Cover-Bild So weit das Licht reicht
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: C.H.Beck
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Sachbücher / Film, Kunst & Kultur
  • Seitenzahl: 283
  • Ersterscheinung: 21.09.2023
  • ISBN: 9783406806575
Sabrina Imbler

So weit das Licht reicht

Die Kreaturen der Tiefsee und was sie mir über das Leben erzählen
Anja Kauß (Übersetzer), Simon Ban (Illustrator)

NATURBUCH, POETISCHES MEMOIR UND COMING-OF-AGE-GESCHICHTE IN EINEM

Eine besondere Faszination geht von den geheimnisvollsten Kreaturen der Tiefsee aus, die verborgen vor den Augen der Welt ein Dasein fernab vom Sonnenlicht fristen. Weißhaarige Yeti-Krabben, unsterbliche Quallen, wilde Goldfische, hungernde Tiefseekraken und hybride Schmetterlingsfische – in jedem Kapitel verbindet Sabrina Imbler naturkundliche Beobachtungen mit Geschichten aus dem eigenen Leben und reflektiert über das Erwachsenwerden, Anpassung, fluide Sexualität, Migration, Gemeinschaft und Umweltzerstörung. Dabei entsteht ein dichtes Geflecht aus meeresbiologischen Fakten und persönlichen Erfahrungen, das einen unwiderstehlichen Sog entwickelt. «So weit das Licht reicht» ist ein faszinierender Tauchgang von der Oberfläche bis zum Meeresgrund und nicht zuletzt ein Plädoyer für neue Visionen unserer Welt und der erstaunlichen Kreaturen, die sie beherbergt.

  • Ausgezeichnet mit dem Los Angeles Times Book Prize 2023
  • Ein starkes, kluges, sensationell gut geschriebenes Debüt
  • Poetisch, tiefgründig, queer!

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.10.2023

Sehr persönliche Coming-of-Age-Geschichte, erzählt in 10 Essays über Wasserkreaturen.

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(Sabrina Imbler benutzt die Pronomen they/them. Ich versuche das in diesem Text auch.)

Es handelt sich um 10 Essays über verschiedene Wasserkreaturen, die Sabrina Imbler ihren eigenen Erfahrungen/Gedanken ...

(Sabrina Imbler benutzt die Pronomen they/them. Ich versuche das in diesem Text auch.)

Es handelt sich um 10 Essays über verschiedene Wasserkreaturen, die Sabrina Imbler ihren eigenen Erfahrungen/Gedanken gegenüberstellt. Jedes Essay hat als Thema ein Tier und einen Lebensabschnitt/Themenkomplex. In kurzen Abschnitten springt es abwechselnd hin und her und es werden Verbindungen gezogen. Das war zunächst gewöhnungsbedürftig, entfaltet aber auch interessante Parallelen und Möglichkeiten selbst zu reflektieren.

Sabrina Imbler ist queer, wird manchmal weiblich, manchmal männlich gelesen. Da their Mutter Chinesin ist, sieht they asiatisch aus, wuchs aber in den USA auf. Damit passt they nicht in gängige Kategorien und hadert damit einen eigenen Weg zu finden. Die Beschäftigung mit Wasserkreaturen spendet Imbler Trost. Denn auch Wasserkreaturen entziehen sich den von Menschen als logisch empfundenen Strukturen und Schubladen.

Goldfische wachsen beispielsweise ein Leben lang und nur wenn sie in einem Glas gehalten werden, passen sie sich dieser Beschränkung an. Manche Fische können im Verlauf des Lebens ihr Geschlecht wechseln, manche sterben sobald sie Nachwuchs hervorbringen, manche Lebewesen schließen sich zu Schwärmen zusammen, bei denen es schwer fällt Individuen auszumachen, manche Lebewesen haben eine so große Regenerationskraft, dass sie als unsterblich gelten...

Besonders die poetischen Beschreibungen haben mir sehr gefallen. Die Themen sind jedoch auch durchaus ernst. Es geht um Essstörungen, vorsichtig formuliert schlechte sexuelle Erfahrungen mit unklarem Konsens, Rassismus, Umweltzerstörungen und Artensterben genauso wie um Selbstfindung und queere Safe Spaces.

Als Leser*in ist man immer etwas im Unklaren gelassen über die Personen. Die meisten Namen sind abgekürzt und die meisten Pronomen they. Das ist natürlich zunächst anstrengend, ich habe mich aber schnell daran gewöhnt.

Man sollte auf jeden Fall vor Lektüre des Buches wissen, dass es eher eine Coming-of-Age-Geschichte ist und die Tiefseekreaturen „nur“ im Zusammenhang damit beschrieben werden. Wenn man sich darauf einlassen möchte, wird man mit einer poetischen, sehr persönlichen Geschichte belohnt und bekommt jede Menge Fun/Sad Facts über Wasser-/Tiefseekreaturen dazu.

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Veröffentlicht am 15.12.2023

Interessant

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Was für ein ungewöhnliches (Hör)Buch:

SO WEIT DAS LICHT REICHT
Sabrina Imbler,
gelesen von Katja Bürkle

Die Autorin beschreibt in Essays Kreaturen aus dem Ozean, welche sie anschließend den Erlebnissen ...

Was für ein ungewöhnliches (Hör)Buch:

SO WEIT DAS LICHT REICHT
Sabrina Imbler,
gelesen von Katja Bürkle

Die Autorin beschreibt in Essays Kreaturen aus dem Ozean, welche sie anschließend den Erlebnissen und Erfahrungen ihres persönlichen Lebens gegenüberstellt:

So erfahren wir, wie die junge Sabrina in den USA als Tochter einer chinesischen Mutter und eines weißen Amerikaners aufwuchs. Sie entsprach nicht der US-Norm: Sie war queer, übergewichtig und hatte keine weiße Hautfarbe.
Imbler litt in ihrer Jugend immer wieder unter Essstörungen - getriggert durch ihrer Mutter, die sie mit ihrem Gewicht unter Druck setzte. Mit diesen Episoden leitet die Autorin geschickt zu den Meeresbewohnern über und vergleicht diesen Fall mit einem weiblichen Oktopus, der sich nach der Eiablage zu Tode hungert und erst stirbt, wenn die vielen kleinen Oktopoden geschlüpft sind.
Wir lernen Neues über Barsche, Quallen, Sepien und Wale. Wusstet ihr, dass Goldfische immer weiter wachsen, wenn sie zu fressen bekommen und dass ganze Flüsse aus dem Gleichgewicht geraten, wenn man Goldfische einfach wild aussetzt?
Aber zurück zu der Coming-of-Age-Geschichte Imblers. Es geht um Umweltzerstörung, über ihre Erfahrungen in verschiedenen Beziehungen, ihre Selbstfindung, die erste Liebe, Sex und dann natürlich auch der erste Liebeskummer.
Ihre/seine queere Welt nimmt einen großen Teil der Erzählungen ein.

Für mich persönlich waren die Erzählungen der Unterwasserwelt unglaublich eindrücklich (5 Sterne). Einige Fakten sind dabei so tief-traurig, dass mir fast die Tränen kamen. Diese Facts sind außergewöhnlich gut recherchiert und wahnsinnig spannend.
Die Geschichte der Autorin (3 Sterne) fand ich persönlich nur mittelmäßig. Ob es daran lag, dass die Autorin einer anderen Generation angehört oder mich einige Sätze wirklich verstörten, weiß ich nicht.
Erwähnen möchte ich allerdings noch die Sprecherin des Hörbuchs, Katja Bürkle. Sie hat dem Hörbuch eine ganz besondere Stimme verliehen, der ich super gerne gelauscht habe.

Hörempfehlung für alle, die außergewöhnliche Geschichten mögen und am Ende hoffe ich, dass die Meereskreaturen uns irgendwann einmal überleben werden - wir Menschen haben ihnen wirklich genug Schaden zugefügt.
4/ 5

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Veröffentlicht am 03.12.2023

Zwischen Sachbuch und Roman

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Eine ungewöhnliche und gelungene Mischung aus Tiefseefaszination und persönlichen Erfahrungen mit Rassismus, Queer-Feindlichkeit und allgemeiner Engstirnigkeit, um nur ein paar der Themen zu nennen. Keine ...

Eine ungewöhnliche und gelungene Mischung aus Tiefseefaszination und persönlichen Erfahrungen mit Rassismus, Queer-Feindlichkeit und allgemeiner Engstirnigkeit, um nur ein paar der Themen zu nennen. Keine leichte Kost auch wegen der thematischen Sprünge.




Das Erscheinen dieses Buches ist zunächst vollkommen an mir vorbeigezogen - erst als mir das Hörbuch zur Rezension angeboten wurde, bin ich auf den Titel aufmerksam geworden.

Glücklicherweise! Denn BonneVoice bescherte mir sieben Stunden Hörgenuss - der Sabrina Imbler gelingt eine großartige Verschmelzung von Tiefseefaszination und persönlicher Lebensgeschichte. Ich habe ehrlich gesagt auch keine Idee, wie ich das Genre des (Hör-)Buches benennen soll. Und das ist vermutlich im Sinne Imblers - Benennung und Kategorisierung ist uns Menschen zwar in Fleisch und Blut übergegangen, aber nicht immer notwendig. Und sogar schädlich, wenn wir von anderen Menschen permanent eine solche Einordnung erwarten.

Die Übergänge zwischen den naturwissenschaftlichen Beobachtungen und Imblers eigenen Erlebnissen sind fließend, die Parallelen durchaus auch offensichtlich bewusst kreiert - was mich nicht störte, da ich die Botschaften feierte und Übertreibung, Überspitzung durchaus für ein legitimes künstlerisches Mittel halte.
Mich fesselten sowohl die biographischen Erzählungen, denn Sabrina Imblers Leben ist voller schockierender, berührender, aufwühlender und nachdenklich stimmender Momente, als auch die Einsichten in das Leben der Tiefsee; immer wieder faszinierend, was sich die Natur da ausgedacht hat! Im Übrigen ist das Hörbuch angenehm eingesprochen worden; ein nicht zu vernachlässigender Pluspunkt.

Das Buch behandelt viele ernste Themen, schockiert und ist keine leichte Kost - zugleich ist es von beeindruckender Lebensfreude geprägt, eine Liebeserklärung an die Welt und voller Optimismus. Imbler nutzt für sich und die meisten Personen im Buch die Pronomen they/them und berichtet auch sonst ausgesprochen respektvoll von anderen Menschen und Ereignissen; nicht vorwurfsvoll, sondern reflektierend und persönlich-ehrlich. Ich empfand die zehn Essays als wundervoll empowernd.

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