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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.11.2019

Ein Plädoyer für Bewegung

Runter vom Sofa!
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Gestaltet wie ein Tagebuch, soll dieses Buch dazu motivieren, sich jeden Tag etwas zu bewegen. Denn wie wichtig Bewegung zur Vorbeugung gegen Demenz im Alter ist, weiß gerade die Autorin als ausgebildete ...

Gestaltet wie ein Tagebuch, soll dieses Buch dazu motivieren, sich jeden Tag etwas zu bewegen. Denn wie wichtig Bewegung zur Vorbeugung gegen Demenz im Alter ist, weiß gerade die Autorin als ausgebildete Neurowissenschaftlerin sehr gut. Im Buch ist hinreichend Raum für persönliche Notizen zur Erfassung der eigenen Bewegung und des erlangten Ergebnisses. Es wird angereichert durch kurze wissenschaftlich untermauerte Passagen zum Gehirn, seiner Funktionsfähigkeit und -erhaltung. Als Laie habe ich hier angesichts vieler verwendeter Fachbegriffe nicht sogleich alles verstanden. Es klingt aber dennoch nachvollziehbar. Vertiefendes Wissen lässt sich durch das frühere Buch „Beweg dich. Und dein Gehirn sagt danke“ der Autorin einholen, auf das es zahlreiche Verweise gibt. Witzige Illustrationen insbesondere des inneren Schweinehundes runden das Ganze ab. Gelesen hat man das Buch an einem Nachmittag. Die entscheidende Nacharbeit hat zu folgen – sich aufraffen und wirklich regelmäßig bewegen.

Veröffentlicht am 03.11.2019

Detektivroman mit unerwarteten Wendungen

Drei
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Kriminalromane und Thriller sind nicht unbedingt das, was ich üblicherweise lese. Das vorliegende Buch lässt mich diesbezüglich umdenken, vielleicht weil es auf den ersten Blick gar nicht unbedingt als ...

Kriminalromane und Thriller sind nicht unbedingt das, was ich üblicherweise lese. Das vorliegende Buch lässt mich diesbezüglich umdenken, vielleicht weil es auf den ersten Blick gar nicht unbedingt als Kriminalroman daherkommt, sondern eher die Psyche der Frau fokussiert wird. Und doch geschehen in der Geschichte Verbrechen, die allerdings nicht im Mittelpunkt stehen und bis zu deren Entdeckung und Aufklärung eine Reihe unerwarteter Wendungen eintreten. Im Mittelpunkt stehen drei Frauen ohne erkennbare Verbindung zueinander, denen ein allwissender Erzähler jeweils einen Buchabschnitt widmet. Es handelt sich um eine geschiedene, alleinerziehende Gymnasiallehrerin aus Tel Aviv, die den Rechtsanwalt Gil über ein Dating-Portal kennenlernt, eine Pflegekraft aus Riga, die Gils Vater gepflegt hat und der Gil eine Putzstelle bei ihm anbietet, und eine täglich in einem Café an ihrer Masterarbeit arbeitende Frau, die dort Gils Bekanntschaft macht. Während über die Frauen sehr viel zu erfahren ist, bleibt die Person von Gil eher vage. Die Verbrechen, die geschehen, scheinen unaufgeklärt zu bleiben. Der Detektiv taucht erst am Ende auf. Um die Spannung nicht zu nehmen, kann insoweit nicht mehr erzählt werden. Auf jeden Fall steigt die Spannung kontinuierlich an. Nur eine Antwort auf die Frage, warum die Verbrechen geschehen, gibt es eigentlich nicht.

Veröffentlicht am 01.11.2019

Zu viele Gewaltszenen und Fäkalsprache

Als das Leben unsere Träume fand
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Es ist das erste Buch, das ich von dem Autor gelesen habe und wird auch das einzige bleiben. Aus Prinzip breche ich kein Buch ab. Bei dem vorliegenden fiel mir das angesichts der immerhin 764 Seiten äußerst ...

Es ist das erste Buch, das ich von dem Autor gelesen habe und wird auch das einzige bleiben. Aus Prinzip breche ich kein Buch ab. Bei dem vorliegenden fiel mir das angesichts der immerhin 764 Seiten äußerst schwer und so habe ich mich durch reihenweise Schilderungen von Gewaltszenen und eine furchtbare Fäkalsprache durchgequält. Zuhälterei, Prostitution, Drogenhandel, sich bekämpfende Mafiagruppen im Buenos Aires des Jahres 1913 – das sind die beherrschenden Themen der Geschichte. Überhaupt nicht dazu passen die als Gutmenschen wirkenden drei Protagonisten, drei junge Leute, die ihre Heimat Italien bzw. Russland aus unterschiedlichen Beweggründen verlassen haben und in Buenos Aires trotz eigener Armut sogleich wichtige Rollen einnehmen. Nein, solch ein Buch möchte ich einfach nicht lesen.

Veröffentlicht am 24.10.2019

Mischung aus fiktivem Roman und historischen Fakten zum Nationalsozialismus in Norwegen

Vergesst unsere Namen nicht
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Dieses Buch hat mir ein düsteres Kapitel vor Augen geführt, das mir bislang nicht geläufig war – die Facetten des Nationalsozialismus während des zweiten Weltkriegs in Norwegen. Der Autor arbeitet die ...

Dieses Buch hat mir ein düsteres Kapitel vor Augen geführt, das mir bislang nicht geläufig war – die Facetten des Nationalsozialismus während des zweiten Weltkriegs in Norwegen. Der Autor arbeitet die Geschichte der Familie seiner Ehefrau auf. Deren jüdische Großeltern sind Jahrzehnte zuvor vor Pogromen in Russland nach Norwegen geflüchtet. Stranger stellt eine Verbindung her zu der real existierenden Trondheimer Rinnan-Bande unter ihrem gleichnamigen Anführer, unter dem norwegische Juden und Widerstandskämpfer auf grausamste Weise litten.
Dem Werdegang und Wirken des Kollaborateurs Rinnan, der in Deutschland eher unbekannt ist, gibt Stranger sehr viel, m.E. fast zu viel Raum. Der Grund hierfür ist wohl, dass über ihn sehr viele Quellen existieren, die Recherchematerial geliefert haben. Leider herrschen in den diesbezüglichen Passagen vor Gewalt strotzende Szenen und die krankhaften Fantasien des Rinnan vor, was ich in solch epischer Breite überhaupt nicht gerne lesen mag. Daher auch meine Bewertung des Buchs im Mittelfeld. Gerne hätte ich über die Familiengeschichte mehr gelesen.
In formaler Hinsicht besteht die interessante Besonderheit, dass das Buch so viele Kapitel hat wie das Alphabet Buchstaben und jede Kapitelüberschrift ein Buchstabe ist, der nachfolgend in mehreren mit ihm beginnenden Stichworten aufgenommen wird. Allerdings erkenne ich nicht immer einen Zusammenhang, so dass diese Formalität letztlich etwas konfus wirkt.
Auf jeden Fall ist das Buch ein guter Beitrag, die Erinnerung an die Gräuel des Nationalsozialismus wachzuhalten.

Veröffentlicht am 18.10.2019

Von Interesse für jemanden mit Kenntnissen der Dame Edith Sitwell

Die Dame hinter dem Vorhang
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Mir selbst hat bis dato der Name der Protagonistin Edith Sitwell, die mir in diesem zum Teil biografischen, zum Teil fiktiven Roman nun als englische, äußerst exzentrische Lyrikerin aus der ersten Hälfte ...

Mir selbst hat bis dato der Name der Protagonistin Edith Sitwell, die mir in diesem zum Teil biografischen, zum Teil fiktiven Roman nun als englische, äußerst exzentrische Lyrikerin aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts vorgestellt wird, nichts gesagt. Das ist vermutlich der Grund dafür, dass ich so richtig mit dem Buch nicht warm werden konnte. Jemand, der die Hauptfigur sowie die weiteren eingeflochtenen Personen mit Bezug zur Kunst aus ihrem Umfeld (z.B. den Fotografen Cecil Beaton, den Maler Pavel Tchelitchew) kennt, wird das Buch ganz anders lesen. Im Übrigen stört mich ein wenig, dass nur einige Episoden aus Ediths Leben grob betrachtet werden. Gerne hätte ich auch das eine oder andere Gedicht von ihr gelesen. So kommt es, dass mir der fiktive Anteil des Buches mit Ediths Vertrauten, den Dienstmädchen Emma und Jane, sehr viel besser gefallen hat. Über diese beiden Frauen hätte ich gerne noch mehr gelesen. Als sehr positiv habe ich die zu ihrer Zeit sehr modernen Ansichten Ediths zu der gesellschaftlichen Trennung zwischen englischen Adligen und ihren Bediensteten empfunden.