenswert

Paper Passion
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Warum habe ich mir dieses Buch angetan? WARUM?
Ich hatte Paper Princess von der Autorin gelesen, fand es ziemlich schlecht und die Folgebände waren mir selbst als eBooks zu teuer, als dass ich Geld dafür ...

Warum habe ich mir dieses Buch angetan? WARUM?
Ich hatte Paper Princess von der Autorin gelesen, fand es ziemlich schlecht und die Folgebände waren mir selbst als eBooks zu teuer, als dass ich Geld dafür hätte ausgeben wollen. Aber ich dachte ich gebe der Autorin noch einmal eine Chance, da das hier ja praktisch der Ableger ist, der sich nicht mehr um Ella und Reed dreht, sondern um Easton. Immerhin wachsen ja auch Autoren mit ihren Werken, werden besser und können einen vollkommen überraschen - nur um ein Beispiel zu nennen: Ich fand After Passion von Anna Todd absolut grauenhaft, hätte das Buch am liebsten aus dem Fenster geschmissen. Ihre Ableger-Dulogie um einen der Nebencharaktere wiederum fand ich gar nicht mal so schlecht. Ich hatte das Gefühl, dass die Autorin sich weiterentwickelt hatte und auf genau diesen Effekt habe ich auch bei Erin Watt und Paper Passion gehofft - nur leider ist er nicht eingetreten.
Stattdessen habe ich mir auf 284 Seiten (ich rede von den Seitenzahlen die mein Kindle mir anzeigt) sage und schreibe 40 Notizen gespeichert und zwar jedes Mal, wenn Easton etwas gesagt, getan oder gedacht hat, über das ich mich aufregen könnte. Nein, nicht nur könnte, ich tue es.
Schon im ersten Kapitel ist mir klar geworden, dass ich den Protagonisten nicht mögen würde. Easton ist arrogant und selbstgefällig. Er nimmt sich was er will, ohne Rücksicht auf Konsequenzen und meint dann noch, dass er ja eigentlich niemanden verletzen will. Er ist super schlau, langweilt sich nur im Unterricht und verhält sich deswegen wie ein absoluter Idiot, der alles besser weiß und die Schule eigentlich nicht bräuchte. Weil sein Daddy hat ja Geld. Kein Witz, jedes Mal wenn irgendetwas schief läuft denkt Easton sich „Was soll’s? Dad wird mich da schon rauskaufen“ oder „Probleme? Wer? Ich? Aber ich habe doch tausende von Dollar Taschengeld im Monat, das lässt sich schon klären“.
Diese Ich-bin-ja-so-ein-armer-gelangweilter-stinkreicher-Kerl-Masche hat bei mir einfach nicht gezogen und ich frage mich wirklich, wirklich, wirklich, wie der Typ überhaupt mit diesem Verhalten je jemanden abkriegt. Denn um es einmal deutlich zu sagen: Easton in ein Arschloch. Er ist so unsympathisch wie ein Protagonist nur sein kann und ich wäre so oft gerne in das Buch gestiegen und hätte seinen Kopf mal gegen eine Wand gehauen. Vielleicht hätte ihm das ja etwas Vernunft eingebracht - wobei, die Prügeleien, in die er sich immer begeben will um Dampf abzulassen, bringen ja auch nichts.
Das Eastons Verhalten all seinen Mitmenschen unter aller Sau ist habe ich jetzt wohl genügend zum Ausdruck gebracht, aber das war noch nicht alles, was mich an ihm gestört hat. Er weiß, dass er ein Suchtproblem hat. Er trinkt sich fast besinnungslos und macht dann die dämlichsten Dinge. Und er weiß, dass er ein Suchtproblem hat und tut einfach nichts dagegen. Ich weiß, das ist leichter gesagt als getan, aber alle Menschen in seinem Umfeld, die Menschen, die ihn angeblich lieben, tolerieren sein Verhalten einfach und anstatt zu versuchen ihm zu helfen, halten sie ihm wenn man Glück hat einen Vortrag, wenn man Pech hat ignorieren sie es einfach.

Ein kleiner Pluspunkt an dem Buch war für mich Hartley, auf die Easton es nach ihrer ersten Begegnung fast schon stalkerhaft doll abgesehen hat. Er bedrängt sie regelrecht, obwohl sie ihm mehrmals klar und deutlich sagt, dass sie nichts von ihm möchte und dass er sie bitte in Ruhe lassen soll. Aber hey, er ist Easton Royal also was soll’s? Ignorieren wir ihre Meinung und untergraben sie einfach. Denn natürlich steht sie auf ihn, so wie jede Frau auf dem Planeten. Ist ja logisch.
Aber nein, das ist es verdammt nochmal nicht! Es ist definitiv nicht normal oder romantisch, dass er seinen eigenen Stundenplan über Bord wirft und einfach all ihre Kurse besucht, dass er versucht sie zu küssen, obwohl sie eindeutig nicht geküsst werden will. Nichts davon ist romantisch und ich war froh, dass Hartley es ihm so schwer gemacht hat. Schön, sie hat sich auch nicht allzu heftig gegen ihn gewährt, aber immerhin hat sie länger Haltung bewahrt und ist immer mal wieder zurückgerudert und standhaft geblieben, als so manch andere Hauptperson in einem Liebesroman. Wobei man hierbei nicht einmal wirklich von Liebesroman sprechen kann, denn zwischen Easton und Hartley passiert so gut wie gar nichts und eigentlich haben sie sich darauf geeinigt Freunde zu sein.

Womit wir quasi auch an den letzten Punkt kommen, der mich gestört hat - die Handlung. Laut meinem Kindle hat das Buch 284 Seiten und ehrlich? Auf denen ist so gut wie nichts passiert. Es wird relativ viel angedeutet im Bezug auf Hartleys Hintergrundgeschichte, die sich gegen Ende anfängt zu lichten, aber ansonsten besteht das Buch gefühlt nur daraus, dass Easton sich betrinkt, etwas Dummes tut, seine Mitmenschen verletzt, Stimmungsschwankungen hat, Hartley bedrängt und gegen Ende haben wir dann noch einen schönen Cliffhanger, der leider dafür sorgt, dass ich weiter lesen möchte. Argh. Vor allem kam der Cliffhanger aus dem Nichts und ich habe nicht das Gefühl, dass er sonderlich viel zur Handlung im nächsten Band beitragen wird, aber nun gut. Wir werden sehen. Denn leider - leider leider leider - habe ich das starke Bedürfnis zum nächsten Band zu greifen. Obwohl ich diesen absolut mies fand und ich Easton nicht leiden kann, trotz, dass er hier und da ein paar lichte Momente hat, in denen er einsieht, dass er Mist macht.
Es ist wirklich verflucht mit schlechten Büchern. Und ein wenig wie mit RTL II. Man will die Assi-TV-Sendungen nicht gucken, weil man das Gefühl hat, dass sich dabei die Gehirnzellen nach und nach verabschieden, aber trotzdem guckt man es. Weil es auf eine verdrehte Art Spaß gemacht hat - und genau deshalb funktioniert diese Suchtwirkung Romans für mich. Ich weiß, dass ich ihn schlecht fand, dass ich die Charaktere und die Handlung nicht richtig nachvollziehen kann und trotzdem hatte ich Spaß beim Lesen. Zumindest genug um Weitermachen zu wollen. Nun ja, aber vielleicht quäle ich mich auch einfach nur gerne selbst.