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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.03.2026

Willkommen in der Freitagsbuchhandlung

Kirschblüte in der Freitagsbuchhandlung
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Leicht hölzern geschrieben mit einem naiv wirkenden Protagonisten, doch Fumiya ist ja auch noch ein junger Student. In der besagten Buchhandlung trifft er dort das Team und nach anfänglichen Peinlichkeiten ...

Leicht hölzern geschrieben mit einem naiv wirkenden Protagonisten, doch Fumiya ist ja auch noch ein junger Student. In der besagten Buchhandlung trifft er dort das Team und nach anfänglichen Peinlichkeiten wird er als Teilzeitkraft ein teil von ihnen. Die wesentlich handelnden Figuren der Buchhandlung und manche Kunden sind leicht schräge Typen. Das verleiht dem Buch eine spezifische Ausstrahlung.
Einige Literatur wird erwähnt, auch japanische (Kaoru Shoji, Kaho Nashiki), aber westliche Romane nehmen zentrale Stellen ein, wie z.B. Raymond Chandler oder Momo von Michael Ende.
Dabei ist der Schwerpunkt die Wirkung der Bücher auf die jeweiligen Leser.

Als ernsthafte japanische Literatur kann ich das Buch nicht betrachten.
Kirschblüte in der Freitagsbuchhandlung ist leichte Kost, wird aber sicher seine Leser finden.

Veröffentlicht am 04.03.2026

Ein Appell

Genau so fängt es an
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Eva Umlauf ist eine Holocaust-Überlebende. Sie war als 2jähriges Kind mit ihrer Mutter in Auschwitz. Sie überlebten, aber alle anderen Verwandten waren tot.
Mit psychologisch geschulten Blick schreibt ...

Eva Umlauf ist eine Holocaust-Überlebende. Sie war als 2jähriges Kind mit ihrer Mutter in Auschwitz. Sie überlebten, aber alle anderen Verwandten waren tot.
Mit psychologisch geschulten Blick schreibt sie über darüber, wie in Deutschland jetzt wieder eine große Akzeptanz für eine rechtsextreme Partei gibt. Sie warnt Friedrich Merz davor, dass er mit Zustimmung von Rechten Politik zu machen.

Scharf kritisiert sie die Israelkritik in Deutschland, der von der Gesellschaft, aber auch von Medien ausgeht.
Am Ende wendet sie sich mit ihrem Text, einem Appell, an die Jugend.

Es gibt nicht mehr viele Überlebende und Zeitzeugen. Man sollte ihnen zuhören.

Veröffentlicht am 03.03.2026

Der Mann, der Bücher las

Der Buchhändler von Gaza
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Der Roman ist aus dem Französischen von Andreas Jandl übersetzt.
Buchhandlungen wie Cafés bieten zur Zeit in der Literatur gerne warmherzige Healing Fiction. Ob das auch im Gaza funktioniert? Vermutlich ...

Der Roman ist aus dem Französischen von Andreas Jandl übersetzt.
Buchhandlungen wie Cafés bieten zur Zeit in der Literatur gerne warmherzige Healing Fiction. Ob das auch im Gaza funktioniert? Vermutlich nur aus einem Blickwinkel aus der Ferne.
Der Französische Fotograf trifft in Gaza 2014 auf einen Buchhändler Mitte 60, der sich auch in Zeiten der Zerstörung zuversichtlich und den Büchern verpflichtet gibt. Sein Name ist Nabil al Jaber. Seine Lebensgeschichte wird dann das Zentrale der Handlung, durchaus überzeugend. Seine Mutter war Muslimin, sein Vater Christ. Dadurch nahm er eine Sonderstellung ein. Schon wenige Wochen nach seiner Geburt 1948 mussten seine Eltern mit ihm flüchten. 1967 der 6-.Tage-Krieg, das bedeutete erneut Verluste. 1987 die erste Intifada. Nabil beteiligte sich und musste dafür für Jahre ins Gefängnis.

Alles wird ein wenig zu knapp abgehandelt, obwohl man als Leser vom Erzählten beeindruckt bleibt.

Zitate aus der Literatur durchziehen das Buch: Mahmud Darwisch, Victor Hugo, Primo Levi, Jean Genet, Mohammed Dib und andere.

Das kurz gehaltene Buch ist wirklich nicht schlecht, aber man liest es unter dem Eindruck der Verheerung und Hoffnungslosigkeit in Gaza der letzten zwei Jahre und das schwingt einfach mit und bildet den Epilog.

Veröffentlicht am 02.03.2026

Bear / Julian / Gordon

Die Namen
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Florence Knapps Debütroman Die Namen wagt etwas. Es werden 3 mögliche Lebensentwürfe gezeigt.

Als Cora vor der Namensfindung ihres zweiten Kindes steht, kommen auch 3 mögliche Entwicklungen dabei heraus. ...

Florence Knapps Debütroman Die Namen wagt etwas. Es werden 3 mögliche Lebensentwürfe gezeigt.

Als Cora vor der Namensfindung ihres zweiten Kindes steht, kommen auch 3 mögliche Entwicklungen dabei heraus.
Bear
Julian
Gordon
3 Namen, ein Mensch mit verschiedenen Prägungen.

Die Kapitel wechsel zwischen den dreien und dann gibt es immer wieder Zeitsprünge und die verschiedenen Handlungen werden gezeigt.
Nicht nur Bear/Julian/Gordon hat Unterschiede, die ganze Familie ist von verschiedenen Entwicklungen betroffen.

Das Buch hat brutale Szenen häuslicher Gewalt. Das macht es nicht gerade zu einem Feelgood-Roman.

Die Schwester Maia ist noch ein wichtiger Faktor. Sie ist vielleicht die stärkste Figur in dem Buch, während der Bruder in den Kapiteln so unterschiedlich wirkt, das ich ihn nicht als den gleichen Menschen ansehen kann.
Das Buch überzeugte daher nicht vollständig, es bleibt für mich mehr ein Ideenroman.

Veröffentlicht am 28.02.2026

Ein Zugwind hat sich in mir eingenistet

Zugwind
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Zugwind ist ein bemerkenswertes Buch. Die Autorin hat viel mit der Protagonistin des Buches gemeinsam. Sie sind beide Ärztin, verheiratet mit Kind, stammt aus der Ukraine und Jüdin.
Für mich ist es daher ...

Zugwind ist ein bemerkenswertes Buch. Die Autorin hat viel mit der Protagonistin des Buches gemeinsam. Sie sind beide Ärztin, verheiratet mit Kind, stammt aus der Ukraine und Jüdin.
Für mich ist es daher keine reine Fiktion. Beim Lesen spürt man das nicht. Von der Form kann man sagen, es ist ein Roman. Für dieses Buch funktioniert die Form sehr gut.

Iryna Fingerova gibt ihrer Figur viel Persönlichkeit und Sensibilität mit. Was in der Ukraine passiert beschäftigt sie unaufhörlich, auch weil sie noch Verwandet dort hat, z.B. ihre 90jährige Großmutter.

Mira, die Hausärztin behandelt in ihrer Praxis viele ukrainische Patienten. Eigentlich alle leiden unter dem Krieg und erzählen Mira mehr als nur ihre körperlichen Krankheitsgeschichten. Die vielen Geschichten der Patienten machen ein gutes Stück weit den Roman aus. Aber auch Miras eigene Emotionen und ihr Leben werden ausführlich vorgestellt.

Mich hat das Buch überzeugt. Ein Stück deutsch-ukrainische Literatur, die ich für wichtig halte und die Verständnis fördert.