Cover-Bild Die Mitternachtsbibliothek
(207)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Droemer
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 01.02.2021
  • ISBN: 9783426282564
Matt Haig

Die Mitternachtsbibliothek

Roman
Sabine Hübner (Übersetzer)

Stell dir vor, auf dem Weg ins Jenseits gäbe es eine riesige Bibliothek, gesäumt mit all den Leben, die du hättest führen können. Buch für Buch gefüllt mit den Wegen, die deiner hätten sein können.
Hier findet sich Nora Seed wieder, nachdem sie aus lauter Verzweiflung beschlossen hat, sich das Leben zu nehmen. An diesem Ort, an dem die Uhrzeiger immer auf Mitternacht stehen, eröffnet sich für Nora plötzlich die Möglichkeit herauszufinden, was passiert wäre, wenn sie sich anders entschieden hätte. Jedes Buch in der Mitternachtsbibliothek bringt sie in ein anderes Leben, in eine andere Welt, in der sie sich zurechtfinden muss. Aber kann man in einem anderen Leben glücklich werden, wenn man weiß, dass es nicht das eigene ist?
Matt Haig ist ein zauberhafter Roman darüber gelungen, dass uns all die Entscheidungen, die wir bereuen, doch erst zu dem Menschen machen, der wir sind. Eine Hymne auf das Leben – auch auf das, das zwickt, das uns verzweifeln lässt und das doch das einzige ist, das zu uns gehört.

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.01.2021

Eine zweite Chance

0

Die Welt der Mittdreißigerin Nora Seeds gerät aus den Fugen und das macht sie so schwach, dass sie beschließt, nicht mehr leben zu wollen. Auf dem Weg ins Jenseits landet sie in der Mitternachtsbibliothek. ...

Die Welt der Mittdreißigerin Nora Seeds gerät aus den Fugen und das macht sie so schwach, dass sie beschließt, nicht mehr leben zu wollen. Auf dem Weg ins Jenseits landet sie in der Mitternachtsbibliothek. Hier trifft sie auf die Bibliothekarin ihrer Schulzeit, Louise Elm. Diese erklärt ihr, dass sie in dieser Bibliothek die Bücher ihrer nicht gelebten Leben findet. Jede Entscheidung, die man trifft, führt zu einem anderen Parallel-Leben im Universum. Nora hat nun die Möglichkeit, in jedes dieser Leben zu schlüpfen, um zu einer endgültigen Entscheidung zu gelangen und das Leben zu leben, das perfekt für sie ist. Nora ist fasziniert und weiß gar nicht, wo sie anfangen soll …

Matt Haig hat eine wunderbare Gabe, völlig unrealistische Dinge so zu erzählen, dass sie möglich werden. Man versinkt in seinen Romanen geradezu. Er zeichnet mit Worten herrliche Bilder, lässt neue Welten entstehen und geht sogar noch darüber hinaus, lässt das Universum wachsen und den Leser darin reisen.

Nora ist mir von Anfang an sympathisch und ebenso schnell geht es mir ans Herz, wie unglücklich sie ist. Dabei empfinde ich kein Mitleid, denn das wäre unpassend. Aber in mir ist der Wunsch, Nora zu helfen, glücklich zu werden. Sie auf den Reisen durch ihre möglichen Leben zu begleiten ist sehr aufschlussreich und lässt mich über mich selbst vieles lernen. Auch die Sicht auf mein eigenes Leben wurde durch Matt Haigs Roman und seine wunderbare Protagonistin Nora – aber auch durch Mrs Elm – verändert. Das muss ein Autor erst mal schaffen!

Die Personen, denen Nora in ihren unterschiedlichen Leben begegnet, bereichern ebenfalls. Jede einzelne trägt dazu bei zu beeinflussen, welche Entscheidung Nora am Ende trifft. Viele Stellen sind herzergreifend traurig, aber es gibt, wie im wahren Leben, auch viel Freude und Spaß, Gefühle jeglicher Art und insgesamt eine Menge Arbeit.

Die einzelnen Aufenthalte in den Leben sind teils extrem kurz, doch das genügt völlig. Viel längere Schilderungen hätten mich nur gelangweilt. Ab einem gewissen Punkt hatte ich sogar das Bedürfnis, Nora mitteilen zu dürfen, dass sie in diesem gewählten Leben, das sie gerade probiert, nicht wirklich gut aufgehoben ist. Nach und nach erkennt der Leser, welches Leben Nora wählen sollte und ab da ist es spannend zu beobachten, ob sie diese Erkenntnis auch haben wird.

Ein Hauptthema ist Reue. Wie Haig dies behandelt, zeigt, dass er dieses Gefühl sehr gut kennt und weiß, wie sehr es einen fesseln, ausbremsen, blockieren und vor allem deprimieren kann. Wie man loszulassen lernt und sich selbst verzeiht und eine neue Chance gibt, davon handelt dieses Buch auf wunderbare, zauberhafte und unendlich liebenswerte Art. Dass er selbst gegen Depressionen ankämpft, macht ihn quasi zum Experten auf diesem Gebiet. Umso wunderbarer ist es, wie viel Kraft und Mut er mit diesem Buch zu machen imstande ist.

Ein liebenswertes Buch, das tief unter die Haut und mitten ins Herz geht und da ganz lange nachhallt! Ganz klare fünf Sterne von mir und mein Januar-Highlight.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2021

Philosophie zum wegschmelzen

0

Worum geht es?
Eine Bibliothek auf dem Weg zum Jenseits. Nora landet nach einem Suizidversuch in dieser Bibliothek, in der die Uhrzeit immer die Geisterstunde anzeigt.
Die Bücher in der Bibliothek ...

Worum geht es?
Eine Bibliothek auf dem Weg zum Jenseits. Nora landet nach einem Suizidversuch in dieser Bibliothek, in der die Uhrzeit immer die Geisterstunde anzeigt.
Die Bücher in der Bibliothek zeigen Nora verschiedene Wege, wie es hätte sein können ...

Ich liebe Philosophie. In keinem anderen Gebiet kann man ungestraft und ungebremst seine was-wäre-wenn Theorien ausleben.
Und so ein Buch ist es für mich. Ich fand die Geschichte total interessant und fesselnd. Es hat mich sehr berührt, in Noras Leben einzutauchen, ihre Probleme wahrzunehmen.
Aber die ist wohl auch ein Buch, bei dem sich die Leser uneinig sind. Je nach Sichtweise wird es unterschiedlich wahrgenommen.
Mich hat es sehr gut unterhalten, ich habe einige Stellen markiert , die ich, wenn es noch ein wenig gesackt ist, nochmal lesen möchte. Für mich wird es wohl ein absolutes Highlight sein, welches auch viel Stoff zum Nachdenken liefert.
Ich liebe das Buch und werde mal schauen, was ich von diesem Autor noch lesen möchte.

Veröffentlicht am 25.01.2021

Lebe das Leben!

0

Ich muss ehrlich sagen, dass ich zunächst sehr skeptisch war, ob dieses Buch etwas für mich ist, greift das Buch doch Themen auf, die mich emotional aufgewühlt haben. Als ich dann in die Leseprobe reingelesen ...

Ich muss ehrlich sagen, dass ich zunächst sehr skeptisch war, ob dieses Buch etwas für mich ist, greift das Buch doch Themen auf, die mich emotional aufgewühlt haben. Als ich dann in die Leseprobe reingelesen habe, war ich so eingenommen, dass ich es unbedingt versuchen musste! Und ich bin froh, dass ich mich auf das Buch eingelassen habe, denn ich wurde mit einer wirklich wundervollen Geschichte belohnt.

Zugegeben, die angekratzen Thematiken von Depression, Suizidalität und der Suche nach dem wahren Sinn des Lebens können sicherlich einige triggern bzw. aufwühlen. So darf man als Leser ruhig mit der nötigen Aufmerksamkeit ans Lesen gehen und zeitnah feststellen, dass diese Themen behutsam und authentisch aufbereitet wurden.

Nora ist eine authentische Protagonistin, deren Werdegang man gut nachvollziehen und in die man sich selbst gut hineinversetzen kann. Man ist mit ihr gemeinsam neugierig, was die Mitternachtsbibliothek für Geheimnisse offenbaren wird.

So habe ich Nora völlig befreit auf ihrem Weg begleiten können und habe gemeinsam mit ihr entdeckt, dass man vergangenes loslassen darf und oft dann doch die richtige Entscheidung im Leben getroffen hat. Dieses Gefühl des Verstandenwerdens bringt der Autor ohne erhobenen Zeigefinger mit mit ganz viel Feingespür rüber, sodass mich das Buch wirklich völlig berührt und angerührt zurückgelassen hat.

Ich bin sehr froh, mich dieser Buchidee gegenüber geöffnet zu haben, denn ich wurde mit einer großartigen Geschichte belohnt, die sich einen festen Platz in meinem Regal erobert hat!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.01.2021

Eine einmalige Idee

0

Meine Meinung:
Dieses Buch ist für mich eines der bewegendsten meines Leselebens, selten hat mich ein Buch so kalt erwischt und mich mitten ins Herz getroffen, wie die "Mitternachtsbibliothek".

Denn jeder ...

Meine Meinung:
Dieses Buch ist für mich eines der bewegendsten meines Leselebens, selten hat mich ein Buch so kalt erwischt und mich mitten ins Herz getroffen, wie die "Mitternachtsbibliothek".

Denn jeder von uns kennt es, dass wir uns fragen, "was wäre gewesen, hätten wir uns in diesem Moment des Lebens anders entschieden?" Und genau auf dieser so empfindlichen und schwierigen Ausgangssituation baut der Autor seine Geschichte auf, die mich mehrere Male zu Tränen gerührt hat und mich so stark bewegt hat, dass ich es das ein oder andere Mal sogar zur Seite legen musste. Dabei ist Matt Haig nie rührselig oder übertrieben, sondern stets sehr sensibel, und die Emotionalität wird nie zu sehr in den Mittelpunkt gedrängt, sondern entsteht, fügt sich einfach durch das Erzählen selbst und genau dadurch wirkt es noch realistischer und emotionaler auf den Leser.

Der Schreibstil des Autors ist ebenso literarisch fein erzählt und man fliegt auf eine sehr angenehme, entschleunigte Art durch dieses Buch und verliebt sich währenddessen, in eine so großartig und wunderschön erzählte Geschichte, die mir sehr an die Nieren geht und dennoch so hoffnungsvoll und lebensbejahend ist.

Mein Fazit:
Ein ganz wunderbares Buch!

Veröffentlicht am 24.01.2021

Eine Anleitung zum Glück und zu sich selbst

0

„Es ist leicht, um die möglichen Lebensvarianten zu trauern, die wir nicht leben“ (Matt Haig)
Mit seinem Buch „Die Mitternachtsbibliothek“ schreibt Matt Haig eine Geschichte über Gefühle, die wohl jeder ...

„Es ist leicht, um die möglichen Lebensvarianten zu trauern, die wir nicht leben“ (Matt Haig)
Mit seinem Buch „Die Mitternachtsbibliothek“ schreibt Matt Haig eine Geschichte über Gefühle, die wohl jeder schon einmal hatte. Das Gefühl, nicht am richtigen Platz zu sein, versagt zu haben, die falschen Entscheidungen getroffen zu haben und sein Potenzial nicht ausgeschöpft zu haben. Nicht das Leben zu leben das man leben könnte. All diese Gefühle packt er in seine Protagonistin Nora Seed, die zu Anfang des Buches aus kaum etwas anderem zu bestehen scheint als Reuegefühlen und Bedauern über die Entscheidungen, die sie getroffen hat und die sie nun zu einem Leben geführt haben, das ihr unvollkommen und vergeudet erscheint. Als dann auch noch ihre Katze stirbt, läuft das Fass über und Nora beschließet, ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Doch sie landet in einer endlosen Bibliothek, in der jedes Buch eine andere Version ihrer selbst ist. Endlose Paralleluniversen, jedes Buch ein Leben, das auf einer Entscheidung in eine andere Richtung basiert. Und Nora soll das Leben finden, in dem sie im Gegensatz zu ihrem Ursprungsleben, glücklich sein kann.
Mit wunderschönen, eingängigen und zum Nachdenken anregenden Worten erzählt Haig eine Geschichte, über eine depressive Frau, die im Laufe des Buches so vieles über sich selbst und ihr Leben lernt. Dass man nicht glücklich sein kann, wenn man nur danach strebt, den Traum anderer für einen selbst zu verfolgen. Dass, egal in welchem Leben, immer negative Gefühle bleiben und man nie ganz zufrieden ist mit dem, was man hat. Denn heute gibt es so unglaublich viele Möglichkeiten, dass man immer das Gefühl hat, etwas zu verpassen. Der Schreibstil des Buches hat mich total gefangen genommen und mich eingesaugt in diese besondere Geschichte, die so traurig und ausweglos beginnt und einen am Ende total erfüllt, hoffnungsvoll und lebensbejahend zurücklässt. Die Charakterentwicklung von Nora war total ausgefeilt und nachvollziehbar und es war so schön, ihr dabei zuzusehen, wie sie immer mehr zurück ins Leben uns zu sich selbst fand. Und erkannt hat, dass sie nicht an jedem Fehler alleine die Schuld trägt, dass nicht immer alles zu ausweglos ist, wie es scheint, sondern dass man manchen Dingen einfach noch etwas Zeit geben muss. Gepaart mit Witz, Philosophie, einer Menge Schach und einer bodenständigen physikalischen Erklärung für die Geschichte nimmt der Autor einen mit auf eine Reise, die sich nicht nur um Nora, sondern auch um einen selbst dreht. Und das Ganze verpackt in einen fesselnden, spannenden Roman, den man bereits nach den ersten Seiten nicht mehr aus der Hand legen kann. Besonders hervorzuheben sind auch die vielen Leben und Facetten, die der Autor in nur einem Buch und manchmal nur in ein paar Sätzen kreiert hat.
„Wir wissen nicht, ob irgendeine andere Version besser oder schlechter gewesen wäre. Diese Leben existieren, das ist wahr, aber wir selber existieren auch. Und darauf müssen wir und konzentrieren.“ (Matt Haig)
Dieses Buch gibt einem so vieles, vor allem das Gefühl, nicht alleine zu sein mit negativen Gedanken und Reuegefühlen. Es gibt aber auch Hoffnung, Freude und eine Anleitung zum Glück. Ich hatte das Gefühl, der Autor hat mit dem Buch auch einen Teil seiner eigenen Gefühlswelt preisgegeben und seine eigenen Erfahrungen in Worte gebracht, was das Buch wunderschön, echt und greifbar macht. Es ist nicht voller sinnloser, übertriebener „schlauer“ Sprüche, sondern hat durch weise Worte eine Saite zu mir im Klingen gebracht und ich bin sicher, dass ich noch lange über diese Geschichte nachdenken werde und die ermutigende Botschaft, die sie übermittelt. Es werden aktuelle Themen aufgegriffen, wie die sozialen Medien, die einem das Gefühl suggerieren, immer mehr haben zu können und besser sein zu können, als man gerade ist und dadurch einen unglaublichen Druck ausüben. Es geht um Depressionen, darum, dass man auch durch Ruhm nicht zwangsläufig glücklich wird, darum, zu sich selbst zurück zu finden und aus dem eigenen Leben das zu machen, was man will. Aber auch darum, nicht immer zurück zu denken und die „was wäre wenn“-Fragen endlos im Kopf zu wiederholen.
Eine erstaunliche schriftstellerische Leistung, die mich ganz besonders berührt hat und lange unvergessen bleiben wird. Ich glaube, dieses Buch kann jeden ansprechen und ihm einen neuen Blick auf sein eigenes Leben geben und ich empfehle das Buch wärmstens weiter.
„Es reicht, eine einzige Person zu sein. Es reicht, eine einzige Existenz zu leben.“ (Matt Haig)

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere