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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.07.2021

Koreanisches Sozialdrama

Vertraute Welt
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Vertraute Welt von Hwang Sok-Yong ist im Original schon von 2011 und weniger opulent gestaltet als sein historischer Roman Die Lotusblüte.
Aber auch hier gibt es viel Atmosphäre und intensive Sprachbilder.

Wer ...

Vertraute Welt von Hwang Sok-Yong ist im Original schon von 2011 und weniger opulent gestaltet als sein historischer Roman Die Lotusblüte.
Aber auch hier gibt es viel Atmosphäre und intensive Sprachbilder.

Wer in dem Vorort von Seoul nahe der großen Müllhalde lebt, befindet sich im sozialen Abseits. Die Kinder und Jugendliche, die hier aufwachsen, haben wenig Perspektiven.

Manche versuchen, von den Funden auf der Blumeninsel, wie die giftige Müllhalde genannt, zu leben. Eine ganz eigene Hierarchie bestimmt hier das Leben. Das Leben als Müllsammler ist hart.
Die Stärke des Romans ist, dass die Jugendlichen Glubschaug und Glatzfleck im Mittelpunkt stehen. Das gemeinsame Schicksal macht sie zu Brüder.

Hwang Sok-Yong hat ein packendes Sozialdrama geschrieben.

Veröffentlicht am 07.07.2021

Heleens Monolog

Die Beichte einer Nacht
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Die Beichte einer Nacht ist ein Buch aus den Niederlanden, dass schon älter ist.
Der Roman ist als Monolog gestaltet. Die in einer Nervenanstalt sitzende Patientin Heleen spricht zur Nachtschwester aber ...

Die Beichte einer Nacht ist ein Buch aus den Niederlanden, dass schon älter ist.
Der Roman ist als Monolog gestaltet. Die in einer Nervenanstalt sitzende Patientin Heleen spricht zur Nachtschwester aber eigentlich mehr zu sich selbst. Sie ist aufgewühlt und erzählt ihre ganze Lebensgeschichte schon ab Kindheit. Das war eine schwierige Kindheit und Jugend in einer kinderreichen Familie. Auch als sie von zu Hause wegging war es nicht einfach, aber sie kann sich durchsetzen und steigt beruflich auf. Als sie heiratet nimmt sie nach dem Tod ihrer Mutter ihre kleine Schwester zu sich.

Durch die Form entsteht ein eigenständiger Ton und man ist als Leser dicht an der Figur. Das ist aif die Dauer aber auch nicht einfach.

Man spürt eigentlich kaum, dass das Buch schon von 1930 stammt.
Den Roman gibt es auch als Hörbuch, gelesen von Anna-Lena Zühlke. Das ist eine gute Alternative, da die Erzählstimme durch eine Sprecherin hervorragend übertragen werden kann.

Marianne Philips war mir bisher unbekannt, aber sie ist eine Entdeckung wert.

Veröffentlicht am 29.06.2021

Krimi in Kalifornien der fünfziger Jahre

In Aufruhr
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Inga Vesper hat mit „In Aufruhr“ einen intelligenten, lesenswerten Roman geschrieben.

Es gibt einen Krimiplot, aber der dient in erster Linie dazu ein Gesellschafts- und Zeitporträt Kaliforniens, USA ...

Inga Vesper hat mit „In Aufruhr“ einen intelligenten, lesenswerten Roman geschrieben.

Es gibt einen Krimiplot, aber der dient in erster Linie dazu ein Gesellschafts- und Zeitporträt Kaliforniens, USA in den fünfziger Jahren zu zeigen.

Die Ehefrau und junge Mutter Joyce ist verschwunden, nur ein großer Blutfleck im Haus ist verblieben. Ihre schwarze Putzfrau Ruby findet ihn und wird zu Anfang erst einmal verhaftet, doch der ermittelnde Police-Detective Mick setzt sich für sie ein.

Die Perspektiven wechseln in den Kapitel zwischen den Protagoniste Joyce, Ruby und Mick, der den Fall untersucht.

Das ist eine gute Konstellation und funktioniert erzählerisch ausgezeichnet.
Dadurch werden auch die unterschiedlichen Lebensumstände und -bedingungen deutlich gezeigt.

Mick und Ruby tasten sich an die Hintergründe des Falls heran, aber richtig dramatisch wird es nicht. Die Handlung ist nicht unbedingt reißerisch spannungsorientiert angeleg. Das sollte sich der Leser bewusst sein. Sehr wohl gibt es aber Rätsel und dunkle Geheimnisse von Relevanz.

Mich hat das Buch sehr angesprochen.

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Veröffentlicht am 28.06.2021

Familientreffen in Norwegen

Erwachsene Menschen
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Der Roman ist aus dem Norwegischen übersetzt und strahlt schon vom Cover eine gewisse Ruhe aus. Doch bald merkt man, dass es gewisse Spannungen im Hintergrund gibt.

Die 40jährige Ida reist zu einem Familientreffen ...

Der Roman ist aus dem Norwegischen übersetzt und strahlt schon vom Cover eine gewisse Ruhe aus. Doch bald merkt man, dass es gewisse Spannungen im Hintergrund gibt.

Die 40jährige Ida reist zu einem Familientreffen an und dort treten unterschiedliche Empfindlichkeiten zu Tage. Insbesondere mit ihrer Schwester Marthe kommt es zum Konflikt. Marthe und ihr Mann Kristoffer bekommen ein Kind und die alleinstehende Ida fühlt sich zurückgesetzt. So war es auch in ihrer gemeinsamen Kindheit und Jugend schon manchmal gewesen. Ida beschließt, Marhes Glück empfindlich zu stören.

Marie Auberts Stil und der Persönlichkeit ihrer zwiespältige Protagonistin Ida sprechen mich sofrot an. Auch die Art, wie sie die Figuren anlegt. Es wird genau gezeigt, wie Empfindungen und Wahrnehmungen entstehen.

Der Roman hat Witz und eine leicht ironische Schärfe, die ich schätze.

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Veröffentlicht am 26.06.2021

Überfrachteter Kurzroman

Jagdtrophäen und Liebe, damit begann es
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Der Kurzroman verspricht vom Cover- und Klappentext so einiges, ist aber leider thematisch überfrachtet. Erschwerend kommt hinzu, dass die einzlenen Themen nicht wirklich literarisch verarbeitet sondern ...

Der Kurzroman verspricht vom Cover- und Klappentext so einiges, ist aber leider thematisch überfrachtet. Erschwerend kommt hinzu, dass die einzlenen Themen nicht wirklich literarisch verarbeitet sondern mehr als Bericht hintereinander aufgereiht werden.
Meine Hoffnung, dass die afrikanische Natur- und Tierwelt auch eine Rolle spielen würde, wie es in Uwe Schramms früheren Buch Sana der Fall war, hat sich leider nicht erfüllt.

Mit den Dialogen gibt es auch Probleme. Wie die Figuren miteinander sprechen ist nicht eealistisch. Es kommt mir so vor, als könnte sich der Autor nicht in die Gefühlswelt seiner Figuren einfühlen.

Der Autor sollte sich überlegen, ob er nicht eine erweiterte Fassung herausbringen kann, um der Themenflut gerecht zu werden.

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