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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.06.2026

Bewegender Roman über die Liebe und verpasste Chancen

People in Love
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In „People in Love“ erzählt Claire Daverley von Nora, die nach zehn gemeinsamen Jahren den Heiratsantrag ihres Partners Robin annimmt. Doch als plötzlich Bren, ihre große Jugendliebe, wieder in ihr Leben ...

In „People in Love“ erzählt Claire Daverley von Nora, die nach zehn gemeinsamen Jahren den Heiratsantrag ihres Partners Robin annimmt. Doch als plötzlich Bren, ihre große Jugendliebe, wieder in ihr Leben tritt, gerät ihre scheinbar sichere Zukunft ins Wanken.

Ich habe etwas Zeit gebraucht, um in die Geschichte hineinzufinden, doch je weiter ich gelesen habe, desto mehr hat mich das Buch gepackt. Besonders gelungen fand ich, dass die Handlung deutlich vielschichtiger ist, als sie auf den ersten Blick wirkt. Anfangs dachte ich, die Richtung der Geschichte sei recht vorhersehbar und die Rollen klar verteilt. Dem war aber nicht so. Gerade Robin fand ich sehr reif und empathisch. Ihn mochte ich als Figur super gerne. Bren aber ebenfalls mit seiner wechselhaften, aber sympathischen Art. Folgerichtig konnte ich Noras Dilemma sehr gut nachvollziehen. Diese Spannung bleibt bis zum Schluss erhalten. Auch die Nebenschauplätze haben mir gut gefallen, z. B. die Geschichten rund um die Mütter von Nora und Bren.

Mein einziger Kritikpunkt betrifft den Schreibstil. Teilweise wirkte die Sprache auf mich etwas holprig, wodurch ich nicht immer so flüssig durch die Seiten gekommen bin. Möglicherweise lag das an der Übersetzung, aber es hat meinen Lesefluss stellenweise etwas gebremst.

Insgesamt ist „People in Love“ eine emotionale Geschichte über die Liebe und verpasste Chancen, die echt ans Herz geht.

Veröffentlicht am 09.06.2026

Wohlfühlroman in idyllischer Atmosphäre

Mirabellentage
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In „Mirabellentage“ erzählt Martina Bogdahn von Anna, deren geordnetes Leben durch den plötzlichen Tod des Ortspfarrers Josef aus dem Gleichgewicht gerät. Während sie seine Beerdigung organisiert und sich ...

In „Mirabellentage“ erzählt Martina Bogdahn von Anna, deren geordnetes Leben durch den plötzlichen Tod des Ortspfarrers Josef aus dem Gleichgewicht gerät. Während sie seine Beerdigung organisiert und sich auf eine Reise ans Meer vorbereitet, beginnt sie, ihr eigenes Leben zu hinterfragen.

Das Buch hat sich für mich stellenweise wie eine kleine Zeitreise angefühlt. Die dörfliche Gemeinschaft und die Atmosphäre erzeugen das Gefühl, an einem Ort zu sein, an dem die Welt "noch in Ordnung ist". Besonders die Rückblenden und die Geschichten rund um die Dorfbewohner haben dem Roman viel Charme verliehen. (Allerdings hätte ich vermutet, dass das Buch nicht 2010, sondern deutlich früher spielt.)

Auch der Schreibstil liest sich angenehm und flüssig. Man kommt schnell durch die Seiten und begleitet Anna gerne auf ihrem Weg. Trotzdem konnte mich das Buch nicht vollständig überzeugen. Vieles blieb für meinen Geschmack etwas zu oberflächlich, und an einigen Stellen zog sich die Handlung spürbar. Manche Entwicklungen wirkten zudem etwas konstruiert oder absurd, etwa die Predigt des italienischen Kochbuchs.

Insgesamt ist „Mirabellentage“ ein Wohlfühlroman in idyllischer Atmosphäre und mit liebenswerten Figuren. Mir persönlich fehlte jedoch etwas Tiefe und nicht jede Handlung konnte mich überzeugen.

Veröffentlicht am 30.05.2026

Das Mosaik des Lebens - teilweise schwer greifbar für mich

Die Straße
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Robert Seethaler versammelt in „Die Straße“ die Geschichten ganz unterschiedlicher Menschen, die alle in derselben unscheinbaren Straße leben. In kurzen Episoden erzählt er von Sehnsucht, Einsamkeit, Liebe, ...

Robert Seethaler versammelt in „Die Straße“ die Geschichten ganz unterschiedlicher Menschen, die alle in derselben unscheinbaren Straße leben. In kurzen Episoden erzählt er von Sehnsucht, Einsamkeit, Liebe, Wut, Hoffnung und Verlust und zeichnet so ein Mosaik des Lebens, dessen einzelne Schicksale sich immer wieder berühren.

Das Grundkonzept des Romans hat mir sehr gut gefallen. Die Idee, eine Straße und ihre Bewohner in vielen kleinen Ausschnitten zu porträtieren bietet viele interessante Perspektiven. Durch die vielen kurzen Kapitel und die knapp über 200 Seiten liest sich das Buch zudem sehr schnell und kurzweilig.

Der Aufbau ist allerdings auch eine kleine Herausforderung. Die Erzählung springt zwischen zahlreichen Figuren und Handlungssträngen hin und her ohne die Personen direkt zu benennen. Dadurch musste ich mich immer wieder neu orientieren, wer gerade im Mittelpunkt steht. Manche Erzählstränge fand ich dabei deutlich spannender als andere.

Trotz des spannenden Grundkonzepts blieb für mich vieles zu oberflächlich. Da die Geschichte so viele Menschen begleitet, erhält keiner der Handlungsstränge wirklich viel Raum. Die Figuren bleiben dadurch oft schwer greifbar und wirken eher anonym, sodass bei mir keinerlei emotionale Bindung entstanden ist.

Was mir hingegen sehr gefallen hat, sind die klugen Beobachtungen und die poetischen Sätze, die Robert Seethaler immer wieder einstreut. Mehrmals habe ich Passagen markiert.

Alles in allem ist „Die Straße“ ein ungewöhnlich aufgebauter Roman mit einer interessanten Idee. Ganz warm geworden bin ich mit dem Buch allerdings nicht, weil mir bei den Figuren und ihren Geschichten etwas Tiefe gefehlt hat.

Veröffentlicht am 30.05.2026

Kluger und warmherziger Roman

Pause
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Lena Kupke erzählt in „Pause“ von Hanna, die nach einem einschneidenden Erlebnis ihr Leben in Berlin hinter sich lässt und zurück in ihre Heimat Lüneburg zieht. Plötzlich findet sie sich wieder im Elternhaus ...

Lena Kupke erzählt in „Pause“ von Hanna, die nach einem einschneidenden Erlebnis ihr Leben in Berlin hinter sich lässt und zurück in ihre Heimat Lüneburg zieht. Plötzlich findet sie sich wieder im Elternhaus zwischen alten Erinnerungen und der Frage, wie es eigentlich weitergehen soll, wenn das Leben einen ungefragt auf die Pausentaste drückt.

Ich habe das Buch als Hörbuch gehört, das von der Autorin selbst eingesprochen wird. Dafür ein großes Lob: Lena Kupke liest mit viel Charme und Humor. Dadurch wirkt die Geschichte besonders authentisch und lebendig.

Der Roman selbst ist kurzweilig, unterhaltsam und hat einen tollen Lesefluss. Ich wollte immer weiterhören und hätte manchmal gleichzeitig lachen und weinen können. Diese Mischung aus Humor und den ernsten Themen hat mir besonders gefallen. Viele Situationen wirken alltäglich und gleichzeitig so treffend beobachtet, dass man sich selbst darin wiederfindet. Das sorgt für ein hohes Identifikationspotenzial und macht die Figuren nahbar.

Mein einziger kleiner Kritikpunkt betrifft das zentrale Schweigen beziehungsweise einige unausgesprochene Dinge in der Geschichte. Es ist an sich klar, was Hanna passiert ist, aber ich hätte mir gewünscht, dass das noch etwas mehr ausgesprochen wird (gerade um auch Sichtbarkeit für das Thema zu schaffen). Auch wenn ich vermute, dass diese Offenheit von der Autorin bewusst gewählt wurde.

Alles in allem ist „Pause“ ein warmherziger, kluger und sehr unterhaltsamer Roman. Besonders als Hörbuch eine klare Empfehlung.

Veröffentlicht am 27.05.2026

Seichte Sommerlektüre

Au revoir und tschüss
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Gudrun Lochte erzählt in „Au revoir und tschüss“ von Caro, die allein in den Süden Frankreichs für eine Sprachschule reist und dort nicht nur das französische Leben genießt, sondern sich auch mit ihrem ...

Gudrun Lochte erzählt in „Au revoir und tschüss“ von Caro, die allein in den Süden Frankreichs für eine Sprachschule reist und dort nicht nur das französische Leben genießt, sondern sich auch mit ihrem eigenen Leben, vor allem mit ihrer schwierigen Ehe mit Holger, auseinandersetzt.

Der Einstieg ins Buch ist sehr gelungen: Die Geschichte liest sich locker und leicht. Gerade die Beschreibungen der Stimmung in Südfrankreich und auch des Essens haben mir gut gefallen und machen Lust auf Urlaub. Insgesamt ist das Buch sehr flüssig geschrieben.

Inhaltlich war mir die Geschichte allerdings etwas zu oberflächlich und zu klischeehaft. Einige Ereignisse wirkten auf mich zudem recht konstruiert (z. B. die "zufälligen" Begegnungen mit Armand oder auch das "zufällige" Aufeinandertreffen mit ihrem Sohn).

Alles in allem ist „Au revoir und tschüss“ eine leichte Sommerlektüre in einem schönen Setting mit angenehmem Schreibstil. Perfekt für den Urlaub, für mich persönlich aber mit etwas zu wenig Tiefe.