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Veröffentlicht am 07.07.2022

Hartes Leben „Bräuteschule“ …

Findelmädchen
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Findelmädchen: Aufbruch ins Glück
Hartes Leben „Bräuteschule“ …

Diane Jordan

Manche Bücher packen einen von der ersten bis zur letzten Seite. Mein neuester Roman „Findelmädchen“ von Lilly Bernstein ...

Findelmädchen: Aufbruch ins Glück
Hartes Leben „Bräuteschule“ …

Diane Jordan

Manche Bücher packen einen von der ersten bis zur letzten Seite. Mein neuester Roman „Findelmädchen“ von Lilly Bernstein ist so ein Buch. Das Cover des Taschenbuchs ist perfekt und treffend. Als Betrachter sieht man die Silhouette von Köln. Diese ist teilendsättigt und leicht im Dunst. Auf einer Brücke aus Kopfsteinpflaster stehen zwei Mädchen. Das größere hat einen lustigen Pferdeschwanz, ein adrettes Blüschen und ein kariertes Röckchen. Dicht daneben steht ein kleines dunkelhäutiges Mädchen mit krausen Haaren, was sich freundlich lächelnd umschaut. Die Szene wirkt anrührend und passt perfekt zum Plot. Der Klappentext überzeugt mich sofort. Eine Familiensaga ganz nach meinem Geschmack. Die Protagonisten sind fein erdacht und authentisch beschrieben. Helga, Jürgen, deren Ersatzfamilie sowie Familie wirken lebensecht. Der Schreibstil von Lilly Bernstein ist sensationell. Mitreißend, gefühlvoll und emotional aufs Papier gebracht. Die geschilderten Szenen gehen unter die Haut. Ich bin ganz begeistert. So ein tolles Buch habe ich lange nicht mehr gelesen. Der Spannungsbogen zieht sich durch das gesamte Buch. Begonnen wird im Dezember 1954, der Leser erfährt von Helga und Jürgen und deren Schicksal. Dieses berührt schon sehr. Ebenfalls die spätere Familienzusammenführung mit dem Vater durch den Kindersuchdienst und den französischen Ersatzeltern der beiden. Die Handlung spielt in verschiedenen Zeitebenen und wird durch verschiedene Erzähler dem Leser nach und nach nähergebracht. Besonders spannend wird die Geschichte durch regelmäßige Tagebucheintragungen der „verschollenen“ Mutter der Geschwister, was mir sehr gut gefällt. Puzzlestück um Puzzlestück wird eine grandiose Geschichte daraus. Lilly Bernstein gelingt es durch eindringliche und emotionale Schilderungen, den Leser in den Bann zu ziehen. Toll recherchiert und fein mit den Romanfiguren umgesetzt. Der Traum von Bildung und Beruf, Emanzipation und dem Rollenbild der Frau auf der einen Seite, versus der „unmenschlichen“ Bedingungen, die Findelkinder und ganz besonders die „Besatzungskinder“ aushalten und ertragen mussten, ist fantastisch beschrieben. Ich musste beim Lesen ein paarmal mit den Tränen kämpfen. Auch die für uns heute anmutenden „merkwürdigen“ Gesetze, die es zur damaligen Zeit gab, wie zum Beispiel die „Kuppelei“. Undenkbar heute, aber früher gang und gäbe. Ebenso wie der Besuch bei der „Engelmacherin“, die „illegale“ Schwangerschaften unterbrach. Schüttel, gruselig! Der Roman ist eine tolle Mischung aus Familiensaga und Gegenwartsliteratur, Wirtschaftswunder und Nachwehen des Krieges. Die „Bräuteschule“ und das „Waisenhaus“ sowie die kaltherzigen Nonnen werden so gekonnt beschrieben, dass man meint das alles selber erlebt zu haben. Zudem kommen mir Schilderungen meiner Mutter (Jahrgang 1943) in den Sinn, die im Sauerland selber auf einem von Nonnen geführten Gymnasium unterrichtet wurde. Damals musste sie als „Försters Töchterlein“ noch Stöcke aus dem Wald mitbringen, denn die „Prügelstrafe“ gab es damals noch. Allerdings berichtete meine Mutter, dass sie die Stöcke, die sie dort abliefern musste vorher dick mit Zwiebeln eingerieben habe, damit die eher brechen, wenn die Schülerinnen gehauen wurden und meist traf es sie zuerst, da sie immer für einen Streich zu haben war…. Da muss man doch schlucken, was für harte Zeiten, genau wie in dem vorliegenden Roman. Zum Glück wird am Ende fast alles gut! Und ich möchte nicht spoilern und zu viel verraten, aber dieses Buch mussssssss unbedingt gelesen werden! Und: „by the way“: Für das Cover-Foto habe ich Teile meiner über 50 Jahre alten Puppenstube genutzt und auch drei gedrechselte Holzmurmeln, die im Buch eine zentrale Rolle spielen …. Achtet mal drauf ,-)!

Inhalt:
Das Wirtschaftswunder und die Nachwehen des Krieges: Eine junge Frau erkämpft sich ihren Weg

Köln 1955: Die 15-jährige Helga und ihr Bruder Jürgen leben endlich wieder bei ihrem aus russischer Kriegsgefangenschaft heimgekehrten Vater. Von der Mutter fehlt seit Kriegsende jede Spur. Der Vater baut sich mit einem Büdchen eine neue Existenz auf, Jürgen beginnt bei Ford. Helga aber, die sich nichts sehnlicher wünscht, als aufs Gymnasium zu gehen, soll sich in der Haushaltungsschule auf ein Leben als Ehefrau vorbereiten. Während eines Praktikums im Waisenhaus muss sie entsetzt mitansehen, wie schlecht die Kinder dort behandelt werden. Schützend stellt sie sich vor ein sogenanntes »Besatzerkind«. Und sie verliebt sich. Doch die Schatten des Krieges bedrohen alles, was sie sich vom Leben erhofft hat …

Die Autorin:
Lilly Bernstein ist das Pseudonym der Kölner Journalistin und Autorin Lioba Werrelmann, deren Debütroman Hinterhaus 2020 mit dem Friedrich-Glauser-Preis ausgezeichnet wurde. Sie stammt aus einer Bäckersfamilie und wuchs zwischen Laden und Backstube auf. Ihre Mutter ist ebenfalls Bäckerskind und hat die Nachkriegszeit noch in lebendiger Erinnerung. Trümmermädchen - Annas Traum vom Glück ist Lilly Bernsteins persönlichster Roman. Mit seiner Veröffentlichung geht für die Autorin ein Herzenswunsch in Erfüllung.

Weitere Bücher:

Trümmermädchen

Fazit: ***** plus, plus, plus! Der Roman „Findelmädchen“ von Lilly Bernstein ist im Ullstein Verlag erschienen. Das broschierte Taschenbuch hat 592 emotionale Seiten, die sehr gut recherchiert sind und voller Herzenswärme geschrieben wurden.





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Veröffentlicht am 06.07.2022

Plüschohr - Knopf im Ohr …

Fräulein Steiff
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Fräulein Steiff

Diane Jordan

Ich oute mich mal als leidenschaftliche Leserin von Biografien. Lesetechnisch tauche ich dazu gern in das Leben anderer Personen ein, wie bei meinem neuesten Roman “Fräulein ...

Fräulein Steiff

Diane Jordan

Ich oute mich mal als leidenschaftliche Leserin von Biografien. Lesetechnisch tauche ich dazu gern in das Leben anderer Personen ein, wie bei meinem neuesten Roman “Fräulein Steiff“ von Maren Gottschalk. Dieses dicke, gebundene Buch nimmt den Leser mit auf eine faszinierende Reise durch das Leben der Margarete Steiff. Besonders toll, da ich seit über 50 Jahren selbst einige Steiff-Tiere mein Eigen nennen darf. Diese lebensbejahende und mutige Frau, die vor über 173 Jahren gelebt hat, bewundere ich sehr, ebenso wie ihr emsiges Streben und Schaffen. Der Roman beginnt mit einem Register über die wichtigsten historischen Personen, also Fräulein Steiffs Freunde, Verwandte sowie Bekannte und einige erfundene Personen werden dem Leser dort kurz vorgestellt. Weiter geht es mit einem liebenswerten, warmherzigen Prolog über einen verletzten Teddy, der mich gleich in den Bann gezogen hat, da ich diese pelzigen Gesellen selber sammle und liebe. Jetzt folgen einige Zeitsprünge. Der Plot gliedert sich grob in zwei Erzählstränge, thematisiert werden die Jahre 1849 bis 1907. Das bewegte Leben, die Krankheit (Kinderlähmung), der Beruf sowie die Entstehung des kleinen Stoffelefanten in Form eines Nadelkissens sowie der Bau der ersten richtigen Steiff-Fabrik werden gut und verständlich wiedergegeben. Die Seiten fliegen beim Lesen nur so vor meinen Augen dahin, die Spannungskurve zieht sich durch den gesamten Roman. Die junge Margarete Steiff kämpft gegen viele Widerstände und als erfolgreiche Unternehmerin zur damaligen Zeit zu starten und anerkannt zu werden, stelle ich mir doppelt schwer vor. Der Schreibstil der Autorin ist leicht verständlich und detailreich beschrieben. Soviel Wissen geschickt zwischen zwei Buchdeckeln zu präsentieren, ist schon eine Kunst für sich. Die mir vorher unbekannte Autorin werde ich mal im Auge behalten und auch bei ihren anderen Büchern stöbern. Mein vorliegender Roman über das Leben des „Fräulein Steiff“ punktet mit viel Insiderwissen zum Leben meiner Romanheldin, was mir prima gefällt. Die Schilderungen und Erlebnisse werden mitreißend und emotional packend wiedergegeben. Dadurch wirkt das Ganze für mich als Leserin greifbar und echt. Manche Szenen wurden durch die Autorin so gut geschildert, dass ich fast das Gefühl hatte, die Protagonistin und ihr Umfeld selber zu kennen. Beeindruckend zudem die unzähligen Steine, die Margarete Steiff in den Weg gelegt wurden. Und die sie tatkräftig und humorvoll nach und nach, trotz ihrer körperlichen Beeinträchtigungen, beseitigt hat. Tirer Chapeau (Hut ziehen) vor dieser großartigen Leistung und vor dieser wundervollen Frau und ihrem lebensüberdauern Werk, was bis heute große und kleine Steiff-Tier-Fans verzückt, mich eingeschlossen.

Inhalt:
Ein starker Wille, Humor und eine ausgeprägte Neugier – schon als kleines Mädchen will die 1847 im schwäbischen Giengen geborene Margarete die Welt erobern. Selbst nachdem sie unheilbar an Kinderlähmung erkrankt und nie wieder wird laufen können, lässt sie sich den Lebensmut nicht nehmen. Entschlossen folgt sie ihrem Ziel, unabhängig zu sein, und setzt nicht nur ihren Wunsch durch, Schneiderin zu werden, sondern eröffnet auch ein florierendes Filzgeschäft. Und dann kommt der Tag, der alles verändern wird: Margarete näht aus einer spontanen Laune heraus ein Nadelkissen in Gestalt eines Elefanten. Als sie es ihrem kleinen Neffen in die Hände legt, scheint das Tier auf magische Weise zum Leben zu erwachen - und da hat Margarete plötzlich eine Idee …

Die Autorin:
Maren Gottschalk wurde 1962 in Leverkusen geboren. Sie studierte in München Geschichte und Politik und promovierte über Geschichtsschreibung. Seit 1991 schreibt sie Beiträge für die WDR-Radiosendung ZeitZeichen und verfasst daneben Biographien und Romane. Sie lebt in Leverkusen und arbeitet in Köln.

Weitere Bücher:
Wie schwer ein Menschenleben wiegt: Sophie Scholl, Frida: Roman, Factory Man. Die Lebensgeschichte des Andy Warhol, Die Morgenröte unserer Freiheit: Die Lebensgeschichte des Nelson Mandela, Königinnen: Fünf Herrscherinnen und ihre Lebensgeschichten, Die Farben meiner Seele: Die Lebensgeschichte der Frida Kahlo, Jenseits von Bullerbü: Die Lebensgeschichte der Astrid Lindgren, Die Symmetrie der Liebe, u.v.m.

Fazit: ***** Der Roman „Fräulein Steiff“ von Maren Gottschalk ist im Goldmann Verlag erschienen. Das gebundene Buch hat 416 Seiten über eine bemerkenswerte Persönlichkeit.





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Veröffentlicht am 04.07.2022

Das weiße Gold …

Himmel über dem Salzgarten
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Himmel über dem Salzgarten

Das weiße Gold …

Diane Jordan

Salz gibt es bestimmt in fast jedem Haushalt. Aber wusstet ihr auch, dass es da große Unterschiede und unzählige Sorten gibt, wie Steinsalz, ...

Himmel über dem Salzgarten

Das weiße Gold …

Diane Jordan

Salz gibt es bestimmt in fast jedem Haushalt. Aber wusstet ihr auch, dass es da große Unterschiede und unzählige Sorten gibt, wie Steinsalz, Meersalz, Flor de Sal, Rotes Hawaii-Salz oder Persisches Blausalz? In meinem neuesten Roman „Himmel über dem Salzgarten“ von Tabea Bach geht es um eine emotionale Geschichte über Liebe und Familie und den Mut, das Richtige zu tun. Der Plot spielt auf der kanarischen Insel La Palma und sollte nicht, wie es mir erst passiert ist, mit „Palma de Mallorca“ verwechselt werden. Also immer gut in Erdkunde aufpassen . Aber Spaß beiseite, Sommerzeit ist Lesezeit - jedenfalls bei mir. Und so habe ich mich sehr über die Fortsetzung des Romans gefreut, da ich nun endlich erfahre, wie es meiner Romanheldin Julia mit ihrer großen Liebe Álvaro geht. Das Cover gefällt mir prima, passt es doch hervorragend zum ersten Teil. Der wehende Seidenschal hat Wiedererkennungswert und ist ein echter Eyecatcher, jedenfalls in meinen Augen. Das Namensregister im Buchumschlag finde ich hilfreich, sind es doch einige Welten, in denen man sich als Leser zurechtfinden muss. Der Schreibstil der Autorin wirkt authentisch und echt. Die Charaktere Julia, Álvaro, Jens, Emil, Tanja oder Amelie sind liebevoll erdacht und gut beschrieben. Neben den genannten Romanfiguren gibt es noch zahlreiche Nebenfiguren, die ebenfalls wichtig für den Verlauf der Geschichte sind. Allerdings ist Julias Bruder ein echtes Ekelpaket und mir ganz und gar nicht sympathisch, ebenso wie seine überfallartigen Auftritte. Ich liebe den gewählten Schauplatz besonders und kann mir das Ganze so auch noch besser vorstellen.
Ich mag das Zitat: "Einen Freund kennt man erst dann gut, nachdem man viel Salz mit ihm gegessen hat" (Aristoteles), das gleich am Anfang des Taschenbuchs steht. Sicherlich liegt viel Wahrheit in diesem Ausspruch und bestimmt haben die meisten auch schon solche Erfahrungen gemacht. Teil 2 der Salzgarten-Reihe kann unabhängig von Teil 1 gelesen werden, ich empfehle aber mit „Sonne über dem Salzgarten“ zu starten. Die meisten Protagonisten kommen dort schon vor und natürlich ist es schön zu sehen, wie deren weitere Entwicklung verläuft. Der Schreibstil der Autorin ist leicht und flüssig. Die Beschreibungen lassen beim Lesen mein Kopfkino anspringen.
..."die untergehende Sonne brachte den Himmel über dem Atlantik zum Erglühen. Der gesamte Himmel schien in Flammen zu stehen, gefärbt in unfassbar vielen Schattierungen von Gelb-, Orange- und Rottönen. Das Meer wirkte wie aus flüssigem Gold" ...
Da kommt doch Fernweh auf. Ich jedenfalls will sofort auf die beschriebene Insel! Und der Plot ist auch in Teil zwei durchaus spannend. Die Spannungskurve baut sich nach und nach auf und hat einige unvorhergesehene Überraschungen für den Leser parat. Meine Romanheldin Julia muss jedenfalls einiges aushalten, bis sich die Wolken am Himmel über dem Salzgarten verziehen. Zudem läuft einem beim Lesen oft das Wasser im Munde zusammen, da in dem vorliegenden Roman schmackhafte und leckere Rezepte für die ein oder andere Köstlichkeit verraten werden. Julias Salzkaramellbonbons und das Rosensalz werde ich am Wochenende nachmachen. Ich bin jetzt schon so gespannt, ob mir das auch so toll gelingt, denn irgendwie muss ich die Zeit, bis es etwas Neues aus der Salzgarten-Saga gibt, ja sinnvoll überbrücken …
Seufz…, denn „Weihnachtszauber im Salzgarten“ ist erst in Vorbereitung.

… „Denn das Glück ist eine Insel“ …

Inhalt:
Julia und Álvaro sind glücklich miteinander. Der traditionelle Salzgarten mit seinem erlesenen Meersalz ist erfolgreich. Julias kleines Restaurant wird immer beliebter. Alles könnte so schön sein, wenn nicht ausgerechnet Jens, Julias Bruder und Vater ihres Patensohns Emil, ganz in der Nähe eine Tauchstation für Touristen eröffnen wollte. Denn zu Jens' Plan gehört, dass einige Unterwasserfelsen gesprengt werden, damit er Zugang zu weiteren Tauchgründen bekommt. Doch diese Sprengungen würden das gesamte Ökosystem an diesem Küstenabschnitt gefährden - und natürlich auch den Salzgarten.
Kann Julia den Salzgarten und die einzigartige Unterwasserwelt retten? Muss sie sich entscheiden zwischen ihrer Familie und dem Mann, den sie liebt?
Ein mitreißender Roman um Liebe und die Erkenntnis, dass man die Vergangenheit loslassen muss, um bereit für die Zukunft zu sein.
Die Autorin:
Tabea Bach war Operndramaturgin, bevor sie sich dem Schreiben widmete. Sie wuchs in Süddeutschland und Frankreich auf. Ihr Studium führte sie nach München und Florenz. Heute lebt sie mit ihrem Mann in einem idyllischen Dorf im Schwarzwald.

Weitere Bücher:
Sonne über dem Salzgarten (Band 1), Seidenvilla (Band 1- 4), Kamelien-Insel (Band 1- 4), Sterne über dem Salzgarten (Feb. 23), u.v.m.

Fazit: ***** Der Roman „Himmel über dem Salzgarten“ von Tabea Bach ist im Lübbe Verlag erschienen. Das broschierte Taschenbuch hat 352 mitreißende Seiten, tolle Rezepte und eine Menge Infos über Salz.

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Veröffentlicht am 28.06.2022

Machtspiele ...

Der Plan – Zwei Frauen. Ein Ziel. Ein gefährliches Spiel.
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Den neuen Thriller „Der Plan“ von Julie Clark habe ich sehnsüchtig erwartet, da mir „Der Tausch“ schon sehr gut gefallen hat. Meine Erwartungen an dieses Buch sind also sehr hoch. Das Cover ist zudem ganz ...

Den neuen Thriller „Der Plan“ von Julie Clark habe ich sehnsüchtig erwartet, da mir „Der Tausch“ schon sehr gut gefallen hat. Meine Erwartungen an dieses Buch sind also sehr hoch. Das Cover ist zudem ganz nach meinem Geschmack. Als Betrachter sieht man eine dunkle, bedrohliche Welle auf sich zurasen, die alles zu verschlucken scheint. Darüber ist in roter Schrift der Titel eingefügt. Dieses Rot signalisiert mir die Bedrohung, aber auch die Stärke und die Dynamik, die in diesem Buch zu stecken scheint. Gestartet wird mit einer Widmung, die auf den ersten Blick mysteriös erscheint. Später aber durchaus Sinn ergeben.

…“Für Pap-Pap, der mir gesagt hat, dass ich es kann. Für Mum, die mir gezeigt hat, dass ich es kann“ …

Der Thriller beginnt in der Gegenwart und macht dann einen Zeitsprung in die Vergangenheit in Los Angeles. Die Erzählweise ist in der Ich-Perspektive. Die Protagonistinnen heißen Kat & Meg. Die beiden sind grundverschieden und ein wenig wie „Tag und Nacht“, was für mich einen zusätzlichen Kick, beim Lesen des Buches gibt. Kapitel für Kapitel und Seite um Seite wird es spannender. Meg will sich endlich zurückholen, was ihr gehört. Von dem Mann der ihr alles genommen hat. Sie hat den perfekten Plan entworfen und will nichts dem Zufall überlassen. Der Plot ist eine großartige Mischung aus Lüge und Manipulation sowie geballter Frauenpower. Die verdeckte Einflussnahme geschieht geschickt, durch Erzeugen von Angst und steigert sich von Kapitel zu Kapitel. Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und lesenswert. Die Wortwahl angemessen und der Spannungsaufbau gelungen. Ein Cocktail aus Täuschung und Rache, gewürzt mit der ein oder anderen Sensation. Beim Lesen weiß man nie so genau, wer Freund oder Feind ist und ob die angestrebte Gerechtigkeit am Ende siegt. Kat hat zehn Jahre darauf gewartet, dass die Frau wieder auftaucht, die ihr Leben zerstört hat. Besonders die persönliche Vergeltung für das persönlich erlittene Unrecht blitzt immer wieder wie eine scharfe Messerspitze zwischen den Seiten hervor. Wird Kat Megs Plan auffliegen lassen? Ich könnte mir diesen Thriller gut als Verfilmung vorstellen, da er alle Zutaten besitzt, die dieses Genre ausmachen.

Inhalt:
Der neue packende Thriller der Nr.-1-SPIEGEL-Bestsellerautorin – Zwei Frauen. Ein Plan. Und die Frage: Freundin oder Feindin?

Meg ist eine Meisterin der Täuschung, und sie hat nur ein Ziel: Gerechtigkeit. Sie schleicht sich in die Leben skrupelloser Männer, die sich auf Kosten von Frauen bereichern, und bringt diese um ihr Vermögen und ihren guten Ruf. Doch nun wird es Zeit für ihren letzten Plan: Endlich will sie den Mann zu Fall bringen, mit dem alles begann. Aber sie ahnt nicht, dass ihr jemand auf den Fersen ist. Es ist eine Frau. Und auch sie will Rache …

Die Autorin:
Julie Clark wuchs in Santa Monica auf. Während sich ihre Freunde auf Surfbrettern in die Wellen stürzten, las sie lieber Bücher am Strand. Nach dem Studium arbeitete sie in Berkeley an der University of California. Dann kehrte sie zurück nach Santa Monica, wo sie heute mit ihren beiden Söhnen und einem Goldendoodle lebt und als Lehrerin tätig ist. Mit ihrem gefeierten internationalen Debüt »Der Tausch« eroberte sie die SPIEGEL-Bestsellerliste im Sturm und stand wochenlang auf Platz 1.

Weitere Bücher:
Der Tausch, u.v. Englisch sprachliche Bücher

Fazit: ***** Der Thriller „Der Plan“ von Julie Clark ist im Heyne Verlag erschienen. Das broschierte Taschenbuch hat 384 fintenreiche Seiten, die spannender nicht sein können. Genial geschrieben und mein unbedingter Kauftipppppp für den Lese-Sommer 2022.




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Veröffentlicht am 26.06.2022

Lügen haben kurze Beine …

Minna. Kopf hoch, Schultern zurück
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Minna. Kopf hoch, Schultern zurück: Mütter-Trilogie 1

Lügen haben kurze Beine …

Mein neuer Roman besticht durch ein Cover, dass wie ein Eyecatcher wirkt. Rosa Untergrund, Blumengrafik in schwarzweiß ...


Minna. Kopf hoch, Schultern zurück: Mütter-Trilogie 1

Lügen haben kurze Beine …

Mein neuer Roman besticht durch ein Cover, dass wie ein Eyecatcher wirkt. Rosa Untergrund, Blumengrafik in schwarzweiß und in Glanzlack ein altes Foto. Das Foto zeigt eine lächelnde jungen Frau mit niedlichem Kleinkind auf dem Schoß. Im Booklet versteckt sind ebenfalls drei weitere Fotos die im Plot wichtig sind, was mir sehr gut gefällt. Der Klappentext ist ganz nach meinem Geschmack. Ebenso wie die Protagonisten Schneiderin Minna, ihre Familie sowie Fred um nur einige zu nennen. Diese hat die Autorin fein umgesetzt und detailreich beschrieben. Lesetechnisch tauche ich im Mai 1978 in den Prolog ein. Dieser macht neugierig auf die weitere Geschichte, die allerdings im März 1924 beginnt. Der historische Roman teilt sich in mehrere Abschnitte und spielt in den Städten Minden und Düsseldorf, die ich auch beide sehr gut kenne, da ich sie schon besucht habe. Die einzelnen Kapitel werden aus den verschiedenen Sichten von Minna, Adele, Ida, Fred oder Karl geschildert. Die Buch-Charaktere sind authentisch beschrieben und wirken echt, was in meinen Augen allerdings auch kein Wunder ist, da die Autorin sich aus dem Nähkästchen ihrer eigenen Familie bedient. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut, da er leicht lesbar und die Schreibweise flüssig und leicht ist, trotz der Nachkriegsthematik. Die Rolle der Frau zwischen Küche, Karriere und Kirche wird gut skizziert. Hinzu kommt eine Zeitreise, die nicht nur dunkelste Geschichte in Erinnerung ruft, sondern das gesellschaftliche Leben mit Nationalismus, Krieg und Nachkriegszeit Gesicht gibt. Ich leide - wie immer - heftig mit meiner Romanfigur Minna mit. Sie möchte alles unter einen Hut bekommen: Ehe, Familie und Karriere im Atelier. Dieses ist schwieriger als gedacht und es werden ihr immer wieder Steine in den Weg gelegt, denn die Zeit scheint noch nicht reif für solche Veränderungen. Die Goldenen Zwanziger, der Wirtschaftsaufschwung, die Spaltung der Gesellschaft sowie die offene Armut werden gut verdeutlicht. Minna versucht zwar die Chance zur Emanzipation zur ergreifen und verdient ihr eigenes Geld, aber das ist ihrem Umfeld ein Dorn im Auge.
Die bewegende Familiensaga mit all ihren Geheimnissen ist ganz nach meinem Geschmack.

Inhalt:
Die guten Momente festhalten. Und niemals aufgeben!

Düsseldorf 1924. Die junge Schneiderin Minna stammt aus einfachen Verhältnissen und kommt mit großen Hoffnungen in die mondäne Stadt. Sie will glücklich werden, sich aus der Armut befreien und eine Familie gründen. Als sie sich in den wohlhabenden Fred verliebt, scheinen sich alle Wünsche zu erfüllen. Doch ihr starker Wille und ihr Erfolg als Schneiderin stellen die Ehe immer wieder auf die Probe. In der Zeit, in der sie lebt, gibt es kein Verständnis für eine Frau, die eigene Entscheidungen trifft. Schon bald muss Minna zwischen den Konventionen und ihren Wünschen wählen, und ihre Träume scheinen in weite Ferne zu rücken. Doch Minna kämpft gegen alle Widerstände um ihr Glück.

Die Autorin:
Felicitas Fuchs ist das Pseudonym der Erfolgsautorin Carla Berling, die sich mit Krimis, Komödien und temperamentvollen Lesungen ein großes Publikum erobert hat. Schon bevor sie sich ganz dem Schreiben widmete, war sie als Reporterin und Pressefotografin immer sehr nah an den Menschen und ihren Schicksalen. In ihrer dramatischen Familiengeschichte verarbeitet sie autobiografische Elemente zu einer packenden Trilogie über drei starke Frauen.

Weitere Bücher:
Hanne (Teil 2, Januar 23), Romy (Teil 3, Juli 23),

Fazit: *****Der Roman „Minna. Kopf hoch, Schultern zurück: Mütter-Trilogie 1“ ist im Heyne Verlag erschienen. Das broschierte Taschenbuch hat 608 fesselnde und bewegende Seiten. Eine Familiensaga die ich begeistert verschlungen habe und auf deren Fortsetzung ich schon sehr gespannt bin.


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