Cover-Bild Essen
Band der Reihe "Hanser Berlin LEBEN"
(5)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
20,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
  • Themenbereich: Biografien, Literatur, Literaturwissenschaft - Biografien und Sachliteratur
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 112
  • Ersterscheinung: 16.09.2025
  • ISBN: 9783446281523
Alina Bronsky

Essen

Wenn Bestsellerautorin Alina Bronsky über Essen schreibt, geht es ans Eingemachte: Um Liebe, Hass, Verführung und Erpressung.

Nur wenige Dinge sind so privat und so öffentlich, so zelebriert oder verheimlicht, so omnipräsent und zugleich verdrängt wie die Speisen, die wir zu uns nehmen. Jeder könnte ein Buch über Essen schreiben, das genauso einzigartig wäre wie sein Fingerabdruck, behauptet Alina Bronsky, und schreibt nun ihres: Eine höchst subjektive Erzählung über ihre persönliche Beziehung zu Porridge, Schokolade, Butterbrot, Borschtsch oder der Vogelmilchtorte. Denn für sie sind diese Speisen nicht einfach nur Nahrung, sondern ein Mittel der Fürsorge, Emanzipation, emotionalen Erpressung, das mal nach Heimat schmeckt, mal nach Liebe, Hemmungslosigkeit oder Askese. Ein bittersüßes kulinarisches Lesevergnügen: manchmal komisch und manchmal melancholisch.

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 05.10.2025

kurzweilige Lektüre zum Thema Essen

0

Der Hanser Verlag hat bekannte deutschsprachige Autor:innen gebeten, sich Gedanken zu den wesentlichen Themen des Lebens (Altern, Streiten, Lieben, Schlafen, Arbeiten, Wohnen, etc.) zu machen. Nachdem ...

Der Hanser Verlag hat bekannte deutschsprachige Autor:innen gebeten, sich Gedanken zu den wesentlichen Themen des Lebens (Altern, Streiten, Lieben, Schlafen, Arbeiten, Wohnen, etc.) zu machen. Nachdem ich bereits Elke Heidenreichs „Alter“ und Doris Dörries „Wohnen“ sehr gern gelesen habe, war nun Alina Bronskys „Essen“ an der Reihe.
Alina Bronsky, geboren 1978 in Jekaterinburg/Russland, verbrachte ihre Kindheit auf der asiatischen Seite des Ural-Gebirges. Erst als Jugendliche kam sie nach Deutschland und fand die deutsche Küche durchaus gewöhnungsbedürftig: statt nahrhaftem Haferbrei zum Frühstück nur mehlstäubende Brötchen mit Marmelade, Käse oder Aufschnitt, das ist doch kein Essen! Nur warme Mahlzeiten sind ein richtiges Essen, da mutet auch das deutsche „Abendbrot“ recht seltsam an, schon wieder nur Brot (wenn auch unendlich viele Sorten) mit Käse, Aufschnitt, etc.
„Essen“ ist ein Buch mit kleinen Geschichten aus Bronskys Leben, eine sehr subjektive Erzählung über ihre persönliche Beziehung zu Haferbrei und Co. Sie erzählt über Familie und Freunde, über ihre Kindheit und Erwachsenwerden und stellt die Gerichte vor, die für sie damit verbunden sind. Neben dem erwähnten Haferbrei gehören u.a. auch Frikadellen, Borschtsch und Quarkauflauf dazu, einfach zuzubereitende Gerichte ohne Schnickschnack oder ausgefallene Zutaten.
Alina Bronsky schreibt humorvoll und amüsant, die kleinen Geschichten sind manchmal heiter, manchmal sentimental.
„Essen“ ist ein lebendig und kurzweilig geschriebenes Buch, das ich mit Vergnügen gelesen habe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.09.2025

delikat

0


Die Reihe "Hanser Leben" begeistert mich schon länger und ehrlich gesagt, freue ich mich über jeden neuen Titel.. Nun ist ein neuer Band aus dieser Reihe erschienen.
Das Thema Essen ist für mich eine ...


Die Reihe "Hanser Leben" begeistert mich schon länger und ehrlich gesagt, freue ich mich über jeden neuen Titel.. Nun ist ein neuer Band aus dieser Reihe erschienen.
Das Thema Essen ist für mich eine Herzensangelegenheit und hat mich besonders gereizt.
Bis jetzt konnte man ja mit Wladimir Kaminer schon über Gerichte aus Osteuropa literarisch schwelgen.
Nun bringt Alina Bronsky mit einer erfrischenden Art frischen Wind in das Thema Kulinarik.
Ihre Kombination aus einem Gericht, verknüpft mit einer persönlichen Lebenserfahrung der Autorin und dem dazugehörigen Rezept, hat bei mir sofort gezündet.
Nach der Lektüre des Buches hat man große Lust sich mit der Autorin bei einem Kaffee am Küchentisch über noch mehr Rezepte auszutauschen und weitere Geschichten von ihr zu hören.

Mein Fazit: "Essen" ist eine wundervolle Sammlung von Geschichten, Rezepten und Lebensweisheiten rund um dieses großartige Themen. Die Lektüre ist kurzweilig und bereitete mir als Leser große Freude.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 18.11.2025

Zwölf Gerichte und Getränke mit Bedeutung für die Autorin

0

In ihrem Essayband „Essen“ versammelt Alina Bronsky in zwölf Kapiteln Gerichte und Getränke, die für sie in besonderen Momenten ihres Lebens eine Rolle gespielt haben oder immer noch spielen. Im Prolog ...

In ihrem Essayband „Essen“ versammelt Alina Bronsky in zwölf Kapiteln Gerichte und Getränke, die für sie in besonderen Momenten ihres Lebens eine Rolle gespielt haben oder immer noch spielen. Im Prolog blickt sie auf die Bedeutung der Nahrung und des Geschmacks sowie auf die zahlreichen Phrasen in unserer Sprache, die darauf anspielen.

Mit den Speisen, die die Autorin beschreibt, verknüpft sie verschiedene private Erinnerungen. Es ergibt sich eine Art unterhaltsame Biografie. Zu Beginn der 1990er Jahre immigriert sie im jugendlichen Alter mit ihren Eltern aus der Nähe des Urals nach Hessen. Die Mahlzeiten lehren sie einiges über die Kultur der beiden Gegenden.

Die von Alina Bronsky beschriebenen Gerichte und Getränke sind durchweg nicht aufwendig gestaltet und doch aufgrund des persönlichen Charakters etwas Besonderes. Am Ende jeden Kapitels schildert die Autorin die Herstellung, die jeweils höchstens eineinhalb Seiten einnimmt. Auch in ihren Büchern wird häufiger gekocht und gemeinsam gegessen, so dass sich gelegentlich Hinweise auf ihre Romane finden. Immer wieder blitzt die feine Ironie durch, die ihrem Schreibstil eigen ist und sorgt für einen amüsanten Unterton.

Das beschriebene Essen weckte auch bei mir Erinnerungen und den Wunsch, die Rezepte zu erproben. In einem Epilog geht die Autorin darauf ein, dass ein Gericht für Andere eine ganz verschiedene Rolle im Leben einnehmen kann als für sie. Während der Ideen- und Schreibphase wurde sie mit zahlreichen Ideen mit Anregungen über Nahrungsmitteln aus ihrem Umkreis geflutet über die sie schreiben könnte.

Vor allem aufgrund der persönlichen Perspektive auf die beschriebenen Gerichte und Getränke fand ich das Buch „Essen“ von Alina Bronsky aus der Serie „Leben“ des Verlags Hanser Berlin besonders lesenswert. Ich empfehle es gerne weiter.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.09.2025

Eine Liebeserklärung an die Lebensmittel

0

ich weiß gar nicht so genau was ich von diesem Buch erwartet habe. Es ist so ganz anders als das was ich erwartet habe - und dennoch irgendwie amüsant und interessant. Jeder könnte ein Buch über das Essen ...

ich weiß gar nicht so genau was ich von diesem Buch erwartet habe. Es ist so ganz anders als das was ich erwartet habe - und dennoch irgendwie amüsant und interessant. Jeder könnte ein Buch über das Essen schreiben, und diese wären ganz unterschiedlich; der Aussage aus dem Buch stimme ich voll und ganz zu. Wir lesen in diesem von einer Frau mit russischen Wurzeln und unglaublich viel Liebe zum Essen (und Detail). Es geht um Familiäre Strukturen und Gewohnheiten, von Rezepten und von Nahrungsmitteln. Nicht nur vom Mittel zum Zweck, sondern vom leben und genießen. Ein ganz wundervolles kurzweiliges, interessantes Buch, welches mich an der einen oder anderen Stelle zum lachen brachte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.09.2025

Kulinarische Erinnerungen statt Gesellschaftskritik

0

Wenn Bestsellerautorin Alina Bronsky über Essen schreibt, geht es nicht um Rezepte, sondern um Erinnerungen, Gefühle und Identität. Die deutsche Schriftstellerin mit russischen Wurzeln, bekannt durch Romane ...

Wenn Bestsellerautorin Alina Bronsky über Essen schreibt, geht es nicht um Rezepte, sondern um Erinnerungen, Gefühle und Identität. Die deutsche Schriftstellerin mit russischen Wurzeln, bekannt durch Romane wie Scherbenpark oder Baba Dunjas letzte Liebe, ist für ihren pointierten Stil und ihre scharf gezeichneten Figuren berühmt. In ihrem Essayband „Essen“ widmet sie sich nun einem Thema, das so universell wie persönlich ist.

Worum geht’s genau?

Bronsky nimmt die Leser:innen mit auf eine kulinarische Reise durch ihr Leben: von Porridge und Borschtsch über Schokolade bis hin zum Butterbrot. Essen wird dabei zu einem Spiegel kultureller Prägung und familiärer Traditionen. Es geht um Fürsorge und Erwartung, um Askese und Hingabe, um Heimat und Entfremdung. „Jeder Mensch könnte ein Buch über Essen schreiben, das genauso einzigartig wäre wie sein Fingerabdruck“ (S.16), schreibt Bronsky & genau das versucht sie hier: ein subjektives, fragmentarisches Erinnerungsbuch über ihre Beziehung zu Speisen, die mehr sind als bloße Nahrung.

Meine Meinung

Ich habe mich sehr auf diesen Essay gefreut, nicht zuletzt weil ich die Hanser-Reihe „Leben“ sehr schätze. Die Bände "Lieben" und "Altern" haben mich nachhaltig beeindruckt, und auch von Alina Bronsky kenne ich bereits den Roman "Pi mal Daumen" (den ich gern gelesen hab). Der persönliche Zugang, die kurzen Kapitel und der gewohnt humorvolle, pointierte Sprachstil haben mir durchaus gefallen. Schon die einleitende Beobachtung „Essen ist ein Thema, zu dem so ziemlich jeder etwas zu sagen hat. Nur wenige Dinge sind so privat und so öffentlich“ (S.12) verdeutlicht, dass Bronsky das Alltägliche mit literarischem Blick betrachtet.

Was für mich jedoch zu kurz kam, war die gesellschaftliche Dimension des Themas. Zwar wird deutlich, dass Essgewohnheiten kulturell geprägt sind („Mit etwas mehr Abstand lässt sich sagen, dass ich hier zum ersten Mal eine Zugehörigkeit zu einem kulinarischen Kulturraum wahrnahm“, S.19), doch darüber hinaus bleiben gesellschaftskritische Fragen weitgehend ausgespart. Klassismus, soziale Ungleichheit oder aktuelle Ernährungsdebatten hätte ich mir stärker und expliziter gewünscht. So bleibt am Ende vor allem hängen, dass Essen Identität stiftet. Ein wichtiger Gedanke, aber bei 112 Seiten dann doch etwas wenig.

Stattdessen überwiegt eine persönliche, oft auch humorvolle Auseinandersetzung mit Kindheitserinnerungen, Migrationserfahrungen und familiären Ritualen. Das hat seinen Reiz, etwa wenn Bronsky ironisch anmerkt: „Home is where your porridge is“ (S.19). Gleichzeitig fehlt mir persönlich die Tiefe, die ich an den anderen Essays der Reihe so mochte. So ist "Essen" zwar unterhaltsam, aber kein Buch, das mir lange in Erinnerung bleibt.

Fazit

Essen ist ein leichtfüßiger, sehr persönlicher Essay, der vor allem Leser:innen gefallen wird, die Bronskys Tonfall mögen und Lust auf literarische Miniaturen rund ums Kulinarische haben. Wer hingegen eine analytische Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Dimensionen von Ernährung erwartet, wird hier eher enttäuscht. Herzlichen Dank an NetGalley.de und den Hanser Verlag für das Rezensionsexemplar.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere