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Veröffentlicht am 23.06.2021

Mit Herz für Details

Dein böses Herz
6

Inhalt:

Die Hauptkomissarin Sandra Rehbein ist eine alleinerziehende Mutter, die mit voller Anstrengung versucht ihre Rolle als Mutter und ihren Traumberuf unter einen Hut zu bringen. Da kommt ihr Privatleben ...

Inhalt:

Die Hauptkomissarin Sandra Rehbein ist eine alleinerziehende Mutter, die mit voller Anstrengung versucht ihre Rolle als Mutter und ihren Traumberuf unter einen Hut zu bringen. Da kommt ihr Privatleben meistens zu kurz. Sandras Plan ein entspanntes Wochenende mit ihrem Sohn Tim zu verbringen, wird durch einen Anruf der Wache durchkreuzt: in der Nähe einer Autobahn wird auf dem Parkplatz ein toter Mann entdeckt. Und der Leiche fehlt etwas ganz Wesentliches: sein Herz. Noch dazu erhält die Ehefrau des Mannes am nächsten Tag ein Video, auf dem dessen Seitensprung zu sehen ist. Zusammen mit ihrem nicht gerade freundlichsten Partner Ronny versucht Sandra den Mord aufzuklären, doch kurzerhand wird ein weiterer derartiger Fall gemeldet. In welchem Zusammenhang stehen die beiden Morde? Wer ist die Frau auf dem Video? Wer ist der Mörder und warum? Und vor allem: Ist das Töten vorbei?

Meine Meinung:

Ich habe Paul Buderaths zweites Buch „Dein Böses Herz“ als Rezensionsexemplar von Lesejury erhalten und war wirklich begeistert von dem Buch. Es ist zwar recht kurz, aber für einen spannenden Thriller zwischendurch ist es einfach perfekt!

Das Cover hier ist schlicht gehalten, aber fängt trotzdem den Blick ein. Zudem verrät es nichts von der eigentlichen Handlung, nur die einzelnen Bluttropfen an der Pflanze und die kalte Atmosphäre deuten auf das Genre hin. Nämlich einen Thriller.
Buderaths Schreibstil fesselt einen regelrecht, da er sehr flüssig ist und auf jeden Fall ein großes Herz für Details hat, was mir persönlich besonders gut gefällt. Ob nun bei der Atmosphäre, dem Geschehen oder der Gefühle. Ich war ein großer Fan der kurzen Kapitel und dem ständigen Perspektivenwechsel, den man manchmal nicht direkt herauslesen konnte. Das habe ich so noch nicht gelesen und ich finde, dass genau das einen angespornt hat weiterzulesen. Man dachte sich immer: „Ach noch ein Kapitel…“ und auf einmal hat man 20 Kapitel gelesen. Außerdem hat man dadurch viele verschiedene Hintergrundeinblicke bekommen und mehr zu den Charakteren erfahren.

Einmal angefangen konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Zwar ging es in dem Buch ziemlich schnell zu, man hatte auch meiner Meinung nach etwas zu früh den Verdacht wer der/die Mörder:in ist, aber die Jagd war so nervenaufreiben, dass es das wieder wett gemacht hat. Einige Überraschungsmomente und Wendepunkte konnte der Autor trotzdem gut einbauen und die Brutalität der Morde hat hier besonders herausgestochen.

Die Charaktere waren allesamt unglaublich sympathisch – außer natürlich Ronny und der/die Mörder:in. Der Autor hat es super geschafft, dass man Sandras Emotionen stetig nachempfinden kann. Durch ihre Sympathie gegenüber ihren Kollegen hat man fast schon das Gefühl bekommen, dass man selbst mit ihnen befreundet ist. Auch bei den restlichen Charakteren konnte man nicht anders als mitzufiebern. In den wenigen Kapitel aus der Sicht des Mörders konnte man sehr gut die Wut und den Wahnsinn spüren, was ihn nur noch interessanter und bedrohlicher gemacht hat.

Fazit:

Alles in einem kann ich „Das Böse Herz“ nur weiterempfehlen. Der ein oder andere wird sagen, dass er sich mehr erhofft hat, aber meiner Meinung nach ist es für die Kürze der Lektüre super ausgebaut. An Spannung fehlt es nicht genauso wie an Emotionen und Überraschungen. Es liest sich schnell durch und war für mich persönlich ein guter Einstieg in die Thriller Welt.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 21.06.2021

Schöne Thematik, aber viele offene Fragen

Partem - Wie die Liebe so kalt
1

Inhalt:

Xenia scheint ein ganz normales Mädchen zu sein mit nur einer Ausnahme: Sobald sie einen Menschen berührt, hört sie Geräusche, die die Emotionen bzw. den Charakter des Menschen widerspiegeln. ...

Inhalt:

Xenia scheint ein ganz normales Mädchen zu sein mit nur einer Ausnahme: Sobald sie einen Menschen berührt, hört sie Geräusche, die die Emotionen bzw. den Charakter des Menschen widerspiegeln. Als sie jedoch eines Tages Jael begegnet spürt sie nicht nur eine unglaubliche Anziehung zu ihm. Es herrscht auch noch reine Stille, sobald sie ihn berührt. Was Xenia nicht weiß ist, dass Jael und seine Clique zu einer Organisation gehören, die sich ‚der Partem‘ nennt. Und ihre Aufgabe ist es die Liebe der Menschen zu stehlen und damit ist sie Jael’s nächstes Opfer.

Meinung:

‚PARTEM – Wie Die Liebe So Kalt‘ von Stefanie Nebb ist der Auftakt der PARTEM-Dilogie. Das Cover hier ist sehr dunkel gehalten und nur die goldene Schrift und damit der Titel stechen hervor. Durch die Kombination aus dem dunklen Hintergrund und der goldenen Schrift wirkt das Ganze mysteriös auf einen und man kann es direkt in das Fantasy-Genre einordnen.

Die Sprecherin Carolin Sophie Göbel hat ganz tolle Arbeit gelassen. Sie hat eine sehr angenehme Stimme und Sprechtempo. Zudem hat sie es geschafft, dass man bei jedem Sichtwechsel direkt spüren konnte um wen es sich handelt, da sie bei jedem Charakter eine ganz andere Atmosphäre aufgebaut hat, die sich bis zum Ende hingezogen hat. Man konnte sich gut in die einzelnen Charaktere hineinversetzen und die Gefühle nachempfinden. Die musikalische Untermalung an der ein oder anderen Stelle war dann die Kirsche auf dem Sahnehäufchen.

Im Prolog wird man in die Thematik reingeworfen und es ist zu beginn sehr verwirrend, da man nicht nachvollziehen kann was gerade passiert oder um wen es sich handelt, da auch einige Begriffe in den Raum geworfen werden die man nicht versteht. Im Laufe des Hörbuchs wird die Geschichte aus vier Perspektiven erzählt.
Zu einem aus der Sicht von Xenia, die sehr jung ist und meiner Meinung nach ziemlich naiv ist. Sie nimmt vieles einfach so hin, ohne es zu hinterfragen und reagiert auf sehr impulsiv, was auf ihr junges Alter zurückzuführen ist. Daher konnte ich keine richtige Verbindung zu ihr aufbauen.
Die zweite Sicht ist von Felix, der Xenias bester Freund ist: Für mich ist er relativ langweilig und unscheinbar daher war ich eher gelangweilt, sobald ich aus seiner Sicht gehört habe.
Nun die zweite Front nämlich der PARTEM. Zu diesem gehört Jael: Ich konnte zu ihm viel mehr Sympathie entwickeln, obwohl er so kalt, unberechenbar und mysteriös ist. Trotzdem waren seine Handlungen und Gedanken nachvollziehbar.
Mein absoluter Lieblingscharakter war dann Chrystal: Sie ist auf der einen Seite kalt und unberechenbar sowie mysteriös, auf der anderen Seite jedoch ist sie so leidenschaftlich und trotz allem voller Gefühle. Ich war fasziniert darüber, wie gut sie das abstellen kann, sodass es kaum jemanden auffällt.

Die abwechselnden Sichten waren zu einem sehr erfrischend, da ich vorerst dachte, dass man nur aus der Sicht von Xenia und Jael hören wird und plötzlich waren es auch noch Felix und Chrystal. Zwar überschneidet sich das Geschehen in den einzelnen Sichten, jedoch empfand ich es nicht als besonders schlimm, da man dann einige Details erfahren hat, die man in der anderen Sicht nicht bemerkt hat und gar nicht wissen konnte. Nur hat sich dadurch das Geschehen an manchen Stellen hingezogen und die Spannung ist dadurch etwas verloren gegangen.

Die gewählte Thematik nämlich das Klauen von Gefühlen, Immuniten, Organisation und Opferung fand ich unglaublich interessant, da ich bisher noch nichts in diese Richtung gelesen habe. Trotzdem wurde vieles einfach so erzählt als wäre es selbstverständlich oder auf manche Sachen wurde gar nicht viel eingegangen, weshalb nach wie vor so viel unklar und unverständlich geblieben ist. Da der Fokus mehr auf den Liebesgeschichten lag als auf der eigentlichen Thematik. Aber auch die Liebesgeschichte zwischen Xenia und Jael wurde meiner Meinung nach nicht wirklich ausgebaut. Ich konnte nicht mitfühlen und mitbrennen, wie es bei Felix und Chrystal war.

Der Spannungsverlauf war ein reines Auf und Ab, da die Situationen immer wieder zwischen Spannung und Alltag gewechselt haben. An sich nichts schlimmes, aber auch der Perspektivenwechsel an der einen oder anderen Stelle hat dem Ganzen den Wind aus den Segeln genommen. Zum Beispiel habe ich super gerne aus der Sicht von Chrystal gehört auch über die Beziehung mit Felix. Aber als dann dasselbe aus der Sicht von Felix erzählt wurde hat es mich gelangweilt.
Das Ende war so abrupt, dass ich das Gefühl hatte man hätte mitten im Buch aufgehört zu erzählen. Es sind sehr viele Fragen offengeblieben und man hat das starke Bedürfnis direkt weiter zu hören, da es an einer so wichtigen und spannenden Stelle geendet hat.

Fazit:

Obwohl mich das eine oder andere gestört hat, würde ich sehr gerne den nächsten Teil hören und kann es kaum abwarten, da das Ende einen doch gefesselt hat. Die Thematik interessiert mich sehr und ich möchte unbedingt alle Antworten auf meine Fragen erhalten. Außerdem will ich wissen was nun mit den einzelnen Charakteren geschieht.

Ich würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen, wenn man gerne Romantasy liest/hört. Vielleicht auch eher an jüngere Leser, da man zwar mittendrin oft vergessen hat wie jung die Charaktere sind, jedoch es sich oft in den Handlungen widerspiegelt und man dann manchmal nicht nachvollziehen kann, warum sie so handeln.

Ich hoffe, dass sich das im nächsten Teil legt. Auch dass mehr auf die Thematik eingegangen wird und vor allem die Beziehung zwischen Jael und Xenia spannender wird.

  • Handlung
  • Erzählstil
  • Sprecherin
  • Cover
  • Charaktere