Cover-Bild Goldstein
Band 3 der Reihe "Die Gereon-Rath-Romane"
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14,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Piper
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Polizeiarbeit
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 576
  • Ersterscheinung: 07.01.2022
  • ISBN: 9783492317153
Volker Kutscher

Goldstein

Der dritte Rath-Roman | Die Romanvorlage zu Babylon Berlin | Staffel 4

Die Romanvorlage für die vierte Staffel von Babylon Berlin
Berlin 1931: Wirtschaftskrise, gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen SA und Rotfront, Machtkampf unter den Ringvereinen. Gereon Rath bekommt vom FBI den Auftrag, den US-Gangster Abraham »Abe« Goldstein zu beschatten, und ahnt auf seinem Posten nicht, dass dieser sich frei und bewaffnet in der Stadt bewegt. Als der Unterweltboss Marlow Rath zu einer privaten Ermittlung zwingt, gerät er zwischen die Fronten des Bandenkriegs. Dann lässt seine Noch-immernicht-Verlobte Charly Ritter eine Obdachlose bei der Vernehmung entwischen, ihre Ermittlungen berühren sich – und sie bekommen richtig Krach.




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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.01.2022

Gangster und SA-Horden in den Straßen von Berlin

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Erst vor wenigen Monaten wurde der illustrierte Briefroman "Mitte" um Figuren aus Volker Kutschers Gereon-Rath Reihe veröffentlicht, nun führt der Piper-Verlag mit einer Wiederauflage von "Goldstein" zurück ...

Erst vor wenigen Monaten wurde der illustrierte Briefroman "Mitte" um Figuren aus Volker Kutschers Gereon-Rath Reihe veröffentlicht, nun führt der Piper-Verlag mit einer Wiederauflage von "Goldstein" zurück zu den früheren Jahren des Kommissars der Berliner Mordkommission. Zu verdanken ist dies wohl den Vorbereitungen auf eine neue Netflix-Staffel von Babylon-Berlin, die auf der Romangrundlage von "Goldstein" aufbaut - wobei es einmal mehr eine deutliche Diskrepanz zwischen Roman- und Filmfiguren geben dürfte.

In den letzten Romanen um Gereon Rath sah sich der Ermittler immer mehr mit der Politisierung des Polizeiapparats und des Justizsystems im Dritten Reich konfrontiert. Die Handlung von "Goldstein" spielt 1931, doch die SA-Trupps marschieren bereits auf den Straßen Berlins, die Bevölkerung übt schon einmal das Wegschauen, wenn Braumhemden in einer U-Bahn-Station einen alten orthodoxen Juden bedrängen.

Sehr viel weniger hilflos ist ein anderer Jude, Abraham "Abe" Goldstein aus New York, Auftragskiller der "kosher nostra" und angesichts eines absehbaren Bandenkrieges auf Tauchstation in Berlin. Die Reise in die deutsche Hauptstadt, so wird sich zeigen, hat ein sehr persönliches Motiv, doch die Berliner Polizei, von den US-Behörden vorgewarnt, ist sicher, dass Goldstein aus "beruflichen" Gründen angereist ist. Die Justiz konnte ihm nie etwas nachweisen. So gibt es keine weitere Handhabe gegen den "Touristen" mit dem schlechten Ruf als lückenlose Überwachung - und dafür ist Gereon Rath zuständig.

Die Berliner Unterwelt steht am Rande eines Bandenkriegs - ist Goldstein hier eine Rolle zugedacht? Auch Doktor M., der Unterweltkönig, mit dem Rath eher unfreiwillig Umgang pflegt, drängt den Kommissar, einen seiner verschwundenen Männer ausfindig zu machen. Charlotte Ritter, Raths Freundin, engagiert sich unterdessen für ein Straßenmädchen, das auf der Flucht vor der Polizei ist und nach einem missgückten Einbruch Augenzeugin des Todes ihres jungen Komplizen wurde. Dass es sich beim Tod des Jungen keineswegs um einen Unglücksfall handelte, davon ist Kriminalassistent Lange zunehmend überzeugt. Seine Ermittlungen führen ihn zu einem Verdacht innerhalb der Polizei.

Einmal mehr zeigt Volker Kutscher die dunklen Zeiten Berlins jenseits des Glitzers und der schrillen Farben des Nachtlebens. Die Weimarer Republik, von vielen Vertretern des Establishments von Anfang an ungeliebt, liegt in den letzten Zuckungen, die Gewalt auf der Straße nimmt zu und die Wirtschatskrise verstärkt die enormen sozialen Spannungen und Kontraste. Atmosphärisch dicht und spannend erzählt werden die Handlungsfäden miteinander verwoben, bis am Ende alles in einem einzigen dichten Plot mündet.

Da ich erst später in die Gereon Rath-Reihe eingestiegen bis und noch nicht alle der Vorgängerbände gelesen habe, war die Neuauflage von "Goldstein" für mich eine Chance, einen Blick in die Vergangenheit von Gereon und Charlotte zu werfen. Auch in diesem Fall konnte ich mich wieder über einen spannenden Kriminalroman in einem faszinierenden Setting freuen. Der Tanz auf dem Vulkan hat gerade erst begonnen.



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Veröffentlicht am 17.04.2025

Moloch Berlin

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Der dritte Krimi um Kommissar Gereon Rath spielt 1931. Kutscher bleibt dabei, dass sich die Romane jeweils ein Jahr in der erzählten Zeit weiterbewegen. In Berlin sind die Nationalsozialisten nicht mehr ...

Der dritte Krimi um Kommissar Gereon Rath spielt 1931. Kutscher bleibt dabei, dass sich die Romane jeweils ein Jahr in der erzählten Zeit weiterbewegen. In Berlin sind die Nationalsozialisten nicht mehr zu übersehen und es wird nun deutlich, dass sie oft ohne Gegenwehr Terror verbreiten können. Die Straßen sind zudem voll von armen Menschen und zwischen ihnen treiben sich Kinderbanden herum. Als beim Einbruch in das schillernde KaDeWe ein Junge ums Leben kommt, scheint es zunächst nur um einen Unglücksfall zu gehen, bald kommen aber Zweifel auf. Es gibt eine Zeugin, die eine wichtige Beobachtung gemacht hat, jedoch selbst von der Polizei gesucht wird. Gleichzeitig soll Rath den amerikanischen Gangster Goldstein beobachten, der aus unbekannten Gründen nach Berlin reist. Dazu tobt ein Kampf zwischen den Ringvereinen Berolina und Nordpiraten, in die auch Marlow involviert ist. Charly Ritter, Raths Freundin, arbeitet am Gericht und hat ohnehin als Frau einen schweren Stand, da unterläuft ihr ein folgenschwerer Fehler.

Ziemlich viel los in diesem Roman. Gekonnt verknüpft der Autor wieder seine fiktiven und historischen Figuren. Kriminalrat Gennat, mit seinem Plüschbüro und der Vorliebe für Kaffeekränzchen mit Torte, ist ein so ungewöhnlicher Charakter, dass ich erstaunt war, dass es ihn wirklich gegeben hat und zwar genauso, wie Kutscher ihn darstellt, inklusive Sekretärin Trudchen Steiner. (Es lohn sich sehr, diesen Mann zu googeln.) Die Story um den titelgebenden Abe Goldstein hat mich jetzt nicht so umgerissen und auch die anderen Handlungsstränge waren zwar interessant aber wenig spannungsgeladen. Was die Romane ausmacht ist für mich immer noch die Darstellung Berlins in der Weimarer Republik. Das gelingt wieder sehr gut und hat einen hohen Unterhaltungs- und auch Informationswert. Es gab ein paar Längen und obwohl der Roman schon 574 Seiten hat, waren die Seiten ziemlich eng bedruckt.

Wer in diese Epoche abtauchen möchte, kann mit der Gereon Rath-Reihe nichts falsch machen.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Goldstein

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... ist der 3. Fall von Kommissar Rath. Ich kenne beide Vorgängerbücher nicht, das ist aber zum Verständnis auch nicht wirklich notwenig.

Volker Kutscher hat sich zum Ziel gesetzt, Kriminalromane mit ...

... ist der 3. Fall von Kommissar Rath. Ich kenne beide Vorgängerbücher nicht, das ist aber zum Verständnis auch nicht wirklich notwenig.

Volker Kutscher hat sich zum Ziel gesetzt, Kriminalromane mit Zeitgeschichte zu verbinden. Leider ist das in meinen Augen nur bedingt gelungen. Mehrere - um nicht zu viele - Handlungsstränge am Anfang des Buches mit gleichzeitig langen Erklärungspassagen wechseln sich ab und verwirren. Nicht etwa, weil sie so spannend sind - sonderm im Gegenteil. Durch die ersten 200 Seiten musste ich mich regelrecht kämpfen und verlor schon fast die Lust, das Buch zu Ende zu lesen. Ab Mitte des Buches beginnen sich die einzelnen Handlungsstränge und auch Kriminalfälle mehr und mehr zu verbinden, das Buch gewinnt an Fahrt, die Spannung wird größer.

Das Ende lässt einiges offen für sicher geplante weitere Bücher. Ich selber werde sie eher nicht lesen, aber wer Zeitgeschichte mit ein wenig Krimi mag, der wird die Bücher sehr mögen.

Ein großes Lob an die Gestaltung des Covers, das finde ich sehr gut gelungen.

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