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Veröffentlicht am 29.11.2022

Ich hebe ab ...

Die Stewardessen. Bis zum Horizont
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Die Fortsetzung meines neuesten Romans „Die Stewardessen. Bis zum Horizont“ von Svea Lenz habe ich sehnsüchtig erwartet. Nun mache ich es mir Zuhause auf dem funkelnagelneuen Lesesessel gemütlich und ...


Die Fortsetzung meines neuesten Romans „Die Stewardessen. Bis zum Horizont“ von Svea Lenz habe ich sehnsüchtig erwartet. Nun mache ich es mir Zuhause auf dem funkelnagelneuen Lesesessel gemütlich und hebe gedanklich ab… Ready to fly ,
nichts hält mich am Boden, denn hier ist
alles Novembergrau, in Klein-Pinneberg.
Kicher und mit meiner Romanfigur Margot Frei bin ich gefühlt schon lange nicht geflogen…Aber nun Hamburg, Paris, Kairo, Los Angeles. Nur kein Neid, dass gönne ich mir einfach mal. Der neue Roman knüpft treffsicher an die alte Geschichte an. Altbekannte und neue Gesichter tauchen auf und entführen mich in ferne Gefilde. Der Spannungsaufbau ist turbulent und aufregend. Ich genieße die Liebelei, den Flirt und das Karriere-Spiel an dem ich als Leserin hautnah teilnehmen kann. Die Protagonisten Margot, Almuth, Thea sowie Pilot Claus oder auch Charmeur Hamilton sind liebevoll und authentisch erdacht und gut beschrieben. Ich fühle mit den mir sympathischen Flugbegleiterinnen, wie immer heftig und kräftig mit. Seien es die fiesen Niederlagen und Rückschläge, die zerplatzten Träume oder auch die Liebe, die wie kleine Luftlöcher für Turbulenzen sorgen und dem Leser den Atem verschlagen und kurz die Luft anhalten lassen. Aber das Stewardessen-Freundinnen Trio meistert auch diese Erfahrungen bestens und erfolgreich gemeinsam. Ich bin ganz begeistert und lasse mich schnell in den Bann ziehen. Der Schreibstil ist unterhaltsam, keck und mitreißend. Alleine die Kapitelüberschriften in Form von Songtexten finde ich ganz fein von Svea Lenz erdacht und treffend umgesetzt. Man findet da von „Sag, wie heißt du, süße Kleine“ (Hans Albers), „Lied vom Wirtschaftswunder“ (Wolfgang Neuss & Wolfgang Müller), „Ananas aus Caracas“ (Vico Torriani) oder auch „Let‘s Have a Party“ von (Wanda Jackson), um nur einige zu nennen. Für meinen Geschmack passt das hervorragend zum Roman und zur damaligen Zeit und unterstreicht die authentische Zeitreise durch die fünfziger Jahre. Pony, Petticoat und Stöckelschuhe, inszenierte pure Weiblichkeit auch bei den vorgestellten Stewardessen, das Rollenbild als Frau, der Beruf und die Karriere, das Wirtschaftswunder und die neueste Technik. Alles wird von der Autorin geschickt mit aufgegriffen. Irgendwie möchte ich das dieser Flug nie endet, dass was ich lese gefällt mir sehr. Das muntere Treiben an Bord, die Fluggäste, die Stewardessen und nicht zu vergessen die tollkühnen und wagemutigen Piloten. Und sogar ein paar historisch bedeutsame Personen hat Svea Lenz in Form von Konrad Adenauer, Frank Sinatra oder John F. Kennedy einen erneuten Auftritt gegönnt. Haaaach, schmacht passt für mich. Der Plot, die Protagonisten sowie das damalige Lebensgefühl. Aber nun, „Prepare for landing“ … Ich hatte einen angenehmen Flug und verlasse, zugegebener Maßen nur ungern, dieses Flugzeug mit meinen Lieblingsstewardessen.




Inhalt:
Margot Frei hat die halbe Welt bereist. Jetzt greift sie nach den Sternen …

Hamburg 1957. Als Stewardess hat Margot Frei die halbe Welt bereist, doch ihre Familie missbilligt dieses unabhängige Leben zutiefst. Die Lufthansa wiederum legt großen Wert darauf, dass alle Flugbegleiterinnen ungebunden bleiben, und spätestens mit der Eheschließung endet jede Karriere. Als für Margot alles auf dem Spiel steht, bekommt sie die einmalige Chance, für die legendäre Fluggesellschaft Pan Am zu arbeiten. Doch auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist nicht alles Gold, was glänzt. Margot steht vor einer schweren Entscheidung: Ist sie bereit, alles hinter sich zu lassen – auch den Piloten, an dem ihr Herz noch immer hängt?

Die Autorin:
Svea Lenz ist ein Pseudonym der erfolgreichen Autorin Nicole C. Vosseler, die ihre Leserinnen gerne in fremde Welten und vergangene Zeiten entführt. Sie hat Literaturwissenschaften und Psychologie studiert und lebt am Bodensee. Wenn sie nicht gerade an einem ihrer Romane arbeitet, reist sie am liebsten mit der Kamera um die Welt.

Weitere Bücher:
Die Stewardessen. Eine neue Freiheit (Teil 1)

Fazit:
**** Der Roman „Die Stewardessen. Bis zum Horizont“ von Svea Lenz ist im Goldmann Verlag erschienen. Das broschierte Taschenbuch hat 512 faszinierende Seiten, die den Traumberuf Stewardess aufgreifen und mich als Leserin ins Hamburg um 1957 und dann ein Stück um den Erdball haben fliegen lassen. Das so Reiselust und Fernweh geschürt werden, muss ich wohl nicht noch erwähnen.

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Veröffentlicht am 28.11.2022

Doppelgängerin ...

Sisi. Die Sterne der Kaiserin
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Sisi. Die Sterne der Kaiserin

Diane Jordan

Doppelgängerin …

Mein neuester Roman „Sisi. Die Sterne der Kaiserin“ von Mara Andeck passt für mich perfekt in die Advents- und Weihnachtszeit. Als echter ...

Sisi. Die Sterne der Kaiserin

Diane Jordan

Doppelgängerin …

Mein neuester Roman „Sisi. Die Sterne der Kaiserin“ von Mara Andeck passt für mich perfekt in die Advents- und Weihnachtszeit. Als echter Sissssssssi Fan gucke ich selbstverständlich seit frühester Kindheit immer wieder begeistert die alten TV-Filme. Aber auch einige Romane über die beeindruckende Persönlichkeit der Kaiserin Elisabeth habe ich bereits lesetechnisch verschlungen. Vor kurzem war ich sogar im Sommerurlaub mit meinem Lieblingsmenschen Karsten im Burgenland im Schloss Halbturn, um Sisi- Kleider einer Kaiserin zu bewundern und auch zu fotografieren. Und da ist mir hinterher natürlich sofort der neue Roman mit dem tollen einprägsamen Cover ins Auge gestochen, dort sieht man die Kaiserin in einem raffiniert geschnittenen, dunkelblauem Kleid, die Haare kunstvoll geflochten und mit den legendären, funkelnden und glitzernden Sternen dekoriert. Dahinter sieht man in Sepiatönen die Skyline vom Burgtheater in Wien. Beim Klappentext muss ich ein wenig kichern, da steht in goldener Schrift: Niemand kennt Sisi so gut wie ihre Friseurin. Und ja, das könnte bei einigen Damen, (mich inbegriffen) wohl auch heute noch so gelten. Das scheint ein gängiges Klischee zu sein. Ich jedenfalls tratsche mit meiner Stylistin für mein Leben gerne. Und daher kann ich mir gut vorstellen, dass es bei Sisi früher auch so war. Aber zurück zum Roman. Mara Andeck hat da etwas ganz Besonderes geschrieben, toll recherchiert, mit viel Liebe zum Detail und einem witzigen Blickwinkel. Der Spannungsaufbau ist gelungen und zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch. Die etwas andere Perspektive, aus der Sicht von Franziska Angerer (Hof-Friseurin Fanny), gefällt mir ausgesprochen gut. Ebenso der „Doppelgänger-Spaß“, den Elisabeth von Österreich sich ausgedacht hat, um etwas mehr Freiheit genießen zu können. Die beiden sehr unterschiedlichen Romanfiguren sahen sich äußerlich so ähnlich, dass Fanny als Sisi-Double Termine der Kaiserin übernehmen konnte. In meinen Augen durchaus nachvollziehbar und ziemlich clever. Die Gegensätze und Widersprüche, die die Autorin gekonnt aufgreift, sind gut gelungen. Die historischen Fakten finde ich jedes Mal ebenfalls ganz bemerkenswert und auch die Gedichte der Kaiserin, die ich auch schon in oben erwähnter Ausstellung im Burgenland, mit eigenen Augen bewundern durfte. Ganz zu Beginn gibt es im Buch die poetischen Gedanken von Sisi:

„An die Gaffer“

Ich wollt‘, die Leute ließen mich
In Ruh‘ und ungeschoren,
Ich bin doch nur sicherlich
Ein Mensch, wie sie geboren.
Es tritt die Galle aus mir fast aus,
Wenn sie mich so fixieren ……..

Ich habe da als Leserin und Sisi Fan sehr großes Mitgefühl und Verständnis. Immer und überall im Rampenlicht zu stehen, ob man will oder nicht, muss schrecklich sein. Besonders, da die Kaiserin noch sehr jung war und man da bekanntlich noch nicht so seine innere Mitte gefunden hat. Der Prolog am Anfang ist gelungen und gibt Einblick, wie alles begann. Mir gefällt in diesem Zusammenhang auch das Krönchen sowie die Schere im Kontext. Die Seiten fliegen beim Lesen nur so vor meinen Augen dahin. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm. Ich freue mich, ein Stück von Wien wiederzuentdecken, denn dort war ich auch schon zweimal und fand es wunderschön und beeindruckend vor Ort. Das Schicksal und Leben der Kaiserin samt ihrer etwas vorlauten, fröhlichen Doppelgängerin konnte mich restlos begeistern und in den Bann ziehen. Ich finde es jedenfalls bemerkenswert, dass Fanny der Kaiserin im Aussehen so stark ähnelte, dass es zu Verwechslung der Identität kommen konnte. Und für beide Frauen eine großartige Win-Win-Situation. Hach und ganz nebenbei erfährt man auch noch etwas über die Haarpflege und die gängigen Frisuren, die 1863 so angesagt waren. Allerdings muss ich fairerweise sagen, dass die Romane/ der Roman wenig mit den Weihnachts-Dreiteilern im TV zu tun haben. Das Leben der Kaiserin oder auch ihrer Familie wurde da „filmtechnisch“ ganz schön zurechtgebogen. Pinocchio ist nichts dagegen. Umso mehr freut es mich, dass ich mir anhand meiner „Sisi-Romane“ ein eigenes Bild machen kann. Und dass hier das Existenz der Kaiserin mit ihrer Hoffriseurin Fanny so fein von Mara Andeck in Szene gesetzt wurde.

Inhalt:
Ein faszinierender Blick aufs Leben der legendären Kaiserin – aus Sicht ihrer Friseurin und engsten Vertrauten Fanny Angerer

Wien 1863. Bei einer Premierenaufführung am Wiener Burgtheater wird Kaiserin Elisabeth auf die kunstvolle Frisur der Hauptdarstellerin aufmerksam. Sie verlangt, deren Friseurin zu sprechen, und bietet ihr kurzerhand eine Stelle bei Hofe an. So gelangt die junge Fanny Angerer, uneheliche Tochter einer Hebamme, an die prunkvolle Hofburg. Von nun an widmet sie sich jeden Morgen drei Stunden lang der Haarpflege der Kaiserin, die schon bald ihre intimsten Geheimnisse mit ihr teilt. Doch als Fanny sich Hals über Kopf verliebt und den Dienst quittieren will, droht Sisi ihre Friseurin und engste Vertraute zu verlieren …

Die Autorin:
Mara Andeck wurde 1967 in Freiburg geboren und ist in Tübingen aufgewachsen. Nach dem Abitur studierte sie Journalistik und Biologie in Dortmund und volontierte beim WDR in Köln. Heute lebt sie mit ihrem Mann, zwei Töchtern und zwei Hunden in einem kleinen Dorf bei Stuttgart.

Weitere Bücher:
Lilo auf Löwenstein, Wenn Liebe die Antwort ist, wie lautet die Frage? Lilias Tagebuch, Tschakka! – Freunde in Sicht: Band 2, Wer liebt mich und wenn nicht, warum? (Lilias Tagebuch 2), Wunder & so – Falls ich dich vermisse: Falls ich dich liebe. Band 2, Wen küss ich und wenn ja, wie viele? : Lilias Tagebuch, Strandgut – Mein Buch vom Meer, u.v.m.

Fazit: ***** Der Roman „Sisi- Die Sterne der Kaiserin“ ist im Goldmann Verlag erschienen. Das broschierte Taschenbuch hat 416 unterhaltsame Seiten, die mich durch die ungewöhnliche Perspektive vollauf begeistert haben.

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Veröffentlicht am 25.11.2022

Leben und leben lassen ...

Das Geheimnis des Mädchens
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Ich bin ein echter Fan von Emily Gunnis und habe auch schon ihre vorherigen Bücher begeistert verschlungen. In ihrem neuesten Roman „Das Geheimnis des Mädchens“ geht es um drei Generationen, Misstrauen, ...

Ich bin ein echter Fan von Emily Gunnis und habe auch schon ihre vorherigen Bücher begeistert verschlungen. In ihrem neuesten Roman „Das Geheimnis des Mädchens“ geht es um drei Generationen, Misstrauen, Angst, Hoffnung und auch um etwas Liebe. Wie schön, dass entspricht genau meinem Lesebeuteschema und spielt auch noch in England. Das Cover ist recht ansprechend gestaltet und passt hervorragend zu ihren anderen Titeln, die auch schon mein Eigen nennen darf. Als Betrachter kann man vier Steinstufen mit einem geöffneten Tor sehen. Es sieht wie eine Verbindung aus. In der Ferne läuft ein kleines Mädchen in einem roten Mantel zum gegenüberliegenden Anwesen. Ihre Haare flattern im Wind. Der Himmel ist dunkel und wolkenverhangen. Die Szene wirkt mysteriös und etwas unheimlich. Der Schreibstil und die Wortwahl der Autorin sind auch bei diesem Roman bildgewaltig, atmosphärisch sowie authentisch und gefallen mir sehr gut. Ebenso, wie die beiden Zitate zum Beginn des Buches. Der Plot unterteilt sich in verschiedene Zeitebenen und wird in der dritten Person erzählt. Gestartet wird mit einem packenden Prolog im Januar 1945. Ich lese gebannt Seite um Seite. Da zahlreiche Protagonisten vorkommen, wechseln auch die Perspektiven. Das macht das Buch zusätzlich spannend und unterhaltsam. Zur besseren Übersicht gibt es am Anfang des Romans einen ausführlichen Stammbaum mit den wichtigsten Namen von „Yew Tree Manor“ sowie dem „Pfarrhaus“. Die Handlung ist extrem spannend und voller Wendungen und einiger Rätsel. So etwas mag ich sehr gerne lesen. Sprachlos macht mich zudem das Zitat „Niemand schadet dem katholischen Glauben mehr als die Hebammen“ Jakob Sprenger, Malleus Maleficarum (Der Hexenhammer, 1486). Da bleibt einem aus heutiger Sicht echt die Spucke weg. Verbrechen im Namen der Kirche, waren mir zwar schon durch Kreuzzüge, Hexenverbrennung oder Inquisition bekannt, aber dass Hebammen, die helfen wollten, zum Sündenbock gemacht wurden und sich die Kirche durch diese „Berufsgruppe“ bedroht fühlte, lässt mich Schnappatmung bekommen. Der Spannungsbogen baut sich nach und nach auf und begeistert mich. Gut gelungen finde ich auch die Zeitabschnitte1969 und 2017. Klassenkonflikte, Betrug, Verrat und der Verlust werden thematisch aufgegriffen und fein dargestellt. Über einen langen Zeitraum und einige Generationen wird das „Geheimnis“ gehütet, aber auch „menschliche Abgründe“, die man so nicht vermutet hätte, tun sich hin und wieder auf. Wie bei einem Puzzle wird alles Stückchen für Stückchen nach und nach gelüftet und ergibt Sinn. Die vielfältigen Personen und unterschiedlichen Charaktere ziehen mich zudem in den Bann. Ich fiebere, leide und liebe, wie bei jedem guten Buch, dass mich packt und unter die Haut geht, mit. Besonders das Zitat von Emily Dickinson „Wenn jemand liebt, der ist nicht tot. Denn Liebe ist Unsterblichkeit“ finde ich im Kontext zu dem Roman super und passend ausgewählt.


… Zwei Familien, zwei verschwundene Mädchen, ein düsteres Geheimnis …

Inhalt:
Drei Generationen zwischen Misstrauen und Angst, Hoffnung und Liebe

England 1945: Als die junge Herrin von Yew Tree Manor bei der Geburt ihres Kindes stirbt, wird der Hebamme Tessa James der Prozess gemacht, obwohl sie als einzige alles unternommen hat, um die Frau zu retten. Dies treibt einen Keil zwischen die Familien Hilton und James, der sich mit den Jahren immer tiefer bohrt.
1969: Während einer Silvesterfeier verschwindet Alice Hilton, die sechsjährige Tochter des Hauses, aus Yew Tree Manor – und taucht nie wieder auf.
Heute: Als erneut ein Mädchen auf dem Anwesen von Yew Tree Manor verschwindet, weiß Willow James, dass sie das Geheimnis der Hebamme, ihrer Ururgroßmutter, lüften muss, damit sich die Geschichte nicht auf grausamste Art wiederholt.

Die Autorin:
Emily Gunnis arbeitete lange beim Fernsehen, unter anderem als erfolgreiche Drehbuchautorin. »Das Haus der Verlassenen« ist ihr Debutroman. Die Tochter der internationalen Bestsellerautorin Penny Vincenzi lebt mit ihrer Familie im südenglischen Sussex.
Weitere Bücher:
Das Haus der Verlassenen, Die verlorene Frau,
Fazit: ***** Der Roman „Das Geheimnis des Mädchens“ von Emily Gunnis ist im Heyne Verlag erschienen. Das gebundene Buch hat 432 Seiten, die einen beim Lesen in den Bann ziehen und auch danach nicht so schnell wieder loslassen. Mein November-Lesehighlight !






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Veröffentlicht am 22.11.2022

Menschenkenntnis …

Beschütze sie
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Heute gönne ich mir die MP3 CDs „Beschütze sie“ von Laura Dave. Die Lesung des Thrillers ist gegenüber dem Buch leicht gekürzt. Jodie Ahlborn gibt dem Hörspiel durch ihre Stimme die passende Würze. Die ...

Heute gönne ich mir die MP3 CDs „Beschütze sie“ von Laura Dave. Die Lesung des Thrillers ist gegenüber dem Buch leicht gekürzt. Jodie Ahlborn gibt dem Hörspiel durch ihre Stimme die passende Würze. Die Laufzeit ist etwas über sieben Stunden. Das Booklet ist ansprechend gestaltet. Als Betrachter sieht man eine Wasserfläche mit schwimmenden Häusern, die ansprechend zur blauen Stunde in Szene gesetzt wurde. Der Blauton wirkt auf mich beruhigend. Er strahlt Verlässlichkeit und Vertrauen aus. Die gelbe Titelschrift „Beschütze sie“ wirkt dagegen komplementär. Der Plot beginnt mit einer spannenden Szene. Als Zuhörer erfährt man, dass Hannahs Ehemann Owen spurlos verschwunden ist. Sie bleibt mit ihrer 16jährigen Stieftochter Bailey und vielen ungeklärten Fragen zurück. Ihr ganzes Leben ist komplett auf den Kopf gestellt. Dann folgt ein Rückblick von Hannah auf ihr Leben und ihre Wohnsituation vor der Heirat mit Owen. Die Aufmachung erinnert mich grob an „Letzte Spur Berlin“ aus dem TV, was ich auch ab und an gucke. Da fragt man sich auch immer „spurlos verschwunden“, „abgehauen“ oder „Verbrechen“! Auch hier fiebere ich mit meiner Protagonistin Hannah ordentlich mit. Warum ist Owen verschwunden? Was war der Trigger? Die Suche ist spannend und kostet Nerven. Und warum soll Hannah ihre Stieftochter beschützen und wovor? Allerdings ist es nicht wirklich ein Thriller. Schauer, Erregung sowie Sensation müssen da ja ausreichend gegeben sein. Bei diesem Krimi reicht es nicht ganz dafür, zumindest meiner Meinung nach. Obwohl die Grenzen zwischen Nervenkitzel und Aufklärung irgendwie dunkel oder nebulös erahnbar waren. Interessant fand ich auch den Aspekt der Menschenkenntnis. Wie gut kenne ich den Menschen an meiner Seite? Was sagt der Charakter über die nahestehende Person aus? Hannah muss einige Dinge in ihrem Leben mit Owen hinterfragen und sich auch durch Vorurteile nicht ablenken lassen. Und wie im wirklichen Leben, ist auch hier das Ende der Story überraschend, aber durchaus gelungen und schlüssig.
Und wir haben doch alle, „Hand aufs Herz“, irgendwie Geheimnisse, die wir niemanden erzählen. Oder, wie ist das bei dir? Jedenfalls sind diese MP3 CDs mein Tipp für die Adventszeit und einen gemütlichen Tag mit Kopfhörern, Tee und Kuscheldecke auf dem Sofa!

… Wir haben alle Geheimnisse, die wir niemanden erzählen …

Inhalt:
„Beschütze sie” steht auf dem Zettel, den Hannah eines Vormittags von einer Unbekannten in die Hand gedrückt bekommt. Er stammt von ihrem Ehemann Owen, der am Morgen wie jeden Tag, zur Arbeit gegangen ist. Oder? Hannah kann ihn nicht erreichen, er ist spurlos verschwunden – und von einer Sekunde auf die andere verändert sich Hannahs Leben für immer. Denn ab heute hat sie nur noch zwei Aufgaben: Die Liebe ihres Lebens wiederzufinden. Und Owens Tochter Bailey zu beschützen. Doch zu welchem Preis?

Die Autorin:
Laura Dave hat bereits einige international erfolgreiche Romane veröffentlicht. Darüber hinaus schreibt sie für namhafte Zeitungen und Magazine, wie zum Beispiel The New York Times, Oprah Magazine und Glamour. Cosmopolitan kürte sie zur »Witzigsten und furchtlosesten Erzählerin des Jahres«. "Hello Sunshine" ist nach "Ein wunderbares Jahr" Laura Daves zweiter Roman in deutscher Sprache.
Fazit: ***** Die MP3 CDs „Beschütze sie“ von Laura Dave sind im Random House Audio Verlag erschienen. Der Hörspielgenuss ist spannend und nervenkitzelig, aber nicht wirklich ein Thriller. Trotzdem konnte mich die Geschichte in den Bann ziehen und ich fühle mich gut unterhalten.


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Veröffentlicht am 20.11.2022

Vive la France …

Die Unverbesserlichen – Der große Coup des Monsieur Lipaire (Die Unverbesserlichen 1)
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Vive la France Der neue Kobr "Die Unverbesserlichen" gefällt mir ausgesprochen gut. Die humorvolle Kriminalkomödie ist meiner Meinung nach ein perfekter Einstieg in die neue Buchreihe. Diese kommt anders ...

Vive la France Der neue Kobr "Die Unverbesserlichen" gefällt mir ausgesprochen gut. Die humorvolle Kriminalkomödie ist meiner Meinung nach ein perfekter Einstieg in die neue Buchreihe. Diese kommt anders als die sonst gewohnten Allgäu-Krimis daher. Auffällig ist schon das witzige Cover. Ein Handabdruck in den typisch französischen Farben der Trikolore, darunter die angedeutete Sonne Südfrankreichs mit Palmen und Häusersilhouette, dem Wasser und einem Ruderboot. Bei mir ist es dagegen eisigkalt, nass und grau, Novemberwetter eben. Der Klappentext zieht mich schnell in den Bann. Gespannt fange ich an zu lesen und freue mich über das auffällig hübsche dreigeteilte Lesebändchen in blau, weiß und rot. Die Protagonisten wirken frisch, frech, dilettantisch und etwas chaotisch. Sie werden mit # Hashtag vorgestellt. Als Leser lernt man den Gelegenheitsgauner Guillaume Lipaire, den Wassertaxifahrer Karim, Eisverkäuferin Jacqueline oder Ex – Fremdenlegionär Paul kennen. Dazu kommen dann noch Delphine und die betagte Lebedame Lizzy, die ich besonders gut beschrieben und getroffen fand. Kicher und irgendwie erinnert sie mich heimlich an meine Ü-90 Nachbarin, die es tatsächlich so gibt. Dem Autoren Duo gelingt es prima mich bestens zu unterhalten. Der Plot ist schräg, ungewöhnlich und durch die eben erwähnten Romanfiguren herrlich skurril und unterhaltsam. Die Beschreibungen sind gut gewählt und wirken realistisch und treffend. Ebenso die Wortwahl und der Schreibstil. Besonders gut gefällt mir das Küstenstädtchen. Ich muss oft schmunzeln und fiebere aber auch eifrig mit, ob das ungewöhnliche Trüppchen, mit seinen unkonventionellen Machenschaften, Erfolg haben wird. Das Rätsel, der Familienschatz, das malerische Port Grimaud, Herz was willst du mehr. Ich verschlinge Seite um Seite des gebundenen Buches und träume mich an den Ort des Geschehens. Zu gerne wäre ich jetzt vor Ort und würde das erleben, was dort abgeht. Mein Kopfkino tut sein Übriges. Eine gelungene Abwechslung! Humorvoll und witzig zudem. Auch wenn es manchmal etwas überzogen ist, aber meines Erachtens passt das perfekt zur Thematik und zum Plot. Cool finde ich auch das Glossar am Ende des Buches. Dort lernt man ganz nebenbei die wichtigsten französischen Begriffe oder kann sein Französisch wieder aufpolieren.
Merci an die beiden Autoren für diesen tollen Auftakt zur neuen Reihe.

Inhalt:
Charmante Dilettanten: Monsieur Lipaires Gauner-Truppe träumt vom großen Coup an der Côte d’Azur - doch irgendwas geht immer schief
Ein Rätsel, das zum Familienschatz einer südfranzösischen Adelsdynastie führt, versteckt im Kanallabyrinth der malerischen Küstenstadt Port Grimaud? Das klingt zu formidable, um wahr zu sein. Gelegenheitsgauner Guillaume Lipaire sieht endlich seine Chance, schnell an viel Geld zu kommen. Er versammelt ein ungewöhnliches Team um sich, das ihm dabei helfen soll, das Rätsel zu lösen: Wassertaxifahrer Karim, Eisverkäuferin Jacqueline, Ex-Fremdenlegionär Paul, Delphine, die den örtlichen Handyladen betreibt, und die 84-jährige Lebedame Lizzy. Zusammen sind sie die Unverbesserlichen von der Côte d’Azur. Dumm nur, dass keiner von ihnen weiß, wie man einen großen Coup aufzieht und ihnen die Adeligen langsam, aber sicher auf die Schliche kommen. Ein turbulentes Katz-und-Maus-Spiel durch den pittoresken Urlaubsort beginnt, bei dem eine Katastrophe die nächste jagt.
Nach dem Allgäu mit Kommissar Kluftinger entführt uns das Bestsellerduo Klüpfel & Kobr an die traumhaft schöne Côte d’Azur.
Das Lesevergnügen geht weiter:
Band 1: Die Unverbesserlichen. Der große Coup des Monsieur Lipaire, November 2022
Band 2 : Die Unverbesserlichen. Die Revanche des Monsieur Lipaire, Mai 2023
Die Autoren:
Altusried hat einen prominenten Sohn: Kommissar Kluftinger. Volker Klüpfel, Jahrgang 1971, kommt wenigstens aus dem gleichen Ort. Nach dem Abitur zog es ihn in die weite Welt – nach Franken: In Bamberg studierte er Politikwissenschaft und Geschichte. Danach arbeitete er bei einer Zeitung in den USA und stellte beim Bayerischen Rundfunk fest, dass ihm doch eher das Schreiben liegt. Seine letzte Station vor dem Dasein als Schriftsteller war die Feuilletonredaktion der Augsburger Allgemeinen. Die knappe Freizeit verbringt er am liebsten mit seiner Familie, mit der er im Allgäu lebt. Sollte noch etwas Zeit übrig sein, treibt er Sport, fotografiert und spielt Theater. Auf der gleichen Bühne wie Kommissar Kluftinger.

Michael Kobr, geboren 1973 in Kempten im Allgäu, studierte in Erlangen ziemlich viele Fächer, aber nur zwei bis zum Schluss: Germanistik und Romanistik. Nach dem Staatsexamen arbeitete er als Realschullehrer. Momentan aber hat er schweren Herzens dem Klassenzimmer den Rücken gekehrt – die Schüler werden’s ihm danken –, um sich dem Schreiben, den ausgedehnten Lesetouren und natürlich seiner Familie widmen zu können. Kobr wohnt mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern im Unterallgäu – und in einem kleinen Häuschen mitten in den Bergen, wo die Kobrs im Winter häufig auf der Skipiste, im Sommer auf Rad- und Bergtouren unterwegs sind. Wenn nicht gerade mal wieder eine gemeinsame Reise ansteht ...
Weitere Bücher:
Affenhitze, Funkenmord, Kluftinger, Morgen, Klufti, wird’s, Herzblut, Grimmbart, Rauhnacht, Milchgeld, Erntedank, Laienspiel, Himmelhorn, Schutzpatron, Mahlzeit, u.v.m.
Fazit: **** „Die Unverbesserlichen – Der große Coup des Monsieur Lipaire“ von Klüpfel / Kobr ist im Ullstein Verlag erschienen. Das gebundene Buch hat 496 Seiten, die mir sehr gut gefallen haben und mich das Novembergrau in Pinneberg lesetechnisch vergessen lassen haben.




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