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Veröffentlicht am 14.11.2020

Abenteuerspaß mit Alexandre Dumas!

Die Romanfabrik von Paris
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Dirk Husemanns "Die Romanfabrik" nimmt uns zurück ins 19. Jahrhundert. Der berühmte Schriftsteller Alexandre Dumas ist auf der Höhe seines Schaffens und kommt dem Schreiben seiner Werke im Grunde kaum ...

Dirk Husemanns "Die Romanfabrik" nimmt uns zurück ins 19. Jahrhundert. Der berühmte Schriftsteller Alexandre Dumas ist auf der Höhe seines Schaffens und kommt dem Schreiben seiner Werke im Grunde kaum hinterher. Aus dieser Not wird die sog. "Romanfabrik" geboren, welche besetzt ist mit einer Armada namenloser Schreiber, welche den von Dumas vorgezeichneten Plot gekonnt in eine Handlung fassen und aufs Papier bringen. Der deutschen Gräfin Anna gefallen diese literarischen Ergüsse so gar nicht und so macht sie sich auf den Weg nach Paris, um Dumas höchst persönlich die Leviten zu lesen und in zu einer Umkehr zu Moral und Anstand zu bringen.

In Paris angekommen trift sie auf einen Geist ihrer Vergangenheit: Lemaitre, einen Magnetiseuer, der in Paris eine Schar von Anhängern um sich scharrt und einen düsteren Plan verfolgt. Um diesem Scharlatan das Handwerk zu legen und alte Rechnungen zu begleichen müssen sich das ungleiche Gespann Anna und Dumas zusammentun. Eine wilde Verfolgungsjagd mit ungewissem Ausgang beginnt ...

Gewohnt unterhaltsam, vor Witz, Charm und historischen Details sprühend, entführt uns Husemann hinein in das Europa des 19. Jhs. und hinein in die Welt Dumas. Die Handlung lässt keine Langeweile aufkommen und lässt einen mit den Charakteren mitfiebern. Wer historische Romane mit einem gewissen Etwas mag wird diesen Roman lieben!

  • Cover
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Thema
Veröffentlicht am 14.11.2020

Die Weiten des unbekannten Universums ...

INFINITUM - Die Ewigkeit der Sterne
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"Infinitum" von Christopher Paolini ist ein Science Fiction Epos wie er im Buche steht. Nach der Fantasyreihe "Eragon" ist dies Paolinis erster Science Fiction Roman und dieser hat es in sich. Auf über ...

"Infinitum" von Christopher Paolini ist ein Science Fiction Epos wie er im Buche steht. Nach der Fantasyreihe "Eragon" ist dies Paolinis erster Science Fiction Roman und dieser hat es in sich. Auf über 1000 Seiten nimmt uns Paolni mit in eine Welt der Zukunft. Eine Welt, die keine Grenzen kennt.

Der Roman spielt in der Zukunft. Die Menschheit reist durch den Weltraum und ist auf der stetigen Suche nach neuen bewohnbaren Planeten für eien mögliche Kolonisierung. Kira Navarez, eine junge Exobiologin ist mit ihrem Team aus Forschern auf einem dieser potentiellen Planeten gelandet und stößt bei einer näheren Untersuchung einer Felsspalte auf eine Entdeckung, welche nicht nur für sie selbst, sondern auch für die Menschheit massive Veränderungen mit sich bringt.

So viel zum Ausgangsplot, zu dem nicht viel mehr verraten werden soll. Den Leser erwartet ein anspruchsvoller Roman mit zahlreichen vielschichtigen Charakteren, Handlungssträngen und physikalischen Wissenshappen. Besonders erwähnt sei hier der ausführliche Anhang mit Glossar etc, welcher einem so manche Feinheiten näher bringt. Wer bereit ist sich auf eine ungewisse Reise in die Weiten des unbekannten Weltraums zu begeben wird hier belohnt werden, denn jedem Abschnitt ist das Herzblut und die Detailliebe von Paolini anzumerken. Dies hat sich meiner Meinung nach voll ausgezahlt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.08.2019

Schöne kurzweilige Geschichte für Buchliebhaber

Das Glück hat viele Seiten
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"Das Glück hat viele Seiten" von Ella Zeiss handelt von der jungen Hannah, welche ihre alte Heimat in der ländlichen Eifel hinter sich gelassen hat und nunmehr in Köln einen neuen Start gewagt hat, nachdem ...

"Das Glück hat viele Seiten" von Ella Zeiss handelt von der jungen Hannah, welche ihre alte Heimat in der ländlichen Eifel hinter sich gelassen hat und nunmehr in Köln einen neuen Start gewagt hat, nachdem ihre Mutter vor einigen Jahren verstorben ist. Doch eines Tages erhält sie die Nachricht, dass ihre Tante verstorben ist. Sie begibt sich zurück in ihre alte Heimatstadt, um der Testamentseröffnung beizuwohnen und wird überrascht: Ihre Tante hat ihr ihren Buchladen vererbt. Hannah, welche nichts mehr mit ihrer Vergangenheit zu tun haben will, trifft kurz nach dieser für sie nur belastenden Eröffnung auf den jungen Geschäftsmann Ben, welcher nur allzu bereit ist, ihr den Laden abzukaufen. Hannah willigt dankbar ein, zumal Ben auch durchaus attraktiv ist und zwischen den Beiden gleich die Funken sprühen. Doch was als ein Abschluss mit ihrer Vergangenheit geplant war, entwickelt sich ganz anders ...

Ella Zeiss ist mit diesem Roman eine schöne leichte Geschichte gelungen, welche den Leser nicht nur mit einer Liebes- und Familiengeschichte unterhält, sondern auch versucht die Liebe zu den Büchern mit einzuschließen. Der Roman liest sich herrlich leicht und ist eine recht kurzweilige Unterhaltung. Einige Handlungsstränge kommen jedoch ungewollt komisch daher. Nichtdestotrotz wurde ich bei der Lektüre gut unterhalten, auch wenn das Ende nur allzu vorhersehbar war.

  • Cover
  • Geschichte
  • Lesespaß
  • Figuren
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 18.06.2019

Ein Thema von zeitloser Wichtigkeit

Die Nickel Boys
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"Die Nickel Boys" von Colson Whitehead spielt in den USA Anfang der Sechziger Jahre. Die Geschichte beginnt mit dem jungen 16-jährigen Elwood, der bei seiner Großmutter in einem schwarzen Ghetto in Tallahassee ...

"Die Nickel Boys" von Colson Whitehead spielt in den USA Anfang der Sechziger Jahre. Die Geschichte beginnt mit dem jungen 16-jährigen Elwood, der bei seiner Großmutter in einem schwarzen Ghetto in Tallahassee aufwächst. Er ist anders als seine gleichaltrigen Freunde und zeigt einen großen Wissensdurst. Ganz besonders interessiert er sich für Martin Luther King und die gegenwärtige Freiheitsbewegung der schwarzen Bevölkerung. Mit einer Zusage für ein Collegeplatz geht für ihn ein Traum in Erfüllung. Doch das Leben hat ein anderes Schicksal für ihn vorgesehen ... Durch einen unglücklichen Zufall gerät er in Schwierigkeiten mit dem Gesetz und wird ohne eine gerechte Verhandlung in die Besserungsanstalt Nickel Academy überführt. Diese erweist sich als eine Brutstätte der Gewalt, des Missbrauchs und der Unterdrückung.

Whitehead widmet sich in diesem Roman, welcher zu einem Teil auf realen Begebenheiten und Erfahrungen beruht, dem leider im noch aktuellen Thema des Rassismus in der amerikanischen Geschichte. Auf die ihm eigene Erzählweise, taucht der Leser zusammen mit Elwood in das Leben in der Nickel Academy ab und wird Zeuge der grausamen Begebenheiten, die sich dort zutragen. Whitehead spielt dabei geschickt mit Rück- und Ausblenden des Protagonisten und überrascht am Ende mit einem Twist, den ich so nicht erwartet habe.

"Die Nickel Boys" ist für mich eine klare Leseempfehlung für alle, die an diesem Punkt der amerikanischen Geschichte interessiert sind. Eine Geschichte, die sich so auch an vielen anderen Orten der Welt zugetragen haben könnte oder sogar hat. Leider.

Veröffentlicht am 13.03.2019

Schillernde Zeit in Paris

An den Ufern der Seine
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"An den Ufern der Seine" von Agnes Poirier behandelt die Zeit der 40er und 50er Jahre in Paris. In dieser Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg kommen in der französischen Metropole alle möglichen Denker und ...

"An den Ufern der Seine" von Agnes Poirier behandelt die Zeit der 40er und 50er Jahre in Paris. In dieser Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg kommen in der französischen Metropole alle möglichen Denker und Künstler zusammen: Sarte, de Beauvoir, Camus, Picasso, Beckett, Miller und noch viel mehr. Sie treffen sich und diskutieren über die Politik, Literatur, Philosophie, Kunst und das Leben. Diese Nachkriegszeit war geprägt von der Aufarbeitung, der durch den Krieg verursachten Schäden. Nicht nur Sachschäden, sondern auch solche an den menschlichen Beziehungen.

Poirier gelingt es in diesem sehr gut recherchierten Buch einen kleinen Einblick in diese unglaublich faszinierende und inspirierende Zeit zu geben. Man erfährt nicht nur etwas über die historischen Begebenheiten dieser Zeit, sondern auch über seine bekanntesten Persönlichkeiten. Beim Lesen habe ich mir immer wieder gewünscht für einen kurzen Moment an der Seite dieser Personen in einem Pariser Café zu sitzen und ihren Gesprächen zu lauschen.

Das Buch ist für mich eine Art Vorgeschmack auf diese Zeit und dient einem Einstieg in die weitere eigene Beschäftigung mit dieser Epoche und seinen Denkern, Künstlern und Schriftstellern. Ein Lob gilt auch der tollen Aufmachung. Nicht nur das Cover ist sehr ansprechend gewählt. Auch das Lesebändchen in den Farben der Tricolore ist sehr passend.