Cover-Bild Nazi und Kommunist
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24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: BeBra Verlag
  • Themenbereich: Geschichte und Archäologie - Geschichte
  • Genre: Sachbücher / Geschichte
  • Seitenzahl: 240
  • Ersterscheinung: 25.02.2025
  • ISBN: 9783898092630
Torsten Harmsen

Nazi und Kommunist

Zwei deutsche Leben
Wie entscheidet sich, welchen Weg jemand im Leben geht, ob er auf der »richtigen« oder »falschen« Seite landet? Welche Rolle spielen dabei Herkunft und Ideologien? Und gibt es überhaupt »gut« und »böse«?
In diesem Buch berichten zwei um 1900 geborene Menschen von ihren Erlebnissen, als wäre alles gerade erst passiert: Otto war Kommunist, Herta war Nationalsozialistin. Beide lebten später in der DDR und blickten ganz unterschiedlich auf die Träume und Ideale ihrer Jugend zurück. Torsten Harmsen führte als junger Journalist intensive Gespräche mit ihnen und verarbeitet nun die authentischen Erinnerungen zu einer bewegenden Reise durch die Umbrüche der deutschen Geschichte im 20. Jahrhundert –ohne Wertung und mit allen Widersprüchen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.08.2025

Wie wir wurden, was wir sind

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Die Protagonisten dieses Buches sind beide um 1900 geboren Otto entsammt einer liberalen Handwerkerfamilie. Er wird Bühnenmaler und steht der Arbeiterbewegung nahe. Mit Aufkommen des Nationalsozialismus ...

Die Protagonisten dieses Buches sind beide um 1900 geboren Otto entsammt einer liberalen Handwerkerfamilie. Er wird Bühnenmaler und steht der Arbeiterbewegung nahe. Mit Aufkommen des Nationalsozialismus stürzt er sich zunächst in den Straßenkampf zwischen Kommunisten und Reichswehr. Später gerät er in den Widerstand gegen das Regime und überlebt mit Mühe und Not, versteckt in Deutschland. Nach dem Krieg wählt er die DDR als Heimat.
Herta ist Tochter einer bürgerlichen Familie, sie besucht eine höhere Schule, lebt aber sehr abgeschottet von der realen Welt. Sie studiert Biologie und will Lehrerin werden. In der Ideologie des Nationalsozialismus findet sie ihre Ideale von Natur, Gemeinschaft wieder und Ausdruck für ihr Gefühl einer Überlegenheit über andere Rassen. Sie bleibt diesen Idealen treu bis zum Zusammenbruch des Reiches, der zugleich den Zusammenbruch ihres Wertesystems bedeutet. In einem Straflager der Russen in der DDR scheint sich ihr ein neuer Lebensweg aufzutun, und auch sie bleibt in der DDR.
Zwei unterschiedliche Leben und die Frage, wie einer wird, was er ist, bewegen dieses Buch. Dabei lässt der Autor die beiden Hauptpersonen – mit Ausnahme weniger erklärender Ergänzungen – ohne Wertung selbst zu Wort kommen. Und sie haben Interessantes, Spannendes, Nachdenkliches und Erschreckendes zu erzählen. Mich hat besonders Herta beeindruckt, die mit großer Aufrichtigkeit über ihren fehlgeleiteten Glauben spricht und reflektiert. Sie gibt viel Anlass darüber nachzudenken, wie sich Ideologien verfangen und böse Früchte tragen können, und das nicht nur bei Menschen, die böse oder von schlechtem Charakter wären. Ihr Beispiel zeigt, dass so etwas jederzeit jedem passieren könnte, nicht weil ihr der Mut fehlt oder die Intelligenz, sondern weil sie ausschließlich einen Ausschnitt der Welt wahrnimmt, der in ihr eine Seite anspricht. Otto entstammt einem ganz anderen Ausschnitt aus dieser Welt, der ihn die Dinge anders wahrnehmen lässt. Vielleicht hat die liberale Erziehung dazu beigetragen, vielleicht sein Sinn für die Kunst, auf jeden Fall aber wohl die vielen Bekanntschaften, die er gemacht hat und die ihn, ähnlich wie bei Herta, nur in eine ganz andere Richtung geprägt haben. Es spielen viele Dinge eine Rolle, den Menschen zu dem zu machen, was er ist. Ich glaube, dass es wichtig ist, aus den Beispielen anderer zu lernen, sich zum Nachdenken anregen zu lassen, mit Empathie zuzuhören, um zu verstehen, und nicht um in erster Linie zu beurteilen, was passiert ist, vor allem was den anderen passiert ist, was häufig impliziert, dass einem selbst das nie passieren könnte. Und dann sind wir schnell vom Urteil zum Vorurteil gelangt.
Insofern ist das Buch wichtig und lesenswert, für alle, die wissen wollen, wie „das“ passieren konnte, und damit „das“ nie wieder passiert.

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Veröffentlicht am 17.07.2025

Zwei Jahrhundertleben

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Mich hat der Titel sofort neugierig auf das Buch gemacht. Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet und ich finde die Fotografien der beiden Charaktere sehr gut. Die Haptik des Hardcover Buches wirkt auf ...

Mich hat der Titel sofort neugierig auf das Buch gemacht. Das Cover ist sehr ansprechend gestaltet und ich finde die Fotografien der beiden Charaktere sehr gut. Die Haptik des Hardcover Buches wirkt auf mich sehr hochwertig.

In dem Buch geht es um die Lebensumstände von Herta und Otto, beide sind um 1900 geboren und doch haben sie in unterschiedlichen Welten gelebt. Herta war Nationalsozialistin und Otto Kommunist. Wie haben sie diese dunkle Zeit erlebt? Was waren ihre Gedanken und Gefühle? Sehr einfühlsam und gut beschrieben schafft es Torsten Harmsen den Leser mit in diese Zeit zu nehmen. Sowohl Otto als auch Herta blicken auf ihr Leben zurück, beide haben in der ehemaligen DDR gelebt. Für mich war es eine sehr interessante und aufwühlende Reise in die deutsche Vergangenheit. Ich fand es spannend diese beide widersprüchlichen Charaktere kennenzulernen und ihre Ansichten zu lesen. Das Buch hat mich zum Nachdenken angeregt, der Schreibstil war angenehm zu lesen und die Kapitel hatten eine tolle Länge. Es gab immer einen Wechsel zwischen Herta´s und Otto´s Sicht, das gefiel mir besonders gut. Ich empfehle das Buch auf jeden Fall weiter.

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Veröffentlicht am 21.07.2025

Herta und Otto

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Ein sehr interessantes, gut recherchiertes Buch über die Zeit des Naziregimes, den Zeitraum davor und auch Jahrzehnte danach.

Es geht um die völlig verschiedenen Biografien zweier Menschen, Herta und ...

Ein sehr interessantes, gut recherchiertes Buch über die Zeit des Naziregimes, den Zeitraum davor und auch Jahrzehnte danach.

Es geht um die völlig verschiedenen Biografien zweier Menschen, Herta und Otto, die kurz nach der vorletzten Jahrhundertwende geboren und sich nie begegnet sind.

Otto war Kommunist und kämpfte lange im Widerstand, Herta dagegen stramme Nationalsozialistin.

Sie verarbeiten und beurteilen ihr Leben am Ende auf ganz unterschiedliche Weise. Besonders Herta hat viel zu bereuen und versteht ihre früheren Ansichten später nicht mehr.

Ein Buch gegen Krieg, das Vergessen und zum Nachdenken, gerade über das momentane Zeitgeschehen.

Für Schulklassen wäre es eine sinnvolle Bereicherung des Geschichtsunterrichts.

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Veröffentlicht am 06.07.2025

Eine Welt, aber zwei Welten

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„Nazi und Kommunist“ von Torsten Harmsen erzählt die Lebensgeschichten von Otto, einem überzeugten Kommunisten, und Herta, einer Nationalsozialistin. Durch den Wechsel der Perspektiven werden zwei ganz ...

„Nazi und Kommunist“ von Torsten Harmsen erzählt die Lebensgeschichten von Otto, einem überzeugten Kommunisten, und Herta, einer Nationalsozialistin. Durch den Wechsel der Perspektiven werden zwei ganz unterschiedliche Sichtweisen auf die deutsche Geschichte sehr lebendig und persönlich dargestellt. Besonders gefallen hat mir die Nutzung der Oral History-Methode, durch die die Erinnerungen sehr authentisch und nahbar wirken. Man bekommt dadurch ein gutes Gefühl dafür, wie stark politische Überzeugungen und persönliche Erfahrungen das Leben der beiden geprägt haben.

Trotzdem habe ich mir eine neutralere und objektivere Darstellung gewünscht. Für mich wirkte der Autor an manchen Stellen zu voreingenommen, was die Erzählung etwas einseitig erscheinen lässt. Gerade bei solch komplexen und sensiblen Themen finde ich es wichtig, möglichst ausgewogen zu bleiben, um den Lesern Raum für eigene Gedanken zu lassen. Diese Voreingenommenheit hat für mich den Lesegenuss eingeschränkt.

Dennoch bietet das Buch viele interessante Einblicke und regt zum Nachdenken über die unterschiedlichen politischen Haltungen und deren Auswirkungen auf das persönliche Leben an. Insgesamt ist „Nazi und Kommunist“ eine lesenswerte, wenn auch nicht vollkommen unvoreingenommene Darstellung zweier sehr verschiedener Biografien in der deutschen Geschichte.

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