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Veröffentlicht am 07.12.2018

Ein typischer Musso

Was wäre ich ohne dich?
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Mit Guillaume Musso verbinde ich eine ähnliche Hass-Liebe wie mit Sebastian Fitzek: Wenn ich seine Bücher mal anfange, dann sind sie sehr kurzweilig und fesselnd und ich kann sie kaum aus der Hand legen. ...

Mit Guillaume Musso verbinde ich eine ähnliche Hass-Liebe wie mit Sebastian Fitzek: Wenn ich seine Bücher mal anfange, dann sind sie sehr kurzweilig und fesselnd und ich kann sie kaum aus der Hand legen. Beim Lesen fällt mir dann aber jedes Mal auf, dass die Handlung nach dem immer gleichen Schema abläuft: Es geht um einen männlichen Protagonisten, der als Ermittler bei der Polizei arbeitet, aus Frankreich stammt und irgendeine Verbindung in die USA hat, weshalb irgendwann der Schauplatz dorthin verfrachtet wird. Gegen Ende des Buches werden dann meistens immer mehr Verstrickungen aufgelöst und oftmals kommt ein mystischer Anteil ins Spiel, der dann als Erklärung für einzelne Ereignisse aus der Vergangenheit dienen soll.
Dieses Schema hat Musso auch in seinem neusten Buch beibehalten. Diesmal geht es um Martin, der als Polizist in Paris arbeitet und den berühmt-berüchtigten Kunstdieb Archibald jagt. Beinahe gelingt ihm das, aber eben nur beinahe.
Obwohl ihm der erste Versuch misslingt, will Martin die Suche nicht aufgeben. Unterstützt wird er bei seinen Ermittlungen von Archibald höchstpersönlich, der Martin entscheidende Hinweise liefert, um ihn zu finden. Um den Kunstdieb dingfest machen zu können, muss Martin allerdings in die USA reisen, wo er seine erste und einzig wahre Liebe Gabrielle wiedersieht und damit unweigerlich mit seiner Vergangenheit konfrontiert wird. Sehr bald muss Martin feststellen, dass es sich nicht um einen blossen Zufall handelt, dass seine Jagd auf Archibald ihn ausgerechnet in die Arme von Gabrielle führt, sondern es einen guten Grund dafür gibt.

An dieser Stelle möchte ich nicht mehr verraten, denn aufzudecken, wie die einzelnen Personen und ihre Vergangenheit miteinander verstrickt sind, ist das, was den hauptsächlichen Lesespass bei Mussos Büchern ausmacht. Die Auflösung(en) waren in meinen Augen zwar teilweise sehr weit hergeholt und wirkten dadurch etwas konstruiert, aber das Buch war trotzdem spannend.
Im Schlussteil nimmt die Handlung dann eine abrupte, überraschende Wendung und der oben erwähnte, von Musso häufig verwendete Mystery Anteil, kriegt ebenfalls seinen Platz. Ich kann darauf leider nicht genauer eingehen, da jede Erläuterung einen Spoiler für die eigentliche Handlung darstellen würde. Ich kann aber so viel verraten, dass der Schlussteil für meinen Geschmack etwas "too much" war und auf mich nicht ganz stimmig zur restlichen Geschichte gewirkt hat. Ich habe nichts gegen mystische Aspekte in Romanen, solange sie gut in die übrige Story eingeflochten werden und trotz teilweise übernatürlicher Phänomene, glaubhaft wirken. In diesem Fall ist das Musso leider nicht ganz gelungen und der Schlussteil wirkte irgendwie deplatziert. Ausserdem hat es sich der Autor einmal mehr sehr einfach gemacht, sein Buch auf diese Art und Weise zu beenden und jedem Charakter ein Happy End zu schenken. Das ging mir alles ein bisschen zu schnell, gerade weil im Schlussteil auch noch einmal kurzzeitig ein neuer, junger Charakter eingeführt wird, der eigentlich gar nichts zur eigentlichen Story beiträgt. Das hat mich etwas verwirrt und auch etwas enttäuscht zurückgelassen.

Fazit:
Ein typischer Roman aus der Feder von Guillaume Musso, der einen Genremix aus Liebesroman, Thriller und Mystery enthält. Fans des Autors werden sicher nicht enttäuscht, denn der Roman ist, bis auf den Schlussteil, wie gewohnt kurzweilig und fesselnd. Der Schlussteil war allerdings ein Grund dafür, dass ich meine Bewertung von 3,5 Sternen letztendlich auf 3 Sterne abgerundet hatte, denn der Mystery-Anteil hat die bis dahin eigentlich sehr unterhaltsame und spannende Geschichte etwas getrübt. Insgesamt handelt es sich um ein gutes Buch für Zwischendurch, ich warte aber immer noch auf den Tag, an dem sich Musso mal aus seiner Comfort Zone herauswagt und uns einen ganz neuen, innovativen Roman liefert. Dann würden mir seine Geschichten vermutlich auch mal länger in Erinnerung bleiben.

Veröffentlicht am 02.12.2018

Konnte mich trotz Engeln leider nicht überzeugen

Awaking
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Bei "Awaking" handelt es sich, soweit ich weiss, um den Debütroman der Autorin. Mit dem Thema Engeln und Romantasy hat sie bei mir direkt ins Schwarze getroffen, denn ich verschlinge nahezu jeden Fantasyroman, ...

Bei "Awaking" handelt es sich, soweit ich weiss, um den Debütroman der Autorin. Mit dem Thema Engeln und Romantasy hat sie bei mir direkt ins Schwarze getroffen, denn ich verschlinge nahezu jeden Fantasyroman, der Engel beinhaltet. Auch das Cover fand ich sehr ansprechend gestaltet und ich war gespannt darauf, was sich die Autorin zu der Thematik ausgedacht hatte.

Die Handlung beginnt sehr interessant: Rose schwebt in Lebensgefahr und wird unerlaubterweise vom Engel Chulo gerettet. Nach diesem Ereignis hegt sie eine gewisse Faszination für den schönen Unbekannten und will ihn unbedingt wieder treffen. Chulo hätte sie aber weder retten, noch treffen sollen und er versucht ihr deshalb aus dem Weg zu gehen, obwohl auch von seiner Seite ein gewisses Interesse für Rose bemerkbar ist. Immer wieder begibt sich Rose in gefährliche Situationen, um ihrem Retter hoffentlich noch einmal zu begegnen. Und irgendwann scheint ihr Plan tatsächlich aufzugehen.

Leider hatte der Roman so einige Schwachpunkte, weshalb mich die Story nicht so richtig packen konnte. Ein erster Kritikpunkt gilt dem Schreibstil der Autorin, der bei einer Debütautorin erwartungsgemäss noch verbesserungswürdig ausfällt. Grosse Teile der Handlung bestehen aus direkter Rede, was manchmal sehr anstrengend zu lesen war. Hinzu kam, dass es sich die meiste Zeit um total belanglose Unterhaltungen gehandelt hatte, die nicht unbedingt für die eigentliche Geschichte relevant waren und mich schlichtweg gelangweilt haben. Dabei wird fast jeder gesprochene Satz mit einem Ausrufezeichen beendet, so dass ich mich nach einer Weile unweigerlich fragen musste, ob sich die Charaktere in jeder Lebenssituation ständig anbrüllen. Ob das dem oder er Lektor/in nicht aufgefallen ist? Auch wenn es sich um eher um ein Detail handelt, konnte ich irgendwann nicht mehr darüber hinwegsehen und hatte ständig schreiende Charaktere in meinem Kopf, die ich beim Lesen nicht mehr ausblenden konnte.
Weiter ist es der Autorin leider nicht gelungen, die Charaktere so zu zeichnen, dass ich irgendwelche Sympathien für sie aufbringen konnte. Man erfährt zwar einiges über Roses tragische Vergangenheit, aber trotzdem blieb sie in meinen Augen sehr blass. Ich habe während dem Lesen leider auch keine Chemie zwischen ihr und Chulo verspürt, so dass die ganze Liebesgeschichte auf mich letztendlich sehr konstruiert und unglaubwürdig wirkte. Es blieb mir schleierhaft, was die beiden denn nun genau an dem jeweils anderen anziehend fanden, denn dafür haben sie einfach zu wenig Zeit miteinander verbracht. (Und wenn wir schon bei den Charakteren sind, eine kleine Nebensächlichkeit am Rande: Im Buch gibt es einen Charakter, der Herta heisst. Ist das nicht ein typisch deutscher Name? Da die Handlung in San Francisco spielen soll, fand ich den Namen in diesem Fall sehr unpassend gewählt.)
Die Handlung kam die ganze Zeit über leider nicht so richtig ins Rollen und irgendwann nach der Hälfte habe ich mein Interesse leider allmählich verloren, so dass ich das Buch bis zum letzten Viertel nur noch quergelesen und schliesslich ganz abgebrochen habe. Erschwerend kam hinzu, dass das Buch in sehr grosse Abschnitte eingeteilt ist und es keine richtigen Kapitelunterteilungen enthielt. Einzelne Szenenwechsel werden manchmal durch Sternchen markiert, wobei zusätzlich noch manchmal die Perspektive zwischen Rose und Chulo gewechselt wird, ohne dass man direkt weiss, aus welcher Sicht man die Geschichte gerade liest. Das hat das Lesen nicht gerade vereinfacht und nach einer Woche Lesepause fiel es mir enorm schwer, wieder in die Geschichte hineinzufinden, weil es eigentlich gar keinen optimalen Punkt gibt, die Geschichte zu unterbrechen, es sei denn man liest die riesigen Abschnitte zu Ende (die laut meinem Kindle erst nach fast einer Stunde Lesezeit erreicht waren).

Fazit:
Die Autorin hat für ihren Debütroman "Awaking" mit Engeln ein interessantes Thema mit viel Potential ausgewählt. Dafür erhält sie einen grossen Pluspunkt von mir. Leider wirkten aber sowohl der Schreibstil als auch die Handlung letztendlich nicht ganz ausgereift, so dass mich die Story leider nicht packen konnte. Potential ist sicher vorhanden, aber die Umsetzung ist noch verbesserungswürdig. Für dieses Buch kann ich leider (im Vergleich zu anderen Romantasy-Engel-Romanen) nicht mehr als 2,5 Sterne vergeben.

Veröffentlicht am 01.12.2018

Konnte mich leider nicht so verzaubern, wie der erste Band damals

Legendary
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Auf den zweiten Teil der Caraval Reihe hatte ich mich schon lange gefreut. Über den ersten Band hatte ich damals geschrieben: "Eine aussergewöhnliche, phantasievolle und magische Geschichte, die aber stellenweise ...

Auf den zweiten Teil der Caraval Reihe hatte ich mich schon lange gefreut. Über den ersten Band hatte ich damals geschrieben: "Eine aussergewöhnliche, phantasievolle und magische Geschichte, die aber stellenweise verwirrend sein kann und kleinere Schwächen hat." Inhaltlich ist leider nicht so viel hängen geblieben, deshalb musste ich mein Wissen vor der Fortsetzung wieder auffrischen und nachlesen, worum es bei Caraval eigentlich ging. Nachdem ich das getan hatte, sind - zumindest im Groben - die Erinnerungen wiedergekommen. Und trotz allem ist mir der Einstieg in Legendary sehr schwer gefallen. Lange habe ich diesen Umstand einer vermeintlichen Leseflaute zugeschrieben, doch nachdem ich mir heute ausgiebig Zeit für das Buch genommen hatte und mir der Zugang zur Geschichte trotzdem nicht gelungen ist, musste ich wohl oder übel feststellen, dass mich die Welt von Caraval schlicht und ergreifend nicht mehr verzaubern konnte.

Doch woran lag das? Der Ablauf ähnelt sehr dem ersten Teil. Während ich die Autorin damals für ihre skurrilen und aussergewöhnlichen Einfälle bewundert hatte, sich ein solches verwirrendes Spiel auszudenken, das immer wieder mit überraschenden Enthüllungen aufwartet, wusste ich dieses Mal bereits, worauf ich mich einliess. Die skurrile Welt, die Schauspieler und die verschiedenen Rätsel und Hinweise haben mich deshalb nicht mehr so richtig vom Hocker gehauen, denn ich wusste ja bereits, dass nichts so ist, wie es den Anschein macht. Dadurch hat mir leider die Spannung gefehlt. Ein weiterer Punkt, der mir den Zugang erschwert hatte, war Tella, die diesmal als Protagonistin der Story fungierte. Leider konnte ich bis zuletzt nicht so richtig Sympathien für sie aufbauen und die meiste Zeit hat sie mich durch ihre naive Art eher genervt. Sie war leider keine starke Protagonistin, wie ich es mir gewünscht hätte, sondern hat sich vor allem durch die Männer in Caraval leiten und helfen lassen. Und damit kommen wir auch schon direkt zum nächsten Kritikpunkt: Während sich Tella im Spiel befindet, trifft sie immer wieder auf Dante (den man schon aus dem ersten Band kennt) und den neuen, bösartigen Gegenspieler Jacks. Letzterer verspricht ihr, ihr bei der Suche nach ihrer Mutter zu helfen, wenn er im Gegenzug von Tella etwas erhält, das die gesamte Zukunft der Caraval Spiele beeinflussen würde. Bis dahin muss sie allerdings seine Verlobte spielen, trotz dem Wissen, dass Jacks seine letzte Verlobte umgebracht haben soll. Leider hat es sich für mich so angefühlt, als würde sie während des gesamten Buches mit beiden Männern die immer gleichen Gespräche führen, die sich um die immer gleichen Themen handelten. Dadurch wurde das Buch noch zäher, als es aufgrund von fehlender Action, ohnehin der Fall war. Im Gegensatz zu Jacks, fand ich Dante zwar einen sehr interessanten, sympathischen Charakter, aber das hat dann leider auch nicht so richtig darüber hinweg getröstet, dass die Story stellenweise langweilig war.

Nachdem bis zur zweiten Hälfte immer noch keine Besserung eingetreten war und ich mich regelrecht zum Weiterlesen zwingen musste, habe ich einige Szenen nur noch quer gelesen und hatte gleichzeitig nicht den Eindruck, als hätte ich etwas verpasst. Erst im Schlussteil bin ich wieder etwas aufmerksamer geworden, denn schliesslich wurde Tella versprochen, dass sie die Identität von Legend erfährt, falls sie das Spiel gewinnt. Natürlich war ich auf diese Enthüllung bereits seit dem ersten Band gespannt. Sie konnte mich zwar überraschen, aber so richtig vom Hocker reissen dann doch wieder nicht, denn die Vermutung von Legends Identität, äussert Tella bereits in der ersten Hälfte des Buches und letztendlich bewahrheitet sich ihre Überlegung auch. Das Buch endet schliesslich (erneut?) mit einer Wendung, die ich so nicht habe kommen sehen und das Interesse für den dritten und letzten Band wecken soll. Trotz diesem Ende ist die Reise nach Caraval für mich hier aber zu Ende, denn dafür war mir dieser zweite Band einfach zu zäh und er hat wenig Neues zum ersten Band geboten.


Fazit:
Auch in Legendary lädt die Autorin den Leser dazu ein, erneut an dem skurrilen Caraval-Spiel teilzunehmen - diesmal aus Sicht von Tella, der Schwester der Protagonistin aus dem ersten Band. Die Handlung plätschert im zweiten Teil aber leider die meiste Zeit vor sich hin, so dass es Garber leider nicht gelungen ist, mich ein weiteres Mal zu verzaubern. Das Buch bietet bis auf ein paar Enthüllungen im Schlussteil leider kaum Neues zum ersten Band und mir hat bis zuletzt leider die Spannung gefehlt. Für mich ist die Reise nach Caraval hier zu Ende. Von mir gibt es für Legendary 2,5 Sterne.

Veröffentlicht am 09.11.2018

Solide Romantasy

Wicked - Eine Liebe zwischen Licht und Dunkelheit
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Ich habe Wicked bereits einmal im Jahr 2015 auf Englisch gelesen und wusste in etwa, was mich erwarten würde. Als ich entdeckt habe, dass die komplette Reihe auf Deutsch übersetzt wurde, wollte ich das ...

Ich habe Wicked bereits einmal im Jahr 2015 auf Englisch gelesen und wusste in etwa, was mich erwarten würde. Als ich entdeckt habe, dass die komplette Reihe auf Deutsch übersetzt wurde, wollte ich das zum Anlass nehmen, den ersten Band noch einmal zu Rereaden, um die Trilogie diesmal hoffentlich komplett zu beenden, nachdem ich damals im 2. Band ausgestiegen bin.

JLA ist eine meiner liebsten Autoren. Ich habe ihre Lux- und Dark Elements Reihen vor einigen Jahren regelrecht verschlungen, allerdings fokussiert sie sich neuerdings vermehrt auf das New Adult Genre, was leider nicht mehr ganz so mein Bereich ist. Während früher der Fantasyteil im Fokus ihrer Bücher lag, dient er heute leider nur noch als Nebenprodukt einer Liebesgeschichte, die stattdessen in den Vordergrund gerückt wurde. Das ist auch bei Wicked der Fall. Da das Buch aber auch im New Adult Genre angegliedert ist, ist das okay. Man muss einfach wissen, worauf man sich einlässt. Es ist kein Fantasyroman per se, sondern eine erotische Liebesgeschichte, in der zufälligerweise ein paar übernatürliche Wesen vorkommen.

Nachdem das gesagt wurde, will ich natürlich auch noch etwas zum Inhalt des Buches sagen. Im Fokus der Geschichte steht Ivy, eine Faejägerin, die für einen Orden tätig ist und sich darum kümmert, die bösartigen Fae aus der Menschenwelt zu vertreiben, indem sie sie tötet. Der Job ist lebensgefährlich. Das musste Ivy schon früh lernen, als sie nicht nur ihre leiblichen Eltern, sondern auch ihre Adoptiveltern und ihren festen Freund Shaun verloren hatte. Seither ist ihr niemand mehr bis auf ihre beste Freundin Val geblieben.

Als in New Orleans plötzlich Fae unterwegs sind, die nicht wie üblich getötet werden können, holt sich der Orden Unterstützung durch einen weiteren Jäger aus einer anderen Stadt: Ren. Ren ist ein attraktiver, junger Mann, der sofort ein Auge auf Ivy wirft. Hierzu muss ich gar nicht so viel sagen, denn zwischen den beiden entwickelt sich sehr vorhersehbar eine Liebesgeschichte, die aber zumindest ohne grösseres Drama und Hin- und Her entsteht. Positiv fand ich auch, dass Ren mal nicht als der typische Bad Boy dargestellt wird, sondern eigentlich sehr charmant, hilfsbereit und nett ist und trotzdem sexy sein kann. Das Buch enthält ein paar Sexszenen, die ich nur überflogen habe, weil es für mich immer ein das gleiche ist. Fans des New Adult Genres werden aber sicher auf ihre Kosten kommen. Für mich hätte es die Sexszenen nicht gebraucht.

Einen Charakter, den ich besonders hervorheben möchte, ist Tink. Tink ist ein Brownie (ein kleines fliegendes Wesen), das sich bei Ivy eingenistet hat und eigentlich nur eine Nebenrolle spielt. Trotzdem bin ich ein grosser Fan von ihm. Er sorgt nicht nur für haufenweise popkulturelle Anspielungen und ist u.a. ein grosser Fan von Harry Potter (was ihn äusserst sympathisch macht), er sorgt auch für jede Menge amüsante, sarkastische Sprüche, die mich zum Schmunzeln gebracht haben. Da ich damals schon in den zweiten Band reingelesen habe, weiss ich, dass er im weiteren Verlauf eine grössere Rolle einnehmen wird und darauf freue ich mich ganz besonders.

Die Handlung an sich liest sich relativ schnell weg, trotz 480 Seiten. Ich habe mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt. Das Ende wartet dann mit einer (mehr oder weniger) überraschenden Wendung auf und endet in einem Cliffhanger. Für meinen Geschmack hätte der Schluss zwar etwas länger und ausführlicher ausfallen dürfen, aber alles in allem war es okay und es war ein Spannungsbogen enthalten.

Fazit:
Insgesamt ein solider, unterhaltsamer Roman, wie man ihn von Jennifer L. Armentrout kennt. Ihr Schreibstil ist sehr angenehm und packend, so dass die Seiten nur so dahin fliegen. Das Buch ist viel mehr im New Adult Genre, als im Fantasy/Paranormal Genre angesiedelt. Wenn man sich dem bewusst ist, wird man an dem Buch Freude haben. Ich persönlich bevorzuge aber ihre Bücher, in denen der Fantasyaspekt viel mehr im Fokus der Handlung liegt und hätte die erotischen Szenen nicht gebraucht. Sie halten sich aber insgesamt im Rahmen. Von mir gibt es für diesen Reihenauftakt 3.5 Sterne und ich werde die Reihe auf jeden Fall weiterverfolgen.

Veröffentlicht am 28.10.2018

Ein packender Fantasyroman im Vikings-Stil

Das Herz der Kämpferin
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Obwohl ich anfänglich eigentlich gar keine grosse Lust auf das Buch hatte, hat es mich absolut begeistert! Bereits nach wenigen Kapiteln konnte mich die Handlung so fesseln, dass ich das Buch gar nicht ...

Obwohl ich anfänglich eigentlich gar keine grosse Lust auf das Buch hatte, hat es mich absolut begeistert! Bereits nach wenigen Kapiteln konnte mich die Handlung so fesseln, dass ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen wollte.

Die Story: Im Mittelpunkt der Geschichte steht die 17-jährige Eelyn, die durch Zufall in einer Schlacht ihren totgeglaubten Bruder Iri wiedersieht - den Iri, den sie vor knapp 4 Jahren in einer Erdspalte zurückgelassen hatte, weil sie angenommen hatte, er wäre tot. Um ihn nicht wieder aus den Augen zu verlieren, beschliesst sie ihn zu verfolgen und wird dabei von dem feindlichen Riki Fiske aufgehalten, der sie mit einem Pfeil durch die Schulter niederschiesst. Eelyn wird anschliessend von den Riki verschleppt und ausgerechnet von Fiske als eine Art Sklavin gekauft. Obwohl dieser Umstand für die freiheitsliebende, starke Protagonistin demütigend ist, gibt es ihr aber so zumindest die Chance sich wieder ihrem Bruder anzunähern. Nach und nach erfährt sie, was sich damals zugetragen hat und wie es dazu gekommen ist, dass sich Iri als ursprünglich geborener Aska ausgerechnet dem verfeindeten Riki Clan angeschlossen hat. Dabei muss Eelyn zu ihrer Überraschung feststellen, dass ihr Bruder die ganze Zeit über freiwillig dort geblieben ist und sein bester Freund kein geringerer als Fiske ist.
Während ihrer Gefangenschaft bei den Riki hegt Eelyn zwar von Beginn an Fluchtgedanken und wartet nur darauf, bis die Schneeschmelze einsetzt und sie wieder zu ihrem Clan zurückkehren kann, doch sie kann nicht vermeiden, dass sie Fiskes Familie näher kennenlernt, die ihr netterweise Unterkunft gewährt. Eelyn wehrt sich lange Zeit dagegen, Sympathien für ihre Feinde zu entwickeln, doch in einer schicksalhaften Nacht, in der das Dorf der Riki überfallen wird, beginnt ihre Fassade allmählich zu bröckeln und Eelyn merkt, dass die Riki gar nicht so abscheulich sind, wie sie bislang angenommen hatte.

Die Charaktere: Die Charaktere sind allesamt sehr gut ausgearbeitet und vielschichtig. Natürlich hat mir aus feministischer Perspektive die starke, unabhängige Protagonistin Eelyn besonders gut gefallen. Es ist nicht nur so, dass sie keinen Mann braucht, der sie rettet, sie lässt sich vom anderen Geschlecht auch nicht einschüchtern und wehrt sich mutig gegen ihre Feinde. Fiske auf der anderen Seite ist ein geheimnisvoller, tiefgründiger junger Mann, der Eelyns Stärke nicht nur früh erkennt, sondern auch bewundert. Die beiden verbindet eine ganz besondere Chemie, die sich nur sehr subtil bemerkbar macht. Ich war überwältigt davon, dass die Autorin allein mit Blicken, die Fiske Eelyn zuwirft, mehr Gefühle rüberbringen konnte, als so manch anderer Autor. Die Annäherung der beiden passiert dabei sehr vorsichtig und unterschwellig, dass ich sie einfach bezaubernd und absolut glaubhaft fand.
Neben Eelyn, Fiske und Iri lernt man auch jede Menge interessante Nebencharaktere mit Tiefgang kennen, über die man trotz der Kürze des Buches, so einiges an Hintergrundwissen erfährt. Es würde an dieser Stelle den Rahmen sprengen, auf jeden Nebencharakter einzugehen, insgesamt kann ich aber sagen, dass ich jeden einzelnen von ihn ins Herz geschlossen habe.

Der Schreibstil: Der Schreibstil der Autorin ist sehr packend und absolut fantastisch. Obwohl das Buch nur 320 Seiten umfasst, habe ich mich sehr schnell in dem Worldbuilding zurechtgefunden. Young gelingt es genau das richtige Mass an Erklärungen einzubauen, die für das Verständnis der Geschichte nötig sind. Man kann sich zudem sehr gut in die einzelnen Charaktere hineinfühlen, ohne dass hierzu explizite Erläuterungen nötig sind.

Fazit:
Ein packender Fantasyroman über eine junge, starke Kämpferin, die sich auch in einer männerdominierten Welt nicht unterkriegen lässt. Das Buch erinnert von seiner Machart her sehr an die Serie Vikings, was mich absolut begeistert hat. Ich war ein bisschen traurig, dass die Geschichte nur 320 Seiten umfasst und in sich abgeschlossen ist. Wenn es nach mir ginge, hätte ich noch stundenlang mehr über die Eelyn und die Welt, in der das Buch spielt, lesen können. Eine absolute Leseempfehlung, die 5 Sterne verdient hat!