Bewegender Roman
„...Vier lange Monate waren vergangen, seit ihr Vater eine Tasche gepackt und ihre Mutter und sie, seine beiden Töchter, verlassen hatte. Alles, was sie über ihn zu wissen glaubten, über ihre Familie, ...
„...Vier lange Monate waren vergangen, seit ihr Vater eine Tasche gepackt und ihre Mutter und sie, seine beiden Töchter, verlassen hatte. Alles, was sie über ihn zu wissen glaubten, über ihre Familie, über die Liebe, alles war kaputt…“
Obwohl Nikki schon ihr eigenes Leben als Lehrerin führt, kommt sie mit dem Verhalten des Vaters nicht zurecht. Anstatt sich mit ihrem Freund Isaac, wie vereinbart zu treffen, setzt sich Nikki zu Beginn der Ferien in ihr Auto und fährt weg. Sie landet auf der Farm ihres Onkels Wes Werner.
Die Autorin hat einen berührenden Roman geschrieben. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Er bringt die Probleme auf den Punkt und führt sacht zu Lösungen.
Wes Werner ist kein Mann großer Worte. Er nimmt seine Nichte auf und bietet ihr an, dass sie solange bleiben kann, wie sie will. Chris, Nikkis Vater, ist Wes´ Bruder. Wes versucht mehr oder weniger erfolgreich, den Kontakt zu ihm zu halten. Im Gegensatz zu Nikki weiß Wes, was seinen Bruder antreibt. Trotzdem findet er sein Verhalten falsch.
Wes hat sich ein neues Haus gebaut. Er bringt Nikki in dem alten Farmhaus unter. Dort stößt sie in einer Kiste auf ein Rezeptheft ihrer Urgroßmutter. Es enthält Bibelsprüche und deutsche Rezepte, die Nikki nachkocht. Sie beginnt, sich für die Geschichte ihrer Vorfahren zu interessieren.
„...Schon irgendwie verrückt, wie schnell sich alles ändert, nicht? In nur einer Generation geht eine Sprache vollkommen verloren. Ich frage mich, was damit sonst noch verloren gegangen ist…“
Emma, ein Verwandte, blickt tiefer. Sie ahnt, was das alte Heft und die Gespräche mit den Einwohner letztendlich für Nikki bedeuten.
„...Es ist gut für sie, in unsere Familiengeschichte einzutauchen, denn sie rückt das eigene Leben in die richtige Perspektive. Niemand von uns geht einen Weg vollkommen allein…“
Zusammen mit Nikki gestattet mir die Autorin einen Blick in die Vergangenheit. Diese beinhaltet auch die Kindheit von Nikkis Vater. Dadurch erhält Nikki einen neuen Blick auf ihn. Trotzdem braucht es seine Zeit, bis sie einer Annäherung zustimmt.
Beim Backen und Kochen wird Nikki von Joyce unterstützt. Die gibt ihr auch von ihren Lebenserfahrungen ab.
„...Gott lässt manchmal Türen zufallen, weil er sieht, was einen dahinter erwartet. Ich bin froh, dass er diese bestimmte Tür zugemacht hat, bevor ich hindurchgehen konnte…“
Das Buch hat mir sehr gtu gefallen. Es zeigt, wie wir durch Vergangenheit und Kindheit geprägt sind. Auf eher behutsame Art werden christliche Themen und Werte einbezogen.