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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.08.2026

"Mitternachtsbibliothek" im neuen Gewand

Die Mitternachtsreise
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Der Nachfolger der "Mitternachtsbibliothek" ist im Handel. Er ist zwar unabhängig zu Band 1 zu lesen, ist thematisch aber sehr ähnlich. Vordergründig wird das Thema behandelt: Was ist der Sinn meines Lebens? ...

Der Nachfolger der "Mitternachtsbibliothek" ist im Handel. Er ist zwar unabhängig zu Band 1 zu lesen, ist thematisch aber sehr ähnlich. Vordergründig wird das Thema behandelt: Was ist der Sinn meines Lebens? Was macht mich glücklich? Was würde ich mit dem späteren Wissen anders machen?

Das Setting ist so, dass man Wilbur am Ende seines Lebens kennenlernt, er stirbt und macht vor der "Ewigkeit" nochmal eine Reise durch sein Leben im "Midnight Train" (so der Titel der Originalausgabe). Dadurch lernt man alle schicksalhaften Wendungen und Personen seines Lebens kennen. Die Hauptfigur ist dabei an sich sympathisch, genauso wie auch die meisten anderen Figuren im Roman. Für mich war der Roman aber an manchen Stellen etwas langatmig. Der Schreibstil ist - wie man es von Matt Haig gewohnt ist - kurzweilig und eloquent, für mich hätte er aber an manchen Stellen etwas pointierter sein können. Teilweise waren die Aussagen mit sehr viel Pathos gefüllt.

Für mich: Die "Mitternachtsbibliothek" in neuem Gewand. Ich hätte mir etwas mehr Überraschung gewünscht.

Veröffentlicht am 30.07.2026

Toller Auftakt der Sturmland-Reihe!

Sturmland
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In "Sturmland" entführt Miriam Georg uns auf die Nordseeinsel Norderney im 19. Jahrhundert. Dort begegnen sich die unter falschem Namen geflohene Reedertochter Cora und der Tagelöhner Onnen. Zwei Menschen ...

In "Sturmland" entführt Miriam Georg uns auf die Nordseeinsel Norderney im 19. Jahrhundert. Dort begegnen sich die unter falschem Namen geflohene Reedertochter Cora und der Tagelöhner Onnen. Zwei Menschen mit einer Vergangenheit, die sie lieber verborgen halten würden, und deren Schicksal sich miteinander verwebt.

Wie schon in ihren vorherigen Romanen gelingt es Miriam Georg, historische Atmosphäre mit einer emotionalen und spannenden Geschichte zu verbinden. Die Kulisse der Nordsee, das Leben auf den Inseln und das Flair des 19. Jahrhunderts sind sehr authentisch beschrieben, dass ich beim Lesen sofort in die Geschichte eintauchen konnte. Besonders ans Herz gewachsen sind mir die beiden Hauptfiguren: Sowohl Cora als auch Onnen sind zwei liebevolle Charaktere mit großem Identifikationspotenzial. Die Dynamik zwischen ihnen machen einen großen Reiz des Romans aus und sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Aber auch alle weiteren Charaktere finde ich sehr toll beschrieben.

Der Spannungsbogen bleibt durchweg hoch und immer wieder sorgen neue Entwicklungen dafür, dass man unbedingt weiterlesen möchte. Und dann natürlich das typische Ende: Der Cliffhanger macht sehr neugierig auf den zweiten Band!

Alles in allem ist Sturmland ein toller Auftakt, der mit starken Figuren und einer spannenden Handlung überzeugt. Für mich reiht sich der Roman nahtlos in die bisherigen Werke von Miriam Georg ein.

Veröffentlicht am 21.07.2026

Kann man einen Menschen zweimal kennenlernen?

Eine Liebe ohne Sommer
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In dem Roman "Eine Liebe ohne Sommer" erzählt Timothy Paul von Rosa, die nach dem plötzlichen Tod ihres Partners Nikolas versucht, Antworten auf die Fragen zu finden, die verborgen blieben. Auf ihrer Suche ...

In dem Roman "Eine Liebe ohne Sommer" erzählt Timothy Paul von Rosa, die nach dem plötzlichen Tod ihres Partners Nikolas versucht, Antworten auf die Fragen zu finden, die verborgen blieben. Auf ihrer Suche begegnet sie Menschen aus seinem Leben und erkennt, dass jeder Mensch viele Seiten hat.

Besonders gefallen hat mir der Schreibstil. Die Geschichte liest sich angenehm flüssig und entwickelt einen durchgehenden Spannungsbogen, sodass ich immer weiterlesen wollte. Auch die eingestreuten SMS-Nachrichten und Notizbucheinträge lockern den Roman auf, was ich sehr mochte. Ebenso haben mir die wechselnden Zeitebenen gefallen und der Gedanke, dass man einen Menschen gewissermaßen zweimal kennenlernen kann (zu Lebzeiten und durch Erinnerungen).

Mit den Figuren bin ich allerdings nicht vollständig warm geworden. Vor allem Rosas Trauer wirkte auf mich stellenweise distanziert, wodurch ich mich emotional nur schwer in sie hineinversetzen konnte. Auch Ellen blieb für mich etwas zu konstruiert und hätte aus meiner Sicht mehr Sympathie vertragen. An einigen Stellen hätte die Geschichte für meinen Geschmack zudem noch etwas straffer erzählt werden können.

Alles in allem ist es ein einfühlsamer Roman über Verlust, Erinnerung und die vielen Facetten eines Menschen. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen.

Veröffentlicht am 20.07.2026

Kurzweiliger Schreibstil, aber nicht ganz überzeugend

Halbwach
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In "Halbwach" erzählt Sophia Como die Geschichte von Zoe, einer Autorin, die feste Beziehungen bewusst meidet. Als sie Mael kennenlernt, der ebenfalls keine Bindung eingehen möchte, gerät ihr Lebenskonzept ...

In "Halbwach" erzählt Sophia Como die Geschichte von Zoe, einer Autorin, die feste Beziehungen bewusst meidet. Als sie Mael kennenlernt, der ebenfalls keine Bindung eingehen möchte, gerät ihr Lebenskonzept ins Wanken und sie beginnt, ihre Vorstellungen zu hinterfragen.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört. Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Geschichte entwickelt von Beginn an einen guten Spannungsbogen. Mit der Protagonistin selbst bin ich allerdings nicht richtig warm geworden. Viele ihrer Entscheidungen und Verhaltensweisen konnte ich nur bedingt nachvollziehen, wodurch für mich eine gewisse Distanz blieb. Ihre Vergangenheit und die Ursachen für ihre Bindungsängste wurden zwar thematisiert, blieben für mich aber dennoch irgendwie schwer zu greifen.

Hinzu kam, dass mir einige der Themen rund um Feminismus, Beziehungen oder Selbstfindung stellenweise etwas zu stark an bekannte Diskussionen aus den sozialen Medien erinnerten. Mir fehlten hier teilweise neue Impulse oder eine eigene Auseinandersetzung, sodass manche Passagen etwas pathetisch auf mich wirkten.

Alles in allem ist "Halbwach" ein kurzweiliger Roman über Bindungsangst, Selbstfindung und moderne Beziehungen. Mich konnte die Geschichte trotz ihres guten Schreibstils aber nicht ganz überzeugen, da ich zur Protagonistin keine echte Verbindung aufbauen konnte.

Veröffentlicht am 24.06.2026

Welche Lügen erzählen wir anderen und welche uns selbst?

Alles Liebe
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In "Alles Liebe" erzählt Ronja von Rönne in fünf Geschichten von Menschen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Liebe, Wahrheit und Selbsttäuschung auseinandersetzen.

Die einzelnen Kapitel stehen zunächst ...

In "Alles Liebe" erzählt Ronja von Rönne in fünf Geschichten von Menschen, die sich auf unterschiedliche Weise mit Liebe, Wahrheit und Selbsttäuschung auseinandersetzen.

Die einzelnen Kapitel stehen zunächst für sich, ergeben zusammen aber ein spannendes Gesamtbild, in dem sich die Lebenswege der Figuren kreuzen und das Grundthema immer wieder zum Tragen kommt: Welche Lügen erzählen wir anderen und welche uns selbst? Dabei gelingt es der Autorin, diese ernste Themen in einem leichten Ton zu erzählen.

Die Figuren selbst boten mir zwar nur wenig Identifikationspotenzial, dennoch hatte jede Geschichte ihren eigenen Reiz. Manche wirkten auf mich stimmiger, andere etwas absurder, aber die Vielfalt machte das Lesen abwechslungsreich. Durch den kurzweiligen Schreibstil habe ich das Buch innerhalb eines Tages verschlungen.

Alles in allem ist "Alles Liebe" ein ungewöhnlicher Roman über die Wahrheit, der an manchen Stellen auch wehtut. Nicht jede Geschichte hat mich gleichermaßen überzeugt, aber die gelungenen Verbindungen zwischen den Figuren und die vielen Denkanstöße machen das Buch für mich zu einer klaren Leseempfehlung.