Cover-Bild Tödlicher Rosenkranz
15,90
inkl. MwSt
  • Verlag: Himmelstürmer
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Klassisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 260
  • Ersterscheinung: 26.02.2016
  • ISBN: 9783863615215
Wolfgang Brosche

Tödlicher Rosenkranz

Kommissar Thomas Grund trinkt zu viel, schläft kaum – und wenn hat er Alpträume. Eigentlich ist er in seine Heimatstadt Paderborn zurückgekehrt, um diese Probleme anzugehen. Doch schon der erste Mordfall, den er in Paderborn lösen muss, bringt ihn aus dem Gleichgewicht. Das Opfer war ein Schulfreund: Ein Schuss in den Hinterkopf, der Schädel gesprengt, die Füße grausam verstümmelt und daneben ein Rosenkranz vom Mörder bei der Leiche zurückgelassen.
Die Spuren führen den Kommissar zurück in seine Schulzeit auf einem katholischen Knabeninternat. Was er eigentlich vergessen wollte und was doch sein ganzes Leben geprägt hat, der Missbrauch durch einen Pater, spielt bald eine wesentliche Rolle bei der Aufklärung des Falles.
Grund war nicht das einzige Opfer des Paters. Offenbar hat der Mörder es noch auf andere ehemalige Schüler des Internates abgesehen und so wird die Aufklärung zu einem Wettlauf mit der Zeit.
Seine Untersuchungen führen den Kommissar ausgerechnet in seine alte Schule, jetzt ein Tagungshaus, in dem ein katholischer Kongress „besorgter Eltern“ stattfindet. Hier erfährt er, wie sehr Doppelmoral und Frömmelei das Leben junger Menschen zerstörte. Er begegnet ehemaligen Peinigern und einer prominenten Reihe von ewig Gestrigen, deren homophober Hass die eigentliche Ursache für die Morde und das Lebensunglück vieler Schüler des Internates waren.
Grund muss mit Erschrecken erkennen, dass die Vertuschung von Missbrauch und fanatischer Schwulenhass Mörder und Opfer in ein auswegloses Netz seelischer Verwirrung verstrickten.
Der Kommissar stellt sich nicht nur seiner eigenen Geschichte, sondern kann am Ende den Mörder und auch den Verursacher der Leiden so vieler junger Männer identifizieren!

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.09.2019

Tödlicher Rosenkranz

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Der Hauptcharakter, Thomas Grund, arbeitet bei der Mordkommission.
Das erste Opfer: einer seiner ehemaligen Klassenkameraden.
Als würde es nicht reichen, dass seine Vergangenheit ihm mehr und mehr zu schaffen ...

Der Hauptcharakter, Thomas Grund, arbeitet bei der Mordkommission.
Das erste Opfer: einer seiner ehemaligen Klassenkameraden.
Als würde es nicht reichen, dass seine Vergangenheit ihm mehr und mehr zu schaffen macht,
fühlt er sich durch den Fall nur noch mehr in diese fürchterliche Zeit versetzt.
In dieser Zeit wurden er und einige seiner Mitschüler im Internat missbraucht.
Der Pater hatte sich gezielt Burschen ausgesucht, die keinen Vater hatten, um über die Vaterrolle Vertrauen aufzubauen.
Die Jungen konnten aus Scham und Demütigung ihren Müttern, die noch dazu hart für das Leben ihrer Söhne arbeiteten, nicht die Wahrheit sagen.
Was wäre denn aus ihnen geworden? Und der Pater hatte doch noch gedroht, dass ihnen sowieso niemand glauben würde.
Und nun ermordete jemand genau diese Burschen. Doch wer hätte einen Grund dazu?
Der Pater? Aber das Gesetz und die Verjährung schützen ihn. Das macht doch keinen Sinn?
Aber warum dann die Rosenkränze bei den Leichen?
Zwischen den Morden macht Thomas Grund eine Verwandlung durch, die ihm ermöglichen wird, die Vergangenheit hinter sich zu lassen.
Die Änderung der Verhaltensweise kam in meinen Augen etwas schnell, hat aber der Spannung keinen Abbruch getan.
Bis zum Ende war ich was den Mörder angeht, genau wie der Kommissar, auf der falschen Fährte.

Veröffentlicht am 31.01.2019

Ein Roman, der unter die Haut geht

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Der Autor des Romans Tödlicher Rosenkranz weiß, worüber er schreibt. Das erkennt der Leser bereits auf den ersten Seiten und das wiederum macht diesen Roman so authentisch.

In dem Buch geht es um Missbrauch ...

Der Autor des Romans Tödlicher Rosenkranz weiß, worüber er schreibt. Das erkennt der Leser bereits auf den ersten Seiten und das wiederum macht diesen Roman so authentisch.

In dem Buch geht es um Missbrauch in einem Internat, welches von katholischen Priestern geleitet wird. Die Handlung spielt in Paderborn, einer Stadt, die bereits vor vielen Jahren als äußerst „schwarz“ angesehen wurde. Thomas Grund hat das Internat besucht und ist mittlerweile als Kommissar in Paderborn tätig. Er muss einen Serienmörder dingfest machen und dieser Fall bringt ihm die Traumen der Vergangenheit hautnah zurück. Es werde Männer getötet, die er kannte, das sie gemeinsam mit ihm das Internat, den „Kasten“ besuchten. Auffallend ist die Kennzeichnung der Toten nach dem Mord. Bei allen sind die Fußsohlen verbrannt und Sand wurde in die Wunde gestreut. Was das zu bedeuten hat und in welcher Weise der Kasten eine Rolle spielt, wird von dem Autor spannend und ausführlich erklärt.

Wer denkt, dass hier die Phantasie mit einem jungen Autor durchging und er eigentlich doch übertrieben hat, der irrt gewaltig. Tödlicher Rosenkranz ist mehr als „nur“ ein Kriminalroman. Er beschreibt die Zerrissenheit der misshandelten Kinder und erklärt gleichzeitig, mit welcher Arroganz die Täter den Alltag durchlebten. Die waren sich keiner Schuld bewusst und wurden teilweise sogar von den Eltern der Jungen gedeckt. „Glaube ohne Liebe ist Fanatismus“, dieser Spruch passt sehr gut zu diesem Buch. Was Pastoren, Eltern und fromme Leute ihren Schützlingen antaten kommt in dem Buch sehr deutlich zum Ausdruck. Die misshandelten Kinder sind mittlerweile erwachsen und kommen mit ihrem Leben nicht klar. Alle haben Probleme unterschiedlicher Art, von denen ein überhöhter Alkoholkonsum noch das geringste ist.

Falls Sie nicht homophob sind und einen gut geschriebenen Krimi mögen, sollten Sie das Buch Tödlicher Rosenkranz lesen. Es ist spannend geschrieben und die Spannung hält sich bis zum Schluss. Es gibt einige Wendungen und es ist keineswegs nach wenigen Seiten klar, wer der Täter ist. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Sie dürfen allerdings nicht zart besaitet sein und sich nicht wundern, dass eine klare Sprache die Grundlage des Romans bildet.

Veröffentlicht am 22.01.2019

Zwischen Hass und Wahn

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In Paderborn wird der Blumenhändler Georg Feinschmidt brutal ermordet und ihm werden die Fußsohlen verbrannt. Thomas Grund übernimmt die Ermittlungen und erkennt, dass er den Toten kennt. Noch aus seiner ...

In Paderborn wird der Blumenhändler Georg Feinschmidt brutal ermordet und ihm werden die Fußsohlen verbrannt. Thomas Grund übernimmt die Ermittlungen und erkennt, dass er den Toten kennt. Noch aus seiner Schulzeit im örtlichen Knabeninternat, genannt - der Kasten.

Die Themen dieses Buches sind nichts für zartbesaitete, den der Autor packt die Gedanken, Aussagen und Taten seiner Figuren nicht in blumige Beschreibungen oder Andeutungen, sondern lässt sie alles rundheraus aussprechen und denken.
So beginnt das Buch ohne Vorwarnung mit einer gedanklichen Hetzrede, die so voller Hass und Abscheu ist, dass man als aufgeklärter, toleranter Mensch des 21. Jahrhunderts nur mit dem Kopf schütteln kann über soviel himmelschreienden Unsinn. In dem der unbekannte Denker, aber nicht nur seinen eigenen Hass sieht, sondern auch noch den Willen Gottes, der die Sünder mit all ihren sogenannten Abartigkeiten von der Erde tilgen will.
Wenn man sich durch diesen hasserfüllten Sermon durchgekämpft hat, trifft man auf Thomas Grund, einem Polizisten mit Vergangenheit, der sich anschickt die Hintergründe der Tat zu entschlüsseln und den Täter dingfest zu machen, ohne zu Ahnen, dass die Ermittlungen Türen öffnen, die vielleicht besser geschlossen geblieben wären.

Wer sich dazu entschließt diesen Krimi zu lesen, muss sich darauf einstellen mit einer Menge Hass, Fanatismus, religiösem Wahn und Missbrauch konfrontiert zu werden. Alles Themen, denen man zwar gerne aus dem Weg gehen würde, die aber nicht totgeschwiegen werden dürfen, wenn sich etwas ändern soll.

„Tödlicher Rosenkranz“ ist eine Krimi, der einem gewaltig an die Nieren geht, aber trotzdem, oder gerade deswegen absolut lesenswert ist.

Veröffentlicht am 22.01.2019

Spannender Krimi zum Thema sexueller Mißbrauch in kirchlichen Einrichtungen und seine Folgen

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Der Autor Wolfgang Brosche legt mit diesem Buch einen spannenden und überzeugenden Roman zum Thema des sexuellem Mißbrauchs in kirchlichen Einrichtungen und seinen Folgen vor, der als Krimi aber doch ein ...

Der Autor Wolfgang Brosche legt mit diesem Buch einen spannenden und überzeugenden Roman zum Thema des sexuellem Mißbrauchs in kirchlichen Einrichtungen und seinen Folgen vor, der als Krimi aber doch ein wenig zu vorhersehbar gerät.

Kommissar Thomas Grund hat sich nach einigen alkoholbedingten Vorkommnissen gerade erst von Hamburg in seine Heimatstadt Paderborn versetzen lassen, als er dort direkt mit einem brutalen Mord konfrontiert wird. Und dann entpuppt sich das Opfer auch noch als sein ehemaliger Mitschüler, mit dem ihn einige unangenehme und mehr schlecht als recht verdrängte Erinnerungen verbinden.
Die Ermittlungen führen Thomas Grund dann auch tief in die eigene Vergangenheit zurück und reißen nicht nur bei ihm alte Wunden wieder auf.

Der Autor beschäftigt sich als freier Hörfunk- und Fernsehautor schon seit einiger Zeit besonders mit dem fanatischen Kampf gegen Homosexuelle, den Gruppen wie die „besorgten Eltern“ und andere, zumeist christlich geprägte Organisationen führen. Dieses Wissen lässt er auf überzeugende Art und Weise in seinen gut aufgebauten Roman einfließen und schafft so ein bedrückendes Szenario, das einen beim Lesen immer wieder mit dem Kopf schütteln lässt. Er erzählt seine Geschichte dabei mit einem eindringlichen und dadurch bisweilen auch harten Schreibstil, der allerdings in seiner Deutlichkeit in einigen Passagen nur schwer zu ertragen ist.
Auch in Sachen Figurenzeichnung weiß er dabei zu überzeugen, hier ist besonders die Entwicklung hervorzuheben, die die Hauptfigur Thomas Grund im Laufe der Geschichte durchläuft.

Am Ende deutet sich an, das Thomas Grund und der Journalist Roman Teckel, der ihn bei seinen Ermittlungen unterstützt, weiter ermitteln sollen.
Potential für weitere Geschichten ist in den Figuren meiner Meinung nach durchaus vorhanden. In Sachen Krimiplot gibt es aber auf jeden Fall noch ein wenig Steigerungspotential.