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Veröffentlicht am 10.12.2019

Gelungene Darstellung menschlicher Lebenswege

Der Sprung
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Angesiedelt ist die Geschichte in einer fiktiven Kleinstadt im Schwarzwald, und sie erstreckt sich über weniger als drei Tage. Es stellt eine kleine Sensation dar, als sich eine junge Frau offenbar in ...

Angesiedelt ist die Geschichte in einer fiktiven Kleinstadt im Schwarzwald, und sie erstreckt sich über weniger als drei Tage. Es stellt eine kleine Sensation dar, als sich eine junge Frau offenbar in Suizidabsicht von einem Dach stürzen will. Doch will sie das wirklich? Letztlich rückt nicht (ausschließlich) sie in den Fokus der Betrachtung, sondern eine Reihe von Menschen aus dem Ort, die entweder mit der Frau oder untereinander mehr oder weniger verbunden sind. Es sind durchschnittliche Menschen – eine Gaststätteninhaberin, das Betreiberehepaar eines Gemischtwarenladens, der Freund und die in der Lokalpolitik bekannte Schwester der Frau, ein Obdachloser, ein Polizist u.a.m. Aus ihrer Sicht, die alle ihr Päckchen im Leben zu tragen haben, sind abwechselnd die Kapitel erzählt und in ihnen ist so viel von ihren jeweiligen Schicksalen zu erfahren. Sie sind individuell, oftmals tragisch. Die Autorin hat ihre Mitmenschen gut studiert, ihre Darstellung wirkt sehr lebendig, manchmal sogar humorvoll.
Wirklich sehr lesenswert.


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Veröffentlicht am 07.12.2019

Schöne Lektüre auch jenseits der Weihnachtszeit

Die Weihnachtsgeschwister
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Anders als der Buchtitel es vermuten lässt, ist diese Geschichte zu jeder Saison schön zu lesen. Denn ihr Thema ist allgemein gültig – drei Generationen einer Familie begehen gemeinsam ein Fest. Und wie ...

Anders als der Buchtitel es vermuten lässt, ist diese Geschichte zu jeder Saison schön zu lesen. Denn ihr Thema ist allgemein gültig – drei Generationen einer Familie begehen gemeinsam ein Fest. Und wie es bei Familienfeiern nicht ganz unüblich zu sein scheint, treten bei der gegenständlichen Familie Zwistigkeiten zu Tage. Vor allem die drei unterschiedlich veranlagten erwachsenen Kinder rivalisieren miteinander. Keines versteht, wo die Harmonie und Verbundenheit geblieben sind, die sie einst als Kinder zusammengeschweißt haben. Die Eltern leiten sie auf ungewöhnliche Weise auf den richtigen Weg.
Das beschriebene Problem wird manchen Leser betreffen, so dass das Buch einen größeren Kreis ansprechen dürfte. Es dürfte viele dazu animieren, darüber nachzudenken, wie sie ein friedliches Klima innerhalb ihrer Familie herstellen bzw. aufrechterhalten können. Ob die dargebotene Lösung die „Patentlösung“ ist, glaube ich weniger. Auf jeden Fall sind die Geschwister zu plötzlich auf Versöhnungskurs. Die Geschichte liest sich recht schnell. 144 Seiten Text – noch dazu großzügig zugeschnitten angesichts mehrerer Blankoseiten an Kapitelanfängen – waren mir allerdings zu wenig. Die Geschichte hätte noch weiter gesponnen werden können. So hätte ich etwa gerne noch erfahren, wie jedes Geschwisterkind die in seiner Kernfamilie bestehenden Probleme löst.

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Veröffentlicht am 01.12.2019

Tolle Backrezepte nicht nur zur Weihnachtszeit

Das Freulein backt! zur Weihnacht
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Das Buch bietet mehr, als sein Titel und Untertitel versprechen. So manches der vorgestellten Backrezepte lässt sich durchaus auch außerhalb der Weihnachtszeit nacharbeiten. Außerdem handelt es sich nicht ...

Das Buch bietet mehr, als sein Titel und Untertitel versprechen. So manches der vorgestellten Backrezepte lässt sich durchaus auch außerhalb der Weihnachtszeit nacharbeiten. Außerdem handelt es sich nicht um typisch hessische Rezepte, sondern eher um „gesamtdeutsche“. Auf 144 Seiten hat die durch ihren Blog „Das Freulein backt“ bekannte Autorin tolle weihnachtliche Rezepte gesammelt, von denen die meisten von Lesern bei einem Aufruf bekannter hessischer Tageszeitungen eingereicht wurden und einige wenige alte Familienrezepte der Familie der Autorin sind. Der Rezeptteil ist übersichtlich gegliedert in Keksiges, Fruchtiges, Cremiges, Kuchiges, Nussiges, Salziges und Schokoladiges. Man muss das Buch einfach einmal durchblättern und sich von den großformatigen Fotos inspirieren lassen. Finden lässt sich ganz sicher das eine oder andere Rezept zum Nachbacken. Keinesfalls darf man anschließend niedergeschlagen sein, wenn das eigene Werk nicht den sehr perfekten bildnerischen Darstellungen entspricht. Sie zeigen, dass neben dem Backen auch das Fotografieren eine große Leidenschaft der Autorin ist. Die Rezepte sind wie allgemein üblich in eine Zutatenliste und eine genaue Zubereitungsanleitung unterteilt. Die optische Gestaltung des Buches ist liebevoll und gelungen. Der robuste, feste Einband ohne Schutzumschlag ist küchengeeignet.

Ein schönes Buch für Hobbybäcker.

Veröffentlicht am 30.11.2019

Ein humorvoller Krimi

Bülent Rambichler und der störrische Karpfen
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Wer wie ich keine Krimis mag, in denen es zu blutrünstig zugeht, wird mit diesem Buch gut bedient.
In beschaulicher Manie klärt der türkisch-deutsche Kommissar Bülent Rambichler in seinem fränkischen ...

Wer wie ich keine Krimis mag, in denen es zu blutrünstig zugeht, wird mit diesem Buch gut bedient.
In beschaulicher Manie klärt der türkisch-deutsche Kommissar Bülent Rambichler in seinem fränkischen Heimatdorf den Tod des in einem Fischteich ums Leben gekommenen zweiten Bürgermeisters auf. Viele Erkenntnisse liefern ihm der Zufall oder einige der urigen Dorfbewohner.
Wie es schon auf dem Buchcover heißt, handelt es sich um einen Provinzkrimi. Dieser ist angesiedelt in Franken. So wundert es nicht, dass es in den wörtlichen Reden und auch dem übrigen Begleittext nur so wimmelt von in fränkischem Dialekt gehaltenen Worten. Für mich, die ich aus Norddeutschland stamme, war das schlichtweg zu viel und hat mich in meinem Lesefluss gehindert. Nur einige Worte wurden durch Fußnoten erklärt; die Bedeutung anderer, z.B. „fei“ hat sich mir nicht erschlossen. Natürlich wirkt so die Geschichte authentischer. Zu viel war mir auch der Humor. Wenn jeder Satz auf lustig gemacht wird, wirkt das schlichtweg überfrachtet. Unpassend finde ich für einen Krimi, dass der Ermittler etwas zu sehr dem Alkohol frönt, ja sogar Haschisch konsumiert, das auch andere Romanfiguren tun, die dann noch krimineller auftreten und etwa Auto ohne Fahrerlaubnis oder im angetrunkenen Zustand fahren. Derart animieren sollte man seine Leser nicht.
Alles in allem ein mittelmäßiger Roman.

Veröffentlicht am 25.11.2019

So verwirrend wie die EU selbst

Die Hauptstadt
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Durch 459 Seiten habe ich mich geradezu gequält, oftmals versucht, das Buch ungelesen abzulegen. Das verbat ich mir aber im Hinblick darauf, dass das Buch doch immerhin den Deutschen Buchpreis erhalten ...

Durch 459 Seiten habe ich mich geradezu gequält, oftmals versucht, das Buch ungelesen abzulegen. Das verbat ich mir aber im Hinblick darauf, dass das Buch doch immerhin den Deutschen Buchpreis erhalten hat und auf dem Buchrückdeckel als großer europäischer Roman angepriesen wird.
Also versuchte ich, mich durch den Dschungel an schwer einzuordnenden Romanfiguren, die in Brüssel arbeiten, wechselnde Schauplätze und eine schwer verständliche Sprache zu navigieren. Den roten Faden habe ich nicht gefunden. Wiedergeben kann ich von dem Roman letztlich nur, dass es um absurde Entscheidungen, Streitigkeiten, Machtgeplänkel von Beamten, Referenten und anderen geht. Warum gar noch ein Mord und ein durch die Stadt laufendes Schwein Eingang in die Geschichte gefunden haben, ist mir schleierhaft. Dem allgemein dahinschwindenden Interesse der Bürger an der EU wird dieses Buch jedenfalls nicht entgegentreten können.